Bartholin-Zyste: Ursachen, Symptome und Behandlung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Bartholin-Drüsen sind zwei kleine Drüsen an den kleinen Schamlippen, die eine Flüssigkeit zur Befeuchtung des Scheideneingangs produzieren. Wenn sich der Ausführungsgang einer Drüse verschließt, staut sich das Sekret. Es entsteht eine Blase, die Bartholin-Zyste genannt wird.
Wichtige Fakten
- Eine Bartholin-Zyste ist meist gutartig und oft harmlos.
- Wenn sich die Zyste infiziert, kann ein schmerzhafter Abszess entstehen.
- Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, von Wärmeanwendungen bis zu kleinen Eingriffen.
Bartholin-Zysten kommen relativ häufig vor. Etwa 2 von 100 Frauen sind irgendwann im gebärfähigen Alter davon betroffen.
Sie betreffen vor allem Frauen im gebärfähigen Alter, meist zwischen 20 und 40 Jahren. Vor der Pubertät und nach den Wechseljahren sind sie selten.
Symptome
- Plötzlich starke Schmerzen mit hohem Fieber
- Schnell wachsende, sehr schmerzhafte Schwellung
- Zeichen einer schweren Infektion wie Schüttelfrost, schneller Herzschlag oder starkes Krankheitsgefühl – dann sofort den Notruf 112 wählen.
- ⚠Zunehmende Schmerzen, die das Gehen oder Sitzen unmöglich machen
- ⚠Fieber mittlerer Höhe bei gleichzeitiger Schwellung
- ⚠Rötung, die sich deutlich ausbreitet
Häufige Symptome
- Meist eine einseitige, schmerzlose Schwellung an der Schamlippe
- Gefühl von Druck oder Unbehagen
- Bei einer Infektion: Rötung, Schwellung, Wärmegefühl und zunehmender Schmerz
- Möglicherweise Eiter zwischen den betroffenen Hautfalten
Symptome bei Kindern
- Bartholin-Zysten sind bei Mädchen vor der Pubertät sehr selten. Jede Schwellung im Genitalbereich sollte kinderärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren tritt eine Bartholin-Zyste selten auf. Eine neue Schwellung sollte immer ärztlich untersucht werden, um andere Ursachen auszuschließen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verschluss des Ausführungsganges der Bartholin-Drüse, zum Beispiel durch eine Entzündung, wobei sich das Sekret staut
- Bakterielle Infektionen, häufig im Bereich des Scheideneingangs
- Mögliche Begünstigung durch Reizungen oder kleine Verletzungen der Haut
Risikofaktoren
- Geschlechtsverkehr, da Bakterien in den Bereich der Drüsen gelangen können
- Fehlende oder starke Intimhygiene
- Hormonelle Veränderungen im gebärfähigen Alter
- Vorgeschichte von Bartholin-Zysten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Schwellung innerhalb kurzer Zeit stark wächst
- Wenn Fieber und Schüttelfrost auftreten
- Wenn der Schmerz so stark ist, dass Sitzen oder Gehen kaum möglich ist
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei jeder neu aufgetretenen Schwellung an der Schamlippe
- Wenn die Zyste über viele Tage nicht von selbst zurückgeht
- Wenn du dir unsicher bist, was die Schwellung ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beschwerden und untersucht den Bereich am Scheideneingang. Meist reicht die körperliche Untersuchung, um die Diagnose zu stellen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Betrachtung und Abtastung
- Bei Verdacht auf Infektion: Abstrich zur Bestimmung der Bakterien
- In seltenen Fällen Ultraschall, wenn der Befund unklar ist
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel kurz und wenig belastend. Offene Fragen zu Ursache und Behandlung können im Anschluss besprochen werden.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, ob die Zyste schmerzlos, infiziert oder wiederkehrend ist. Viele Zysten brauchen keine besondere Therapie. Bei Infektionen sind kleine Eingriffe oder unterstützende Wärmebehandlung möglich.
Selbsthilfe zu Hause
- Sitzbäder mit warmem Wasser mehrmals täglich, um den Durchbruch der Zyste zu fördern
- Warme Kompressen auf die betroffene Stelle
- Locker sitzende Unterwäsche tragen, um Druck zu vermeiden
- Auf enge Kleidung und slipartige Badebekleidung verzichten
- Die Stelle vorsichtig trocken halten, aber nicht reiben
Medizinische Behandlungen
Wenn die Zyste stark schmerzt oder sich infiziert hat, kann die Ärztin oder der Arzt eine kleine Öffnung der Zyste vornehmen und den Inhalt ablaufen lassen. Dies geschieht örtlich betäubt und ist ein kurzer Eingriff. Bei Anzeichen einer bakteriellen Infektion kann ein Antibiotikum nötig sein. Bei wiederkehrenden Zysten kann ein kleiner operativer Eingriff erwogen werden, bei dem ein neuer Ausgang geschaffen wird.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt in Frage, wenn Zysten immer wieder auftreten, sich infizieren oder stark stören. Dabei schafft der Arzt eine kleine Öffnung, damit das Sekret abfließen kann. Der Eingriff wird meist ambulant durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag können Sitzbäder und lockere Kleidung das Wohlbefinden verbessern. Beobachte, ob die Zyste kleiner wird oder ob Schmerzen zunehmen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Intimhygiene mit milden, parfümfreien Produkten
- Safer Sex zur Vermeidung von Infektionen
- Auf sehr enge Hosen verzichten
- Bei ersten Anzeichen einer Entzündung früher reagieren
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung sind allgemein empfehlenswert. Bei akuten Schmerzen solltest du sportliche Aktivitäten, die Druck auf den Intimbereich ausüben, vorübergehend vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Bartholin-Zyste kann als unangenehm oder peinlich empfunden werden. Sie ist jedoch eine häufige und behandelbare Erkrankung. Sprich offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt – sie sind für solche Anliegen ausgebildet.
Vorbeugung
Eine Bartholin-Zyste lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Eine gute Intimhygiene, Safer Sex und das Vermeiden von Reizungen können das Risiko möglicherweise verringern.
Impfungen
Gegen einige Erreger der sexuell übertragbaren Infektionen gibt es Impfungen, z. B. gegen den Humanen Papillomvirus (HPV). Diese schützen aber nicht gezielt vor einer Bartholin-Zyste.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening. Bei den regelmäßigen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen wird der Bereich jedoch mitbeurteilt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine Zyste kann sich zu einem schmerzhaften Abszess entwickeln
- Es kann eine Entzündung des umliegenden Gewebes auftreten
- Wiederholte Zysten können die Lebensqualität deutlich einschränken
- In seltenen Fällen kann die Infektion in den Blutkreislauf gelangen (Sepsis)
Langzeitprognose
Mit einer passenden Behandlung heilen die meisten Bartholin-Zysten gut ab. Auch bei wiederkehrenden Zysten gibt es wirksame Verfahren, die den Alltag wieder erleichtern. Ein offenes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt ist der erste Schritt zu einer guten Lösung.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (Informationen zu Frauenärzten) · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.