Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD, ist eine Erkrankung des Auges. Bei der AMD wird die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut – die Makula – geschädigt. Dadurch verschwimmt das zentrale Sehen, zum Beispiel beim Lesen oder Erkennen von Gesichtern. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und bleibt zunächst oft unbemerkt.
Wichtige Fakten
- Die AMD betrifft die Mitte des Sichtfeldes. Das Sehen zur Seite bleibt meist erhalten.
- Es gibt zwei Formen: die trockene und die feuchte AMD.
- Die AMD ist nicht heilbar, aber der Verlauf kann oft verlangsamt werden.
- Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt sind wichtig.
Ja. Die AMD ist in Deutschland die häufigste Ursache für Sehbehinderungen im Alter.
Vor allem Menschen über 50, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Auch familiäre Veranlagung spielt eine Rolle.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge oder beiden Augen.
- Plötzlich auftretender dunkler Schatten oder ein „schwarzes Loch“ in der Mitte des Blickfeldes.
- Sehkraft fällt innerhalb von Minuten oder Stunden deutlich ab.
- ⚠Stark verzerrtes Sehen, das sich innerhalb weniger Tage verschlechtert.
- ⚠Neue Sehstörungen, die Sie vorher nicht hatten – Kontrolltermin beim Augenarzt zeitnah (am gleichen Tag).
Häufige Symptome
- Anfangs verschwommenes Sehen in der Bildmitte.
- Schwierigkeiten beim Lesen – Buchstaben oder Wörter fehlen.
- Gerade Linien wirken verbogen oder verzerrt.
- Ein dunkler Fleck in der Mitte des Sichtfeldes.
- Erhöhte Empfindlichkeit für helles Licht.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt.
- Es kommt zu Ablagerungen (Drusen) und Schädigungen der Netzhautzellen in der Makula.
- Bei der feuchten Form wachsen zusätzlich krankhafte Blutgefäße, die Flüssigkeit und Blut austreten lassen.
Risikofaktoren
- Alter (über 50)
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Blutfettwerte)
- Ungesunde Ernährung
- Familiäre Vorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich schlechter sehen oder Verzerrungen bemerken – gehen Sie noch am selben Tag zu einer Augenärztin oder einem Augenarzt.
- Wenn Sie sich sicher sind, dass sich Ihr Sehen in wenigen Tagen verändert hat.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab dem 60. Lebensjahr mindestens alle zwei Jahre eine augenärztliche Kontrolluntersuchung durchführen lassen.
- Bei bekannten Risikofaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck früher und häufiger.
Diagnose
Die Augenärztin oder der Augenarzt untersucht die Netzhaut mit Spezialgeräten. Eine AMD kann auch schon im frühen Stadium erkannt werden. Die Ärztinnen und Ärzte orientieren sich an der aktuellen AWMF-Leitlinie zur altersbedingten Makuladegeneration.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest mit Augenhintergrund-Spiegelung
- Untersuchung des Augenhintergrundes nach Pupillenerweiterung
- Optische Kohärenztomographie (OCT) – ein bildgebendes Verfahren der Netzhaut
- Amsler-Netztest für Verzerrungen und Ausfälle
- Selten: Fluoreszenz-Angiographie (Kontrastmittelaufnahme der Gefäße)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei den Untersuchungen werden Ihre Augen meist weit getropft. Dadurch sehen Sie einige Stunden lang verschwommen und sind lichtempfindlich. Sie sollten sich danach nicht selbst ans Steuer setzen. Planen Sie eine Begleitperson ein.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Form und dem Stadium der AMD ab. Eine vollständige Heilung ist nicht möglich. Ziel ist es, das Fortschreiten zu stoppen und die verbliebene Sehkraft zu erhalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Benutzen Sie eine gute Beleuchtung und vergrößernde Sehhilfen (z. B. eine Lupenbrille).
- Prüfen Sie Ihr Sehen regelmäßig selbst mit einem Amsler-Netz.
- Verzichten Sie auf Rauchen.
- Gehen Sie zu Ihren Kontrollterminen.
Medizinische Behandlungen
Bei der feuchten AMD gibt es eine Behandlung mit Medikamenten, die die Ärztin oder der Arzt direkt ins Auge spritzt. Diese Spritzen können das Wachstum krankhafter Gefäße verhindern und die Sehleistung oft stabilisieren. Wie oft und wie lange die Behandlung nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt individuell. Bei der trockenen AMD gibt es derzeit keine zugelassene medikamentöse Therapie, aber das Forschungsgebiet ist sehr aktiv. Auch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können in manchen Fällen den Verlauf verlangsamen – besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann bei AMD in der Regel die Sehkraft nicht wiederherstellen. Sie kann nur bei bestimmten Zusatzproblemen, wie zum Beispiel einem grauen Star, sinnvoll sein. Ihr Augenarzt wird Sie beraten.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Sehverlust in der Mitte des Sichtfeldes lassen sich viele alltägliche Tätigkeiten üben. Zusätzliche Beleuchtung, Kontrasthilfen, sprechende Uhren oder Lupen können das Leben erleichtern. Mit Geduld und sinnvollen Hilfsmitteln können Sie selbstbestimmt bleiben.
Tipps für den Alltag
- Rauchen vermeiden oder aufhören.
- Regelmäßige Bewegung und Gleichgewichtstraining.
- Sich zu allen Sehhilfen beraten lassen (z. B. in einem Sehbehinderten-Zentrum).
- Stress abbauen und Zeit in der Natur verbringen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Fisch und hochwertigen Pflanzenölen kann die Netzhaut nähren. Grünes Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl und Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch gelten als günstig. Bewegung hilft, den Blutdruck zu senken und das Gewicht zu regulieren – das wirkt sich auch auf die Augengesundheit aus.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Verlust von Sehkraft kann belastend sein und Gefühle von Trauer, Angst oder Niedergeschlagenheit auslösen. Es ist wichtig, sich diese Gefühle nicht allein zu verkneifen. Ein Gespräch mit der Hausärztin, mit Angehörigen oder einer psychologischen Beratung kann sehr helfen.
Vorbeugung
Eine AMD lässt sich nicht sicher verhindern. Sie können Ihr persönliches Risiko jedoch senken, indem Sie nicht rauchen, auf einen gesunden Blutdruck achten und sich ausgewogen ernähren.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Augenuntersuchungen ab dem 60. Lebensjahr – oder auch früher, wenn Sie zur Risikogruppe gehören. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrer Augenärztin nach, ob ein individuelles Früherkennungsangebot besteht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitender Verlust des zentralen Sehens
- Beeinträchtigung beim Lesen, Schreiben und Autofahren
- Schwierigkeiten, Gesichter zu erkennen
- Höheres Sturzrisiko durch eingeschränktes Sehen
- Soziale Isolation, wenn keine Hilfsmittel verwendet werden
Langzeitprognose
Viele Menschen mit AMD können lange ein selbstständiges Leben führen. Mit den heutigen Behandlungen, Sehhilfen und rehabilitativen Angeboten lassen sich viele Einschränkungen abfedern. Bleiben Sie in ärztlicher Betreuung und nutzen Sie alle Hilfen – das macht einen großen Unterschied.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
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