Gebrochenes-Herz-Syndrom
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das Gebrochene-Herz-Syndrom ist eine vorübergehende Schwäche des Herzmuskels, die nach starker emotionaler oder körperlicher Belastung auftritt. Das Herz pumpt dann nicht mehr richtig, erholt sich aber in der Regel vollständig. Es wird auch Stresskardiomyopathie oder Tako-Tsubo-Kardiomyopathie genannt.
Wichtige Fakten
- Das Gebrochene-Herz-Syndrom ist keine Herzkranzgefäßverstopfung, sondern eine Reaktion des Herzmuskels auf Stresshormone.
- Die Beschwerden ähneln einem Herzinfarkt, verschwinden aber meist innerhalb weniger Wochen.
- Mit der richtigen Behandlung erholt sich das Herz bei den meisten Menschen vollständig.
Das Gebrochene-Herz-Syndrom ist selten, wird aber inzwischen häufiger erkannt. Es macht etwa ein bis drei Prozent aller Verdachtsfälle auf einen Herzinfarkt aus.
Es betrifft am häufigsten Frauen nach den Wechseljahren, kann aber grundsätzlich in jedem Alter und bei allen Geschlechtern vorkommen.
Symptome
- Starke Brustschmerzen, die länger als ein paar Minuten anhalten
- Schwere Atemnot, die in Ruhe nicht besser wird
- Ohnmacht oder das Gefühl, gleich zusammenzuklappen
- Plötzliche starke Angst mit Herzrasen und Engegefühl – rufen Sie sofort die 112 an
- ⚠Neu auftretende, leichte Brustschmerzen oder ein Druckgefühl in der Brust
- ⚠Wiederkehrendes Herzklopfen oder Schwindel
- ⚠Anhaltende Erschöpfung oder Schwäche nach einer stressigen Lebensphase
Häufige Symptome
- Plötzlich auftretende Brustschmerzen oder ein Engegefühl in der Brust
- Atemnot, besonders bei Belastung
- Herzklopfen oder ein Gefühl, dass das Herz stolpert
- Schwächegefühl oder Schwindel
- Kalter Schweiß oder Übelkeit
Symptome bei Kindern
- Das Gebrochene-Herz-Syndrom ist bei Kindern extrem selten.
- Wenn es auftritt, sind die Anzeichen ähnlich wie bei Erwachsenen: Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht.
- Bei Kindern geht ein solches Ereignis oft mit starkem emotionalem Stress einher, zum Beispiel nach einem schweren Verlust oder Schreck.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Symptome manchmal undeutlicher, etwa nur Müdigkeit oder Verwirrtheit.
- Körperliche Auslöser wie eine Lungenentzündung, eine Operation oder ein Sturz kommen bei älteren Menschen häufiger vor.
- Blutdruckabfall oder Ohnmacht können bei älteren Menschen das wichtigste Zeichen sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Starke emotionale Erlebnisse wie Trauer, Trennung, Angst oder Wut
- Schwere körperliche Belastungen wie eine Operation, eine Infektion oder ein Unfall
- Schockartige Nachrichten oder plötzlicher Schreck
- Auch positive Stresserlebnisse wie eine Hochzeit oder ein großer Gewinn können ursächlich sein.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht und Alter über 50 Jahre
- Bestehende seelische Belastungen wie Angststörungen oder Depressionen
- Körperliche Erkrankungen, die den Körper stark beanspruchen
- Stresshormone, die das Herz vorübergehend überfordern
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich Brustschmerzen oder Atemnot bekommen, suchen Sie sofort eine Notaufnahme auf oder rufen Sie die 112.
- Wenn Sie bereits in ärztlicher Behandlung sind und die Beschwerden schlimmer werden, stellen Sie sich noch am selben Tag vor.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie nach einer sehr belastenden Zeit anhaltende Herzprobleme oder unklare Erschöpfung spüren, vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis.
