Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Astigmatismus ist eine Sehstörung, bei der das Licht durch eine unregelmäßig gekrümmte Hornhaut oder Augenlinse verzerrt auf der Netzhaut ankommt. Dadurch erscheinen Bilder unscharf oder wellig – in der Nähe und in der Ferne.
Wichtige Fakten
- Astigmatismus ist sehr häufig. Etwa jeder dritte Mensch hat ihn mehr oder weniger stark.
- Er kann bereits bei Kindern auftreten, kann sich aber auch erst im Erwachsenenalter bemerkbar machen.
- Mit einer Brille oder Kontaktlinsen lässt sich die Sehschärfe bei Astigmatismus meist sehr gut korrigieren.
Ja, Astigmatismus gehört zu den häufigsten Sehstörungen. Er kann so leicht sein, dass er gar nicht auffällt, oder so stark, dass das Sehen deutlich beeinträchtigt ist.
Astigmatismus tritt bei Menschen jeden Alters auf. Oft kommt er zusammen mit Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit vor.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Starke Schmerzen im Auge, verbunden mit Übelkeit oder Erbrechen
- Blitzlichter oder ein Schatten im Blickfeld – das kann auf eine Netzhautablösung hinweisen
- ⚠Plötzliche, deutliche Verschlechterung des Sehens ohne erkennbaren Grund
- ⚠Rotes Auge mit Lichtempfindlichkeit oder Fremdkörpergefühl
- ⚠Sehstörungen nach einer Augenverletzung
Häufige Symptome
- Unscharfes oder verzerrtes Sehen – gerade Linien erscheinen wellig oder schräg
- Häufige Kopfschmerzen oder ein Gefühl von Anstrengung beim Sehen
- Zusammenkneifen der Augen, um schärfer zu sehen
- Probleme beim Sehen in der Dämmerung oder bei hellem Licht
Symptome bei Kindern
- Blinzeln oder häufiges Reiben der Augen
- Schielen oder auffällige Schwierigkeiten beim Lesenlernen
- Neigen des Kopfes zur Seite, um besser zu sehen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Eine bestehende Hornhautverkrümmung kann sich mit dem Alter verändern
- Trockene Augen oder ein beginnender Grauer Star können die Beschwerden verstärken
- Eine Sehverschlechterung wird oft zu lange als normale Alterserscheinung abgetan
Ursachen
Hauptursachen
- Unregelmäßig gekrümmte Hornhaut – das ist die häufigste Ursache und meistens angeboren
- Verformung der Augenlinse – das ist seltener
- Narben auf der Hornhaut, zum Beispiel nach Entzündungen oder Verletzungen
- Veränderungen nach Augenoperationen, etwa nach einer Operation wegen Grauen Stars
Risikofaktoren
- Familiäre Häufung von Hornhautverkrümmungen
- Manche Hornhauterkrankungen wie Keratokonus
- Frühere Augenoperationen oder Verletzungen am Auge
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sehstörungen plötzlich auftreten oder sich schnell verschlimmern
- Wenn Sie neben Sehstörungen auch Augenschmerzen oder Rötungen bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt oder bei der Augenärztin – etwa alle zwei Jahre
- Bei Kindern im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen
- Wenn Sie merken, dass Sie bei Bildschirmarbeit häufiger Pausen brauchen oder oft den Abstand zum Monitor wechseln
Diagnose
Der Augenarzt oder die Augenärztin misst die Brechkraft des Auges und prüft, ob die Hornhaut unregelmäßig gekrümmt ist. Diese Untersuchungen sind nicht schmerzhaft und werden meist in der Praxis durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest mit Buchstaben- oder Zahlentafeln
- Messung der Hornhautkrümmung mit einem Keratometer
- Refraktionsbestimmung, um die passende Brillenstärke herauszufinden
- Augendruckmessung und Spaltlampenuntersuchung, um andere Augenerkrankungen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Nach der Diagnose erklärt die Ärztin oder der Arzt, wie stark die Hornhautverkrümmung ist und welche Korrektur sinnvoll ist. Der Termin dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten.
