Asthma bei Erwachsenen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine dauerhafte (chronische) Entzündung der Atemwege. Die Atemwege sind empfindlich und schwellen bei bestimmten Reizen an. Die Muskulatur in den Atemwegen verkrampft sich und es bildet sich zäher Schleim. Das macht das Atmen schwer. Mit einer passenden Behandlung lässt sich Asthma in den meisten Fällen gut kontrollieren.
Wichtige Fakten
- Asthma ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege.
- Die Beschwerden können mit Medikamenten und Verhaltensänderungen gut behandelt werden.
- Asthma kann in jedem Alter beginnen – auch im Erwachsenenalter.
Ja. Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Auch bei Erwachsenen ist es weit verbreitet.
Asthma kann in jedem Alter auftreten. Manche Menschen haben die ersten Beschwerden schon als Kind, andere erst mit 30, 40 oder 60 Jahren. Bei Erwachsenen ist Asthma bei Frauen etwas häufiger als bei Männern. Auch Menschen ohne Allergien können Asthma entwickeln.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112, wenn Sie schwere Atemnot haben, die auch in Ruhe nicht aufhört.
- Wenn Sie trotz Notfallmedikation nicht richtig Luft bekommen, ist das ein Notfall.
- Wenn Ihre Lippen oder Fingernägel bläulich werden, ist das ein Notfall.
- Wenn Sie nicht mehr in ganzen Sätzen sprechen können, ist das ein Notfall.
- ⚠Wenn sich Ihre Atemnot über Stunden oder Tage verschlimmert.
- ⚠Wenn Ihre üblichen Medikamente nicht mehr so gut wirken wie früher.
- ⚠Wenn Sie Fieber oder eitrigen Auswurf haben.
- ⚠Wenn Sie sich insgesamt krank und schwach fühlen.
Häufige Symptome
- Atemnot, besonders bei Belastung oder nachts
- Ein pfeifendes oder brummendes Geräusch beim Ausatmen
- Engegefühl in der Brust
- Husten, zum Teil mit zähem Schleim
- Übermäßiges Schleimgefühl im Hals
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigt sich Asthma oft vor allem als Husten – zum Beispiel beim Spielen, Toben oder Lachen.
- Manche Kinder atmen dann schneller oder wirken schlapp.
- Typisch ist auch ein pfeifendes Geräusch beim Atmen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen wird Asthma manchmal mit einer anderen Atemwegserkrankung (z. B. COPD) oder einer Herzschwäche verwechselt.
- Die Beschwerden treten oft bei Belastung auf, manchmal auch in Ruhe.
- Eine genaue Untersuchung durch die Hausärztin oder den Hausarzt ist besonders wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Vererbung: Asthma tritt in manchen Familien häufiger auf.
- Allergene: Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Tierhaare können Asthmaanfälle auslösen.
- Reizstoffe: Tabakrauch, Luftverschmutzung, starke Gerüche oder kalte Luft.
- Infektionen der Atemwege, die die Bronchien empfindlich machen.
Risikofaktoren
- Rauchen (auch Passivrauchen)
- Übergewicht
- Asthma oder Allergien in der Familie
- Arbeit mit Stäuben, Dämpfen oder Chemikalien
- Häufige Atemwegsinfekte im Kindesalter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei schwerer oder zunehmender Atemnot noch am gleichen Tag die Praxis kontaktieren oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) rufen.
- Wenn die verordneten Medikamente nicht mehr helfen oder deutlich häufiger gebraucht werden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn wiederkehrender Husten, Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust auftreten, sollte ein Termin in der Hausarztpraxis gemacht werden.
- Auch wenn Sie den Verdacht haben, Ihr Kind könnte Asthma haben, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, dem Alltag, möglichen Auslösern und der Krankengeschichte. Danach folgen eine körperliche Untersuchung und Lungenfunktionstests. Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist nur wenige Minuten. In Deutschland orientieren sich die Untersuchungen an den AWMF-Leitlinien.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie) – Sie blasen in ein Gerät, das die Flussgeschwindigkeit der Luft misst.
- Peak-Flow-Messung – ein kleines Handgerät misst, wie schnell Sie ausatmen können.
