Bartholin-Zyste – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Bartholin-Zyste ist ein gutartiger, mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum an den inneren Schamlippen. Er entsteht, wenn der Ausführungsgang der Bartholin-Drüse verstopft. Die Drüsen produzieren Feuchtigkeit für den Scheidenvorhof. Wenn der Gang verschlossen ist, staut sich die Flüssigkeit und es bildet sich eine kleine oder größere, meist einseitige Schwellung.
Wichtige Fakten
- Die Bartholin-Drüsen sitzen an den inneren Schamlippen und produzieren Feuchtigkeit.
- Wenn der Ausführungsgang verstopft, staut sich Flüssigkeit und es entsteht eine Zyste.
- Eine Zyste ist meist gutartig und muss nicht immer behandelt werden.
Zysten der Bartholin-Drüse kommen bei etwa 2 von 100 Frauen im Laufe des Lebens vor. Sie treten vor allem im gebärfähigen Alter auf.
Betroffen sind Frauen und Mädchen nach der Pubertät, also nach Beginn der Geschlechtsreife. Selten treten sie vor der Pubertät oder nach den Wechseljahren auf.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen mit Fieber und Schüttelfrost
- Schnell wachsende, heiße und stark gerötete Schwellung
- Zusätzliche Übelkeit oder Kreislaufprobleme
- ⚠Die Zyste schmerzt oder wird deutlich größer
- ⚠Eiter oder unangenehmer Geruch aus der Zyste
- ⚠Sitzen oder Gehen fällt schwer
- ⚠Wiederkehrende Zysten an derselben Stelle
Häufige Symptome
- Eine kleine Zyste verursacht oft keine Beschwerden.
- Eine einseitige, gut tastbare Schwellung an der hinteren Schamlippe.
- Seltener leichte Druck- oder Schmerzgefühle beim Sitzen oder beim Geschlechtsverkehr.
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen vor der Pubertät ist eine Bartholin-Zyste sehr selten.
- Jede Schwellung im Intimbereich sollte in diesem Alter ärztlich abgeklärt werden, da auch andere Ursachen möglich sind.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren tritt eine Bartholin-Zyste seltener auf.
- Neue Schwellungen im Intimbereich sollten immer medizinisch untersucht werden, um andere Ursachen auszuschließen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verstopfung des Ausführungsgangs der Drüse durch Gewebereste, Schleim oder Entzündungen.
- Ansammlung von Flüssigkeit führt zu einer Zyste.
- Bakterien können eindringen und eine Infektion (Abszess) verursachen.
Risikofaktoren
- Geschlechtsverkehr
- Hormonelle Veränderungen während der Geschlechtsreife
- Reizungen durch enge Kleidung oder mangelnde Hygiene
- Zustand nach Infektionen im Intimbereich
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Schmerzen, die das Sitzen unmöglich machen.
- Wenn Fieber auftritt.
- Wenn die Schwellung schnell wächst und stark gerötet ist.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine schmerzlose Schwellung bemerken, können Sie diese beim nächsten Termin in Ihrer Praxis ansprechen.
- Wenn die Zyste wiederkehrt.
- Wenn Sie sich unsicher fühlen, was die Veränderung bedeutet.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt sieht sich die Schwellung an und tastet sie ab. Meist ist die Diagnose anhand der Lage und der Beschaffenheit eindeutig.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Betrachtung und Abtasten)
- Bei Eiter: Abstrich zur Untersuchung im Labor
- Bei unklarem Befund: Ultraschalluntersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schnell und schmerzlos. Sie findet in der Praxis statt. Es ist hilfreich, die Beschwerden genau zu schildern. Die Behandlung richtet sich nach den aktuellen medizinischen Leitlinien (AWMF).
Behandlung
Die Behandlung hängt von Größe, Beschwerden und davon ab, ob eine Infektion vorliegt. Kleine, symptomfreie Zysten benötigen oft keine Therapie. Bei Beschwerden gibt es mehrere Möglichkeiten, von einfachen Maßnahmen bis zu kleinen Eingriffen.
Selbsthilfe zu Hause
- Warme Sitzbäder mehrmals täglich unterstützen den Abfluss.
- Locker sitzende Unterwäsche vermeidet Reibung.
- Nicht selbst an der Zyste drücken, um Entzündungen zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Bei einer entzündeten oder sehr schmerzhaften Zyste kann die Ärztin oder der Arzt die Stelle unter örtlicher Betäubung eröffnen und entleeren. Dazu wird ein kleiner Schnitt gemacht. Bei Abszessen kann eine Drainage nötig sein. Wiederkehrende Zysten können mit einem kleinen operativen Eingriff (Marsupialisation) behandelt werden, bei dem ein offener Kanal geschaffen wird. In seltenen Fällen wird die Drüse komplett entfernt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird empfohlen, wenn die Zyste immer wieder auftritt, starke Beschwerden macht oder nach mehreren Behandlungen nicht abheilt.
Leben mit der Erkrankung
In den meisten Fällen beeinträchtigt eine Bartholin-Zyste den Alltag kaum. Bei Beschwerden können Sie Sitzbäder und Ruhezeiten einplanen. Die meisten Zysten verursachen keine dauerhaften Probleme.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige warme Sitzbäder
- Locker sitzende Kleidung und Baumwollunterwäsche
- Gute Intimhygiene ohne aggressive Produkte
Ernährung und Bewegung
Bewegung ist erlaubt, solange sie keine Schmerzen verursacht. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem und die Wundheilung, falls ein Eingriff nötig wird.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schwellungen im Intimbereich können Scham oder Sorgen auslösen. Das ist verständlich und viele Frauen sind betroffen. Ein offenes Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt hilft. Wenn die Beschwerden Sie seelisch stark belasten, sprechen Sie auch darüber.
Vorbeugung
Eine Bartholin-Zyste lässt sich nicht immer verhindern. Sie können aber das Risiko von Entzündungen verringern, indem Sie auf sanfte Intimhygiene achten und Reizungen vermeiden.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Bartholin-Zysten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für diese Zyste. Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen helfen, Veränderungen im Intimbereich früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine Zyste kann sich infizieren und zu einem Abszess (Eiteransammlung) werden.
- Die Entzündung kann sich auf das umliegende Gewebe ausbreiten.
- Wiederkehrende Infektionen können zu Narbenbildung führen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilt eine Bartholin-Zyste meist gut aus. Auch ein Abszess kann in der Regel ohne langfristige Probleme behandelt werden. Das Risiko für ein Wiederauftreten lässt sich durch Nachsorge und kleine Eingriffe deutlich senken. Die Prognose ist insgesamt sehr gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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