Behandlung
Astigmatismus lässt sich gut behandeln. Ziel der Behandlung ist es, das einfallende Licht so zu bündeln, dass es wieder auf einem Punkt auf der Netzhaut ankommt. Dafür gibt es bewährte Möglichkeiten, die individuell angepasst werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Machen Sie bei Bildschirmarbeit regelmäßig kurze Pausen und blinzeln Sie bewusst oft
- Sorgen Sie für gute Beleuchtung beim Lesen oder Arbeiten – am besten von oben und von vorn
- Reiben Sie nicht stark an den Augen, besonders wenn Sie Kontaktlinsen tragen
Medizinische Behandlungen
Die häufigste Korrektur ist eine Brille mit speziell geschliffenen Gläsern, die die Krümmung ausgleichen. Auch Kontaktlinsen mit einer torischen Form sind möglich. Für manche Menschen kommt eine Laseroperation infrage, bei der die Hornhaut kontrolliert geglättet wird. Welche Behandlung passt, wird immer individuell mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Laseroperation kommt vor allem dann in Betracht, wenn die Hornhautverkrümmung über einen längeren Zeitraum stabil ist und die Person auf Brille oder Kontaktlinsen verzichten möchte. Ob dies möglich ist, entscheidet der Augenarzt oder die Augenärztin nach einer ausführlichen Untersuchung.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer passenden Korrektur können Sie das Leben ohne größere Einschränkungen führen. Bei starker Hornhautverkrümmung kann die richtige Brille das Sehen deutlich angenehmer machen und Kopfschmerzen reduzieren.
Tipps für den Alltag
- Gönnen Sie Ihren Augen regelmäßig Ruhepausen, besonders bei Computerarbeit
- Achten Sie auf einen guten Augenabstand zum Bildschirm – etwa eine Armlänge
- Tragen Sie bei hellem Sonnenlicht eine Sonnenbrille, um Blendung zu vermeiden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst unterstützt die Augengesundheit. Bewegung an der frischen Luft tut den Augen ebenfalls gut – gerade wenn sie trocken oder müde sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Dauerhaft unscharfes Sehen kann anstrengend machen und zu Frustration führen. Manche Menschen fühlen sich ohne Brille unsicher oder ärgern sich über die Abhängigkeit von Sehhilfen. Es ist verständlich, wenn das belastet – mit einer passenden Korrektur wird die Sehschärfe jedoch meist schnell deutlich besser.
Vorbeugung
Ein angeborener Astigmatismus lässt sich nicht verhindern. Eine frühzeitige Korrektur verhindert jedoch Folgeprobleme, besonders bei Kindern. Erwachsene können durch regelmäßige Augenuntersuchungen spätere Verschlechterungen frühzeitig erkennen lassen.
Früherkennungsprogramme
Bei Kindern wird die Sehfähigkeit in Deutschland im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen geprüft. Erwachsene sollten ihre Augen etwa alle zwei Jahre untersuchen lassen – auch wenn keine Beschwerden bestehen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei Kindern kann ein unbehandelter starker Astigmatismus zu einer Schwachsichtigkeit, in der Fachsprache Amblyopie genannt, führen.
- Dauerhafte Kopfschmerzen, Blinzeln und eine Überanstrengung der Augen können die Lebensqualität stark einschränken.
- Bei älteren Menschen kann unkorrigiertes Sehen das Sturzrisiko erhöhen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind sehr gut: Mit passenden Brillengläsern oder Kontaktlinsen lässt sich fast immer eine klare und angenehme Sicht erreichen. Eine Laseroperation ist bei vielen Menschen heute eine sichere und wirksame Alternative. Wer regelmäßig zur Kontrolle geht, kann sicherstellen, dass die Sehstärke immer gut korrigiert ist.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
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