Verstopfte Nase – was hilft und wann Sie zum Arzt sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer verstopften Nase schwillt die Nasenschleimhaut an und bildet mehr Schleim. Dadurch ist die Nase zu und das Atmen fällt schwer. Meist ist das harmlos, kann aber lästig sein.
Wichtige Fakten
- Eine verstopfte Nase ist sehr häufig und verschwindet oft von allein.
- Auslöser können Erkältungen, Allergien oder Reizstoffe wie Rauch sein.
- Abschwellende Nasensprays sollten Sie nur kurze Zeit anwenden.
Ja, fast jede und jeder hat mehrmals im Jahr eine verstopfte Nase. Besonders in der Erkältungszeit ist sie weit verbreitet.
Sie kann alle Altersgruppen betreffen. Besonders oft sind Kinder betroffen, weil ihre Nasengänge enger sind. Auch Menschen mit Allergien leiden häufiger darunter.
Symptome
- Wenn Sie oder Ihr Kind plötzlich starke Atemnot bekommen
- Wenn die Lippen blau oder die Haut sehr blass werden
- Wenn ein Säugling nicht mehr trinken kann oder ungewöhnlich schlapp wirkt
- ⚠Wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten
- ⚠Bei starken einseitigen Schmerzen im Gesicht oder eitrigem Nasenausfluss
- ⚠Wenn Fieber über 39 Grad Celsius auftritt
- ⚠Wenn nur eine Nasenseite über Wochen verstopft bleibt
Häufige Symptome
- Gefühl, dass die Nase zu ist
- Schweres Atmen durch die Nase
- Ausfluss aus der Nase oder Sekret im Rachen
- Druckgefühl im Gesicht oder um die Augen
- Verminderter Geruchssinn
Symptome bei Kindern
- Das Kind atmet hörbar durch den Mund
- Probleme beim Trinken oder Schlucken
- Unruhiger Schlaf oder nächtliches Schnarchen
- Häufiges Reiben an der Nase
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Durch die verstopfte Nase gestörter Nachtschlaf
- Verschlechterung von vorbestehenden Lungenerkrankungen
- Gefühl von Schwindel oder Druck im Kopf
Ursachen
Hauptursachen
- Erkältungsviren – die häufigste Ursache
- Allergien, zum Beispiel gegen Pollen oder Hausstaubmilben
- Reizstoffe wie Tabakrauch oder trockene Luft
- Wucherungen der Nasenschleimhaut, sogenannte Nasenpolypen
- Eine Verkrümmung der Nasenscheidewand
Risikofaktoren
- Häufiger Kontakt mit Menschen, die erkältet sind
- Allergien in der Familie
- Trockene, staubige oder verrauchte Umgebung
- Rauchen oder Passivrauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher, starker Atemnot
- Bei Begleitsymptomen wie Brustschmerzen oder hohem Fieber
- Nach einem Unfall mit Verletzung im Gesicht
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Nase länger als 10 Tage verstopft ist
- Wenn die Beschwerden ohne Erkältung immer wieder auftreten
- Wenn nur eine Nasenseite dauerhaft verstopft ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zunächst nach Ihren Beschwerden, möglichen Allergien und Ihrer Krankengeschichte. Danach schaut sie oder er in Ihre Nase.
Mögliche Untersuchungen
- Eine Nasenspiegelung, bei der die Nase mit einem kleinen Leuchtinstrument untersucht wird
- Ein Allergietest, wenn eine Allergie als Ursache vermutet wird
- Bei Bedarf ein Abstrich oder eine Untersuchung mit dem Endoskop
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Sie können danach sofort wieder Ihrem Alltag nachgehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer Erkältung helfen meist einfache Hausmittel. Bei Allergien oder anderen Auslösern wird die Therapie entsprechend angepasst.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Tee
- Inhalieren mit warmem Wasserdampf
- Mit erhöhtem Oberkörper schlafen – das erleichtert die Atmung
- Salzwasser-Nasenspülungen, die die Nase befeuchten und reinigen
- Die Raumluft feucht halten, etwa mit einem feuchten Tuch auf der Heizung
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen abschwellende Nasensprays oder andere Medikamente empfehlen, die die Schleimhaut abschwellen lassen. Wichtig ist, diese nur kurz und nicht zu oft anzuwenden. Bei Allergien werden oft Antihistaminika oder entzündungshemmende Nasensprays eingesetzt. Auch pflanzliche Mittel können helfen, das Sekret zu lösen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, besprechen Sie am besten in Ihrer Arztpraxis.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine starke Verkrümmung der Nasenscheidewand oder Nasenpolypen die Ursache sind und Medikamente nicht helfen, kann ein kleiner Eingriff sinnvoll sein. Ob das für Sie infrage kommt, klärt eine Fachärztin oder ein Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
Leben mit der Erkrankung
Trinken Sie ausreichend, schlafen Sie mit leicht erhöhtem Kopf und lüften Sie regelmäßig. Achten Sie darauf, dass die Raumluft nicht zu trocken ist. Gönnen Sie sich Ruhe, wenn Ihr Körper sie braucht.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Passivrauchen meiden
- Allergene wie Pollen oder Staub möglichst reduzieren
- Ausreichend schlafen, damit sich die Schleimhäute erholen können
- In der Erkältungszeit regelmäßig Hände waschen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung an der frischen Luft kann die Durchblutung der Schleimhäute fördern. Bei akuter Erkältung sollten Sie es aber langsam angehen lassen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine dauerhaft verstopfte Nase kann den Schlaf stören und zu Müdigkeit oder Gereiztheit führen. Wenn Sie sich dadurch stark belastet fühlen, sprechen Sie darüber – zum Beispiel mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Vorbeugung
Eine Erkältung lässt sich nicht immer verhindern. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie Abstand zu erkälteten Menschen halten, sich regelmäßig die Hände waschen und Ihr Immunsystem durch einen gesunden Lebensstil stärken.
Impfungen
Eine Grippeimpfung schützt nicht direkt vor Erkältungen, kann aber schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen verhindern. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für eine verstopfte Nase. Wenn Sie unter Allergien leiden, kann ein Allergietest helfen, Auslöser zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) kann entstehen
- Mittelohrentzündungen, besonders bei Kindern
- Verschlechterung von Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen
- Bei Säuglingen können Trink- und Schlafprobleme auftreten
Langzeitprognose
Die meisten verstopften Nasen heilen ohne bleibende Folgen aus. Auch wenn eine Allergie oder eine anatomische Ursache vorliegt, gibt es in den meisten Fällen gute Behandlungsmöglichkeiten. Mit der richtigen Unterstützung wird es Ihnen bald besser gehen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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