- Wenn Sie sich nach einem emotionalen Ereignis Sorgen um Ihr Herz machen, kann eine ärztliche Untersuchung beruhigen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird Sie gründlich untersuchen und nach Ihren Beschwerden und Ihrer Vorgeschichte fragen. Wichtig ist, einen Herzinfarkt auszuschließen, denn die Beschwerden ähneln sich stark.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – Messung der Herzströme
- Blutuntersuchung – Bestimmung von Herzenzymen und Stresshormonen
- Echokardiografie – Ultraschall des Herzens, um die Pumpfunktion sichtbar zu machen
- Herzkatheteruntersuchung – nur in manchen Fällen nötig, um die Herzkranzgefäße zu prüfen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Menschen mit Verdacht auf ein Gebrochenes-Herz-Syndrom werden zur Sicherheit für ein bis zwei Tage im Krankenhaus überwacht. Dort werden EKG und Herzultraschall wiederholt, um den Verlauf zu beobachten.
Behandlung
Es gibt keine spezielle Therapie, die das Gebrochene-Herz-Syndrom direkt heilt. Im Vordergrund steht die Entlastung des Herzens und der Abbau von Stress. Der Körper erholt sich in den meisten Fällen von selbst.
Selbsthilfe zu Hause
- Gönnen Sie sich körperliche und seelische Ruhe.
- Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Okay gibt.
- Schlafen Sie ausreichend und versuchen Sie, Stress aus dem Alltag zu nehmen.
- Sprechen Sie mit vertrauten Menschen über das Erlebte.
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte können vorübergehend Medikamente verschreiben, die das Herz entlasten, zum Beispiel Mittel gegen Bluthochdruck oder Herzschwäche. Auch eine unterstützende Behandlung mit Beruhigungsmitteln oder Stresshormon-Blockern kann in manchen Fällen sinnvoll sein. Die genaue Therapie wird immer individuell festgelegt und sollte mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist beim Gebrochenen-Herz-Syndrom in der Regel nicht nötig. Nur wenn gleichzeitig eine andere Herzerkrankung vorliegt, können Eingriffe erforderlich werden.
Leben mit der Erkrankung
In den ersten Wochen nach dem Ereignis sollten Sie es langsam angehen lassen. Ihr Herz braucht Zeit, um sich zu erholen. Steigern Sie Ihre Aktivität schrittweise und hören Sie auf Ihren Körper.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie regelmäßige Ruhepausen ein.
- Lernen Sie eine Entspannungstechnik wie Atemübungen oder progressive Muskelentspannung.
- Nehmen Sie Ihre verordneten Arzttermine und Kontrolluntersuchungen wahr.
- Verzichten Sie auf übermäßigen Alkohol und rauchen Sie nicht.
Ernährung und Bewegung
Ernähren Sie sich ausgewogen mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Bewegung ist nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin Ihrem Arzt erlaubt – am besten beginnen Sie mit Spaziergängen und steigern Sie die Dauer langsam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das Gebrochene-Herz-Syndrom kann Angst und Unsicherheit auslösen. Viele Menschen haben Angst vor einem Rückfall. Das ist verständlich. Wenn die Angst anhält oder depressive Gefühle auftreten, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Psychotherapie kann sehr unterstützend sein.
Vorbeugung
Ein Gebrochenes-Herz-Syndrom lässt sich nicht immer verhindern, weil es oft durch plötzliche Schicksalsschläge ausgelöst wird. Sie können aber Ihr Stressempfinden langfristig verbessern, indem Sie auf Ihre seelische Gesundheit achten und lernen, mit Belastungen umzugehen.
Komplikationen
Unbehandelt
- In sehr seltenen Fällen kann es zu einer anhaltenden Herzschwäche kommen.
- Es können Herzrhythmusstörungen auftreten.
- Ein Kreislaufversagen (kardiogener Schock) ist möglich, kommt aber selten vor.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind sehr gut. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb weniger Wochen vollständig und können wieder ein normales Leben führen. Rückfälle sind selten. Mit ärztlicher Begleitung und einer gesunden Lebensweise können Sie aktiv zu Ihrer Erholung beitragen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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