Akupunktur – ein Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Akupunktur ist eine Behandlungsmethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dabei werden sehr dünne Nadeln an bestimmten Stellen der Haut gestochen. Diese Stellen nennt man Akupunkturpunkte. Man geht davon aus, dass die Nadeln die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen. Heute wird Akupunktur vor allem bei Schmerzen, aber auch bei anderen Beschwerden eingesetzt.
Wichtige Fakten
- Die Nadeln sind sehr fein und werden meist nur wenige Millimeter tief gestochen.
- Akupunktur kann bei chronischen Schmerzen wie Rückenschmerzen oder Knieschmerzen helfen.
- Die Behandlung sollte nur von einer qualifizierten und erfahrenen Fachkraft durchgeführt werden.
Ja. Akupunktur ist in Deutschland weit verbreitet. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten bei bestimmten chronischen Schmerzen, etwa bei Knie- oder Rückenschmerzen.
Grundsätzlich können Menschen aller Altersgruppen Akupunktur erhalten. Ob die Behandlung für eine Person geeignet ist, hängt von der gesundheitlichen Situation ab und sollte immer ärztlich beurteilt werden.
Symptome
- Atemnot oder ein Engegefühl im Brustkorb nach der Behandlung
- Starke Schmerzen, die neu auftreten und nicht nachlassen
- Zeichen einer schweren allergischen Reaktion, zum Beispiel Schwellungen im Gesicht oder am Hals
- ⚠Rötung, Schwellung oder Überwärmung an einer Einstichstelle
- ⚠Fieber innerhalb von 24 Stunden nach der Behandlung
- ⚠Anhaltende Schmerzen an einer Einstichstelle nach mehreren Tagen
Häufige Symptome
- Chronische Schmerzen im Rücken, Nacken oder in den Knien
- Migräne und Spannungskopfschmerzen
- Übelkeit, zum Beispiel nach einer Operation oder bei einer Krebsbehandlung
Symptome bei Kindern
- Akupunktur kann bei Kindern manchmal helfen, zum Beispiel bei Übelkeit. Die Entscheidung sollte immer in Absprache mit Kinderärztinnen und Kinderärzten erfolgen.
- Bei Kindern wird besonders darauf geachtet, dass die Behandlung sanft und kindgerecht ist.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch ältere Menschen können von Akupunktur profitieren, zum Beispiel bei Gelenkschmerzen durch Verschleiß.
- Da die Haut im Alter dünner wird, muss die Fachkraft besonders vorsichtig nadeln.
Ursachen
Hauptursachen
- Akupunktur wird aus verschiedenen Gründen eingesetzt. Häufig geht es um die Linderung von Schmerzen.
- Auch bei Stress, Schlafproblemen oder allergischen Beschwerden wird sie manchmal angewendet.
- Die Behandlung soll das körperliche und seelische Gleichgewicht fördern.
Risikofaktoren
- Blutgerinnungsstörungen oder die Einnahme von Blutverdünnern können das Blutungsrisiko erhöhen.
- Ein geschwächtes Immunsystem kann das Infektionsrisiko erhöhen.
- Eine Schwangerschaft erfordert besondere Vorsicht; manche Akupunkturpunkte sind in der Schwangerschaft nicht geeignet.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach einer Akupunktur plötzlich starke Schmerzen, Atemnot oder Schwindel bemerken, suchen Sie sofort eine Notaufnahme auf oder rufen Sie den Notruf 112.
- Sollten Anzeichen einer Infektion wie Fieber, starke Rötung oder eitrige Absonderung an der Einstichstelle auftreten, wenden Sie sich noch am selben Tag an eine ärztliche Praxis.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis, wenn Sie unsicher sind, ob Akupunktur für Ihre Beschwerden eine sinnvolle Behandlungsmethode ist.
- Sprechen Sie immer vor Beginn einer Akupunkturbehandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, insbesondere wenn Sie chronisch krank sind.
Diagnose
Da Akupunktur eine Behandlungsmethode ist, gibt es keine spezielle Diagnose dafür. Vor einer Behandlung führt die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch und untersucht Sie, um herauszufinden, ob Akupunktur für Ihre Beschwerden geeignet ist.
Mögliche Untersuchungen
- In der Regel sind keine speziellen Tests notwendig.
- Manchmal werden Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren wie Röntgen genutzt, um andere Ursachen auszuschließen – das entscheidet die Ärztin oder der Arzt im Einzelfall.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihre erste Sitzung dauert meist 30 bis 60 Minuten. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und erklärt Ihnen den Ablauf. Die Nadeln selbst werden als wenig schmerzhaft beschrieben. Nach der Sitzung können Sie meist sofort wieder nach Hause gehen.
Behandlung
Die Akupunktur selbst ist die Behandlung. Sie wird in der Regel ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt. Eine Sitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Die Nadeln bleiben währenddessen im Körper. Die Anzahl der Sitzungen hängt von Ihren Beschwerden ab und wird individuell mit der behandelnden Person besprochen.
Selbsthilfe zu Hause
- Gönnen Sie sich nach der Behandlung Ruhe, wenn Sie sich müde fühlen.
- Trinken Sie ausreichend Wasser.
- Bei kleineren Blutergüssen hilft es, die Stelle zu kühlen.
Medizinische Behandlungen
Akupunktur wird oft allein angewendet, kann aber auch mit anderen Behandlungen kombiniert werden – zum Beispiel mit Krankengymnastik, Entspannungsverfahren oder einer ärztlich verordneten medikamentösen Therapie. In Deutschland orientieren sich Behandlerinnen und Behandler dabei an den Leitlinien der AWMF – das sind fachliche Empfehlungen von medizinischen Expertinnen und Experten. Die Entscheidung trifft die Behandlerin oder der Behandler gemeinsam mit Ihnen. Wichtig ist, dass Sie alle Medikamente, die Sie einnehmen, offen angeben.
Wann kommt eine Operation infrage?
Akupunktur ist keine Operationsmethode. Wenn eine Operation nötig sein könnte, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Akupunktur kann Teil eines gesundheitsorientierten Lebensstils sein. Sie ersetzt jedoch keine notwendige medizinische Behandlung. Hören Sie auf Ihren Körper und besprechen Sie Veränderungen mit Ihrer behandelnden Person.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Entspannung.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, so wie es Ihre Gesundheit erlaubt.
- Verzichten Sie auf übermäßigen Stress, wenn möglich.
Ernährung und Bewegung
Zu einer gesunden Lebensweise gehören eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige, moderate Bewegung. Das kann die Behandlung unterstützen, ersetzt aber keine Therapie.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Akupunktur wirkt bei vielen Menschen entspannend und kann das Wohlbefinden fördern. Wenn Sie sich anhaltend niedergeschlagen oder ängstlich fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Es gibt wirksame Unterstützungsangebote. In einer akuten seelischen Krise sollten Sie sich sofort Hilfe holen, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge oder in der nächsten psychiatrischen Notaufnahme.
Vorbeugung
Akupunktur ist keine Impfung und kein Screening. Sie kann aber vorbeugend angewendet werden, zum Beispiel um Migräneanfällen vorzubeugen. Ob das für Sie sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn chronische Schmerzen nicht behandelt werden, können sie sich verfestigen und den Alltag stark einschränken.
- Unbehandelte anhaltende Übelkeit kann zu Gewichtsverlust und Schwäche führen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind insgesamt gut. Viele Menschen erleben eine Besserung ihrer Beschwerden. Akupunktur ist am wirksamsten, wenn sie von qualifizierten Fachkräften durchgeführt und in ein Gesamtkonzept eingeordnet wird. Jeder Mensch reagiert individuell.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.