Tularämie (Hasenpest) – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Tularämie ist eine seltene bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht wird. Sie kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden, zum Beispiel durch den Kontakt mit infizierten Hasen, Kaninchen oder Nagetieren. Die Krankheit äußert sich je nach Art der Ansteckung zum Beispiel mit Fieber, Hautgeschwüren oder Atemwegsbeschwerden. Sie ist behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt wird.
Wichtige Fakten
- Die Tularämie wird auch als Hasenpest bezeichnet und kommt vor allem bei Wildtieren vor.
- Menschen können sich durch infizierte Tiere, Zeckenstiche oder verunreinigtes Wasser anstecken.
- Mit einer schnellen Behandlung durch Antibiotika heilt die Krankheit in den meisten Fällen vollständig aus.
Nein, die Tularämie ist in Deutschland selten. In einigen Regionen tritt sie jedoch gelegentlich auf.
Betroffen sind vor allem Menschen, die beruflich oder in ihrer Freizeit viel in der Natur sind. Dazu gehören Jäger, Förster, Landwirte, aber auch Wanderer oder Camper. Auch Kinder können sich anstecken, wenn sie mit erkrankten Wildtieren oder infizierten Zecken in Kontakt kommen.
Symptome
- Plötzlich auftretende schwere Atemnot
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit
- Hohes Fieber mit Kreislaufproblemen, zum Beispiel Schwindel oder blasser Haut
- Zeichen einer Blutvergiftung, wie starke Abgeschlagenheit, Verwirrtheit und Fieber
- ⚠Fieber in Verbindung mit einer Hautwunde oder einer geschwollenen Lymphknoten
- ⚠Verdacht auf Kontakt zu einem kranken oder toten Wildtier
- ⚠Zeckenstich oder Tierkontakt in den letzten 14 Tagen und jetzt Krankheitsgefühl
- ⚠Anhaltende Beschwerden, die nicht von selbst besser werden
Häufige Symptome
- Fieber und Schüttelfrost
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Geschwüre an der Haut, meist an der Stelle des Stichs oder der Wunde
- Geschwollene und schmerzhafte Lymphknoten, zum Beispiel in Achsel oder Leiste
- Halsschmerzen oder Husten, falls die Erreger über die Atemwege aufgenommen wurden
Symptome bei Kindern
- Hautveränderungen und geschwollene Lymphknoten sind bei Kindern häufig.
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl treten oft plötzlich auf.
- Wenn ein Kind in der Natur ein krankes Tier angefasst hat, sollten Sie besonders auf diese Zeichen achten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können stärkere Allgemeinsymptome wie hohes Fieber und Schwäche auftreten.
- Lungenentzündung und Verwirrtheit können bei älteren Menschen eher vorkommen.
- Bestehende Erkrankungen wie Diabetes oder Herzschwäche können den Verlauf schwerer machen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Krankheit wird durch das Bakterium Francisella tularensis ausgelöst.
- Menschen stecken sich meist über Hautkontakt mit infizierten Tieren an, insbesondere Hasen und Kaninchen.
- Zecken und andere Insekten können die Bakterien durch Stiche übertragen.
- Auch verunreinigtes Wasser oder Staub, der erregerhaltige Tierkot enthält, kann Infektionen verursachen.
Risikofaktoren
- Jagd und Jagen von Wildtieren
- Abtrennen oder Häuten von Tierkörpern ohne Schutzhandschuhe
- Aufenthalte in Gebieten, in denen Tularämie vorkommt
- Zeckenstiche in Wäldern, Wiesen oder Gärten
- Trinken von ungefiltertem Oberflächenwasser aus Bächen oder Seen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Fieber bekommen und vor kurzem eine Zecke, ein krankes Tier oder Wildtierkontakt hatten
- Wenn Sie Hautgeschwüre oder schmerzhaft geschwollene Lymphknoten bemerken
- Wenn Atemnot, anhaltender Husten oder Brustschmerzen auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bereits ein allgemeines Krankheitsgefühl, leichte Temperaturerhöhung oder Muskelschmerzen haben, können Sie sich innerhalb von ein bis zwei Tagen in Ihrer Hausarztpraxis vorstellen.
