Austrocknungsekzem: Ursachen, Hilfe und vorbeugende Hautpflege
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Austrocknungsekzem ist eine Hautreizung, die durch zu trockene Haut entsteht. Die Haut verliert zu viel Feuchtigkeit und natürliche Fette. Dadurch wird sie rau und rissig, mit vielen feinen Linien, die an Porzellansprünge erinnern. Es ist eine Reaktion der Haut, kein Anzeichen für mangelnde Hygiene und nicht ansteckend.
Wichtige Fakten
- Die Haut verliert zu viel Feuchtigkeit und Fett.
- Es tritt besonders häufig in der kalten, trockenen Jahreszeit auf.
- Mit regelmäßiger, konsequenter Hautpflege lässt sich die Haut meist gut bessern.
Ja. Die trockene Haut ist ein häufiges Problem, besonders im Winter. Als behandlungsbedürftiges Ekzem kommt es vor allem bei Menschen mit sehr trockener Haut vor.
Betroffen sind vor allem ältere Menschen, da die Haut mit dem Alter weniger Fett und Feuchtigkeit speichert. Aber auch jüngere Menschen mit trockener Haut, bestimmte Hauterkrankungen oder trockene Arbeitsumgebung können betroffen sein.
Symptome
- Wenn sich eine Hautstelle plötzlich stark ausbreitet, sehr schmerzt, mit großflächiger Rötung, Fieber und Schüttelfrost – das können Zeichen einer schweren Infektion sein. Rufen Sie dann den Notruf 112 an.
- ⚠Bei starken Anzeichen einer Hautentzündung: deutlich gerötete, geschwollene oder nässende Hautstellen.
- ⚠Wenn Sie Fieber bekommen oder die Hautstelle heiß und sehr schmerzhaft wird.
- ⚠Wenn der Juckreiz so stark ist, dass Sie nachts nicht schlafen können oder sich offene Wunden bilden.
Häufige Symptome
- Trockene, raue Haut, die spannt
- Feine, kleine Risse in der Haut, wie Porzellansprünge
- Juckreiz, der abends oder bei Wärme stärker wird
- Rötungen und leichtes Schuppen
Ursachen
Hauptursachen
- Die Hautbarriere, die den Körper schützt, ist geschwächt.
- Die Haut verliert zu viel Wasser und natürliche Fette – etwa durch häufiges Waschen, heißes Duschen oder trockene Heizungsluft.
- Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit niedrig, das entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit.
Risikofaktoren
- Älteres Alter
- Trockene Raumluft, besonders während der Heizperiode
- Häufiges Waschen mit heißem Wasser oder stark entfettenden Seifen
- Manche Hauterkrankungen oder Medikamente können die Haut ebenfalls austrocknen. Sprechen Sie dann mit Ihrem Arzt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Anzeichen einer Hautinfektion: sich ausbreitende Rötung, Fieber, Schüttelfrost oder eitrige Bläschen. Suchen Sie am selben Tag eine Arztpraxis auf. Bei sehr schweren Beschwerden zögern Sie nicht, den Notruf zu wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn rückfettende Cremes und milde Hautpflege nach etwa 2 bis 3 Wochen nicht wirken.
- Wenn der Juckreiz sehr stark ist und Sie nachts nicht schlafen können.
- Wenn sich die Hautstellen mit Krusten, Bläschen oder sehr tiefen Rissen zeigen.
Diagnose
Der Arzt sieht sich Ihre Haut an und fragt Sie nach Ihren Beschwerden, Ihren Gewohnheiten (etwa wie oft Sie duschen) und seit wann die Hautprobleme bestehen. Meist reicht das für die Diagnose.
Mögliche Untersuchungen
- In der Regel sind keine Hautproben nötig. Wenn die Haut sehr stark entzündet ist oder der Arzt unsicher ist, kann er ein kleines Hautgeschabsel oder einen Allergietest erwägen – das ist aber selten erforderlich.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist einfach und schmerzfrei. Bringen Sie am besten mit, welche Cremes oder Lotionen Sie bisher benutzt haben. Ihr Arzt berät Sie, wie Sie die Haut langfristig pflegen können.
