Knochendichtemessung: Einfach erklärt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Knochendichtemessung (auch Osteodensitometrie genannt) ist ein schmerzfreies Verfahren, mit dem die Stabilität Ihrer Knochen überprüft wird. Sie misst, wie viel Kalzium und andere Mineralien in einem bestimmten Knochenabschnitt enthalten sind. Das hilft festzustellen, ob Ihre Knochen gesund, geschwächt oder bereits von Osteoporose (Knochenschwund) betroffen sind.
Wichtige Fakten
- Die Messung dauert meist nur 10 bis 20 Minuten und ist völlig schmerzfrei.
- Sie wird vor allem zur Früherkennung von Osteoporose eingesetzt.
- Die häufigste Messmethode ist die sogenannte DXA-Messung (Doppel-Röntgen-Absorptiometrie).
- Ein T-Wert (Vergleichswert) gibt an, ob die Knochendichte normal, verringert oder bereits osteoporotisch ist.
- Die Ergebnisse helfen Ihnen und Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um Knochenbrüche zu vermeiden.
Ja, die Knochendichtemessung wird in Deutschland häufig durchgeführt, vor allem bei Menschen ab 50 Jahren. Osteoporose gehört zu den häufigsten Knochenerkrankungen im Alter.
Sie betrifft überwiegend Frauen nach den Wechseljahren, aber auch Männer ab 60 Jahren. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder einer langen Einnahme von Kortison können ebenfalls betroffen sein.
Symptome
- Sturz oder plötzlicher Schmerz mit Unfähigkeit, ein Bein zu belasten oder zu gehen – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Starke Schmerzen im Rücken oder in der Hüfte, die nach einem Sturz auftreten und mit Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen einhergehen.
- ⚠Verdacht auf einen Knochenbruch – suchen Sie noch am selben Tag eine Arztpraxis oder die Notaufnahme auf.
- ⚠Neu aufgetretene starke Rückenschmerzen ohne erkennbare Ursache, die nicht nachlassen.
Häufige Symptome
- Osteoporose verursacht oft lange Zeit keine Symptome – viele bemerken sie erst nach einem Knochenbruch.
- Rückenschmerzen, die durch kleine Wirbelbrüche entstehen können
- Körpergröße nimmt allmählich ab
- Eine gebeugte Haltung (Witwenbuckel) kann sich entwickeln
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird eine Knochendichtemessung nur in besonderen Fällen durchgeführt, zum Beispiel bei chronischen Erkrankungen oder nach längerer Kortisontherapie.
- Symptome wie schnelle Knochenbrüche bei Kindern sollten ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Knochenbrüche, die schon bei einem leichten Sturz entstehen, besonders am Handgelenk, an der Hüfte oder an der Wirbelsäule.
- Plötzliche starke Rückenschmerzen, die auf einen Wirbelbruch hindeuten können.
- Abnahme der Körpergröße um mehr als 3 Zentimeter
Ursachen
Hauptursachen
- Mit zunehmendem Alter verliert der Körper Knochensubstanz, weil der Knochenabbau schneller wird als der Aufbau.
- Bei Frauen sinkt nach den Wechseljahren der Östrogenspiegel, was den Knochenabbau beschleunigt.
- Auch ein Mangel an Kalzium und Vitamin D schwächt die Knochen.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht und höheres Alter (über 50 Jahre)
- Familiäre Vorbelastung (Osteoporose bei Eltern oder Geschwistern)
- Niedriges Körpergewicht
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
- Bewegungsmangel
- Langfristige Einnahme von Kortisonpräparaten
- Erkrankungen wie Rheuma, Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach einem Sturz Schmerzen haben oder einen Knochen nicht mehr belasten können.
- Wenn Sie plötzlich starke Rückenschmerzen verspüren, die in Ruhe nicht besser werden.
- Wenn Sie mehrere Knochenbrüche ohne starke Gewalteinwirkung erleiden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Frauen ab 65 und Männer ab 70 Jahren sollten mindestens einmal ihre Knochendichte messen lassen.
- Wenn Sie frühere Knochenbrüche hatten oder Risikofaktoren für Osteoporose vorliegen, kann eine Messung schon früher sinnvoll sein.
- Wenn Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt Sie zu einer Messung überweist, folgen Sie der Empfehlung.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel mit einer speziellen DXA-Messung gestellt. Dabei werden meist die Lendenwirbelsäule und der obere Oberschenkelknochen untersucht. Das Ergebnis wird als T-Wert angegeben. Liegt der T-Wert bei -2,5 oder darunter, spricht man von Osteoporose.
Mögliche Untersuchungen
- DXA-Messung (Doppel-Röntgen-Absorptiometrie) – das Standardverfahren
- Bei Bedarf: Computertomografie mit spezieller Software (QCT)
- Ultraschallmessung am Fersenbein wird zur ersten Einschätzung manchmal genutzt, ist aber nicht das Standardverfahren
- Blutuntersuchungen, um andere Ursachen für Knochenschwund auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Messung ist unkompliziert: Sie liegen bekleidet auf einer Liege, das Gerät fährt über den Körper und nimmt Aufnahmen. Sie spüren nichts. Die Auswertung dauert ein paar Minuten und wird anschließend mit Ihnen besprochen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, was der T-Wert für Sie persönlich bedeutet.
