Asthma und komplementäre Therapien
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronische (dauerhafte) entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die Atemwege sind überempfindlich, schwellen an und verengen sich. Dadurch entstehen Atemnot, Husten oder ein pfeifendes Geräusch beim Ausatmen. Komplementäre Therapien sind zusätzliche Behandlungen, die die schulmedizinische Therapie ergänzen können, aber nicht ersetzen.
Wichtige Fakten
- Asthma ist gut behandelbar, aber nicht heilbar.
- Komplementäre Verfahren wie Atemübungen oder Akupunktur können helfen, ersetzen aber keine Medikamente.
- Sprechen Sie jede zusätzliche Behandlung immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ab.
Ja. Asthma ist eine weit verbreitete Erkrankung. In Deutschland sind etwa jedes zehnte Kind und fünf bis sieben von hundert Erwachsenen betroffen.
Asthma kann in jedem Alter erstmals auftreten. Es beginnt oft im Kindesalter. Manche Menschen haben später keine Beschwerden mehr, aber sie können jederzeit zurückkehren. Auch Erwachsene können neu erkranken.
Symptome
- Starke Atemnot, bei der Sie kaum noch sprechen können
- Bläuliche Lippen oder Fingernägel
- Die Notfallmedikamente (Bedarfsmedikamente) wirken nicht
- Verwirrtheit oder starke Unruhe
- Anzeichen eines schweren Asthmaanfalls: rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Symptome werden trotz Medikamenten immer schlimmer
- ⚠Sie brauchen die Notfallmedikamente häufiger als alle vier Stunden
- ⚠Sie haben Fieber oder ein starkes Krankheitsgefühl
- ⚠Die Beschwerden bessern sich nach einigen Tagen nicht
Häufige Symptome
- Atemnot oder Kurzatmigkeit
- Pfeifendes oder brummendes Geräusch beim Ausatmen (Giemen)
- Engegefühl in der Brust
- Husten, besonders nachts, morgens oder beim Lachen
- Beschwerden bei körperlicher Anstrengung oder kalter Luft
Symptome bei Kindern
- Schnelle oder hörbare Atmung
- Probleme beim Trinken oder Essen
- Weniger Energie zum Spielen
- Husten beim Toben, Lachen oder Weinen
- Oft müde oder schlapp
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Anhaltende Kurzatmigkeit
- Schnelle Erschöpfung
- Husten ohne anderen Grund
- Beschwerden, die ähnlich wie eine Herzerkrankung wirken können
- Schlechterer Schlaf
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel aus Vererbung und Umwelt aus.
- Häufige Auslöser sind Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze.
- Auch Atemwegsinfektionen (z.B. Erkältungen oder Grippe), Tabakrauch, verschmutzte Luft, kalte Luft, körperliche Anstrengung und Stress können Beschwerden auslösen.
- Manche Menschen reagieren auch auf bestimmte Medikamente oder Zusatzstoffe. Besprechen Sie solche Auslöser mit Ihrem Arzt.
Risikofaktoren
- Asthma oder Allergien in der Familie
- Eigenes allergisches Schnupfen oder Neurodermitis
- Tabakrauch in der Schwangerschaft oder in der Umgebung
- Übergewicht
- Frühgeburt mit unreifen Lungen
- Berufliche Belastung durch Stäube oder Chemikalien
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Atemnot oder Husten zunehmen und vom Alltag abhalten.
- Wenn Sie Ihre Notfallmedikamente immer häufiger brauchen.
- Wenn Sie Fieber bekommen oder sich schwer krank fühlen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei Verdacht auf Asthma: Lassen Sie Beschwerden abklären.
- Einmal im Jahr zur Kontrolle, auch wenn es Ihnen gut geht.
- Vor Beginn einer komplementären Therapie: Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin nach der aktuellen Leitlinie (AWMF).
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und Allergien. Dann wird die Lunge untersucht und die Atmung getestet.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Sie blasen in ein Gerät, das misst, wie viel Luft Sie ausatmen können.
- Peak-Flow-Messung: Messen Sie zu Hause die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit.
- Allergietest auf der Haut oder im Blut.
- Provokationstest: Inhalation eines Reizstoffs, um die Reaktion der Atemwege zu prüfen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Alle Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist nur kurze Zeit. Sie werden gut angeleitet. Die Ergebnisse werden mit Ihnen besprochen und die Behandlung wird ganz persönlich geplant.
