Akute Schlaffe Myelitis (AFM)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Akute schlaffe Myelitis (AFM) ist eine seltene, aber ernste Erkrankung des Nervensystems, bei der das Rückenmark entzündet ist. Das kann zu plötzlicher Schwäche in Armen oder Beinen führen – manchmal bis hin zu Lähmungen.
Wichtige Fakten
- AFM betrifft vor allem Kinder, kann aber auch Erwachsene treffen.
- Häufig geht eine Virusinfektion voraus, zum Beispiel ein grippaler Infekt.
- Bei plötzlicher Muskelschwäche oder Lähmung sofort ärztliche Hilfe holen.
Nein, AFM ist sehr selten. In Deutschland werden nur wenige Fälle pro Jahr gemeldet.
Hauptsächlich betroffen sind Kinder, aber auch Erwachsene können erkranken. Oft tritt AFM nach einer Virusinfektion auf.
Symptome
- Plötzliche Lähmung in Armen oder Beinen
- Atemnot oder erschwerte Atmung
- Schluckstörungen mit Verschlucken
- Bewusstseinsverlust
- ⚠Muskelschwäche, die sich über Stunden entwickelt
- ⚠Nackensteifigkeit mit Fieber
- ⚠Hängende Gesichtsmuskeln oder plötzliche Sehstörungen
Häufige Symptome
- Plötzliche Schwäche in Armen oder Beinen
- Schlaffe Muskeln – die Muskeln fühlen sich weich und kraftlos an
- Hängende Gesichtsmuskeln oder ein schiefer Mund
- Schwierigkeiten beim Sprechen oder Schlucken
- Nackenschmerzen oder ein steifer Nacken
Symptome bei Kindern
- Fieber
- Plötzliche Lähmung nach einer Erkältung oder einem Magen-Darm-Infekt
- Hängendes Augenlid oder ein schiefer Mund
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Plötzliche Muskelschwäche in Armen oder Beinen
- Taubheitsgefühle oder Kribbeln
- Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen, zum Beispiel durch Enteroviren
- Entzündung des Rückenmarks, die Nervenzellen schädigt
- In manchen Fällen bleibt die Ursache unklar
Risikofaktoren
- Kindesalter
- Geschwächtes Immunsystem
- Kürzlich durchgemachte Virusinfektion
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Muskelschwäche oder Lähmung in Armen oder Beinen
- Bei Atemproblemen oder Schluckbeschwerden
- Bei Nackensteifigkeit mit Fieber
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie oder Ihr Kind nach einer Virusinfektion über Tage eine zunehmende Schwäche verspüren
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und untersucht Ihre Nerven und Muskeln. Bei Verdacht auf AFM wird eine genaue Untersuchung im Krankenhaus durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Neurologische Untersuchung: Reflexe, Muskelkraft und Gefühl werden geprüft
- Magnetresonanztomographie (MRT) des Rückenmarks
- Lumbalpunktion – Entnahme von Nervenwasser
- Blut- und Urintests, um Viren nachzuweisen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen. Das ärztliche Team bespricht jeden Schritt verständlich mit Ihnen. Ein Neurologe oder eine Neurologin leitet die Diagnostik.
Behandlung
Es gibt keine spezifische Therapie, die die Erkrankung direkt stoppt. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, den Körper zu unterstützen und Komplikationen zu vermeiden. Viele Menschen erholen sich teilweise oder vollständig.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend Ruhe und Schonung in der akuten Phase
- Physiotherapie, um Muskeln zu kräftigen und Beweglichkeit zu erhalten
- Ergotherapie, um den Alltag zu bewältigen
- Genug trinken, um den Körper zu unterstützen
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt meist im Krankenhaus. Es können Medikamente eingesetzt werden, die die Entzündung im Rückenmark hemmen. Auch Mittel gegen Schmerzen oder Nervenschmerzen können verordnet werden. Welche Therapie genau infrage kommt, entscheidet das ärztliche Team individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
In sehr seltenen Fällen ist ein operativer Eingriff nötig, zum Beispiel wenn die Atemmuskulatur betroffen ist oder der Nervenkanal entlastet werden muss.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit AFM benötigen für eine Weile Unterstützung im Alltag, zum Beispiel durch Gehhilfen oder Hilfe bei der Körperpflege. Die Beschwerden können sich über Monate bessern. Geduld ist wichtig.
Tipps für den Alltag
- Bewegung in dem Maße, wie es schmerzfrei möglich ist
- Regelmäßige Physiotherapie und Ergotherapie
- Realistische Ziele setzen und Erfolge feiern
- Sich nicht vergleichen – jeder Verlauf ist anders
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Kräfte und den Heilungsprozess. Gezielte Übungen helfen dabei, Muskeln zu erhalten – am besten in Absprache mit Therapeuten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein plötzlicher Kraftverlust ist emotional sehr belastend. Trauer, Angst oder Wut sind normal. Psychotherapie oder psychologische Beratung können helfen, mit der Situation umzugehen. In akuten Krisen kann die Telefonseelsorge erreicht werden: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Vorbeugung
Es gibt keine direkte Vorbeugung gegen AFM. Eine gute Hygiene und das Meiden von Ansteckungsquellen können das Risiko einer Virusinfektion senken.
Impfungen
Einige Virusinfektionen, die mit AFM zusammenhängen können, lassen sich durch Impfungen vermeiden. Lassen Sie Ihren Impfstatus regelmäßig von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt überprüfen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein Screening auf AFM.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Muskelschwäche oder Lähmungen
- Atemprobleme, die eine Beatmung nötig machen können
- Schluckstörungen mit erhöhtem Risiko für Lungenentzündung
- Einschränkungen im Alltag und bei der Selbstständigkeit
Langzeitprognose
Der Verlauf von AFM ist sehr unterschiedlich. Manche Menschen erholen sich fast vollständig, andere behalten Einschränkungen. Viele Patienten machen über Monate Fortschritte – mit guter Physiotherapie und medizinischer Unterstützung lässt sich oft viel erreichen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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