Bartonellose (Katzenkratzkrankheit)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Bartonellose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Bartonella ausgelöst wird. Die bekannteste Form ist die Katzenkratzkrankheit, die meist durch einen Kratzer oder Biss einer Katze übertragen wird. Die Krankheit verläuft oft mild, kann aber in seltenen Fällen ernste Komplikationen verursachen.
Wichtige Fakten
- Auslöser sind Bakterien, die von Katzen, Flöhen oder Läusen übertragen werden können.
- Typisches Zeichen ist eine schmerzhaft geschwollene Lymphknotenregion in der Nähe der Eintrittsstelle.
- Viele Betroffene erholen sich ohne Behandlung vollständig.
- In schwereren Fällen können Antibiotika helfen, die vom Arzt verordnet werden.
Die Bartonellose ist in Deutschland insgesamt selten. Die Katzenkratzkrankheit ist jedoch die häufigste Form und tritt gelegentlich bei Personen auf, die engen Kontakt zu Katzen haben.
Die Krankheit kann jeden treffen, der mit infizierten Tieren oder Insekten in Kontakt kommt. Besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Verwirrtheit oder starke Benommenheit
- Krampfanfälle
- Plötzliche Sehstörungen oder Erblindung
- Atemnot
- Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit
- ⚠Hohes Fieber über 39 Grad Celsius
- ⚠Schnell wachsende, sehr schmerzhafte Lymphknotenschwellung
- ⚠Rötliche Streifen, die von der Wunde ausgehen
- ⚠Beschwerden bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Herzklappenerkrankung
Häufige Symptome
- Rötlicher Knötchen oder Bläschen an der Verletzungsstelle (Kratzer, Biss)
- Schmerzhafte Schwellung von Lymphknoten, meist in der Nähe der Wunde
- Fieber
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Appetitlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Geschwollene Lymphknoten im Gesicht-, Hals- oder Achselbereich
- Fieber ohne eindeutige Quelle
- Hautausschlag an der Eintrittsstelle
- Bauchschmerzen (selten)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkere und länger anhaltende Allgemeinsymptome wie Fieber und Abgeschlagenheit
- Verwechslungsgefahr mit anderen Erkrankungen, da die Symptome untypisch sein können
- Höheres Risiko für schwerere Verläufe, z. B. Entzündung der Herzinnenhaut bei bestehenden Herzerkrankungen
Ursachen
Hauptursachen
- Bartonella henselae – Bakterien, die durch Kratzer oder Bisse von Katzen übertragen werden (Katzenkratzkrankheit)
- Bartonella quintana – Übertragung durch Kleiderläuse (selten, eher bei Enge und schlechter Hygiene)
- Direkter Kontakt mit Katzenflöhen oder deren Kot
Risikofaktoren
- Besitz einer Katze, insbesondere eines jungen Katzenbabys
- Verletzungen durch Katzenkrallen oder -bisse
- Ungeschützter Umgang mit streunenden Katzen
- Vorhandensein von Flöhen bei Haustieren
- Geschwächtes Immunsystem, z. B. nach Organtransplantation oder bei bestimmten Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den genannten Notfallzeichen sofort den Notruf 112 wählen oder die nächste Notaufnahme aufsuchen
- Sehr hohes Fieber, das nicht abfällt
- Starke Schmerzen oder zunehmende Schwellung der Lymphknoten
- Bei bekanntem Herzfehler oder geschwächtem Immunsystem frühzeitig ärztlichen Rat suchen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn eine Lymphknotenschwellung länger als 2–3 Wochen besteht
- Wenn Sie nach dem Kontakt mit einer Katze Fieber entwickeln
- Wenn Sie sich ungeklärt müde und abgeschlagen fühlen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose anhand Ihrer Krankengeschichte, der körperlichen Untersuchung und spezieller Blutuntersuchungen. Wichtig ist der Hinweis auf Tierkontakt, besonders zu Katzen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Antikörper gegen Bartonellen nachweisen
- PCR-Test (Genauiger Erbgut-Nachweis) aus Blut oder Gewebe
- Ultraschalluntersuchung der geschwollenen Lymphknoten
- Gelegentlich Gewebeprobe aus einem Lymphknoten (Biopsie), wenn die Diagnose unsicher ist
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Beim Arztbesuch werden Sie zu möglichen Tierkontakten befragt. Danach wird Blut abgenommen, manchmal auch ein Abstrich oder eine Gewebeprobe. Die Ergebnisse liegen je nach Test in Tagen bis wenigen Wochen vor. Falls nötig, überweist Sie die Praxis an eine Spezialistin oder einen Spezialisten für Infektionskrankheiten.