Behandlung
Die Behandlung von Osteoporose oder verringerter Knochendichte hängt von Ihrem persönlichen Risiko ab. Ziel ist es, Knochenbrüche zu verhindern und die Knochen möglichst stabil zu halten. Dazu gehören ausreichend Bewegung, eine knochenfreundliche Ernährung und in manchen Fällen auch Medikamente. Dabei gilt: Behandelt wird nicht nur der Messwert, sondern immer der ganze Mensch.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung: 30 Minuten zügiges Gehen, Treppensteigen oder leichtes Krafttraining an vielen Tagen der Woche unterstützen den Knochenaufbau.
- Sturzsicherheit erhöhen: Teppiche fixieren, Kabel wegräumen, gute Beleuchtung und rutschfeste Schuhe.
- Auf Rauchen verzichten und Alkohol nur in Maßen genießen.
- Achten Sie auf eine ausreichende Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr – am besten über Nahrung oder nach ärztlicher Beratung über Nahrungsergänzung.
Medizinische Behandlungen
Es gibt mehrere Gruppen von Medikamenten, die den Knochenschwund verlangsamen oder den Knochenaufbau fördern können. Diese werden meist als Tabletten, Spritzen oder Infusion verabreicht. Welches Medikament für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand Ihrer Knochendichte, Ihres Alters, möglicher Vorerkrankungen und anderer Medikamente, die Sie einnehmen. Auch eine Vitamin-D- und Kalziumergänzung wird oft empfohlen – aber bitte immer erst mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nicht direkt zur Behandlung der Knochendichte nötig, aber wenn bereits ein Knochenbruch eingetreten ist, zum Beispiel an der Hüfte, ist meist eine Operation erforderlich, um die Bruchstücke zu stabilisieren.
Leben mit der Erkrankung
Mit Osteoporose oder verringerter Knochendichte kann man sehr gut leben, wenn man ein paar Dinge beachtet. Vermeiden Sie abrupte Drehbewegungen und schweres Heben. Alltagsaktivitäten wie Einkaufen oder Gartenarbeit sind weiterhin möglich – hören Sie nur auf Ihren Körper und nutzen Sie Hilfsmittel wie einen Einkaufswagen zur Stabilität.
Tipps für den Alltag
- Bleiben Sie in Bewegung – tägliche Spaziergänge, Gymnastik oder Wassergymnastik halten die Gelenke und Knochen aktiv.
- Trainieren Sie Gleichgewicht und Kraft, zum Beispiel mit einem altersgerechten Kurs.
- Planen Sie ausreichend Zeit für Mahlzeiten ein, die reich an Kalzium sind (z. B. Milchprodukte, grünes Gemüse, kalziumreiches Mineralwasser).
- Sorgen Sie für Vitamin D – regelmäßige kurze Sonnenlichtexposition und bei Bedarf ärztlich empfohlene Präparate.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit 1000 mg Kalzium pro Tag (entspricht etwa 3 Portionen Milchprodukte plus grünem Gemüse) und ausreichend Vitamin D ist wichtig. Vermeiden Sie starken Koffeinkonsum und sehr salzreiche Speisen, da diese die Kalziumausscheidung erhöhen können. Bewegung mit eigener Muskelkraft – wie Nordic Walking, Tanzen oder Treppensteigen – regt den Knochenstoffwechsel an.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Osteoporose kann Angst auslösen, besonders vor Stürzen und Brüchen. Diese Sorge ist verständlich, aber lassen Sie sich davon nicht lähmen. Es gibt heute gute Möglichkeiten, das Bruchrisiko deutlich zu senken. Wenn die Angst den Alltag belastet, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und holen Sie sich gegebenenfalls professionelle Unterstützung.
Vorbeugung
Ja, ein Teil von Osteoporose lässt sich verhindern oder zumindest hinauszögern. Besonders wichtig sind ausreichend Bewegung, eine knochenfreundliche Ernährung mit Kalzium und Vitamin D, kein Rauchen und ein maßvoller Alkoholkonsum. Ein aktiver Lebensstil schützt nicht nur die Knochen, sondern auch Ihre Muskeln und Ihr Gleichgewicht.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland bietet das gesetzliche Früherkennungsprogramm keine allgemeine Knochendichtemessung für alle an. Ärztinnen und Ärzte orientieren sich bei der Entscheidung an den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und am persönlichen Risikoprofil. Sprechen Sie bei Ihrer Vorsorgeuntersuchung an, ob eine Messung für Sie sinnvoll sein könnte.
Komplikationen
Unbehandelt
- Deutlich erhöhtes Risiko für Knochenbrüche auch bei leichten Stürzen.
- Wirbelkörperbrüche können zu chronischen Rückenschmerzen und einer dauerhaften Fehlhaltung führen.
- Ein Oberschenkelhalsbruch im Alter bedeutet oft einen längeren Krankenhausaufenthalt und den Verlust von Selbstständigkeit.
Langzeitprognose
Auch wenn Osteoporose eine ernste Erkrankung ist, gibt es heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Die meisten Menschen können mit einer angepassten Therapie, gesunder Ernährung und Bewegung weiterhin ein aktives und selbstbestimmtes Leben führen. Je früher die Knochendichte bekannt ist, desto besser lassen sich Brüche vermeiden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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