Legionärskrankheit: Ursachen, Symptome und Behandlung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung. Sie wird durch Bakterien namens Legionellen verursacht, die sich in warmem Wasser vermehren. Man steckt sich nicht von Mensch zu Mensch an, sondern atmet winzige Wassertröpfchen ein, die die Bakterien enthalten – zum Beispiel beim Duschen.
Wichtige Fakten
- Auslöser sind Bakterien in warmem Wasser – etwa in Duschköpfen, Whirlpools oder Klimaanlagen.
- Die Krankheit ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
- Mit einer früh begonnenen Antibiotika-Behandlung ist die Prognose gut.
Die Legionärskrankheit ist selten. In Deutschland werden jährlich etwa 1.000 bis 2.000 Fälle gemeldet, die tatsächliche Zahl könnte aber höher sein, weil milde Verläufe nicht immer erkannt werden.
Sie kann prinzipiell jeden treffen, am häufigsten aber Menschen über 50, Raucherinnen und Raucher, Personen mit geschwächtem Immunsystem oder mit chronischen Lungen- oder Herzerkrankungen. Männer sind öfter betroffen als Frauen.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112, wenn eines dieser Symptome auftritt:
- Schwere Atemnot oder Erstickungsgefühl
- Starke Schmerzen in der Brust
- Blau verfärbte Lippen oder Gesicht
- Bewusstseinsverlust oder starke Verwirrtheit
- Husten von Blut
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis auf, wenn:
- ⚠Sie anhaltend hohes Fieber mit Husten oder Atemnot haben
- ⚠Sie sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden deutlich schlechter fühlen
- ⚠Sie zu einer Risikogruppe gehören und nach einer Reise oder einem Whirlpool-Besuch grippeähnliche Symptome haben
- ⚠Es sich um ein Kind, einen älteren Menschen oder eine schwangere Person mit Fieber und Husten handelt
Häufige Symptome
- Hohes Fieber, oft über 39 °C, mit Schüttelfrost
- Husten – zunächst trocken, später mit Auswurf
- Atemnot und Engegefühl in der Brust
- Kopf- und Muskelschmerzen
- Starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Manchmal Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
Ursachen
Hauptursachen
- Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem Wasser (25–45 °C) stark vermehren.
- Sie werden über feinste Wassertröpfchen (Aerosole) eingeatmet – zum Beispiel beim Duschen, in Whirlpools, durch Luftbefeuchter oder Klimaanlagen.
- Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.
Risikofaktoren
- Alter über 50
- Rauchen
- Chronische Lungenerkrankungen wie COPD
- Geschwächtes Immunsystem – etwa durch Krankheit oder Medikamente
- Männliches Geschlecht
- Reisen mit Hotelaufenthalten, Camping oder Kreuzfahrtschiffen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie haben Fieber, Husten und Atemnot – das kann auf eine Lungenentzündung hinweisen.
- Ihr Allgemeinzustand verschlechtert sich innerhalb von ein bis zwei Tagen deutlich.
- Sie sind Risikopatientin oder Risikopatient und haben nach einer Reise oder einem Whirlpool-Aufenthalt grippeähnliche Symptome.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie haben länger als eine Woche Husten oder eine Erkältung, die nicht besser wird.
- Sie machen sich Sorgen und möchten Ihre Lunge abhören lassen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beschwerden, Reisen und möglichen Wasserquellen und hört die Lunge ab. Bei begründetem Verdacht werden gezielte Tests angeordnet. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte dabei an der AWMF-Leitlinie für Atemwegsinfektionen.
Mögliche Untersuchungen
- Urinprobe zum Nachweis von Legionellen-Bestandteilen
- Röntgenbild der Lunge
- Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen
- Abstrich aus dem Rachen oder Untersuchung des Auswurfs (Sputum)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und gehen schnell. Wenn der Verdacht besteht, wird die Behandlung häufig bereits vor den Endergebnissen begonnen. Es kann sein, dass Sie zur Überwachung ins Krankenhaus eingewiesen werden – das dient Ihrer Sicherheit.
Behandlung
Die Behandlung besteht vor allem aus Antibiotika gegen die Bakterien. Bei schweren Verläufen oder bei Personen mit Vorerkrankungen ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Zusätzlich können Sauerstoff und Flüssigkeit gegeben werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie sich strikte Schonung – bleiben Sie im Bett, wenn Sie sich schwach fühlen.
- Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
- Besprechen Sie die Einnahme fiebersenkender Medikamente mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
- Verzichten Sie während der Akutphase auf Alkohol und das Rauchen.
Medizinische Behandlungen
Antibiotika sind die wichtigste Behandlung. Sie werden als Tabletten oder im Krankenhaus über die Vene verabreicht. Die Therapiedauer liegt meist zwischen einer und zwei Wochen, kann aber je nach Schweregrad variieren. Entscheidend ist, die Einnahme genau nach ärztlicher Anweisung durchzuführen und nicht vorzeitig zu beenden.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Legionärskrankheit braucht die Lunge Zeit, sich zu erholen. Planen Sie tägliche Ruhephasen ein und überfordern Sie sich nicht. Es ist normal, dass Sie sich noch Wochen später müde fühlen.
Tipps für den Alltag
- Auf das Rauchen möglichst ganz verzichten – auch Passivrauchen meiden.
- Steigern Sie die körperliche Aktivität langsam, zum Beispiel mit kurzen Spaziergängen.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und reduzieren Sie Stress.
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, vitaminreiche Ernährung mit viel Gemüse und Obst unterstützt die Genesung. Wenn Ihr Arzt nichts anderes empfiehlt, trinken Sie ausreichend. Körperliche Bewegung sollten Sie nach Rücksprache mit Ihrem Behandlungsteam steigern – eventuell ist eine Lungensport-Gruppe hilfreich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine schwere Lungenentzündung kann Angst machen und zu langanhaltender Erschöpfung führen. Manche Menschen fühlen sich noch Wochen später niedergeschlagen. Das ist verständlich. Sprechen Sie über Ihre Gefühle – mit Angehörigen, Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Vorbeugung
Ja, eine Vorbeugung ist in vielen Fällen möglich. Entscheidend ist, dass Wasseranlagen regelmäßig gewartet werden: Legionellen vermehren sich in lauwarmen, stehenden Wasser, daher sollten Warmwasserleitungen ausreichend heiß bleiben und Wasser nicht lange in Rohren stehen. Auf Reisen können Sie nachfragen, ob die Anlagen gepflegt werden.
Impfungen
Eine Schutzimpfung gegen die Legionärskrankheit gibt es nicht.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung für gesunde Menschen ist nicht empfohlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schwere Lungenentzündung mit Atemversagen – der Körper erhält zu wenig Sauerstoff
- Entzündung anderer Organe, zum Beispiel der Nieren oder des Herzens
- Bakterien im Blut (Sepsis) mit Kreislaufversagen
- In seltenen Fällen dauerhafte Lungenvernarbung
Langzeitprognose
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen. Die meisten Menschen erholen sich mit Antibiotika vollständig, auch wenn die Genesung Wochen dauern kann. Bei älteren oder vorerkrankten Personen kann Erschöpfung zurückbleiben – mit Geduld und guter Unterstützung ist jedoch ein gutes Leben danach gut möglich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
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