Zwei Pneumokokken-Impfungen bieten besseren Schutz vor Lungenentzündung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Lungenentzündung ist eine Infektion der Lungenbläschen. Sie wird oft durch Bakterien ausgelöst, die Pneumokokken heißen. Gegen diese Bakterien gibt es Impfungen. Ärztinnen und Ärzte empfehlen für manche Menschen zwei verschiedene Impfungen, weil sie zusammen gegen mehr Pneumokokken-Arten schützen als nur eine allein.
Wichtige Fakten
- Pneumokokken-Impfungen verringern das Risiko einer schweren Lungenentzündung.
- Es gibt zwei Arten von Impfstoffen, die sich ergänzen.
- Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Risikogruppen.
- Die Impfungen sind gut verträglich, Nebenwirkungen sind meist harmlos.
- Ob zwei Impfungen für Sie sinnvoll sind, klären Sie bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Lungenentzündung ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten in Deutschland. Jedes Jahr erkranken viele Menschen daran, besonders ältere Erwachsene und Menschen mit Vorerkrankungen.
Besonders betroffen sind Säuglinge und kleine Kinder, Menschen über 60 Jahre sowie Personen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Asthma oder Herzschwäche. Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Schwere Atemnot, auch in Ruhe
- Blaue oder graue Lippen und Nägel
- Bewusstlosigkeit oder stark eingeengtes Bewusstsein
- Atemstillstand
- ⚠Sehr hohes Fieber über 39 Grad Celsius
- ⚠Starke Schmerzen im Brustkorb
- ⚠Verwirrtheit bei älteren Menschen
- ⚠Husten mit blutigem Auswurf
Häufige Symptome
- Husten mit Auswurf
- Fieber und Schüttelfrost
- Atemnot oder schnelles Atmen
- Schmerzen im Brustkorb
- Starke Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Schnelle oder angestrengte Atmung
- Hohes Fieber
- Trinkschwäche oder Appetitlosigkeit
- Auffällige Unruhe oder Müdigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Desorientierung
- Stürze ohne andere Erklärung
- Weniger typische Zeichen wie kaum Fieber
- Allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, besonders Pneumokokken
- Viren, zum Beispiel Grippeviren oder Coronaviren
- Selten Pilze, vor allem bei Menschen mit schwachem Immunsystem
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre oder unter 2 Jahren
- Rauchen oder starker Alkoholkonsum
- Chronische Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes
- Geschwächtes Immunsystem zum Beispiel durch Medikamente oder Krankheit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie haben Atemnot oder fühlen sich sehr schwach.
- Sie haben hohes Fieber, das über zwei Tage bleibt.
- Sie husten blutigen Auswurf oder haben starke Brustschmerzen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie sich gegen Pneumokokken impfen lassen sollten und ob zwei Impfungen für Sie empfohlen sind.
- Nutzen Sie die Gelegenheit bei einer ohnehin anstehenden Vorsorge-Untersuchung.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und hört Ihre Lunge mit dem Stethoskop ab. Bei Verdacht auf Lungenentzündung werden meist weitere Untersuchungen gemacht.
Mögliche Untersuchungen
- Abhören der Lunge und Klopfen auf den Rücken
- Fieber und Sauerstoffsättigung messen
- Bluttest, zum Beispiel Blutbild und Entzündungswerte
- Röntgenbild der Lunge, falls nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind nicht schmerzhaft und dauern nur wenige Minuten. Sie müssen keine Angst haben, die Ärztin oder der Arzt erklärt jeden Schritt. Nach der Untersuchung geht es meist direkt um die Behandlung oder um eine Impfberatung.
Behandlung
Eine bakterielle Lungenentzündung wird mit Antibiotika behandelt. Die Impfung gegen Pneumokokken ist aber der beste Schutz davor, überhaupt zu erkranken. Wenn eine Lungenentzündung ausbricht, hängt die Behandlung von der Ursache und Ihrem Gesundheitszustand ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich und bleiben Sie zu Hause.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, Kräutertee oder Brühe.
- Lüften Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie kalte Zugluft.
- Verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer bakteriellen Infektion verordnet die Ärztin oder der Arzt ein Antibiotikum. Fieber- und Hustenmittel können die Beschwerden lindern, sollten aber nur nach Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal eingesetzt werden. In schweren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig.
Leben mit der Erkrankung
Wer eine Lungenentzündung hatte, braucht Geduld. Die Lunge muss sich erholen. Planen Sie für einige Wochen weniger Anstrengung ein und steigern Sie sich langsam wieder.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen, denn Rauchen schädigt die Lunge
- Regelmäßig an die frische Luft gehen, wenn es Ihnen gut geht
- Genug Schlaf und Stress vermeiden
- Hände regelmäßig waschen
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Eiweiß hilft dem Körper, sich zu erholen. Leichte Spaziergänge und Atemübungen können die Lunge kräftigen – beginnen Sie langsam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Lungenentzündung kann Angst machen, besonders bei Atemnot. Es ist normal, auch nach der Krankheit noch verunsichert zu sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie sich länger belastet fühlen.
Vorbeugung
Ja, eine Lungenentzündung lässt sich in vielen Fällen vermeiden. Die beste Vorbeugung sind die Pneumokokken-Impfungen. Auch ein gesunder Lebensstil und eine gute Hygiene senken das Risiko.
Impfungen
Gegen Pneumokokken gibt es zwei Arten von Impfstoffen. Sie schützen gegen unterschiedliche Bakteriengruppen. Für einige Menschen ist es sinnvoll, beide Impfungen zu erhalten, weil sie so einen breiteren Schutz aufbauen. Ob das für Sie zutrifft, hängt von Lebensalter und Gesundheitszustand ab. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie dazu.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Bakterien ins Blut (Blutvergiftung)
- Flüssigkeitsansammlung um die Lunge, ein sogenannter Pleuraerguss
- Eiterherd in der Lunge, ein Lungenabszess
- Schweres Atemversagen
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit einer Lungenentzündung werden vollständig gesund, besonders wenn sie rechtzeitig behandelt werden. Eine Schutzimpfung senkt das Risiko, überhaupt schwer zu erkranken. Auch nach einer überstandenen Lungenentzündung ist das Leben mit guter medizinischer Begleitung meistens wieder ganz normal.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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