Ellbogenverrenkung – was jetzt zu tun ist
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer Ellbogenverrenkung (auch Ellenbogenluxation genannt) ist das Gelenk im Ellenbogen aus seiner normalen Position gerutscht. Die Knochen des Oberarms und die beiden Unterarmknochen stehen dann nicht mehr richtig zueinander. Meist passiert das durch einen Sturz oder Unfall.
Wichtige Fakten
- Eine Ellbogenverrenkung verursacht starke Schmerzen, Schwellung und eine sichtbare Verformung.
- Sie muss schnell von einem Arzt behandelt werden, damit Nerven, Gefäße und Bänder nicht geschädigt werden.
- Mit der richtigen Behandlung heilt die Verrenkung bei den meisten Menschen vollständig aus.
Ja. Die Ellbogenverrenkung ist die zweithäufigste Gelenkverrenkung nach der Schulterverrenkung.
Sie kann in jedem Alter auftreten. Besonders häufig kommt sie bei sportlichen Aktivitäten vor, aber auch bei Stürzen im Alltag. Bei Kindern und älteren Menschen ist sie ebenfalls nicht selten.
Symptome
- Starke sichtbare Verformung des Ellenbogens
- Große offene Wunde am Ellbogen
- Die Hand ist blass, kalt oder fühlt sich taub an
- Sie spüren keinen Puls am Handgelenk unterhalb des verletzten Arms
- ⚠Starke Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall
- ⚠Sie können den Arm nicht bewegen
- ⚠Kribbeln oder Taubheit in der Hand
- ⚠Starke Schwellung, die schnell zunimmt
Häufige Symptome
- Starke Schmerzen im Ellbogen
- Sichtbare Verformung des Gelenks
- Schwellung und Bluterguss
- Der Arm lässt sich nicht normal bewegen
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Hand oder Fingern
Symptome bei Kindern
- Kinder weinen oft stark und halten den Arm ruhig und angewinkelt
- Sie können den Schmerz häufig nicht genau beschreiben
- Die Eltern bemerken oft, dass das Kind den Arm nicht benutzt
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Der Schmerz kann weniger stark sein als bei jüngeren Menschen
- Schwellung und Bluterguss fallen oft später auf
- Es besteht ein höheres Risiko für Begleitverletzungen an Knochen oder Nerven
Ursachen
Hauptursachen
- Sturz auf den ausgestreckten Arm
- Direkter Schlag auf den Ellenbogen
- Sportverletzung oder Verkehrsunfall
Risikofaktoren
- Sportarten mit Sturzgefahr, zum Beispiel Skaten, Reiten oder Turnen
- Bisherige Verrenkungen oder schwache Bänder
- Osteoporose, also eine verminderte Knochendichte, besonders bei älteren Menschen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei jeder vermuteten Verrenkung sofort in die Notaufnahme gehen
- Wenn der Ellbogen deformiert aussieht oder Sie den Arm nicht bewegen können
- Bei Taubheitsgefühl oder Durchblutungsstörungen an der Hand
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur Kontrolle, ob das Gelenk richtig zusammengewachsen ist
- Wenn nach Wochen noch Schmerzen oder ein Gefühl der Instabilität bestehen
Diagnose
Der Arzt fragt nach dem Unfallhergang, untersucht den Arm und prüft, ob Nerven und Blutgefäße verletzt sind. Danach macht er meist ein Röntgenbild.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenaufnahme des Ellenbogens
- Computertomographie (CT), wenn der Verdacht auf knöcherne Verletzungen besteht
- Ultraschall, um Bänder und Weichteile zu beurteilen
- Kontrolle von Puls, Bewegung und Gefühl in Hand und Fingern
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt tastet den Ellbogen vorsichtig ab und prüft die Beweglichkeit. Vor der Einrenkung bekommen Sie ein Schmerzmittel, damit der Eingriff so wenig wie möglich wehtut.
Behandlung
Zuerst bringt der Arzt das Gelenk wieder in die richtige Position – das nennt man „Einrenken“ oder „Reposition“. Danach wird der Arm ruhiggestellt und eine krankengymnastische Übungstherapie begonnen.
Selbsthilfe zu Hause
- Den Arm in den ersten Tagen hochlagern und kühlen
- Nur die Bewegungen machen, die der Arzt erlaubt
- Den Arm in den ersten Wochen nicht belasten
Medizinische Behandlungen
Die Einrenkung erfolgt meist unter einer kurzen Betäubung oder mit Schmerzmitteln. Danach wird das Ellenbogengelenk mit einer Schiene, einem Verband oder einem Gips ruhiggestellt. Je nach Schweregrad ist auch eine Krankengymnastik notwendig, um die Beweglichkeit wiederherzustellen. Welche Schmerzmittel geeignet sind, besprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist erforderlich, wenn Blutgefäße oder Nerven verletzt sind, bei einer offenen Verrenkung, bei abgesprengten Knochenstücken oder wenn das Gelenk trotz Behandlung instabil bleibt.
Leben mit der Erkrankung
In den ersten Wochen sollten Sie den Arm schonen und keine schweren Dinge heben. Ihr Arzt sagt Ihnen, wann Sie den Arm wieder normal belasten dürfen.
Tipps für den Alltag
- Schonung in den ersten Wochen
- Regelmäßige Krankengymnastik, wie vom Arzt verordnet
- Sport erst nach ärztlicher Freigabe wieder aufnehmen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Heilung. Bewegung ist wichtig, aber nur im Rahmen der ärztlichen Anleitung – zu viel oder zu früh kann die Heilung stören.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Es kann belastend sein, den Arm für eine Weile nicht benutzen zu können. Wenn Sie sich ängstlich oder niedergeschlagen fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson.
Vorbeugung
Nicht jede Verrenkung lässt sich verhindern, aber Sie können das Risiko senken. Dazu gehören rutschfeste Unterlagen im Haushalt, eine gute Beleuchtung und der Verzicht auf riskante Bewegungen. Muskelaufbau und Gleichgewichtstraining machen das Gelenk stabiler.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennungsuntersuchung für eine Ellbogenverrenkung. Vorbeugung bedeutet vor allem, Stürze zu vermeiden und die Muskeln rund um das Gelenk zu kräftigen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verletzungen an Nerven oder Blutgefäßen können bleibende Schäden hinterlassen
- Das Gelenk kann instabil bleiben und sich erneut verrenken
- Bewegungseinschränkungen durch Narbengewebe oder verknöcherte Bereiche
Langzeitprognose
Die Aussichten sind bei rechtzeitiger Behandlung sehr gut. Die meisten Menschen erreichen nach einer Ellbogenverrenkung wieder eine fast vollständige Beweglichkeit. Wichtig ist, dass die Behandlung früh beginnt und Sie die Physiotherapie konsequent durchführen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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