Gebrochener Arm – Armbruch
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein gebrochener Arm bedeutet, dass ein Knochen im Arm ganz oder teilweise durchgebrochen ist. Meist sind Speiche, Elle oder Oberarmknochen betroffen. Der Bruch kann glatt sein oder in mehrere Teile zerfallen; die Knochenenden können verschoben sein oder an Ort und Stelle bleiben.
Wichtige Fakten
- Der gebrochene Arm ist eine der häufigsten Verletzungen in allen Altersgruppen.
- Nicht immer sieht man dem Arm den Bruch an – manchmal zeigen sich nur Schwellung und Schmerz.
- Die meisten Armbrüche heilen gut, wenn sie ärztlich behandelt und ruhiggestellt werden.
Ja, ein Armbruch gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen. In Deutschland werden jedes Jahr zahlreiche Menschen mit einem gebrochenen Arm ärztlich behandelt.
Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, die beim Spielen oder Sport stürzen, sowie ältere Menschen mit brüchigeren Knochen. Auch Erwachsene können durch Unfälle im Alltag, beim Sport oder im Straßenverkehr einen Armbruch erleiden.
Symptome
- Der Arm ist deutlich verformt oder steht in einem unnatürlichen Winkel
- Ein Knochenteil tritt durch die Haut hervor (offener Bruch)
- Hand oder Finger werden weiß, blau oder fühlen sich taub an
- Sehr starke, nicht nachlassende Schmerzen
- Der Unfall war schwer, zum Beispiel ein Sturz aus großer Höhe oder ein Verkehrsunfall
- ⚠Der Arm kann nicht mehr bewegt oder belastet werden
- ⚠Starke Schwellung oder großer Bluterguss
- ⚠Schmerzen nach einem Sturz, die nicht nachlassen
- ⚠Unsicherheit, ob ein Bruch vorliegt
Häufige Symptome
- Starke Schmerzen im Arm, besonders bei Bewegung
- Schwellung und Bluterguss an der betroffenen Stelle
- Sichtbare Verformung oder unnatürliche Stellung des Arms
- Eingeschränkte oder nicht mehr mögliche Bewegung des Arms
- Druckschmerz direkt über der Bruchstelle
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Hand oder Fingern
Symptome bei Kindern
- Das Kind hält den Arm still oder schont ihn unwillkürlich
- Es weint oder zieht den Arm weg, wenn man ihn berührt
- Der Knochen kann wie ein grüner Zweig anbrechen, ohne dass eine deutliche Verformung sichtbar ist
- Schwellung und Bluterguss sind manchmal erst nach einigen Stunden deutlich
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen nach einem leichten Sturz, die nicht von selbst verschwinden
- Der Arm wird vorsichtig bewegt oder ganz geschont
- Schwellung und Bluterguss können stärker ausfallen als erwartet
- Alltägliche Aufgaben werden plötzlich schwerer, weil der Arm nicht belastet werden kann
Ursachen
Hauptursachen
- Sturz auf den ausgestreckten Arm
- Unfälle beim Sport, zum Beispiel Sturz vom Fahrrad, Skateboard oder beim Inline-Skating
- Direkter Schlag oder Stoß auf den Arm
- Starke Verdrehung des Arms bei einem Sturz
Risikofaktoren
- Osteoporose, also eine Verminderung der Knochendichte
- Sportarten mit erhöhtem Sturzrisiko
- Gleichgewichtsprobleme oder eingeschränkte Mobilität im Alter
- Erkrankungen, die die Stabilität der Knochen beeinflussen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf einen Knochenbruch immer sofort ärztliche Hilfe suchen.
- Wenn der Arm stark anschwillt, sich verformt oder sehr schmerzt.
- Bei offenem Bruch, Taubheit oder Durchblutungsstörungen: sofort den Notruf 112 wählen.
- Sonst die nächste Notaufnahme oder eine chirurgische Praxis aufsuchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn nach einem Sturz eine schmerzhafte Schwellung oder ein Bluterguss bleibt.
- Wenn die Beschwerden nicht innerhalb weniger Stunden zurückgehen.
- Bei unsicherem Befund innerhalb von 24 Stunden ärztlich abklären lassen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach dem Unfallhergang und danach, wie stark die Schmerzen sind. Danach wird der Arm vorsichtig untersucht: Dabei werden Bewegung, Durchblutung und Nervenfunktion geprüft. Eine Röntgenaufnahme bestätigt, ob ein Bruch vorliegt und wie er verläuft.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenaufnahme des Arms
- Körperliche Untersuchung mit Prüfung von Bewegung, Sensibilität und Durchblutung
- Bei besonderen Fragen oder komplizierten Brüchen: Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel unangenehm, aber notwendig. Sie bekommen nach der Diagnose eine Schiene oder einen Gips und klare Anweisungen, wie es weitergeht. Es kann sein, dass zuerst eine Röntgenaufnahme gemacht und der Bruch dann in einer speziellen Einrichtung versorgt wird.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist, dass die Knochenteile wieder in der richtigen Position zusammenwachsen und der Arm seine Funktion zurückgewinnt. Je nach Bruchform und Lage wird der Arm entweder mit Gips oder Schiene ruhiggestellt oder operiert.
