Schwangerschaftsabbruch: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Schwangerschaftsabbruch ist ein medizinischer Eingriff, um eine bestehende Schwangerschaft zu beenden. Davor ist in Deutschland eine verpflichtende Beratung durch eine anerkannte Beratungsstelle notwendig. Ein Abbruch kann mit Hilfe von Medikamenten oder durch einen kleinen chirurgischen Eingriff erfolgen.
Wichtige Fakten
- In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen unter bestimmten Bedingungen nicht strafbar.
- Vor dem Abbruch ist eine Pflichtberatung erforderlich – danach gibt es eine dreitägige Bedenkzeit.
- Es gibt zwei sichere Methoden: die medikamentöse Behandlung und den operativen oder auch 'chirurgischen' Eingriff.
Ja. In Deutschland werden jedes Jahr rund 100.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Unzählige weitere werden nicht gemeldet, weil sie medizinisch notwendig sind oder stillschweigend erfolgen.
Betroffen sind Frauen im gebärfähigen Alter – also Mädchen und Frauen, die schwanger werden können. Die Entscheidung ist sehr persönlich und kann viele Gründe haben. Frauen aller Altersgruppen und Lebenssituationen suchen Unterstützung.
Symptome
- Sehr starke Blutungen, bei denen Sie innerhalb einer Stunde mehr als zwei Binden durchbluten
- Plötzlich einsetzende, sehr heftige Bauchschmerzen
- Fieber über 38,5 °C oder Schüttelfrost
- Ohnmachtsgefühl oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Blutungen, die nach einigen Tagen wieder deutlich stärker werden
- ⚠Übel riechender Ausfluss aus der Scheide
- ⚠Anhaltende Schmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Übelkeit oder ein gespanntes Brustgefühl, das nicht vergeht – möglicher Hinweis auf eine fortbestehende Schwangerschaft
Häufige Symptome
- Leichte Scheidenblutungen oder Schmierblutungen in den ersten Tagen nach dem Eingriff
- Krampfartige Schmerzen im Unterleib – ähnlich wie bei einer Regelblutung
- Müdigkeit und ein allgemeines Erschöpfungsgefühl
Ursachen
Hauptursachen
- Eine ungewollte Schwangerschaft – aus persönlichen, sozialen oder wirtschaftlichen Gründen
- Eine Schwangerschaft, die die körperliche oder seelische Gesundheit der Frau gefährdet
- Eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung oder sexueller Gewalt
Risikofaktoren
- Für einen schwierigeren Verlauf nach einem Abbruch können bestimmte Faktoren das Risiko erhöhen, zum Beispiel eine bestehende Blutgerinnungsstörung oder eine Infektion im Unterleib.
- Auch späte Schwangerschaftswochen und ein Eingriff ohne ärztliche Begleitung erhöhen das Komplikationsrisiko. Deshalb ist es wichtig, den Abbruch in einer medizinischen Einrichtung vornehmen zu lassen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den oben genannten Notfallzeichen wie hohem Fieber, sehr starken Blutungen oder Ohnmacht müssen Sie sofort die Notaufnahme aufsuchen oder den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken, suchen Sie frühzeitig eine Beratungsstelle und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Je früher die Schwangerschaft, desto einfacher ist der Eingriff.
Diagnose
Ein Schwangerschaftsabbruch wird nicht wie eine Krankheit diagnostiziert. Zuerst wird die Schwangerschaft sicher festgestellt. Die Ärztin oder der Arzt bestimmt das Alter der Schwangerschaft und den Gesundheitszustand der Frau. Danach folgen die vorgeschriebene Beratung und die Aufklärung über die Methoden.
