Bizepssehnenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Bizepssehne verbindet den Bizepsmuskel mit dem Knochen. Eine Sehnenentzündung heißt medizinisch Tendinitis. Sie bedeutet, dass die Sehne gereizt, geschwollen oder schmerzhaft ist. Meist ist die Stelle an der Schulter betroffen, seltener am Ellbogen.
Wichtige Fakten
- Die Entzündung entsteht oft durch Überlastung oder Verschleiß.
- Erst hilft meist Schonung, Kühlen und vorsichtige Bewegung.
- Wenn die Schmerzen länger anhalten, ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.
Ja, die Bizepssehnenentzündung ist eine häufige Ursache für Schulterschmerzen, besonders bei Menschen, die viel mit den Armen arbeiten oder Sport treiben.
Betroffen sind vor allem Erwachsene zwischen 30 und 60 Jahren. Auch ältere Menschen und Sportler, die den Arm stark belasten, können eine solche Entzündung bekommen.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm oder die Schulter ausstrahlen – zum Beispiel mit Atemnot oder Druckgefühl. Das kann ein Herzinfarkt sein. Rufen Sie sofort die 112.
- ⚠Nach einem Sturz oder Unfall: Der Arm oder die Schulter ist sichtbar verformt oder Sie können den Arm nicht mehr bewegen.
- ⚠Starke Schwellung, Rötung oder Wärme im Bereich des Gelenks – das kann auf eine Infektion hinweisen.
- ⚠Plötzlich einsetzende, heftige Schmerzen in Schulter oder Oberarm, die nicht nachlassen.
Häufige Symptome
- Schmerzen an der Vorderseite der Schulter oder am oberen Arm
- Schmerzen beim Heben des Arms oder beim Drehen des Unterarms
- Druckschmerz an einer bestimmten Stelle der Sehne
- Ein Knacken oder Reiben bei bestimmten Bewegungen
- Manchmal eine leichte Schwellung oder Rötung
Ursachen
Hauptursachen
- Wiederholte Bewegungen, zum Beispiel schweres Heben oder Arbeiten über Kopf
- Starke Belastung beim Sport, etwa Schwimmen, Tennis oder Krafttraining
- Ein direkter Schlag oder Sturz auf den Arm
- Abnutzung der Sehne mit zunehmendem Alter
Risikofaktoren
- Berufe mit viel Arm- und Schulterarbeit, zum Beispiel Maler, Handwerker oder Pflegekräfte
- Sportarten mit viel Wurf- oder Schwungbewegungen
- Rauchen – es verschlechtert die Durchblutung der Sehnen
- Frühere Verletzungen oder Überlastungsschäden im Schulterbereich
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie können den Arm nicht mehr heben.
- Die Schmerzen werden nach einigen Tagen nicht besser.
- Sie haben Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Schmerzen treten beim Kämmen, Anziehen oder bei alltäglichen Handgriffen auf.
- Die Beschwerden bleiben länger als eine Woche bestehen.
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und wie sie entstanden sind. Danach schaut er sich Ihre Schulter und Ihren Arm an. Er prüft, wo es wehtut, und testet die Beweglichkeit und Kraft. Die Behandlung orientiert sich dabei auch an den Leitlinien der AWMF, also den fachlichen Empfehlungen für Ärzte.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall: Dabei wird die Sehne mit einem Schallkopf auf der Haut sichtbar gemacht.
- Bewegungstests: Sie machen bestimmte Bewegungen, damit der Arzt die betroffene Stelle erkennen kann.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Sie wird nur bei Verdacht auf einen Sehnenriss eingesetzt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nicht lange und tut nicht weh. Sie müssen für die Untersuchung den Oberkörper freimachen. Ihr Arzt erklärt Ihnen danach das Ergebnis und die nächsten Schritte.
Behandlung
Ziel ist es, die Sehne zu entlasten und die Schmerzen zu lindern. In den meisten Fällen hilft eine Kombination aus Schonung, Kühlen und gezielten Übungen. Wenn die Beschwerden länger anhalten, sind Physiotherapie und weitere Behandlungen möglich.
Selbsthilfe zu Hause
- Den Arm für einige Tage schonen – aber nicht ganz stilllegen. Schmerzfreie Bewegungen sind erlaubt.
- Mit einem feuchten Tuch oder Kühlpad für 10 bis 15 Minuten kühlen, mehrmals täglich.
- Bei länger anhaltenden, eher dumpfen Schmerzen kann Wärme wohltun, zum Beispiel ein warmes Kirschkernkissen.
- Schwere Heben und Überkopfarbeit vorübergehend vermeiden.
- Fragen Sie Ihren Apotheker oder Arzt nach geeigneten Schmerzmitteln oder Salben – aber ohne dass hier ein bestimmter Name genannt wird.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann schmerzlindernde oder entzündungshemmende Mittel empfehlen, zum Beispiel als Salbe oder Tablette. Er entscheidet das gemeinsam mit Ihnen. Zusätzlich sind Physiotherapie und manuelle Behandlungen üblich. In hartnäckigen Fällen sind örtliche Injektionen im betroffenen Bereich möglich.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig, zum Beispiel bei einem vollständigen Sehnenriss oder wenn monatelang starke Schmerzen bestehen. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, ob ein Eingriff in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Sie können Ihren Alltag meist schnell wieder aufnehmen. Wichtig ist, auf die Schmerzsignale Ihres Körpers zu achten. Bewegen Sie den Arm, aber vermeiden Sie Bewegungen, die einen stechenden Schmerz auslösen.
Tipps für den Alltag
- Pausen bei einseitigen Tätigkeiten einplanen.
- Den Arbeitsplatz ergonomisch gestalten, zum Beispiel mit Armlehnen oder einem höhenverstellbaren Schreibtisch.
- Schwere Taschen gleichmäßig auf beide Seiten verteilen.
- Auf das Rauchen verzichten – das fördert die Heilung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt die Heilung der Sehne. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist erlaubt. Gezielte Kräftigungs- und Dehnübungen sollten Sie mit einer Physiotherapie besprechen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schmerzen können belasten und zu Schlafproblemen oder Niedergeschlagenheit führen. Das ist normal. Sprechen Sie darüber – mit Ihrem Arzt, der Familie oder einer Beratungsstelle. Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke.
Vorbeugung
Ganz verhindern lässt sich eine Bizepssehnenentzündung nicht. Aber Sie können das Risiko senken: mit Pausen bei belastenden Tätigkeiten, Aufwärmen vor dem Sport und einer guten Technik bei Kraftübungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Schmerzen können chronisch werden und länger als ein halbes Jahr anhalten.
- Es kann ein Sehnenriss entstehen, bei dem Sie den Arm nur noch eingeschränkt heben können.
- Die Schulter kann versteifen, wenn Sie den Arm aus Schmerz zu wenig bewegen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und etwas Geduld bessern sich die meisten Beschwerden deutlich. Viele Menschen werden innerhalb weniger Wochen beschwerdefrei. Auch wenn es manchmal länger dauert – die Aussichten sind gut. Bleiben Sie mit Ihrem Arzt in Kontakt und geben Sie sich Zeit.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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