Angiographie: Die Untersuchung der Blutgefäße
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Angiographie ist eine Untersuchung, bei der die Blutgefäße mit Hilfe von Kontrastmittel und Röntgenbildern sichtbar gemacht werden. So kann der Arzt verengte, verschlossene oder krankhaft veränderte Gefäße erkennen.
Wichtige Fakten
- Die Angiographie wird meist in einer Klinik oder Arztpraxis durchgeführt.
- Vor der Untersuchung wird ein Kontrastmittel gespritzt, damit die Gefäße auf den Bildern gut zu sehen sind.
- Die Untersuchung hilft, Erkrankungen wie Gefäßverengungen oder Aussackungen zu erkennen.
Die Angiographie kommt häufig vor, vor allem bei Menschen mit Durchblutungsstörungen, zum Beispiel am Herzen oder an den Beinen.
Sie betrifft Menschen, bei denen der Verdacht auf verengte oder verschlossene Blutgefäße besteht. Das können Personen mit Herzkrankheiten, Durchblutungsstörungen in den Beinen oder nach einem Schlaganfall sein.
Symptome
- Plötzlicher starker Brustschmerz, der länger als fünf Minuten anhält
- Plötzliche Schwäche oder Lähmung einer Gesichtshälfte, eines Arms oder eines Beins
- Plötzliche Sprachstörungen oder Verwirrtheit
- Plötzlicher, sehr starker Kopfschmerz ohne erkennbare Ursache
- ⚠Zunehmende Beinschmerzen, besonders beim Gehen oder in Ruhe
- ⚠Ein blasses oder bläuliches Bein, das kalt wird
- ⚠Schwindel, der immer wieder auftritt und den Alltag einschränkt
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust
- Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die in Ruhe nachlassen
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Armen oder Beinen
- Schwindel oder kurze Bewusstlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können angeborene Herzfehler oder Gefäßfehlbildungen solche Beschwerden verursachen.
- Dazu gehören zum Beispiel eine bläuliche Verfärbung der Haut oder auffällige Atmung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind häufige Zeichen Verwirrtheit, Schwindel oder plötzliche Sprachstörungen.
- Auch Wunden an den Füßen, die schlecht heilen, können ein Hinweis sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose), die Gefäße verengt
- Blutgerinnsel, die ein Gefäß verschließen
- Aussackungen der Gefäßwand (Aneurysmen)
- Entzündungen von Blutgefäßen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung
- Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eines der genannten Notfallzeichen bemerken, rufen Sie sofort die 112.
- Wenn Sie starke Brustschmerzen oder Lähmungserscheinungen haben, warten Sie nicht ab.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Schmerzen in der Brust oder in den Beinen beim Gehen haben.
- Wenn Ihr Arzt bereits eine Gefäßerkrankung festgestellt hat und die Behandlung plant.
Diagnose
Die Angiographie ist selbst ein bildgebendes Verfahren. Sie wird eingesetzt, wenn andere Untersuchungen wie Ultraschall oder Computertomographie nicht ausreichend sind. Der Arzt führt einen dünnen Schlauch (Katheter) über eine Schlagader ein und spritzt Kontrastmittel, um die Gefäße im Röntgenbild darzustellen.
Mögliche Untersuchungen
- Vor der Angiographie wird meist ein Bluttest gemacht.
- Auch ein EKG (Elektrokardiogramm) kann dazugehören.
- Ultraschalluntersuchungen der Gefäße (Duplexsonographie) können vorab erfolgen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist 30 bis 60 Minuten. Sie bekommen eine örtliche Betäubung und oft ein beruhigendes Medikament. Während der Untersuchung liegen Sie auf einem Tisch und müssen ruhig bleiben. Danach müssen Sie einige Stunden flach liegen, damit die Einstichstelle gut verheilt.
Behandlung
Bei der Angiographie geht es in erster Linie um die Diagnose. Im gleichen Eingriff können aber auch Behandlungen erfolgen, zum Beispiel das Aufdehnen eines verengten Gefäßes mit einem Ballon und das Einsetzen einer Gefäßstütze (Stent).
Selbsthilfe zu Hause
- Nach der Untersuchung viel Wasser trinken, um das Kontrastmittel auszuscheiden.
- Die Einstichstelle ruhig halten und auf Feuchtigkeit oder Druck achten.
- Körperliche Anstrengung für ein bis zwei Tage vermeiden, wie vom Arzt empfohlen.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung, die sich an die Angiographie anschließt, hängt von der Ursache ab. Möglich sind Medikamente zur Blutverdünnung, aber auch Maßnahmen zur Senkung von Blutdruck und Blutfetten. Die Ärztin oder der Arzt wird Ihnen genau erklären, welche Behandlung für Sie infrage kommt. Es gibt keine einheitliche Empfehlung, da jeder Mensch anders ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine starke Verengung oder ein Verschluss vorliegt, kann eine Operation nötig sein, zum Beispiel ein Bypass, bei dem das Blut an der Engstelle vorbeigeleitet wird.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Angiographie können Sie meist nach einem Tag wieder Ihren gewohnten Tagesablauf aufnehmen. Wichtig ist, auf Warnzeichen wie anhaltende Blutungen aus der Einstichstelle oder starke Schmerzen zu achten und dann den Arzt zu kontaktieren.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen.
- Sich regelmäßig bewegen, zum Beispiel durch Spazierengehen.
- Auf ein gesundes Körpergewicht achten.
- Stress reduzieren.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt die Gesundheit der Gefäße. Leichte Ausdauerbewegung wie Gehen oder Radfahren ist meist gut geeignet, aber besprechen Sie die genaue Dosierung mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Gefäßerkrankung und eine invasive Untersuchung können Ängste auslösen. Es ist normal, sich unsicher zu fühlen. Ein offenes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt sowie mit Partner und Familie kann helfen.
Vorbeugung
Eine Angiographie selbst lässt sich nicht verhindern, da sie eine Untersuchung ist. Aber die Gefäßerkrankungen, die zu einer Angiographie führen, können durch einen gesunden Lebensstil oft verhindert oder gebremst werden.
Früherkennungsprogramme
Ob ein Screening für Gefäßerkrankungen sinnvoll ist, hängt von Ihrem Alter und Risiko ab. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte Gefäßverengung kann zu einem Herzinfarkt führen.
- Ein nicht erkanntes Aneurysma kann platzen und zu einer lebensbedrohlichen Blutung führen.
- Ein Gefäßverschluss im Bein kann zu Gewebeschäden führen, die im schlimmsten Fall eine Amputation nötig machen.
Langzeitprognose
Die Angiographie ist ein sicheres Verfahren, das jährlich bei vielen Menschen eingesetzt wird. Die meisten Untersuchungen verlaufen ohne Komplikationen. Wenn eine Gefäßerkrankung frühzeitig erkannt wird, stehen sehr gute Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit begleitender Lebensstilanpassung können die Aussichten deutlich verbessert werden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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