Verengung der hinteren Harnröhre
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die posteriore Urethrastenose ist eine seltene Verengung der hinteren Harnröhre. Die Harnröhre ist der Schlauch, der den Urin aus der Blase nach außen leitet. Der hintere Abschnitt liegt im Becken und verläuft durch die Prostata und den Beckenboden. Eine Verengung entsteht meist durch Narbengewebe und erschwert das Wasserlassen.
Wichtige Fakten
- Betroffen sind fast nur Männer.
- Häufigste Ursache sind Verletzungen oder Operationen im Becken.
- Eine Behandlung ist möglich; viele Betroffene werden vollständig beschwerdefrei.
Das ist relativ selten. Nur wenige Ärzte behandeln viele Fälle. Nach bestimmten Eingriffen, zum Beispiel an der Prostata, kommt es jedoch öfter vor.
Die Erkrankung tritt fast ausschließlich bei Männern auf, vor allem nach Beckenbrüchen, Stürzen oder operativen Eingriffen im kleinen Becken, wie z. B. der Entfernung der Prostata.
Symptome
- Sie spüren eine volle Blase, können aber gar keinen Urin absetzen und haben dabei starke Schmerzen im Unterbauch – das kann ein akuter Harnverhalt sein. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Sie können seit vielen Stunden kein Wasser lassen und haben zunehmenden Druck im Bauch.
- ⚠Sie bemerken Blut im Urin oder Fieber mit Schüttelfrost und Schmerzen beim Wasserlassen.
Häufige Symptome
- Schwacher Urinstrahl
- Anstrengung beim Wasserlassen
- Nach dem Wasserlassen das Gefühl, die Blase ist nicht ganz leer
- Tröpfeln nach dem Wasserlassen
- Harnwegsinfektionen, die immer wiederkehren
Ursachen
Hauptursachen
- Narbengewebe nach einer Verletzung des Beckens, z. B. Beckenbruch oder Sturz auf das Dammgebiet
- Nach Operationen, wie an der Prostata oder im Darm
- Nach länger liegenden Blasenkathetern
- Nach Strahlentherapie im Beckenbereich
- Durch Entzündungen der Harnröhre, z. B. im Zusammenhang mit einer Geschlechtskrankheit
Risikofaktoren
- Männliches Geschlecht
- Sport- oder Verkehrsunfälle mit Beckenverletzungen
- Vorerkrankungen des unteren Harntrakts
- Operationen an Prostata, Harnröhre oder Enddarm
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie kaum oder gar keinen Urin lassen können und Schmerzen im Bauch haben – sofort ärztliche Hilfe (Notruf 112).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie einen schwachen Strahl, Nachtröpfeln oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen bemerken, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt ors direkt in einer urologischen Praxis.
Diagnose
Ihr Arzt fragt zunächst nach Krankengeschichte, Unfällen und Operationen. Danach folgen eine körperliche Untersuchung und spezielle Messungen.
Mögliche Untersuchungen
- Harnflussmessung (Uroflowmetrie): Sie pinkeln in einen Trichter, der die Geschwindigkeit des Urinstrahls misst.
- Ultraschalluntersuchung: Damit sieht der Arzt, ob nach dem Wasserlassen noch Restharn in der Blase bleibt.
- Harnröhrenspiegelung (Urethroskopie): Ein dünnes Rohr mit Kamera wird in die Harnröhre eingeführt.
- Röntgendarstellung mit Kontrastmittel (Miktionszystourethrographie): Der Arzt macht Bilder vom Wasserlassen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen dauern meist nur kurze Zeit und sind ambulant möglich. Die Harnröhrenspiegelung wird mit einem örtlichen Betäubungsgel oder in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Sie können danach normal nach Hause gehen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Länge und Lage der Engstelle ab. Das Ziel ist, dass das Wasserlassen wieder leicht und vollständig klappt. Ihr Urologe berät Sie nach der Diagnose über die beste Option für Sie.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend, aber nur so viel, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt.
- Verzichten Sie auf langes Sitzen oder körperliche Anstrengung, wenn dies nach der Behandlung angeordnet ist.
- Achten Sie auf Anzeichen einer Harnwegsinfektion (Brennen, häufiger Harndrang, trüber Urin) und melden Sie diese zeitnah.
Medizinische Behandlungen
Die erste Behandlungsmöglichkeit ist das Weiten oder Durchschneiden der Engstelle, die sogenannte Urethrotomie. Dabei wird von innen ein feines Messer geführt. Eine weitere Möglichkeit ist die Aufdehnung mit einem Ballonkatheter. Bei wiederholten oder längeren Engstellen kann eine offene Operation die beste Lösung sein – die sogenannte Rekonstruktion. Ihr Arzt erklärt Ihnen genau, was bei Ihnen sinnvoll ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist empfehlenswert bei langen, narbigen Engstellen oder wenn die Verengung nach einer Dehnung erneut auftritt.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Behandlung sind regelmäßige Kontrolltermine wichtig. Manche Menschen müssen sich für kurze Zeit selbst einen Katheter legen; das lernen Sie von einer Pflegekraft.
Tipps für den Alltag
- Meiden Sie in den ersten Wochen nach einem Eingriff schwere körperliche Arbeit oder Radfahren, bis der Arzt das Erlaubnis gibt.
- Sorgen Sie für eine flexible Blase, indem Sie regelmäßig und aufmerksam auf die Signale der Blase reagieren, wenn Ihr Arzt das empfiehlt.
- Nehmen Sie an Nachsorgeterminen teil, um einen erneuten Rückgang rechtzeitig zu erkennen.
Ernährung und Bewegung
Eine besondere Diät gibt es nicht. Ausreichend trinken und eine ausgewogene Ernährung unterstützen die Heilung. Nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ist leichte Bewegung wie Spazierengehen gut.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Harnröhrenverengung kann peinlich und verunsichernd sein. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, mit Freunden oder einem Psychotherapeuten. Auch Selbsthilfegruppen helfen.
Vorbeugung
Die Verengung nach einem Trauma oder einer Operation lässt sich nicht immer verhindern. Ärzte verwenden nach Eingriffen heute möglichst kurze Katheterzeiten und schonende Techniken, um Narben zu reduzieren.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Vorsorgeuntersuchung speziell für diese Verengung. Wer Risiken ausgesetzt ist, sollte auf Warnzeichen achten und diese früh abklären lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Akuter Harnverhalt: Die Blase kann sich nicht mehr entleeren – Notfall!
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
- Blasensteine durch ständigen Restharn
- Schädigung der Nieren durch Rückstau von Urin
Langzeitprognose
Die Aussichten sind gut. Die meisten Menschen können erfolgreich behandelt werden, oft mit einem einzigen Eingriff. Obwohl in Einzelfällen eine Rezidivs auftritt, gibt es für fast jede Verengung eine Behandlungsmöglichkeit.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
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