Chordom: Ein seltener Knochentumor – verständlich erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Chordom ist ein sehr seltener Tumor, der aus Resten der embryonalen Wirbelsäulenanlage entsteht. Er wächst langsam und kann an der Schädelbasis, der Wirbelsäule oder im Kreuzbein auftreten. Obwohl er als bösartig gilt, bildet er nur selten Tochtergeschwülste (Metastasen).
Wichtige Fakten
- Ein Chordom entsteht aus embryonalen Resten der Wirbelsäulenanlage.
- Es wächst meist sehr langsam und bleibt oft lange unbemerkt.
- Die häufigsten Stellen sind das Kreuzbein und die Schädelbasis.
- Die Behandlung erfolgt am besten in einem spezialisierten Zentrum.
Nein, ein Chordom ist äußerst selten. In Deutschland erkranken nur sehr wenige Menschen pro Jahr daran.
Chordome treten am häufigsten bei Erwachsenen zwischen 40 und 70 Jahren auf. Sie können aber auch Kinder und Jugendliche betreffen, wenn auch sehr selten.
Symptome
- Plötzlich auftretende Lähmungen in Armen oder Beinen
- Verlust der Kontrolle über Blase oder Darm
- Plötzliche starke Atemnot
- Bewusstlosigkeit
- ⚠Starke, neu auftretende Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen
- ⚠Taubheitsgefühl im Bereich von Genitalien oder After
- ⚠Neu aufgetretene Blasenentleerungsstörungen
- ⚠Schwindel oder Doppeltsehen
Häufige Symptome
- Schmerzen im betroffenen Bereich, zum Beispiel im unteren Rücken oder im Nacken
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen
- Muskelschwäche oder Lähmungserscheinungen
- Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- Doppeltsehen oder Schluckbeschwerden, wenn der Tumor an der Schädelbasis sitzt
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist unbekannt.
- Ein Chordom entsteht aus Überresten der sogenannten Chorda dorsalis, einer embryonalen Vorläuferstruktur der Wirbelsäule.
- Es gibt keine Hinweise darauf, dass bestimmte Lebensgewohnheiten oder Umweltfaktoren ein Chordom verursachen.
Risikofaktoren
- Es sind keine gesicherten Risikofaktoren bekannt, die man durch eigenes Verhalten beeinflussen könnte.
- In sehr seltenen Fällen tritt ein Chordom im Rahmen bestimmter erblicher Erkrankungen auf.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzliche Lähmungen oder Gefühlsstörungen bemerken, rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Wenn Sie die Kontrolle über Blase oder Darm verlieren, suchen Sie sofort eine Notaufnahme auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltenden Schmerzen im Rücken oder Nacken, die nicht besser werden, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
- Wenn Sie Veränderungen beim Wasserlassen oder im Gefühl bemerken, vereinbaren Sie zeitnah einen Termin.
Diagnose
Zur Diagnose werden bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) eingesetzt. Eine endgültige Bestätigung erfolgt durch eine Gewebeprobe (Biopsie).
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche und neurologische Untersuchung
- Magnetresonanztomographie (MRT) zur genauen Darstellung von Tumor und Nerven
- Computertomographie (CT) zur Beurteilung des Knochens
- Biopsie: Entnahme einer kleinen Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung
- Eventuell Blut- und Urinuntersuchungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Abklärung dauert in der Regel einige Wochen. Sie werden in ein spezialisiertes Zentrum überwiesen, wo ein Team aus verschiedenen Fachleuten – zum Beispiel Radiologen, Neurochirurgen und Onkologen – die Befunde gemeinsam bespricht und einen Behandlungsplan erstellt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Größe, Lage und Ausdehnung des Tumors. Sie erfolgt in spezialisierten Zentren, die Erfahrung mit Chordomen haben. Das Ziel ist es, den Tumor zu entfernen und Nervenfunktionen möglichst zu erhalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Behandlungsteam über Ihre Ängste und Fragen.
- Planen Sie Ruhephasen ein und gönnen Sie sich ausreichend Schlaf.
- Bewegen Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, aber überfordern Sie sich nicht.
- Suchen Sie bei Bedarf psychologische Unterstützung.
Medizinische Behandlungen
Mögliche Behandlungen sind Operation, Bestrahlung (Strahlentherapie) und in bestimmten Fällen medikamentöse Therapien. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, hängt von der individuellen Situation ab. Ihr Behandlungsteam wird alle Optionen ausführlich mit Ihnen besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Oft ist eine Operation der erste Schritt, um das Chordom zu entfernen. Dabei wird so viel Tumorgewebe wie möglich entfernt, ohne wichtige Nerven zu verletzen. Eine vollständige Entfernung ist nicht immer möglich, zum Beispiel wenn der Tumor sehr nah an lebenswichtigen Strukturen liegt.
Leben mit der Erkrankung
Ein Chordom ist eine ernste Erkrankung, die den Alltag über lange Zeit begleiten kann. Viele Menschen kommen mit Nachsorgeuntersuchungen und den Folgen der Behandlung gut zurecht. Planen Sie den Alltag in kleinen Schritten und holen Sie sich Unterstützung von Ihrem Umfeld und Ihrem Behandlungsteam.
Tipps für den Alltag
- Bleiben Sie wenn möglich aktiv – Spaziergänge oder leichte Gymnastik sind oft gut geeignet.
- Vermeiden Sie langes Sitzen ohne Unterbrechung.
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Übungen und Belastungen für Sie sicher sind.
- Bauen Sie regelmäßige Ruhephasen in den Tagesablauf ein.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann das allgemeine Wohlbefinden unterstützen. Moderate Bewegung hilft, Muskeln und Knochen zu kräftigen. Fragen Sie vorher Ihr Behandlungsteam, welche Art von Sport für Sie geeignet ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebsdiagnose ist eine große seelische Belastung. Angst, Trauer, Wut und Schlafstörungen sind häufige Reaktionen. Psychologische Unterstützung kann helfen, mit diesen Gefühlen umzugehen. Scheuen Sie sich nicht, Ihre Sorgen bei Ihrem Behandlungsteam anzusprechen.
Vorbeugung
Ein Chordom lässt sich nicht verhindern. Die Ursachen sind unbekannt und es gibt keine gesicherten beeinflussbaren Risikofaktoren.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening zur Früherkennung von Chordomen. Die Diagnose wird meist erst nach Abklärung von Symptomen gestellt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann ein Chordom weiterwachsen und umliegendes Gewebe schädigen.
- Es können Nervenausfälle wie Lähmungen oder Blasenstörungen auftreten.
- In seltenen Fällen kann der Tumor Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.
Langzeitprognose
Ein Chordom ist eine ernste Erkrankung, aber es wächst langsam, und die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Spezialisierte Zentren arbeiten mit erfahrenen Teams daran, den Tumor zu kontrollieren und die Lebensqualität zu erhalten. Viele Menschen leben nach der Behandlung jahrelang ohne Beschwerden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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