Brustabszess – Ursachen, Symptome und Behandlung
Übersicht
Ein Brustabszess ist eine mit Eiter gefüllte Höhle im Brustgewebe. Eiter ist eine Ansammlung von weißen Blutkörperchen, Bakterien und abgestorbenem Gewebe. Er entsteht meist als Folge einer Brustentzündung, besonders bei stillenden Frauen.
Wichtige Fakten
- Ein Brustabszess ist eine schmerzhafte, eitrige Schwellung in der Brust.
- Er entsteht häufig aus einer Brustentzündung (Mastitis), besonders beim Stillen.
- Mit ärztlicher Behandlung heilt ein Brustabszess in den meisten Fällen gut ab.
Ein Brustabszess ist nicht sehr häufig, kommt aber vor allem bei stillenden Frauen vor. Gelegentlich tritt er auch bei nicht stillenden Frauen oder – sehr selten – bei Männern auf.
Hauptsächlich betrifft er stillende Frauen. Aber auch nicht stillende Frauen können einen Brustabszess bekommen, und in seltenen Fällen sogar Männer.
Symptome
- Wenn zu den Brustbeschwerden plötzlich hohes Fieber über 39°C mit Schüttelfrost auftritt
- Bei Verwirrtheit oder starkem Schwächegefühl
- Bei Atemnot oder Kreislaufproblemen (zum Beispiel schneller Puls, Benommenheit)
- Wenn sich eine Rötung sehr schnell ausbreitet, trotz Medikamenten
- ⚠Wenn sich ein schmerzhafter Knoten in der Brust innerhalb von 24 Stunden bildet
- ⚠Bei Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl
- ⚠Wenn sich die Schmerzen trotz Schonung und Hausmitteln verschlimmern
- ⚠Wenn aus der Brustwarze Eiter austritt
Häufige Symptome
- Schmerzhafte Schwellung oder harter Knoten in der Brust
- Rötung und Überwärmung der Haut über der Stelle
- Druckgefühl oder Spannungsgefühl in der Brust
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Eitriger Ausfluss aus der Brustwarze möglich
- Geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist ein Brustabszess sehr selten. Bei Säuglingen kann in den ersten Lebenswochen eine schmerzhafte Schwellung unter der Brustwarze auftreten, begleitet von Rötung und gelegentlich Fieber.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Symptome manchmal weniger deutlich. Es kann eine eher schmerzlose Schwellung auftreten, ohne Rötung oder Fieber. Auch ungewöhnliche Veränderungen der Brust sollten ernst genommen werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien, meist Staphylokokken, die durch kleine Risse in der Brustwarze in das Brustgewebe gelangen
- Ein verstopfter Milchgang bei stillenden Frauen, der eine Brustentzündung begünstigt
- Eine unbehandelte oder nicht richtig ausheilende Brustentzündung
Risikofaktoren
- Stillen, besonders in den ersten Wochen nach der Geburt
- Risse oder wunde Brustwarzen
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Diabetes oder andere Erkrankungen
- Rauchen
- Schlechte Durchblutung der Brust, etwa bei bestehender Gefäßerkrankung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie stillen und eine schmerzhafte Schwellung in der Brust bemerken
- Bei Fieber, Schüttelfrost oder stark zunehmenden Schmerzen
- Wenn sich die Haut der Brust stark rötet und heiß anfühlt
- Wenn ein Knoten innerhalb kurzer Zeit größer wird
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn ein Knoten in der Brust länger als eine Woche besteht oder sich nicht zurückbildet
- Bei unklaren Veränderungen der Brust, die Sie vorher noch nie bemerkt haben
- Wenn Sie sich allgemein krank fühlen und eine Schwellung in der Brust haben
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und untersucht die Brust. Meist ist ein Brustabszess schon durch Tasten und das Krankheitsbild zu erkennen. Eine Ultraschalluntersuchung bestätigt den Befund und zeigt, wie groß die Höhle ist.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: die Brust wird abgetastet und angesehen
- Ultraschall der Brust, um die Flüssigkeitsansammlung zu erkennen
- Bei unklarem Befund kann eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden
- Blutuntersuchung, wenn Fieber oder Zeichen einer schweren Infektion bestehen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzarm und dauert nicht lange. Sie liegen dabei auf dem Rücken und müssen die Brust freimachen. Die Ärztin oder der Arzt untersucht beide Brüste und tastet auch die Achselhöhlen ab. Bei der Ultraschalluntersuchung wird ein Gel auf die Haut aufgetragen und ein Schallkopf über die Brust geführt – das ist völlig schmerzfrei.
