Asthma und Nahrungsmittelallergie: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine dauerhafte Entzündung der Atemwege, die zu Husten, Atemnot und einem Engegefühl in der Brust führen kann. Eine Nahrungsmittelallergie ist eine übertriebene Abwehrreaktion des Körpers auf ein Lebensmittel. Wenn beides zusammenkommt, kann das Essen des auslösenden Lebensmittels einen Asthmaanfall auslösen. Mit der richtigen Behandlung können die meisten Menschen gut damit leben.
Wichtige Fakten
- Nur bei einer kleinen Zahl von Menschen mit Asthma ist ein Lebensmittel der Auslöser.
- Nahrungsmittelallergien können bei Menschen mit Asthma schwerere Symptome verursachen.
- Wer Asthma hat und auf ein Lebensmittel allergisch ist, braucht einen schriftlichen Notfallplan.
Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Nahrungsmittelallergien sind seltener, aber nicht selten. Dass ein Lebensmittel tatsächlich Asthmaanfälle auslöst, ist die Ausnahme.
Asthma und Nahrungsmittelallergie betreffen vor allem Kinder, können aber auch bei Erwachsenen neu auftreten. Menschen mit einer allergischen Veranlagung, zum Beispiel mit Heuschnupfen oder Neurodermitis, sind häufiger betroffen.
Symptome
- Atemnot, die schnell schlimmer wird
- Bläulich verfärbte Lippen oder Haut
- Anschwellen von Gesicht, Zunge oder Hals
- Schluckbeschwerden oder pfeifende Atmung
- Schwindel, Ohnmacht oder Kreislaufzusammenbruch
- ⚠Wenn die Beschwerden trotz der ärztlich empfohlenen Medikamente nicht besser werden
- ⚠Wenn ein Asthmaanfall alltägliche Tätigkeiten unmöglich macht
- ⚠Wenn Sie nach dem Essen wiederholt Atemnot bekommen und sich unsicher sind, was es ist
Häufige Symptome
- Pfeifende oder rasselnde Atmung
- Husten, besonders nachts, nach dem Sport oder nach dem Essen
- Kurzatmigkeit und Atemnot
- Engegefühl in der Brust
- Bei einer Nahrungsmittelallergie: Kribbeln oder Schwellung im Mund, Beulen auf der Haut, Erbrechen oder Durchfall
Symptome bei Kindern
- Unruhe, Weinen oder Nahrungsverweigerung beim Essen
- Bauchschmerzen, Hautausschlag oder Quaddeln
- Plötzlicher Husten oder pfeifende Atmung
- Auffallende Blässe oder Schwäche nach bestimmten Speisen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Magen-Darm-Beschwerden als erstes Zeichen
- Unklares Schwächegefühl oder Schwindel
- Atemnot, die auch bei Herzerkrankungen vorkommt und deshalb abgeklärt werden muss
- Verstärkter Husten bei vorbestehender Lungenerkrankung
Ursachen
Hauptursachen
- Asthma entsteht durch eine Entzündung und Überempfindlichkeit der Atemwege. Auslöser können Reize wie Pollen, Staub, körperliche Anstrengung oder eine allergische Reaktion sein.
- Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert das Immunsystem auf Menschen auf ein Lebensmittel wie Milch, Hühnerei, Weizen, Soja, Erdnüsse, Baumnüsse, Fisch oder Meeresfrüchte. Diese Reaktion kann auch die Atemwege betreffen und Asthma verstärken.
Risikofaktoren
- Allergische Vorerkrankungen in der Familie (Eltern oder Geschwister)
- Selbst betroffen sein von Heuschnupfen, Neurodermitis oder allergischem Asthma
- Frühkindliche Allergien, zum Beispiel eine Hühnerei- oder Milchallergie
- Umweltfaktoren wie Tabakrauch, Luftverschmutzung oder Schimmel in Wohnräumen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach dem Essen Atemnot, ein Engegefühl in der Brust, starken Hautausschlag oder Schwellungen bekommen
- Wenn ein bereits bekannter Asthmaanfall nicht abklingt und Sie Ihr Notfall-Set benutzt haben
- Wenn sich Ihre Asthmabeschwerden über Tage verschlechtern
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Lebensmittel Ihre Beschwerden auslöst
- Vor einer Allergiediagnostik, zum Beispiel einem Hauttest oder Bluttest
- Wenn Sie häufiger Husten, nächtliche Atemprobleme oder Leistungsabfall bemerken
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt zuerst genau nach, wann und mit welchen Beschwerden die Reaktionen aufgetreten sind. Anschließend folgen Allergietests und eine Untersuchung der Lungenfunktion. Bei Bedarf überweisen Sie die Praxis an eine Allergologin oder einen Allergologen.
