Asthma und Rauchen: Ein Ratgeber in verständlicher Sprache
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Bei Asthma können die Atemwege anschwellen und sich verengen – zum Beispiel, wenn Sie Rauch einatmen. Rauchen ist für Menschen mit Asthma besonders schädlich. Es kann Asthmaanfälle auslösen, die Beschwerden verschlimmern und die Behandlung erschweren.
Wichtige Fakten
- Rauchen verschlimmert Asthma und macht Medikamente weniger wirksam.
- Auch Passivrauchen ist für Menschen mit Asthma deutlich schädlich.
- Wer mit dem Rauchen aufhört, spürt meist schnell eine bessere Lungenfunktion.
Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Etwa ein bis zwei von hundert Menschen sind betroffen – in manchen Altersgruppen noch mehr. Gleichzeitig rauchen viele Menschen. Diese Kombination macht das Thema besonders wichtig.
Asthma kann in jedem Alter beginnen, häufig schon in der Kindheit. Rauchen betrifft Menschen mit Asthma jeden Alters: ob Sie selbst rauchen oder ob Sie Rauch einatmen – zum Beispiel von Partner, Freunden oder am Arbeitsplatz. Besonders gefährdet sind Kinder, wenn Eltern in ihrer Gegenwart rauchen.
Symptome
- Plötzliche, schwere Atemnot, bei der Sie nur noch in einzelnen Worten sprechen können – rufen Sie sofort die 112.
- Lippen oder Fingernägel werden bläulich – wählen Sie sofort die 112.
- Ihr Notfall-Inhalator zeigt nicht die gewohnte Wirkung – rufen Sie umgehend den Notruf.
- Beklemmendes Gefühl, als würden Sie ersticken – dies ist ein Notfall.
- ⚠Zunehmender Husten oder Atemnot über Stunden oder Tage
- ⚠Sie müssen Ihren Bedarfs-Inhalator häufiger benutzen als sonst.
- ⚠Fieber oder grünlicher Auswurf
- ⚠Die Beschwerden schränken Ihren Alltag spürbar ein
Häufige Symptome
- Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Husten, vor allem nachts oder in den frühen Morgenstunden
- Engegefühl in der Brust
- Pfeifendes Geräusch beim Atmen
Symptome bei Kindern
- Husten oder Atemprobleme beim Spielen, Rennen oder Lachen
- Schnelle, angestrengte Atmung
- Wenn Eltern rauchen, können die Beschwerden deutlich stärker sein
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Atemnot wird manchmal mit normalem Altern verwechselt
- Husten und Auswurf können auch durch jahrelanges Rauchen verursacht sein
- Die Belastbarkeit nimmt ab – schon leichte Tätigkeiten führen zu Kurzatmigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Rauchen – jede Zigarette reizt die Atemwege und kann einen Asthmaanfall auslösen.
- Passivrauchen – das Einatmen von Zigarettenrauch ist fast genauso schädlich wie selbst zu rauchen.
- Abgase, Feinstaub und starke Gerüche, zum Beispiel an viel befahrenen Straßen
- Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze
Risikofaktoren
- Allergien in der Familie, zum Beispiel Heuschnupfen oder Neurodermitis
- Rauchen in der Schwangerschaft
- Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht
- Übergewicht
- Längerer Kontakt mit Reizstoffen am Arbeitsplatz, zum Beispiel Staub oder Chemikalien
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke oder häufige Asthmaanfälle, die Sie kaum noch aushalten
- Sie wachen nachts regelmäßig wegen Atemnot oder Husten auf.
- Ihr Alltag ist durch die Beschwerden stark eingeschränkt.
- Sie müssen Ihre Notfallmedikamente viel häufiger einsetzen als üblich.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie rauchen und Husten, Atemnot oder pfeifende Atmung bemerken – sprechen Sie es beim nächsten Termin an.
- Vor Beginn einer Rauchentwöhnung sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
- Zur regelmäßigen Kontrolle der Lungenfunktion, auch wenn Sie sich gerade wohl fühlen.
Diagnose
Ihr Arzt befragt Sie ausführlich zu Ihren Beschwerden und zu Ihrem Rauchverhalten. Dann hört er Ihre Lunge ab und führt einen Lungenfunktionstest durch. Dabei wird gemessen, wie gut Sie ein- und ausatmen können. Die Untersuchung folgt den Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften, unter anderem der AWMF-Leitlinie.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie)
- Allergietest – entweder auf der Haut oder per Bluttest
- Messung des Stickstoffmonoxids in der Ausatemluft (FeNO)
- Manchmal ein Belastungstest auf dem Fahrrad oder Laufband
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern insgesamt etwa 20 bis 30 Minuten. Sie bekommen klare Anweisungen, zum Beispiel zuerst tief auszuatmen und dann kräftig hineinzublasen. Ihr Arzt erklärt Ihnen danach die Ergebnisse und bespricht mit Ihnen die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung von Asthma hat zwei Ziele: Die Atemwege langfristig beruhigen und bei einem Anfall schnell wieder öffnen. Die Basis ist eine medikamentöse Therapie. Genauso wichtig ist es, Auslöser zu vermeiden – vor allem das Rauchen. Ihr Arzt erstellt mit Ihnen einen persönlichen Behandlungsplan.