Behandlung
Die Behandlung hat zum Ziel, Ihre Atemwege zu entlasten, Anfälle zu vermeiden und ein normales, aktives Leben zu ermöglichen. Sie besteht aus der vom Arzt verordneten Medikamententherapie und Ihren eigenen Maßnahmen. Komplementäre (ergänzende) Therapien können dabei unterstützen, sind aber kein Ersatz für ärztlich verordnete Medikamente.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau nach Anweisung ein – auch wenn Sie gerade keine Beschwerden haben.
- Meiden Sie Ihre bekannten Auslöser, z.B. Rauch, Tierhaare oder Staub.
- Lernen Sie Atemtechniken aus einem Asthmaschulungsprogramm.
- Erstellen Sie mit Ihrem Arzt einen schriftlichen Plan gegen Asthmaanfälle.
- Informieren Sie Ihren Arzt über alle zusätzlichen Mittel, die Sie selbst ausprobieren möchten.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung folgt den Leitlinien der Fachgesellschaften (AWMF). Sie besteht aus Medikamenten, die die Atemwege erweitern und schnell helfen (Bedarfsmedikamente) und Medikamenten, die die Entzündung in der Lunge hemmen und dauerhaft angewendet werden (Dauermedikamente). Je nach Schweregrad wird die Therapie angepasst. Auch komplementäre Verfahren wie Atemübungen, Yoga, Akupunktur oder Entspannung können manchmal als Ergänzung sinnvoll sein. Lassen Sie sich dazu ärztlich beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Asthma in der Regel nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Asthma lässt sich meist gut in den Alltag integrieren. Viele Menschen führen ein aktives Leben, arbeiten und treiben Sport. Wichtig ist, die Krankheit zu verstehen und auf die eigenen Körpersignale zu achten.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie auf das Rauchen und meiden Sie verrauchte Räume.
- Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihren Notfallplan immer dabeihaben.
- Lüften Sie regelmäßig und achten Sie auf ein staubarmes Schlafzimmer.
- Bauen Sie Bewegung in den Alltag ein – mit ausreichend Aufwärmen.
- Nutzen Sie Entspannungsübungen, um Stress abzubauen.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine Asthma-Diät. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst unterstützt die Lunge. Bewegung ist gesund: Sie stärkt die Atemmuskulatur. Wichtig sind ein vernünftiges Aufwärmen und ein angepasstes Tempo. Wenn Sport Symptome auslöst, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber – oft kann man das Training anpassen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma kann belasten – zum Beispiel durch Angst vor der nächsten Atemnot oder durch eingeschränkte Aktivitäten. Gerade bei komplementären Ansätzen spielen Entspannung und Achtsamkeit eine Rolle. Sie können helfen, Stress abzubauen. Wenn Sie sich ängstlich oder niedergeschlagen fühlen, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. In einer akuten Krise können Sie sich an eine psychologische Beratungsstelle wenden.
Vorbeugung
Ob Asthma entsteht, lässt sich nur bedingt verhindern. Aber Sie können das Risiko für Asthmaanfälle deutlich senken: durch ein Rauchverbot in der Wohnung, durch das Meiden von Auslösern und durch eine gut eingestellte Therapie.
Impfungen
Lassen Sie sich zu Impfungen – zum Beispiel gegen Grippe – von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten. Eine Atemwegsinfektion kann Asthma verschlechtern.
Früherkennungsprogramme
Eine allgemeine Vorsorge gibt es für Asthma nicht. Wenn Sie Allergien, Eltern mit Asthma oder wiederholte Atemwegsbeschwerden haben, lassen Sie das ärztlich abklären.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige Asthmaanfälle mit Notfallbesuchen
- Dauerhafte Verengung der Atemwege (Umbau der Bronchien)
- Schlechter Schlaf und Tagesmüdigkeit
- Eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit
- In seltenen Fällen lebensbedrohliche Anfälle
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und Therapietreue können die meisten Menschen mit Asthma weitgehend beschwerdefrei leben. Auch komplementäre Verfahren können zur Lebensqualität beitragen. Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam – dann ist die Prognose heute sehr gut.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
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