Behandlung
Bei milden Formen ist keine spezielle Behandlung nötig, die Infektion heilt meist von selbst. Bei stärkeren Symptomen oder Komplikationen verschreibt der Arzt ein Antibiotikum, das gegen Bartonellen wirkt.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend Ruhe und Schlaf
- Feuchte, warme Umschläge auf die geschwollenen Lymphknoten
- Genügend Flüssigkeit trinken
- Schmerzmittel und fiebersenkende Mittel nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen
- Kratzwunden sofort mit Wasser und Seife reinigen
Medizinische Behandlungen
Der behandelnde Arzt kann ein Antibiotikum verschreiben, das gezielt gegen Bartonellen wirkt. Dieses wird meist über ein bis mehrere Wochen eingenommen, in schweren Fällen auch über die Vene gegeben. Die Entscheidung hängt von der Schwere, dem Alter und dem Gesundheitszustand ab. Nehmen Sie Antibiotika immer genau nach Anweisung der Arztpraxis ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Manchmal bildet sich ein Abszess (abgekapselte Eiteransammlung) in einem Lymphknoten. In diesem Fall kann eine kleine Operation oder Punktion sinnvoll sein, um den Eiter zu entlasten.
Leben mit der Erkrankung
Gönnen Sie sich ausreichend Erholung, solange Fieber oder Schwellungen bestehen. Die meisten Menschen sind innerhalb von einigen Wochen wieder voll belastbar. Wenn Sie Antibiotika erhalten, nehmen Sie diese zuverlässig ein und kontrollieren Sie die Schwellung im Blickfeld des Arztes.
Tipps für den Alltag
- Hände nach jedem Kontakt mit Katzen waschen
- Kratzspiel mit Katzen vermeiden
- Katze regelmäßig gegen Flöhe behandeln
- Bei Kratzern oder Bissen die Wunde sofort gründlich reinigen
- Schutzhandschuhe bei der Gartenarbeit, falls unbekannte Katzen dort unterwegs sind
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung ist erlaubt, sobald Sie sich kräftig genug fühlen. Strenge körperliche Anstrengung sollten Sie während der akuten Phase vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine unklare Infektion kann verunsichern und ängstigen. Besonders wenn die Symptome länger andauern, ist das seelisch belastend. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Sorgen – das gehört zur Behandlung dazu.
Vorbeugung
Ja, das Risiko lässt sich deutlich senken: Vermeiden Sie raues Spielen mit Katzen, behandeln Sie Ihr Haustier regelmäßig gegen Flöhe und waschen Sie Kratz- oder Bissverletzungen sofort gründlich mit Wasser und Seife. Besonders bei kleinen Kindern ist Aufsicht beim Umgang mit Katzen wichtig.
Impfungen
Gegen Bartonellose gibt es derzeit keinen Impfstoff.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Vorsorgeuntersuchung für gesunde Menschen. Für Personen mit stark geschwächtem Immunsystem kann der Arzt eine individuelle Risikoabschätzung vornehmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sich die Bakterien im Körper ausbreiten
- Herzinnenwandentzündung (Endokarditis) – besonders bei bereits vorgeschädigten Herzklappen
- Augenentzündung mit Sehstörungen (Neuroretinitis)
- Hirnhautentzündung oder Gehirnentzündung (Meningitis oder Enzephalitis)
- Langanhaltendes Fieber und allgemeine Schwäche (bei der Läuse-übertragenen Form)
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung ist die Prognose ausgesprochen gut. Die meisten Menschen heilen vollständig, auch ohne Antibiotika. Schwere Verläufe sind selten und betreffen fast ausschließlich Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Je früher medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird, desto besser sind die Heilungschancen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
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