Brenner-Tumor: Informationen in verständlicher Sprache
Übersicht
Ein Brenner-Tumor ist eine seltene Wucherung am Eierstock. In den meisten Fällen ist sie gutartig, das heißt nicht bösartig. Nur sehr selten kann der Tumor bösartig entarten. Er entsteht aus bestimmten Zellen des Eierstockgewebes und wächst meist langsam.
Wichtige Fakten
- Ein Brenner-Tumor ist in über 90 Prozent der Fälle gutartig.
- Er wird oft zufällig bei einer gynäkologischen Untersuchung entdeckt.
- Die Erkrankung ist selten – pro Jahr erkranken schätzungsweise weniger als 1 von 100.000 Frauen.
- Die Behandlung richtet sich nach Größe, Wachstum und Gewebebefund – meist ist eine Operation ausreichend.
Nein, der Brenner-Tumor ist ein seltener Tumor des Eierstocks. In der medizinischen Literatur wird er als seltene Tumorentität beschrieben.
Der Brenner-Tumor tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, die noch Eierstöcke haben – also bei Personen mit weiblichen Geschlechtsorganen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt etwa zwischen 50 und 60 Jahren. Auch jüngere Frauen und – sehr selten – Mädchen können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Bauchschmerzen
- Ohnmachtsanfall oder Kreislaufversagen
- Zeichen einer inneren Blutung – zum Beispiel starke Blässe, schneller Puls, kalter Schweiß
- Bei diesen Symptomen: Sofort den Notruf 112 wählen und um Hilfe bitten.
- ⚠Anhaltende oder zunehmende Bauchschmerzen
- ⚠Fieber ohne erkennbare Ursache
- ⚠Schnelle Zunahme des Bauchumfangs
- ⚠Sehr starke oder ungewöhnliche vaginale Blutungen
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag eine Ärztin oder einen Arzt auf – in der Notaufnahme oder in der gynäkologischen Praxis.
Häufige Symptome
- Viele Betroffene haben keine Beschwerden. Der Tumor wird häufig als Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.
- Mögliche Anzeichen sind ein Druckgefühl oder Schmerzen im Unterbauch.
- Manche Frauen bemerken einen geschwollenen Bauch oder einen tastbaren Knoten.
- Unregelmäßige Blutungen können auftreten, sind aber nicht typisch für den Brenner-Tumor.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist der Brenner-Tumor äußerst selten. Falls er auftritt, kann er sich durch Bauchschmerzen, eine sichtbare Bauchvorwölbung oder ein allgemeines Krankheitsgefühl bemerkbar machen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch bei älteren Frauen verursacht der Tumor oft keine Symptome. Beschwerden wie Völlegefühl, zunehmender Bauchumfang oder leichte Unterbauchschmerzen sollten dennoch ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Man geht davon aus, dass Veränderungen im Erbgut der Zellen am Eierstock eine Rolle spielen.
- Es gibt keine Hinweise, dass der Tumor ansteckend ist oder durch bestimmte Lebensgewohnheiten ausgelöst wird.
Risikofaktoren
- Das Alter: Häufig tritt der Tumor bei Frauen zwischen 50 und 60 Jahren auf.
- Das weibliche Geschlecht, da der Tumor am Eierstock entsteht.
- Eine familiäre Vorbelastung mit Eierstocktumoren kann das Risiko möglicherweise leicht erhöhen, ist aber kein direkter Auslöser.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Notfallsymptome bemerken – wie plötzliche sehr starke Bauchschmerzen, Ohnmacht oder Anzeichen einer Blutung –, wählen Sie sofort die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie einen geschwollenen Bauch, anhaltende Unterbauchschmerzen oder ungewöhnliche Blutungen beobachten, vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
- Auch ohne Beschwerden, aber mit familiärer Vorbelastung für Eierstocktumoren, ist ein Gespräch bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung sinnvoll.
Diagnose
Zur Diagnose gehören eine körperliche Untersuchung, eine Ultraschalluntersuchung des Bauches und des Beckens sowie meist eine Gewebeuntersuchung. Manchmal wird der Tumor erst bei einer Operation entdeckt und anschließend im Labor genau untersucht. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt orientiert sich dabei an den aktuellen medizinischen Leitlinien, unter anderem den AWMF-Leitlinien zu Tumoren des Eierstocks.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (Sonographie) des Beckens – er zeigt die Größe, Lage und Struktur des Tumors.
- Eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT), wenn genauere Bilder nötig sind.
- Eine Blutuntersuchung – der Tumormarker CA-125 ist beim Brenner-Tumor oft nicht erhöht und hilft daher nicht immer.