Behandlung
Ein Brustabszess muss medizinisch behandelt werden, weil er von selbst nur selten ausheilt. Die Behandlung richtet sich nach Größe und Lage des Abszesses. Meist wird der Eiter entleert und zusätzlich ein Antibiotikum gegeben.
Selbsthilfe zu Hause
- Kühlen Sie die Stelle mit einem sauberen Tuch oder einem Kühlpad – aber niemals direkt auf der Haut, sondern mit einem Tuch dazwischen.
- Sie können weiter stillen oder abpumpen, wenn es nicht zu schmerzhaft ist. Fragen Sie im Zweifel Ihre Hebamme oder Ihren Arzt.
- Trinken Sie ausreichend und gönnen Sie sich Ruhe.
- Drücken Sie die schmerzende Stelle nicht aus, das kann die Entzündung verschlimmern.
Medizinische Behandlungen
Die wichtigste Behandlung ist die Entlastung des Abszesses. Das kann durch eine Punktion mit einer feinen Nadel unter Ultraschallkontrolle erfolgen. Manchmal ist ein kleiner Hautschnitt nötig, damit der Eiter abfließen kann. Zusätzlich wird in der Regel ein Antibiotikum verordnet. Welches Medikament für Sie das richtige ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Die Behandlung folgt den Empfehlungen der AWMF-Leitlinien, um eine gute Heilung zu erreichen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig, etwa wenn der Abszess sehr groß ist oder sich mit der Nadel nicht entleeren lässt. Dabei wird in örtlicher Betäubung ein kleiner Schnitt gemacht und der Eiter abgelassen. Eingriffe an der Brust werden heute so schonend wie möglich durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Während der Behandlung sollten Sie die betroffene Brust täglich beobachten. Achten Sie auf Rötung, Schwellung und Schmerzen. Nehmen Sie Schmerzmittel nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt und halten Sie die Haut sauber und trocken. Wenn ein kleiner Schnitt gesetzt wurde, müssen Sie die Wunde je nach Anleitung des Arztes pflegen.
Tipps für den Alltag
- Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Ruhe, bis die Entzündung abgeklungen ist.
- Vermeiden Sie enge Bügel-BHs oder Kleidung, die auf die Brust drückt.
- Bei Schmerzen beim Stillen hilft eine Stillberaterin oder Ihre Hebamme.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihr Immunsystem. Leichte Bewegung ist in Ordnung, aber verzichten Sie auf anstrengenden Sport, bis die Beschwerden abgeklungen sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Brustabszess kann besonders in der Stillzeit emotional belastend sein. Es ist normal, sich Sorgen zu machen oder sich unsicher zu fühlen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner, Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin. Wenn Sie merken, dass die Gedanken Sie sehr belasten, ist ein Gespräch mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt ein guter Schritt.
Vorbeugung
Nicht jeder Brustabszess lässt sich verhindern. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie auf eine gute Brustpflege achten, wunde Brustwarzen frühzeitig behandeln lassen und eine Brustentzündung nicht verschleppen. Wenn Sie stillen, hilft es, das Baby häufig anzulegen und auf einen guten Trinkrhythmus zu achten.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen Brustabszesse. Ein aktualisierter Impfschutz gegen Tetanus kann allgemein vor Wundinfektionen schützen, dafür spricht Sie am besten Ihre Hausärztin an.
Früherkennungsprogramme
Für gesunde Frauen ohne Symptome gibt es keine spezielle Vorsorge, die einen Brustabszess verhindert. Achten Sie dennoch auf Veränderungen Ihrer Brust und nehmen Sie die regulären Krebsvorsorgeuntersuchungen wahr, die Ihr Arzt mit Ihnen bespricht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Infektion kann sich auf das umliegende Brustgewebe ausbreiten
- Es kann sich eine Fistel bilden, also ein unnatürlicher Gang, der zur Hautoberfläche führt
- Bakterien können ins Blut gelangen und eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen
- Nach Abheilen kann an derselben Stelle erneut ein Abszess entstehen
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Behandlung heilt ein Brustabszess in den allermeisten Fällen vollständig aus. Die Brust erholt sich meist gut, und sichtbare Narben sind selten. Auch das Stillen ist nach Absprache mit dem Arzt häufig weiterhin möglich. Lassen Sie sich nicht entmutigen – die Aussichten sind bei guter Behandlung sehr positiv.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Zu den für diesen Artikel verwendeten Quellen gehören die unten aufgeführten Referenzen.
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
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