- Gegebenenfalls ein Allergietest auf häufige Allergene.
- In manchen Fällen eine Blutuntersuchung, um Entzündungszeichen zu finden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sprechen Sie vor dem Termin mit Ihrer Ärztin, ob Sie Ihre Medikamente wie gewohnt einnehmen sollen. Tragen Sie am besten eine Liste Ihrer bisherigen Medikamente und möglicher Allergien mit.
Behandlung
Die Behandlung von Asthma hat zwei Ziele: akute Beschwerden schnell zu lindern und langfristig Anfälle zu verhindern. Dafür gibt es Medikamente zum Einatmen oder in Tablettenform. Wichtig ist ein persönlicher Behandlungsplan, der genau zu Ihnen passt. Ihr Team in der Praxis hilft Ihnen dabei.
Selbsthilfe zu Hause
- Auslöser meiden, z. B. Rauch oder Staub.
- Medikamente regelmäßig nach ärztlicher Anweisung anwenden.
- Inhalationstechnik bei jedem Besuch kontrollieren lassen.
- Einen schriftlichen Asthma-Plan führen.
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die vorbeugend wirken und solche, die bei einem Anfall akut helfen. Die meisten werden mit einem Inhalationsgerät eingeatmet (Spray oder Pulver). In der Regel verordnet Ihre Ärztin eine Kombination aus beiden. Wie oft und was Sie anwenden, hängt vom Schweregrad ab. Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust und ändern Sie die Dosis nicht ohne Rücksprache.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Asthma in der Regel nicht nötig. Nur bei sehr schweren, seltenen Verläufen gibt es spezielle Verfahren – diese Möglichkeit bespricht Ihr Behandlungsteam mit Ihnen, falls sie infrage kommt.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Erwachsenen mit Asthma führen ein normales Leben. Der Schlüssel sind eine konsequente Behandlung und ein Plan für Notfälle. So bleiben Sie auch bei körperlichen Belastungen mobil. Suchen Sie bei Veränderungen frühzeitig die Praxis auf.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Orte mit Rauch meiden.
- Allergene im Schlafzimmer reduzieren, z. B. milbendichte Bezüge.
- Stress vermeiden oder Auszeiten einplanen.
- Ausreichend schlafen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung ist gut für das Immunsystem, kann Asthma aber nicht heilen. Sport und Bewegung sind erlaubt und sinnvoll, wenn das Asthma gut eingestellt ist. Manche Sportarten wie Schwimmen sind besonders gut verträglich. Wärmen Sie sich vor dem Sport gründlich auf.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma kann Sorgen auslösen – etwa Angst vor einem Anfall oder vor körperlicher Erschöpfung. Das kann den Schlaf und die Stimmung belasten. Es ist wichtig, darüber zu sprechen. Eine ärztliche oder psychologische Unterstützung kann helfen, einen guten Umgang zu finden.
Vorbeugung
Asthma lässt sich nicht immer verhindern. Aber Sie können das Risiko verringern: Rauchen vermeiden, sich ausgewogen ernähren, Normalgewicht anstreben und Innenraumluft sauber halten. Bei berufsbedingten Auslösern sollte der Arbeitgeber informiert werden.
Impfungen
Lassen Sie sich regelmäßig gegen Grippe impfen, da Atemwegsinfekte Asthmaanfälle auslösen können. Fragen Sie auch, ob eine Impfung gegen Lungenentzündung sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Eine allgemeine Vorsorgeuntersuchung für Asthma gibt es nicht. Wenn Sie allerdings wiederholt Symptome haben, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung kann Asthma die Lungenfunktion dauerhaft beeinträchtigen.
- Es können häufiger schwere Asthmaanfälle auftreten.
- Alltägliche Belastungen wie Treppensteigen fallen zunehmend schwerer.
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung, die zu Ihnen passt, sind die meisten Asthmaanfälle vermeidbar. Die Lunge kann sich bei richtiger Therapie gut stabilisieren. Viele Erwachsene mit Asthma sind sportlich aktiv und arbeiten im Beruf. Nehmen Sie die Diagnose ernst, aber verlieren Sie den Mut nicht – Asthma ist gut behandelbar.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.