Mögliche Untersuchungen
- Hauttest oder Bluttest auf spezifische Antikörper (IgE)
- Ernährungs- und Beschwerdeprotokoll (Tagebuch)
- Auslassversuch unter ärztlicher Aufsicht, bei dem das verdächtige Lebensmittel weggelassen wird
- Oraler Provokationstest in einer allergologisch erfahrenen Einrichtung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Abklärung dauert oft einige Wochen. Sie dürfen nicht eigenmächtig große Lebensmittelgruppen weglassen, sonst kann das Ergebnis verfälscht werden. Wenn die Diagnose steht, erhalten Sie eine persönliche Beratung und einen schriftlichen Plan, worauf Sie im Alltag achten müssen.
Behandlung
Die Behandlung ruht auf zwei Säulen: Das auslösende Lebensmittel aktiv meiden und das Asthma gut kontrollieren. Ihr Arzt erstellt mit Ihnen eine Behandlung, die zu Ihrem Alltag passt. Auch ein Notfallplan gehört dazu, damit Sie bei einem allergischen Schock wissen, was zu tun ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Lebensmitteletiketten immer gründlich lesen, auch bei verpackten Produkten
- Beim Restaurantbesuch offen nach möglichen Allergenen fragen
- Eigene Utensilien, Teller oder Schneidebretter verwenden, wenn im Haushalt verschiedene Allergene vorkommen
- Kein Essen von fremden oder offenen Buffets annehmen, wenn Sie unsicher sind
Medizinische Behandlungen
Medikamente werden eingesetzt, um Asthma zu behandeln und Anfälle zu verhindern. Dazu gehören entzündungshemmende Mittel zum Einatmen (zum Beispiel Kortikosteroide) und Mittel, die die Atemwege erweitern. Bei einer schweren Nahrungsmittelallergie kann der Arzt ein Notfall-Set mit einem Adrenalin-Injektor verschreiben. Alle Medikamente sollten nur nach Anweisung der Ärztin oder des Arztes und entsprechend der Packungsbeilage verwendet werden.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem klaren Plan ist der Alltag gut machbar. Tragen Sie Ihr Notfallmedikament immer bei sich, informieren Sie Familie und Freundinnen oder Freunde über Ihre Allergie und üben Sie den Ernstfall regelmäßig. Je sicherer Sie im Umgang mit Ihren Auslösern sind, desto entspannter können Sie essen und leben.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung nach Absprache mit Ihrem Arzt
- Achten Sie auf eine rauchfreie Umgebung
- Stress und Hektik reduzieren, zum Beispiel mit Entspannungsübungen
- Sorgen Sie für eine gute Schlafumgebung, damit nächtliche Asthmaanfälle seltener werden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig. Wenn Sie ein Lebensmittel weglassen müssen, sollten Sie sich von einer Ernährungsfachperson beraten lassen, damit keine Mangelerscheinungen entstehen. Sport und Bewegung sind erlaubt und gesund. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Belastung für Sie geeignet ist, und halten Sie Ihr Notfallmittel in der Nähe.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die ständige Aufmerksamkeit beim Essen und die Angst vor Atemnot können sehr belastend sein. Das ist verständlich. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin darüber zu sprechen. Bei ausgeprägter Angst kann eine Psychotherapie oder Verhaltenstherapie helfen, Sicherheit zurückzugewinnen.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Sie können das Risiko für schwere Anfälle aber deutlich senken, indem Sie allergieauslösende Lebensmittel meiden und Ihr Asthma konsequent behandeln lassen. Lassen Sie sich frühzeitig beraten, wenn in Ihrer Familie Allergien vorkommen.
Impfungen
Lassen Sie sich zu den empfohlenen Impfungen beraten, insbesondere gegen Grippe und COVID-19. Die Impfungen schützen nicht vor Allergien, aber sie verringern das Risiko für schwere Atemwegsinfektionen, die das Asthma verschlechtern können. Sprechen Sie vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening auf Nahrungsmittelallergien. Ein Allergietest ist nur sinnvoll, wenn Sie konkrete Beschwerden haben. Selbst angebotene Tests aus der Apotheke oder aus dem Internet sind oft nicht zuverlässig. Wenden Sie sich im Zweifel an eine medizinische Praxis.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schwere Asthmaanfälle, die eine Notfallbehandlung erfordern
- Heftige allergische Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock
- Dauerhafte Verschlechterung der Lungenfunktion
- Starke Ängste und Vermeidungsverhalten im Alltag
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und einem persönlichen Notfallplan können fast alle Menschen mit Asthma und Nahrungsmittelallergie ein aktives und erfülltes Leben führen. Sie machen sich Schritt für Schritt mit Ihren Auslösern vertraut. Viele Anfälle sind vermeidbar, und im Notfall ist mit schneller Hilfe alles gut behandelbar.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) ↗ · Deutschland
- Allergieinformationsdienst ↗ · Deutschland
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 1. August 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.