Aortenklappenstenose: Wenn die Herzklappe verengt ist
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Aortenklappe ist eine Art Ventil im Herzen. Sie sitzt zwischen der linken Herzkammer und der Hauptschlagader. Bei einer Aortenklappenstenose ist diese Klappe verengt. Das Herz muss dadurch stärker pumpen, um das Blut in den Körper zu befördern. Mit der Zeit kann das den Herzmuskel belasten.
Wichtige Fakten
- Die Verengung ist ein allmählicher Prozess, der oft über Jahre entsteht.
- Sie entsteht meist durch Kalkablagerungen auf der Klappe.
- Eine starke Verengung lässt sich nur durch einen Eingriff wieder beheben.
Ja, vor allem bei älteren Menschen ist eine Aortenklappenstenose häufig. Bei Menschen über 75 Jahren ist sie die häufigste Herzklappenerkrankung.
Meist betrifft die Erkrankung ältere Menschen. Aber auch jüngere Menschen können betroffen sein, zum Beispiel wenn die Herzklappe von Geburt an verengt ist (angeborene Aortenklappenstenose).
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen, die nicht aufhören
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht ohne erkennbaren Grund
- Schwere Atemnot, auch in Ruhe
- Bläuliche Lippen oder bläuliche Hautfarbe
- ⚠Zunehmende Atemnot bei leichter Belastung
- ⚠Wiederholte Schwindelanfälle mit Sturzgefahr
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen, die nach einigen Minuten wieder gehen
Häufige Symptome
- Atemnot, vor allem bei Belastung
- Brustschmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb
- Schwindel oder Ohnmachtsanfälle
- Schnelle Ermüdung und Schwächegefühl
- Herzrasen oder Herzstolpern
- Ein vom Arzt hörbares Herzgeräusch
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann die Verengung angeboren sein.
- Mögliche Zeichen sind schnelle Ermüdung beim Spielen oder Sport.
- Auch Gedeihstörung und Atemnot können auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft sind die Beschwerden anfangs unspezifisch.
- Müdigkeit, Schwäche und Luftnot bei Alltagsaktivitäten sind typisch.
- Manche ältere Menschen bemerken nur eine verringerte Belastbarkeit.
Ursachen
Hauptursachen
- Verkalkung der Herzklappe im Alter (häufigster Grund)
- Angeborene Fehlbildung der Klappe
- Verklebung oder Entzündung der Klappe durch frühere Erkrankungen wie rheumatisches Fieber (heute selten)
Risikofaktoren
- Hohes Lebensalter
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Erhöhte Blutfette
- Rauchen
- Vorbestrahlung im Brustbereich
- Chronische Nierenerkrankung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Schmerzen oder Engegefühl in der Brust spüren – besonders bei Belastung.
- Wenn Sie ohnmächtig werden oder Ihnen oft schwindelig wird.
- Wenn Sie unter Atemnot leiden, die sich verschlechtert.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bei körperlicher Aktivität schneller aus der Puste kommen als bisher.
- Wenn Sie Herzrasen oder Herzstolpern bemerken.
- Wenn Sie sich über Wochen ausgeprägt müde oder abgeschlagen fühlen, ohne erklärbaren Grund.
Diagnose
Der Arzt misst zuerst den Blutdruck, hört das Herz ab und fragt nach Beschwerden. Danach kommt meist eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens, die sogenannte Echokardiographie. Sie zeigt, wie stark die Klappe verengt ist.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Abhören des Herzens
- Herzultraschall (Echokardiographie)
- Elektrokardiogramm (EKG)
- Röntgenbild des Brustkorbs
- Manchmal Belastungstest oder Herzkatheter
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei. Beim Herzultraschall wird mit einem Schallkopf auf der Brust das Herz auf einem Bild sichtbar. Nach der Untersuchung bespricht der Arzt die Ergebnisse mit Ihnen und schlägt bei Bedarf weitere Schritte vor.
Behandlung
Es gibt keine Medikamente, die eine verkalkte Herzklappe auflösen. Die Behandlung hängt vom Ausmaß der Verengung und von den Beschwerden ab. Ziel ist, das Herz zu entlasten und schwere Folgen zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie Ihre Zähne und Ihren Mund gesund, um Infektionen zu vermeiden.
- Bewegen Sie sich nur so, wie es der Arzt empfiehlt.
- Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung, wenn die Klappe stark verengt ist.
- Nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Absprache ein.
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung von Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzschwäche können Medikamente eingesetzt werden. Diese verbessern die Symptome, können die Klappenverengung aber nicht beseitigen. Medikamente zur Blutverdünnung sind nur in bestimmten Situationen nötig – immer nach ärztlicher Verordnung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Klappenverengung stark ist und Beschwerden auftreten, ist ein Eingriff meist nötig. Es gibt zwei Hauptwege: eine klassische Operation, bei der die Klappe ersetzt wird, oder ein minimalinvasives Verfahren über einen Katheter (Transkatheter-Aortenklappenersatz, TAVI). Welcher Eingriff geeignet ist, entscheidet ein Ärzteteam individuell.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie regelmäßige Kontrolltermine wahr. Achten Sie auf Ihren Körper und besprechen Sie neue oder stärkere Beschwerden frühzeitig mit Ihrem Arzt.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen.
- Auf ein gesundes Körpergewicht achten.
- Stress reduzieren und ausreichend schlafen.
- Alkohol nur in Maßen.
Ernährung und Bewegung
Empfohlen ist eine ausgewogene, mediterrane Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Bei Bluthochdruck kann eine salzärmere Ernährung helfen. Sport ist ok, solange Sie ihn mit Ihrem Arzt abgestimmt haben. Bei starker Verengung sind intensive Belastungen oder Wettkampfsport meist nicht geeignet.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose kann Angst und Unsicherheit auslösen. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen. Mit einer guten Behandlung und Begleitung leben viele Menschen mit dieser Erkrankung gut. Scheuen Sie sich nicht, seelische Belastungen beim Arzt anzusprechen.
Vorbeugung
Man kann die Verengung nicht immer verhindern, da sie meist mit dem Alter zusammenhängt. Sie können aber das Fortschreiten der Gefäßverkalkung günstig beeinflussen: gesunder Blutdruck, ausgeglichene Blutfettwerte, Bewegung und Nichtrauchen.
Impfungen
Eine Impfung gegen Grippe und Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündung auslösen können) wird bei Herzerkrankungen empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis darüber.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Vorsorgeuntersuchung speziell für Aortenklappenstenose. Bei verdächtigen Beschwerden oder einem hörbaren Herzgeräusch wird der Arzt gezielt mit der Ultraschalluntersuchung abklären.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) – das Herz pumpt zu schwach.
- Herzrhythmusstörungen, insbesondere auch Vorhofflimmern.
- Ohnmachtsanfälle durch zu geringen Blutfluss zum Gehirn.
- In seltenen Fällen ein plötzlicher Herztod.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind heute gut, wenn die Aortenklappenstenose rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Nach einem erfolgreichen Klappenersatz bessern sich die Beschwerden in den meisten Fällen deutlich. Auch ein Leben mit der Erkrankung ist möglich, wenn Sie sich regelmäßig ärztlich betreuen lassen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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