Mögliche Untersuchungen
- Schwangerschaftstest (Urin- oder Bluttest)
- Ultraschalluntersuchung, um die Schwangerschaftswoche zu bestimmen
- Gespräch über Ihre medizinische Vorgeschichte, mögliche Vorerkrankungen und die gewünschte Verhütung nach dem Abbruch
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Abbruch müssen Sie zu einer anerkannten Beratungsstelle gehen und ein Beratungsgespräch führen. Danach erhalten Sie eine Bescheinigung. Nach einer dreitägigen Bedenkzeit kann der Abbruch durchgeführt werden. In der Praxis oder Klinik werden Sie über Ablauf, Risiken und die Zeit danach aufgeklärt.
Behandlung
In Deutschland gibt es zwei anerkannte Methoden des Schwangerschaftsabbruchs. Welche für Sie geeignet ist, hängt von der Schwangerschaftswoche, Ihrer Gesundheit und Ihrer persönlichen Situation ab. Beide Methoden sind in medizinischen Einrichtungen sicher und komplikationsarm.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich nach dem Eingriff für ein bis zwei Tage.
- Bevorzugen Sie warme Kleidung und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten.
- Verzichten Sie für etwa zwei Wochen auf Geschlechtsverkehr, um Infektionen zu vermeiden.
- Nutzen Sie Binden statt Tampons, bis die Blutung vollständig aufgehört hat.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Methode: Dabei nimmt die Frau Medikamente ein, die die Schwangerschaftsreaktion im Körper beenden und Wehen auslösen. Dadurch wird das Schwangerschaftsgewebe auf natürliche Weise ausgestoßen. Die Behandlung findet zu Hause oder in der Praxis statt. Die operative Methode: Dabei wird das Schwangerschaftsgewebe unter örtlicher Betäubung oder kurzer Vollnarkose mit einem dünnen Sauger entfernt. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine operative Behandlung kann notwendig sein, wenn die medikamentöse Methode nicht vollständig wirkt oder wenn medizinische Gründe vorliegen, zum Beispiel starke Blutungen oder eine fortgeschrittene Schwangerschaft.
Leben mit der Erkrankung
Nach dem Abbruch sind leichte Blutungen und Beschwerden normal. Ihr Körper braucht Zeit, um sich zu erholen. Sie können in der Regel am nächsten Tag wieder Ihrem Alltag nachgehen, sollten sich aber körperlich nicht zu viel zumuten.
Tipps für den Alltag
- Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Ruhe.
- Trinken Sie viel Wasser und ernähren Sie sich leicht, falls Ihnen übel ist.
- Sprechen Sie mit einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle, wenn Sie bedrückt sind.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Heilung. Spaziergänge an der frischen Luft sind ab dem nächsten Tag erlaubt, aber vermeiden Sie schweres Heben und intensiven Sport für etwa eine Woche.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Schwangerschaftsabbruch kann viele Gefühle auslösen – Erleichterung, Trauer, Unsicherheit oder Schuldgefühle. Das ist normal. Die Verarbeitung braucht Zeit. Wenn die Belastung anhält oder sehr stark wird, scheuen Sie sich nicht, psychologische Unterstützung zu suchen. Falls Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen, suchen Sie sofort Hilfe – rufen Sie den Notruf 112 an oder wenden Sie sich an eine psychiatrische Notaufnahme.
Vorbeugung
Ungewollte Schwangerschaften lassen sich durch eine zuverlässige Verhütung weitgehend verhindern. Wenn Sie Wünsche oder Unsicherheiten rund um das Thema Verhütung haben, sprechen Sie in einer Beratungsstelle oder bei Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn der Abbruch nicht unter medizinischer Aufsicht erfolgt oder Anzeichen von Komplikationen nicht beachtet werden, können Infektionen, anhaltende Blutungen oder Verletzungen der Gebärmutter entstehen.
- In seltenen Fällen kann die Schwangerschaft fortbestehen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Frauen erholen sich vollständig und haben keine langfristigen gesundheitlichen Folgen. Eine Schwangerschaft nach einem Abbruch ist wieder möglich. Die meisten Frauen fühlen sich nach einiger Zeit wieder emotional stabil – insbesondere mit guter Unterstützung.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.