Brustrekonstruktion und Mastektomie
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Mastektomie ist eine Operation, bei der das gesamte Brustgewebe entfernt wird – meist weil dort Krebs vorliegt. Die Brustrekonstruktion ist eine weitere Operation, die die Form der Brust wiederherstellt. Beides sind operative Eingriffe, die gut geplant und ausführlich besprochen werden.
Wichtige Fakten
- Die Mastektomie wird hauptsächlich zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt.
- Eine Brustrekonstruktion kann sofort nach der Mastektomie oder später durchgeführt werden.
- Für die Rekonstruktion gibt es mehrere Möglichkeiten: Implantate oder körpereigenes Gewebe.
- Die Rekonstruktion dient der Wiederherstellung der äußeren Form, nicht der Behandlung des Krebses.
Eine Mastektomie ist eine der häufigsten Operationen bei Brustkrebs. Auch die Brustrekonstruktion wird in Deutschland häufig durchgeführt, wenn Frauen es wünschen.
Betroffen sind zum einen Frauen mit Brustkrebs. Auch Männer, bei denen Brustkrebs auftritt, können diese Operation erhalten. Zudem gibt es Menschen, die wegen eines hohen erblichen Risikos eine vorbeugende Mastektomie wählen.
Symptome
- Starke, nicht nachlassende Blutungen aus der Wunde
- Plötzliche Atemnot oder Engegefühl in der Brust
- Schwindel, Bewusstlosigkeit oder Kreislaufkollaps
- Plötzliche, starke Schwellung des Arms oder der Brust
- ⚠Fieber über 38,5 Grad Celsius, insbesondere mit Schüttelfrost
- ⚠Eine sich öffnende Wunde oder Ablaufen von viel Wundflüssigkeit
- ⚠Rötungen, die auf die Brust oder den Bauch ausstrahlen
- ⚠Anhaltende, starke Schmerzen, die nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Schmerzhaftigkeit und Spannungsgefühl in der Brust und im Operationsgebiet
- Schwellung und Blutergüsse, die nach einigen Tagen nachlassen
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in der Haut an der Brust
- Müdigkeit und allgemeines Erschöpfungsgefühl in den ersten Wochen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern oder Jugendlichen kommt diese Operation praktisch nicht vor. Sollte in sehr seltenen Fällen eine Operation nötig sein, wird dies individuell in spezialisierten Zentren geplant.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen brauchen oft etwas länger zum Heilen. Stürze, Hautprobleme und Begleiterkrankungen werden zusätzlich beachtet. Die Nachsorge dauert manchmal länger.
Ursachen
Hauptursachen
- Brustkrebs (das ist der häufigste Grund für eine Mastektomie)
- Ein sehr hohes erbliches Risiko für Brustkrebs (vorbeugende Entfernung)
- Fortgeschrittene, gutartige Erkrankungen, bei denen das Brustgewebe dauerhaft schmerzt und keine andere Behandlung hilft (sehr selten)
Risikofaktoren
- Mutationen in bestimmten Genen, zum Beispiel BRCA1 oder BRCA2
- Brustkrebsfälle in der Familie, insbesondere bei engen Verwandten
- Eine frühere Strahlenbehandlung im Bereich des Brustkorbs
- Alter über 50 Jahre (Risiko für Brustkrebs steigt mit dem Alter)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber, Schüttelfrost oder übelriechende Wundflüssigkeit nach der Operation
- Wenn sich die Wunde öffnet oder die Nähte platzen
- Plötzliche starke Schmerzen oder eine Schwellung im Operationsgebiet
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vor einer geplanten Mastektomie ein Beratungsgespräch über mögliche Rekonstruktionen führen
- Bei einem Knoten, einer Einziehung der Haut oder Veränderungen der Brust einen Termin beim Frauenarzt oder Hausarzt machen
- Auch nach Jahren der Operation bei Veränderungen am Implantat oder an der Narbe ärztlichen Rat holen
Diagnose
Eine Mastektomie und Brustrekonstruktion sind keine Diagnosen, sondern Behandlungsmaßnahmen. Zuvor muss festgestellt werden, ob Brustkrebs vorliegt oder ein hohes Risiko besteht. Durch Gewebeproben (Biopsie) und bildgebende Verfahren wird eine genaue Diagnose gestellt.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung der Brust durch Ärztin oder Arzt
- Ultraschall der Brust
- Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust)
- Magnetresonanztomographie (MRT), wenn weitere Details nötig sind
- Gewebeprobe (Biopsie), bei der eine feine Nadel zur Zellentnahme verwendet wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihr Behandlungsteam wird mit Ihnen alle Befunde Schritt für Schritt besprechen. Sie erhalten Zeit für Fragen und werden durch eine ausführliche Aufklärung auf die Möglichkeit einer Mastektomie und Rekonstruktion vorbereitet.