Selbsthilfe zu Hause
- Hören Sie mit dem Rauchen auf. Ihr Hausarzt oder eine Raucherentwöhnungs-Sprechstunde hilft Ihnen dabei.
- Meiden Sie überall dort, wo geraucht wird – auch draußen oder im Auto.
- Vermeiden Sie weitere Auslöser wie Staub, Schimmel oder starke Parfüme.
- Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig, auch wenn Sie gerade keine Beschwerden haben.
- Führen Sie Ihr Notfall-Spray immer bei sich.
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung stehen verschiedene Inhalationssprays zur Verfügung. Manche wirken entzündungshemmend und werden dauerhaft angewendet. Andere werden bei Bedarf eingesetzt, um einen akuten Anfall zu lindern. Welche Therapie für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer Situation ab. Ihr Arzt passt die Behandlung individuell an und erklärt Ihnen genau, wann und wie Sie die Sprays verwenden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Asthma in der Regel nicht erforderlich. Nur in sehr schweren, seltenen Fällen gibt es spezielle Behandlungsverfahren, die in spezialisierten Zentren angeboten werden. Ihr Arzt klärt Sie dazu im Einzelfall auf.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem guten Behandlungsplan können Sie fast alles tun, was Ihnen Freude bereitet. Achten Sie auf Ihren Körper, nehmen Sie Ihre Medikamente konsequent und meiden Sie rauchige Räume. Sprechen Sie offen mit Ihrem Umfeld über Ihre Erkrankung.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie auf das Rauchen – auch in Ihrer Wohnung und im Auto.
- Lüften Sie regelmäßig, wenn irgendwo geraucht wurde.
- Sorgen Sie für einen ruhigen Schlafplatz ohne Rauchbelastung.
- Planen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein, zum Beispiel Spaziergänge oder Radfahren – nach Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt Ihr Immunsystem. Bewegung ist grundsätzlich möglich und sinnvoll. Bei körperlicher Anstrengung kann jedoch ein Asthmaanfall auftreten. Wärmen Sie sich langsam auf und besprechen Sie ein geeignetes Trainingsprogramm mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma kann Angst machen, besonders wenn man plötzlich nach Luft ringt. Auch Stress kann Anfälle begünstigen. Erlernen Sie Entspannungstechniken wie tiefe Atemübungen oder autogenes Training. Wenn seelische Belastungen Ihren Alltag überschatten, zögern Sie nicht, sich professionelle Hilfe zu holen.
Vorbeugung
Asthma selbst lässt sich nicht immer verhindern. Aber Sie können sehr viel tun, um Beschwerden zu vermeiden oder abzumildern. Der wichtigste Schritt ist, nicht zu rauchen und rauchfreie Umgebungen zu schaffen. Auch wenn Sie bereits rauchen: Aufhören lohnt sich in jedem Alter.
Impfungen
Schützen Sie Ihre Lunge vor zusätzlichen Infekten. Lassen Sie sich gegen Grippe impfen – die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt dies auch für erwachsene Asthma-Patienten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Impfungen für Sie persönlich sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Früherkennung für Asthma. Wenn Sie Beschwerden haben oder in Ihrer Familie Asthma vorkommt, sprechen Sie Ihre Hausarztpraxis an. Ein Lungenfunktionstest ist eine einfache und schmerzfreie Untersuchung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Asthmaanfälle können häufiger kommen und schwerer werden.
- Die Lungenfunktion kann dauerhaft abnehmen.
- Schwere Anfälle können lebensbedrohlich sein.
- Schlechter Schlaf und eingeschränkte körperliche Belastbarkeit wirken sich auf den Alltag aus.
Langzeitprognose
Die Nachricht ist zuversichtlich: Mit der richtigen Behandlung und einem rauchfreien Leben lässt sich Asthma meist sehr gut kontrollieren. Viele Menschen führen ein vollwertiges und aktives Leben. Auch wenn Sie lange geraucht haben – Ihr Körper erholt sich schneller, als Sie denken. Ihr Weg beginnt mit einem Gespräch bei Ihrem Arzt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
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