Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt im oberen Bauch hinter dem Magen. Sie hilft bei der Verdauung und regelt den Blutzucker. Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist eine plötzliche Entzündung dieses Organs. Sie kann leicht sein, aber auch schwer und gefährlich werden.
Wichtige Fakten
- Bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung wird das Organ plötzlich entzündet.
- Das Hauptsymptom sind starke Schmerzen im oberen Bauch.
- Die Erkrankung gehört in ärztliche Behandlung – meist im Krankenhaus.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland viele tausend Menschen daran. Sie gehört zu den häufigeren Gründen für eine Aufnahme ins Krankenhaus wegen Bauchschmerzen.
Sie kann in jedem Alter auftreten. Häufiger betroffen sind Erwachsene, besonders zwischen 40 und 60 Jahren. Männer sind etwas öfter betroffen als Frauen.
Symptome
- Sehr starke Bauchschmerzen
- Atemnot
- Schwindel oder Ohnmacht
- Dauerhaftes Erbrechen, bei dem man nichts bei sich behalten kann
- Zeichen eines Schocks: kalte, blasse Haut, schneller Puls, Benommenheit
- ⚠Anhaltende oder zunehmende Schmerzen im Oberbauch
- ⚠Fieber
- ⚠Wiederholtes Erbrechen
- ⚠Gelbfärbung der Augen oder Haut
Häufige Symptome
- Starke Schmerzen im oberen Bauch, oft ausstrahlend in den Rücken
- Schmerzen, die nach dem Essen schlimmer werden
- Übelkeit und Erbrechen
- Aufgeblähter Bauch
- Fieber
- Schneller Puls
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen, besonders im oberen Bereich
- Erbrechen oder Übelkeit
- Das Kind wirkt schwach oder ungewöhnlich müde
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Schmerzen sind manchmal weniger deutlich
- Häufiger allgemeine Schwäche oder Verwirrtheit
- Übelkeit ohne starke Schmerzen ist möglich
Ursachen
Hauptursachen
- Gallensteine, die den Abfluss der Bauchspeicheldrüse blockieren
- Starker Alkoholkonsum
- Infektionen oder Verletzungen des Bauches
- Manche Arzneimittel – hier sollten Sie Ihre Medikamentenliste ärztlich prüfen lassen
- Sehr hohe Blutfettwerte (Triglyzeride)
- Störungen des Immunsystems
Risikofaktoren
- Gallensteine
- Starker Alkoholkonsum über längere Zeit
- Rauchen
- Starkes Übergewicht
- Diabetes mellitus
- Erbliche Veranlagung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Rufen Sie sofort die 112, wenn Sie starke Bauchschmerzen mit Atemnot oder Schwindel haben.
- Bei starken Bauchschmerzen, die nicht weggehen
- Wenn Sie wiederholt erbrechen müssen
- Wenn Sie Fieber und Bauchschmerzen haben
- Bei Gelbfärbung der Haut oder Augen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie immer wieder Schmerzen im Oberbauch haben, besonders nach dem Essen
- Wenn Sie zu den Risikogruppen gehören und Bedenken haben
Diagnose
Die Diagnose stellt ein Arzt oder eine Ärztin, meist in der Notaufnahme. Sie fragen nach Ihren Beschwerden und Ihrer Vorgeschichte. Die Behandlung richtet sich nach den aktuellen Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften (AWMF-Leitlinie). Dazu kommen Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest: Gemessen werden Enzyme der Bauchspeicheldrüse (Amylase, Lipase) und Entzündungswerte
- Ultraschalluntersuchung des Bauches
- Computertomografie (CT), wenn die Erkrankung schwerer ist
- Kernspintomografie (MRT) in bestimmten Fällen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden wahrscheinlich zur Beobachtung ins Krankenhaus aufgenommen. Sie erhalten Flüssigkeit über eine Infusion und werden schmerztherapeutisch behandelt. Für eine bestimmte Zeit dürfen Sie nichts essen, damit sich die Bauchspeicheldrüse erholen kann.
Behandlung
Die Behandlung hängt vom Schweregrad ab. Bei leichter Entzündung ist eine kurze Krankenhausbehandlung nötig. Bei schwerer Entzündung braucht es eine intensivere Betreuung. Ziel ist, das Organ zu entlasten, Schmerzen zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Verzichten Sie auf Alkohol – besonders jetzt und danach
- Essen Sie nichts, bevor Ihr Arzt oder Ihre Ärztin es erlaubt
- Halten Sie sich an die Essensempfehlungen im Krankenhaus und danach
- Trinken Sie ausreichend, wenn es medizinisch erlaubt ist
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung umfasst Schmerzmittel, Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen sowie Flüssigkeit über die Vene. Bei einer Infektion können Antibiotika gegeben werden. Wenn Gallensteine die Ursache sind, kann ein Eingriff nötig sein, um die Steine zu entfernen. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihr Behandlungsteam.
Wann kommt eine Operation infrage?
In manchen Fällen ist ein Eingriff notwendig – etwa wenn Gallensteine den Ausführungsgang verstopfen oder wenn sich Komplikationen im Bauchraum entwickeln. Das kann eine Magenspiegelung mit Steinentfernung oder ein chirurgischer Eingriff sein.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer akuten Pankreatitis braucht Ihr Körper Zeit, um sich zu erholen. Lassen Sie sich von Ihren Ärztinnen und Ärzten beraten, wann Sie wieder normal essen und arbeiten können. Setzen Sie die Nachsorge konsequent um.
Tipps für den Alltag
- Bleiben Sie dauerhaft ohne Alkohol
- Wenn Sie rauchen: Versuchen Sie aufzuhören
- Achten Sie auf ein gesundes Gewicht
- Nehmen Sie von Ihnen verordnete Medikamente nach Anweisung
Ernährung und Bewegung
Nach der Akutphase wird oft eine leichte, fettarme Kost empfohlen. Essen Sie kleinere Mahlzeiten und kauen Sie gut. Vermeiden Sie sehr fettige Speisen. Körperliche Bewegung ist erlaubt und hilfreich – beginnen Sie langsam und steigern Sie sich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Krankenhausaufenthalt und starke Schmerzen können belasten. Es ist normal, ängstlich oder niedergeschlagen zu sein. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam oder Angehörigen darüber. Psychologische Unterstützung kann helfen.
Vorbeugung
Nicht immer. Aber wenn auslösende Faktoren bekannt sind, lässt sich das Risiko senken. Bei Alkohol als Auslöser ist der Verzicht der wichtigste Schutz. Bei Gallensteinen und erhöhten Blutfetten hilft die richtige Behandlung.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine generelle Vorsorgeuntersuchung. Menschen mit erhöhtem Risiko, zum Beispiel mit wiederholten Gallensteinen oder hohen Blutfettwerten, sollten regelmäßig ärztlich begleitet werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Infektion des entzündeten Gewebes
- Ansammlung von Flüssigkeit oder Eiter (Pseudozysten)
- Nierenversagen
- Probleme mit Atmung oder Kreislauf
- In seltenen Fällen dauerhafte Schädigung der Bauchspeicheldrüse
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die meisten Menschen mit akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung erholen sich vollständig. Besonders wenn die Ursache rechtzeitig behandelt wird, sind schwere Verläufe selten. Auch die Folgen lassen sich durch konsequente Nachsorge deutlich verringern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
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