Behandlung
Die Behandlung umfasst zwei Teile. Zuerst wird das erkrankte Brustgewebe entfernt (Mastektomie). Danach oder in derselben Operation kann die Brust geformt und wiederhergestellt werden (Brustrekonstruktion). Welches Verfahren das richtige ist, hängt von der Erkrankung, der Körperform und den persönlichen Wünschen ab.
Selbsthilfe zu Hause
- In den ersten Wochen sollte man sich schonen und schweres Heben vermeiden.
- Die Wunde sauber und trocken halten und die Nähte vom Arzt kontrollieren lassen.
- Abflussröhrchen (Drainagen) werden vom Pflegeteam angelegt und regelmäßig beobachtet.
- Einen weichen, nicht einengenden BH tragen, der die Brust stützt.
- Bewegungsübungen, die auf Anraten der Physiotherapie durchgeführt werden, fördern die Heilung.
Medizinische Behandlungen
Zur Vorbeugung von Wundinfektionen können Antibiotika verabreicht werden. Gegen Schmerzen stehen Schmerzmittel zur Verfügung, die individuell angepasst werden. Wichtig ist, dass keine Schmerzmittel aus eigener Entscheidung ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden. Die Operation selbst wird unter Vollnarkose durchgeführt. Bei der Rekonstruktion stehen zwei Grundprinzipien zur Verfügung: Brustimplantate aus Silikon oder mit Kochsalzfüllung, also künstliche Formkörper, oder die Transplantation von körpereigenem Gewebe aus Bauch, Rücken oder Oberschenkel. Beide Wege haben Vor- und Nachteile, die besprochen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Mastektomie wird dann durchgeführt, wenn der Tumor zu groß für eine brusterhaltende Operation ist, mehrere Tumoren vorliegen oder genetische Risiken bestehen. Die Rekonstruktion kann sofort oder später erfolgen, je nach Empfehlung des Teams.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Operation fühlt sich die Brust oft anders an. Manche Frauen haben kein Gefühl in der Haut. Nach und nach gewöhnt man sich an das neue Körpergefühl. Narben können mit der Zeit blasser werden. Es ist hilfreich, Geduld mit sich selbst zu haben.
Tipps für den Alltag
- Rechtzeitig zu körperlicher Aktivität zurückkehren, aber langsam steigern.
- Auf das Rauchen verzichten, da es die Wundheilung verzögert.
- Den Arm auf der betroffenen Seite konsequent schonen, bis der Arzt Entwarnung gibt.
- Bei Alarmzeichen wie Rötung oder Fieber sofort ärztliche Hilfe holen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Protein unterstützt die Heilung. Trinken Sie genug Wasser. Sport und Bewegung helfen beim Wohlbefinden. Beginnen Sie mit leichtem Gehen und besprechen Sie intensivere Übungen vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapeutin.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Brust verändert das eigene Bild von sich selbst. Viele Frauen fühlen sich unsicher, traurig oder wütend. Es ist wichtig, diese Gefühle nicht zu verstecken. Wer Unterstützung braucht, kann mit der Ärztin, dem Arzt oder in einer Psychoonkologie-Sprechstunde sprechen.
Vorbeugung
Eine Mastektomie kann bei sehr hohem erblichem Risiko als Vorbeugung eingesetzt werden. Eine Brustrekonstruktion selbst verhindert keinen Krebs. Die wichtigste Vorsorge ist die regelmäßige Tastuntersuchung und Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt.
Früherkennungsprogramme
Häufig wird die Mammographie ab einem bestimmten Alter von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten. Die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen hilft, Brustkrebs früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine bösartige Erkrankung ohne Behandlung bleibt, kann der Tumor weiterwachsen und in andere Organe streuen.
- Eine hohe erbliche Belastung ohne vorbeugende Maßnahmen kann die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs dauerhaft hoch halten.
Langzeitprognose
Die Behandlungsergebnisse bei Brustkrebs sind heute sehr gut. Die meisten Patientinnen und Patienten können nach der Operation den Alltag wieder aufnehmen. Auch mit einer Rekonstruktion kann die Brust natürlich wirken. Welche Option für Sie am besten ist, klärt das Behandlungsteam mit Ihnen – Sie geben das Tempo an.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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