4 häufige Augenprobleme im Alter, die Ihre Sehkraft beeinträchtigen können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Mit zunehmendem Alter verändern sich unsere Augen. Manche dieser Veränderungen sind harmlos, andere können die Sehkraft deutlich beeinträchtigen. Zu den häufigsten gehören der Graue Star (Katarakt), der Grüne Star (Glaukom), die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) und die Diabetische Retinopathie – eine Augenerkrankung, die durch Diabetes entsteht.
Wichtige Fakten
- Beim Grauen Star wird die Augenlinse trüb, wie bei einer beschlagenen Brille.
- Beim Grünen Star ist der Sehnerv geschädigt – das führt oft erst spät zu Beschwerden.
- Bei der Altersabhängigen Makuladegeneration verschwimmt der zentrale Bereich des Sehens, das Lesen fällt schwer.
Ja, sehr. Mit dem Alter nehmen diese Augenkrankheiten stark zu. Mehr als die Hälfte der Menschen über 80 hat zum Beispiel einen Grauen Star. Auch der Grüne Star und die Makuladegeneration werden mit zunehmendem Alter deutlich häufiger.
Vor allem Menschen über 60 sind betroffen. Besonders gefährdet sind Personen mit Diabetes, Bluthochdruck, starkem Übergewicht, Raucherinnen und Raucher sowie Menschen mit einer familiären Vorbelastung.
Symptome
- Plötzlicher vollständiger oder teilweiser Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Starke Augenschmerzen, begleitet von Übelkeit oder Erbrechen
- Plötzlich auftretende Lichtblitze und viele dunkle Punkte oder Schatten im Sichtfeld
- ⚠Neu auftretende Sehstörungen oder dunkle Schatten im Sichtfeld
- ⚠Rotes Auge mit starken Schmerzen
- ⚠Sehverschlechterung nach einer Augenverletzung
Häufige Symptome
- Verschwommenes oder trübes Sehen
- Eingeschränktes seitliches Sichtfeld
- Verzerrtes Sehen, zum Beispiel erscheinen gerade Linien wellig
- Schlechtes Sehen bei Dämmerung oder in der Nacht
- Starke Blendempfindlichkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Der natürliche Alterungsprozess der Augenlinse, der Netzhaut oder des Sehnervs
- Übermäßige UV-Strahlung im Laufe des Lebens
- Dauerhaft erhöhter Augeninnendruck beim Grünen Star
- Durch Diabetes geschädigte Blutgefäße der Netzhaut
Risikofaktoren
- höheres Alter
- Rauchen
- starkes Übergewicht
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- familiäre Veranlagung
- viel Sonnenlicht ohne Augenschutz
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn plötzlich Sehstörungen auftreten
- Wenn Augen schmerzen oder das Sehen sich innerhalb von Stunden oder Tagen verschlechtert
- Wenn Sie auf einem Auge einen Sehverlust bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab 40 Jahren etwa alle fünf Jahre zur Augenuntersuchung
- Ab 60 Jahren jährlich
- Bei Diabetes oder Bluthochdruck häufiger, je nach Empfehlung Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin
Diagnose
Eine Augenärztin oder ein Augenarzt untersucht Ihre Augen mit speziellen Geräten. Sie prüfen die Sehschärfe, messen das Sichtfeld und schauen sich Netzhaut, Linse und Sehnerv genau an.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest (Visusbestimmung)
- Spaltlampenuntersuchung zur genauen Betrachtung von Linse und Netzhaut
- Messung des Augeninnendrucks (Tonometric)
- Augenhintergrundspiegelung (Ophthalmoskopie)
- Optische Kohärenztomografie zur genauen 3D-Darstellung der Netzhaut
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Eine augenärztliche Untersuchung dauert in der Regel etwa 30 Minuten und ist nicht schmerzhaft. Die Pupillen werden meist mit Augentropfen erweitert. Danach können Sie vorübergehend schlechter sehen und sollten sich von jemandem begleiten lassen oder auf das Autofahren verzichten.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Stadium der Augenerkrankung ab. Manche Probleme lassen sich mit Sehhilfen oder einer Operation sehr gut beheben, andere brauchen eine dauerhafte Kontrolle und Therapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Kontrolltermine beim Augenarzt wahrnehmen
- Bei starker Sonneneinstrahlung eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen
- Die aktuelle Brille oder Kontaktlinsen regelmäßig überprüfen lassen
- Für gute Beleuchtung beim Lesen, Kochen und Handarbeiten sorgen
Medizinische Behandlungen
Je nach Krankheitsbild kommen Augentropfen, Laserverfahren oder Injektionen ins Auge infrage. Ihr Augenarzt oder Ihre Augenärztin bespricht mit Ihnen, welche Behandlung zu Ihrer Situation passt, und erklärt Ihnen die Vorteile und Risiken.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist vor allem beim Grauen Star der Standard: Die trübe Augenlinse wird entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Auch bei bestimmten Formen des Grünen Stars und bei fortgeschrittener diabetischer Netzhautschädigung kann ein Eingriff sinnvoll sein.
Leben mit der Erkrankung
Auch mit einer Augenerkrankung können Sie den Alltag gut bewältigen. Eine gute Beleuchtung, kontrastreiche Hilfsmittel und eine passende Sehhilfe machen vieles möglich. Lassen Sie sich von Ihrem Augenarzt beraten.
Tipps für den Alltag
- Schrift auf dem Handy oder Computer vergrößern
- Treppenkanten mit kontrastreichem Klebeband markieren
- Gehwege und Wohnung frei von Hindernissen halten
- Verwenden Sie blendfreie Lampen und Nachtlichter
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten unterstützt Ihre Augengesundheit. Empfehlenswert sind zum Beispiel Blattgemüse, Karotten, Beeren und Nüsse. Regelmäßige Bewegung hilft, Diabetes und Bluthochdruck zu vermeiden – das schützt auch die Augen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sehverlust kann traurig machen und zu Niedergeschlagenheit führen. Das ist verständlich. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer vertrauten Person darüber. Psychologische Unterstützung und der Austausch mit anderen Betroffenen können sehr helfen.
Vorbeugung
Nicht alle altersbedingten Augenerkrankungen lassen sich vollständig verhindern. Sie können das Risiko aber deutlich senken: mit einem gesunden Lebensstil, guter Blutzucker- und Blutdruckeinstellung, nicht rauchen, und dem Schutz der Augen vor starker UV-Strahlung.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt sind der beste Schutz. Gerade ein Grüner Star macht lange Zeit keine Beschwerden. Durch Früherkennung lassen sich schwere Verläufe oft vermeiden oder bremsen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Sehbehinderung oder Blindheit
- Stürze und Knochenbrüche durch schlechtes Sehen
- Verlust der Selbstständigkeit im Alltag
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Behandlung lässt sich das Augenlicht bei den meisten Menschen lange erhalten. Selbst wenn sich die Sehkraft verändert, gibt es viele Hilfen, um den Alltag aktiv zu gestalten. Sie sind nicht allein – eine gute medizinische Betreuung und Unterstützung im Umfeld machen den Unterschied.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.