Behandlung
Die Behandlung beruht vor allem auf der richtigen Hautpflege: Es geht darum, der Haut wieder ausreichend Feuchtigkeit und Fett zu geben. Bewährt ist eine Creme oder Lotion, die direkt nach dem Waschen aufgetragen wird – so bleibt die Feuchtigkeit in der Haut. Zusätzlich können entzündungshemmende Medikamente helfen, wenn die Haut stark gereizt ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Duschen Sie kurz und lauwarm, nicht heiß und nicht länger als 5–10 Minuten.
- Verwenden Sie milde, parfümfreie Waschlotionen oder Duschgele für trockene Haut.
- Tupfen Sie sich nach dem Waschen sanft ab, statt zu rubbeln.
- Cremen Sie sich direkt nach dem Waschen und auch morgens und abends ein – mit einer reichhaltigen, rückfettenden Creme oder Lotion.
- Tragen Sie weiche Baumwolle direkt auf der Haut, vermeiden Sie kratzige Materialien und zu viel Wärme.
- Trinken Sie ausreichend Wasser – das ersetzt zwar nicht die äußere Pflege, unterstützt den Körper aber.
- Sorgen Sie für eine höhere Luftfeuchtigkeit im Zimmer, zum Beispiel mit einem feuchten Tuch auf der Heizung oder einem Luftbefeuchter.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann bei einer Entzündung oder bei starkem Juckreiz eine entzündungshemmende Creme oder Salbe für einen kurzen Zeitraum verschreiben. Diese lindern die Entzündung und den Juckreiz. Er kann auch auf spezielle Pflegeprodukte hinweisen, die den Hautfettmantel stärken. Wichtig: Verwenden Sie solche Mittel nur nach ärztlicher Anweisung.
Leben mit der Erkrankung
Pflegen Sie Ihre Haut jeden Tag, auch wenn sie gerade nicht so schlimm aussieht. Ein fester Pflegerhythmus ist das beste Mittel gegen Rückfälle. Gerade an trockenen, kalten Tagen sollten Sie die Haut besonders schützen.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie Kleidung aus weichen Materialien wie Baumwolle direkt auf der Haut.
- Vermeiden Sie starkes Heizen im Schlafzimmer; ein leicht geöffnetes Fenster kann helfen.
- Verzichten Sie beim Wäschewaschen auf Weichspüler, denn er kann die Haut reizen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse und Obst hält den Körper gesund und die Haut widerstandsfähig. Bewegung ist gut, aber auch hier gilt: Nach dem Sport nicht heiß duschen, sondern lauwarm und kurz, und danach sofort eincremen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Juckende, trockene Haut kann sehr stören und den Schlaf beeinträchtigen. Das belastet und ist verständlich. Sie sind mit dem Problem nicht allein, und eine wirksame Behandlung bessert auch die seelischen Beschwerden. Suchen Sie sich Unterstützung, wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen – Ihr Hausarzt ist ein guter Ansprechpartner.
Vorbeugung
Viele Austrocknungsekzeme lassen sich vermeiden, indem man die Haut konsequent pflegt und reizende Reinigungsprodukte meidet. Das ist besonders im Winter wichtig. Wer dazu neigt, sollte auf austrocknende Produkte verzichten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Mehr und tiefere Hautrisse, die schmerzen können.
- Die Haut kann sich bakteriell infizieren, dann wird sie stärker gerötet, schwillt an oder nässet.
- Bei chronischem Reiz kann sich das Hautbild dauerhaft verändern.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Pflege und gezielter Behandlung bessert sich das Austrocknungsekzem meist gut. Es kann im Winter wiederkommen, aber Sie können selbst sehr viel tun, damit es nicht schlimm wird. Auch wenn die Haut zwischendurch reizt: Sie ist robust und erholungsfähig.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
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