Diagnose
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie zu Ihren Beschwerden und möglichen Kontakten zu Tieren oder Zecken befragen. Weil die Symptome denen anderer Infektionen ähneln können, sind Laboruntersuchungen entscheidend. Ärztinnen und Ärzte folgen dabei den nationalen Empfehlungen (AWMF-Leitlinien).
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung auf Antikörper gegen die Bakterien
- Erregernachweis mittels PCR aus einer Probe aus dem Hautgeschwür oder aus Blut
- In manchen Fällen Kultur des Erregers aus Blut oder Gewebe
- Je nach Beschwerden zusätzlich Ultraschall, Röntgen oder CT, zum Beispiel bei Lungenbeteiligung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist müssen Sie etwas Geduld mitbringen, bis die Ergebnisse vorliegen. Ein Arztbesuch in einer Hausarztpraxis ist der erste Schritt. Bei schweren Verläufen oder unsicherer Diagnose kann eine Überweisung an eine Infektiologie oder eine Klinik notwendig sein.
Behandlung
Die Tularämie wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Je früher die Therapie beginnt, desto schneller bessern sich die Beschwerden. Spezialmedikamente, die Sie zu Hause nehmen, werden nur in schweren Fällen im Krankenhaus gegeben.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie die ärztlich verordneten Medikamente genau nach Anweisung ein, auch wenn Sie sich schon besser fühlen.
- Schonen Sie sich und legen Sie sich ins Bett, bis das Fieber sinkt.
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken.
- Kühlen Sie schmerzhafte Hautstellen und Lymphknoten vorsichtig mit einem feuchten Tuch.
- Beobachten Sie, ob die Beschwerden besser werden oder ob neue Symptome auftreten.
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte verschreiben bei Tularämie Antibiotika – die Wahl hängt von der Form der Erkrankung, Ihrem Alter und möglichen Allergien ab. Eine genaue Bezeichnung oder Dosierung ist hier nicht sinnvoll, weil dies individuell entschieden werden muss. Bei schweren Verläufen ist eine Behandlung im Krankenhaus mit Infusionen und engmaschiger Überwachung notwendig.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen muss ein größerer, eitriger Lymphknoten chirurgisch geöffnet oder entfernt werden, wenn er sich unter Antibiotika nicht zurückbildet.
Leben mit der Erkrankung
Während der Behandlung ist es wichtig, auf Ihren Körper zu hören. Planen Sie ausreichend Ruhepausen ein und steigern Sie Ihre Aktivität erst, wenn Sie sich deutlich besser fühlen. Die vollständige Erholung kann einige Wochen dauern.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf gute Hygiene, insbesondere Händewaschen nach Kontakt mit Tieren oder Erde.
- Tragen Sie bei der Gartenarbeit und bei Ausflügen in die Natur geschlossene Kleidung und feste Schuhe.
- Kontrollieren Sie sich nach Waldbesuchen auf Zecken und entfernen Sie diese vorsichtig.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem, ist aber keine Behandlung der Infektion. Leichte Bewegung wie Spaziergänge ist sinnvoll, sobald das Fieber abgeklungen ist. Vermeiden Sie anstrengenden Sport in den ersten Wochen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektionskrankheit kann Angst machen und aus der Bahn werfen. Es ist normal, sich verunsichert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin über Ihre Sorgen. Eine frühzeitige Behandlung gibt Ihnen Sicherheit.
Vorbeugung
Ja, Sie können das Risiko einer Infektion deutlich senken, indem Sie den Kontakt mit kranken oder toten Wildtieren vermeiden und sich vor Zecken schützen. Jäger und andere Personen mit Tierkontakt sollten beim Häuten oder Verarbeiten von Wild Schutzhandschuhe tragen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schwere Lungenentzündung
- Entzündung der Hirnhäute (Meningitis)
- Blutvergiftung (Sepsis) mit Organversagen
- Chronische Müdigkeit und Gelenkbeschwerden, die nach einer Infektion über Wochen anhalten können
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen und korrekten Antibiotikabehandlung ist die Prognose sehr gut. Die meisten Menschen erholen sich vollständig. Schwere Verläufe treten vor allem bei spätem Behandlungsbeginn oder bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf. Die Erkrankung hinterlässt meist eine gute Immunität, eine erneute Ansteckung ist möglich, aber sehr selten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
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