- Eine feingewebliche Untersuchung (Histologie) nach der Operation – sie gibt endgültige Sicherheit, ob der Tumor gut- oder bösartig ist.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel unkompliziert und schmerzarm. Die endgültige Diagnose wird meist nach der feingeweblichen Untersuchung gestellt. Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt wird alle Ergebnisse persönlich mit Ihnen besprechen und den nächsten Schritt erklären.
Behandlung
Welche Behandlung die richtige ist, hängt von der Größe und dem Gewebebefund des Tumors ab sowie von Ihrem Alter und Ihrem Kinderwunsch. Bei gutartigen Brenner-Tumoren ist die Operation meist ausreichend und zur Heilung. Die meisten Brenner-Tumoren sind gutartig und müssen nicht mit weiteren Therapien behandelt werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich in den ersten Tagen nach der Operation und steigern Sie Ihre Aktivität langsam.
- Trinken Sie ausreichend Wasser und achten Sie auf eine leichte, ausgewogene Ernährung.
- Falls Sie Schmerzmittel erhalten, nehmen Sie diese genau nach Anweisung ein.
- Bei Fieber, starken Schmerzen oder Wundproblemen wenden Sie sich sofort an Ihr Behandlungsteam.
Medizinische Behandlungen
Es gibt keine spezifischen Medikamente, die einen Brenner-Tumor gezielt behandeln. Wenn der Tumor bösartig ist, wird die Behandlung individuell geplant und kann eine Operation, eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie umfassen. Ihr Behandlungsteam wird jeden Schritt ausführlich mit Ihnen besprechen und auf Ihre persönliche Situation abstimmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei fast allen Brenner-Tumoren nötig, um die Diagnose zu sichern und das Gewebe zu entfernen. Bei gutartigen Tumoren heilt die Operation in der Regel vollständig. Bei bösartigen Tumoren wird das genaue Ausmaß der Operation – zum Beispiel ob der gesamte Eierstock oder mehr entfernt wird – gemeinsam mit Ihnen und einem Tumorboard entschieden.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer erfolgreichen Operation können Sie meist nach einer Erholungszeit wieder voll am Alltag teilnehmen. In den ersten Wochen sollten Sie anstrengende Tätigkeiten wie schweres Heben vermeiden. Hören Sie auf Ihren Körper und legen Sie Pausen ein.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Spaziergänge fördern die Durchblutung und das Wohlbefinden.
- Vermeiden Sie in den ersten sechs Wochen nach der Operation schweres Heben (mehr als 5 Kilogramm).
- Planen Sie ausreichend Schlaf und Entspannungszeiten ein.
- Falls Sie rauchen, ist dies ein guter Zeitpunkt, mit der Rauchentwöhnung zu beginnen – die Wundheilung wird dadurch verbessert.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und ausreichend Flüssigkeit unterstützt Ihre Genesung. Moderate Bewegung – zum Beispiel Spazierengehen oder sanftes Yoga – ist nach Rücksprache mit Ihrem medizinischen Team in der Regel schon bald wieder möglich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Tumordiagnose kann verunsichern und Ängste auslösen – auch wenn der Tumor gutartig ist. Es ist völlig normal, sich belastet zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. Auch eine psychologische Beratung oder eine Krebsberatungsstelle kann helfen. Wenn die Belastung sehr groß wird, wenden Sie sich an die Telefonseelsorge – sie ist kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar.
Vorbeugung
Ein Brenner-Tumor lässt sich nicht sicher verhindern, da die genaue Ursache unbekannt ist. Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen können jedoch Veränderungen am Eierstock früh erkennen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen den Brenner-Tumor.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening für diese seltene Tumorart. Die regulären Vorsorgeuntersuchungen bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt sind dennoch wichtig und sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein unbehandelter Brenner-Tumor kann langsam wachsen und durch seine Größe Druck auf Nachbarorgane ausüben.
- In sehr seltenen Fällen kann sich ein gutartiger Tumor in einen bösartigen Tumor umwandeln.
- Ein sehr großer Tumor kann eine sogenannte Stieldrehung des Eierstocks verursachen, was zu plötzlichen starken Schmerzen und einem Notfall führt.
- Ein geplatztes Tumorstück kann innere Blutungen auslösen.
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut: Mehr als 90 Prozent aller Brenner-Tumoren sind gutartig. Nach einer vollständigen operativen Entfernung ist die Heilungsrate bei gutartigen Tumoren nahezu 100 Prozent. Auch bei bösartigen Tumoren sind die Heilungschancen bei frühzeitiger Behandlung hoch. Ihr Behandlungsteam wird Sie medizinisch und persönlich bestmöglich begleiten.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
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