Brustkrebs bei Frauen
Übersicht
Brustkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Brust. Dabei verändern sich Zellen in der Brust und vermehren sich unkontrolliert. Wenn Brustkrebs früh erkannt wird, sind die Behandlungsmöglichkeiten heute sehr gut.
Wichtige Fakten
- Brustkrebs entsteht meist in den Milchgängen oder den Drüsenläppchen der Brust.
- Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
- Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die individuell auf jede Frau abgestimmt werden.
Ja. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran.
Brustkrebs kann jede Frau betreffen. Das Risiko steigt mit dem Alter, besonders ab 50 Jahren. Auch jüngere Frauen können erkranken. Sehr selten erkranken auch Männer, dieser Artikel konzentriert sich jedoch auf Frauen.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112, wenn plötzlich starke Atemnot, starke Brustschmerzen oder Bewusstseinsstörungen auftreten. Das können Zeichen von Komplikationen sein.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn eine Brust plötzlich stark schwillt, sich rötet und Fieber auftritt.
- ⚠Bei blutigem Ausfluss aus der Brustwarze sollten Sie ebenfalls schnell ärztlich vorstellig werden.
Häufige Symptome
- Tastbarer Knoten oder Verhärtung in der Brust oder in der Achselhöhle
- Größen- oder Formveränderung einer Brust
- Hautveränderungen wie Dellen oder Einziehungen
- Veränderungen der Brustwarze, zum Beispiel Einziehung oder nässende Stelle
- Rötung oder Entzündung der Brusthaut
- Anhaltender Schmerz in der Brust, der nicht verschwindet
Symptome bei Kindern
- Brustkrebs kommt bei Kindern praktisch nicht vor. Veränderungen in der Brust bei Kindern sollten dennoch immer ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Frauen können die Symptome weniger deutlich sein. Auch eine neu auftretende Einziehung, Rötung oder ein Knoten sollte ernst genommen werden. Brustkrebs ist auch im hohen Alter behandelbar.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von Brustkrebs ist nicht vollständig bekannt.
- Brustkrebs entsteht, wenn das Erbgut von Zellen in der Brust geschädigt wird und sich die Zellen dadurch unkontrolliert vermehren.
- Hormone wie Östrogen können das Wachstum bestimmter Brustkrebsarten beeinflussen.
Risikofaktoren
- Zunehmendes Alter, besonders ab 50 Jahren
- Erbliche Vorbelastung, zum Beispiel durch Veränderungen in den BRCA-Genen
- Frühere Strahlenbestrahlung des Brustbereichs
- Übergewicht und wenig körperliche Bewegung
- Regelmäßiger Alkoholkonsum
- Rauchen
- Langjährige Hormonersatztherapie in den Wechseljahren
- Späte erste Schwangerschaft oder Kinderlosigkeit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie einen Knoten in der Brust oder Achselhöhle ertasten.
- Wenn sich die Form oder Größe einer Brust verändert hat.
- Wenn Sie Hautveränderungen wie Dellen, Einziehungen oder Orangenhaut bemerken.
- Wenn sich die Brustwarze verändert oder nässend ist.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nehmen Sie die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt wahr.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Danach folgt eine körperliche Untersuchung der Brust und der Lymphknoten in der Achselhöhle. Zur Sicherung der Diagnose werden bildgebende Verfahren und oft auch eine Gewebeprobe eingesetzt.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall der Brust
- Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust)
- Gewebeprobe (Biopsie) zur genauen Untersuchung der Zellen
- Magnetresonanztomographie (MRT) bei bestimmten Fragestellungen
- Untersuchung der Lymphknoten, falls erforderlich
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Eine Gewebeprobe ist der wichtigste Schritt, um Brustkrebs sicher festzustellen. Sie wird meist in örtlicher Betäubung entnommen und anschließend im Labor untersucht. Bis zum Ergebnis kann es einige Tage dauern. Ihr Behandlungsteam bespricht alle Befunde persönlich mit Ihnen. Es orientiert sich dabei an aktuellen medizinischen Leitlinien, unter anderem der S3-Leitlinie zum Mammakarzinom der AWMF.
Behandlung
Die Behandlung von Brustkrebs hängt von der Art, Größe, Ausbreitung und den biologischen Eigenschaften des Tumors ab. Ärztinnen und Ärzte erstellen für jede Frau einen persönlichen Behandlungsplan. Dabei werden die Behandlungsmöglichkeiten ausführlich erklärt, und Sie können auch eine zweite ärztliche Meinung einholen.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Unterstützung von Familie und Freunden an.
- Achten Sie auf ausreichend Ruhe und Schlaf.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, sobald es Ihnen möglich ist.
- Sprechen Sie Ängste und Sorgen offen mit Ihrem Behandlungsteam.
Medizinische Behandlungen
Mögliche Behandlungen sind eine Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Hormontherapie oder sogenannte zielgerichtete Therapien. Welche Behandlung oder Kombination infrage kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Ihr Behandlungsteam erklärt Ihnen die Optionen und die möglichen Nebenwirkungen im Einzelnen. Alle Behandlungen werden nach den aktuellen medizinischen Leitlinien geplant.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei den meisten Frauen ist eine Operation Teil der Behandlung. Dabei wird der Tumor entfernt. Je nach Situation wird nur der Tumor oder ein Teil der Brust entfernt, manchmal auch die gesamte Brust. Das Ausmaß der Operation wird immer vorher ausführlich mit Ihnen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Viele Frauen kommen gut mit den Veränderungen während der Behandlung zurecht, wenn sie sich Zeit geben und auf ihren Körper hören. Es kann helfen, den Alltag an schwierigen Tagen zu vereinfachen und sich nicht zu überfordern.
Tipps für den Alltag
- Bewegung kann Müdigkeit verringern und das Wohlbefinden stärken.
- Eine ausgewogene Ernährung unterstützt den Körper während und nach der Behandlung.
- Verzichten Sie auf Alkohol oder schränken Sie ihn stark ein.
- Wenn Sie rauchen, suchen Sie Unterstützung für den Ausstieg.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten wird empfohlen. Moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen ist in den meisten Fällen möglich und wohltuend. Besprechen Sie Ihre sportlichen Pläne vorher mit Ihrem Behandlungsteam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Brustkrebs kann Ängste, Trauer und seelische Belastung auslösen. Das ist ganz normal. Scheuen Sie sich nicht, offen darüber zu sprechen. Psychosoziale Betreuung und Gespräche mit Psychologinnen und Psychologen können helfen, mit der Situation umzugehen.
Vorbeugung
Brustkrebs lässt sich nicht sicher verhindern. Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko aber senken: Nicht rauchen, wenig Alkohol trinken, sich regelmäßig bewegen und ein normales Körpergewicht halten.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen Brustkrebs.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland haben Frauen ab 30 Jahren Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung der Brust. Frauen von 50 bis 69 Jahren können alle zwei Jahre am Mammographie-Screening teilnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Vor- und Nachteile.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung kann Brustkrebs weiterwachsen und in umliegendes Gewebe einwachsen.
- Es können Tochtergeschwülste in anderen Organen entstehen, sogenannte Metastasen.
- Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.
Langzeitprognose
Die Heilungschancen bei Brustkrebs sind insgesamt gut, besonders wenn die Erkrankung früh erkannt wird. Die Behandlungsmöglichkeiten werden ständig besser. Auch bei fortgeschrittenem Brustkrebs gibt es heute wirksame Behandlungen, die das Leben verlängern und Beschwerden lindern können.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Zu den für diesen Artikel verwendeten Quellen gehören die unten aufgeführten Referenzen.
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
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