Selbsthilfe zu Hause
- Den Arm möglichst wenig bewegen und nicht belasten
- Den Arm hochlagern, um die Schwellung zu reduzieren
- Den Gips oder die Schiene trocken halten und nicht entfernen
- Wenn kein Gips liegt und die Haut unversehrt ist, kann Kühlen die Schwellung lindern
- Finger und Schulter vorsichtig bewegen, wenn dies von der Ärztin oder dem Arzt erlaubt wurde
Medizinische Behandlungen
Die nicht-operative Behandlung besteht darin, die verschobenen Knochenteile einzurenken und den Arm anschließend mit einem Gips oder einer Schiene ruhigzustellen. Schmerzen werden mit einem geeigneten Schmerzmittel behandelt, das die Ärztin oder der Arzt verordnet. Nach der Ruhigstellung unterstützt Physiotherapie den Wiederaufbau von Kraft und Beweglichkeit.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist meist nötig, wenn der Bruch stark verschoben ist, die Haut verletzt ist, Nerven oder Blutgefäße betroffen sind oder der Bruch nicht stabil genug ist. Dabei werden die Knochenteile mit Platten, Schrauben oder Drähten fixiert, bis sie wieder zusammengewachsen sind.
Leben mit der Erkrankung
Mit Gips oder Schiene müssen viele Abläufe im Alltag angepasst werden. Es hilft, mehr Zeit einzuplanen und bei Aufgaben wie Waschen, Anziehen, Kochen oder Einkaufen Unterstützung anzunehmen. Der Gips darf nicht nass werden; spezielle Schutzhüllen aus der Apotheke oder vom Sanitätshaus sind dabei hilfreich.
Tipps für den Alltag
- Den Arm schonen, aber die Finger, Schulter und den Ellbogen nach Anleitung bewegen, sobald es erlaubt ist
- Auf das Rauchen verzichten, da es die Knochenheilung verzögern kann
- Auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Kalzium und Vitamin D achten
- Physiotherapie nach der Behandlung regelmäßig nutzen
Ernährung und Bewegung
Knochen brauchen für die Heilung Nährstoffe wie Kalzium und Vitamin D. Diese sind zum Beispiel in Milchprodukten, grünem Gemüse, Nüssen und angereicherten Lebensmitteln enthalten. Leichte Bewegung und ruhige Übungen nach ärztlicher Freigabe halten den Körper in Schwung und fördern die Genesung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein gebrochener Arm kann den Alltag stark einschränken und Frustration oder Niedergeschlagenheit auslösen. Es ist verständlich, wenn Sie sich zeitweise hilflos fühlen. Sprechen Sie mit Familie und Freundinnen und Freunden darüber. Wenn die Stimmung über Wochen gedrückt bleibt, wenden Sie sich an Ihre ärztliche Praxis.
Vorbeugung
Ein Armbruch lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko kann deutlich gesenkt werden: Sturzquellen in der Wohnung beseitigen, Gleichgewicht trainieren, Schutzausrüstung beim Sport tragen und auf eine gute Knochengesundheit achten.
Impfungen
Es gibt keine Impfung, die direkt vor einem Armbruch schützt. Ein allgemeiner Impfschutz ist trotzdem wichtig, um Infektionen zu vermeiden, die den Körper schwächen und das Sturzrisiko erhöhen könnten.
Früherkennungsprogramme
Bei erhöhtem Osteoporose-Risiko kann eine Knochendichtemessung sinnvoll sein. Ob dies für Sie in Frage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Knochen kann in einer falschen Stellung verheilen und zu einer sichtbaren Fehlstellung führen
- Es können anhaltende Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen zurückbleiben
- Bei offenen Brüchen besteht die Gefahr einer Infektion
- Nerven- oder Blutgefäßschäden können unbehandelt bleibende Funktionsstörungen verursachen
- Ein sogenanntes Kompartmentsyndrom, ein gefährlicher Druckanstieg im Gewebe, kann entstehen und muss sofort behandelt werden
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilen die meisten Armbrüche gut und ohne bleibende Einschränkungen. Nach einigen Wochen ist der Knochen meist wieder stabil und die Physiotherapie hilft, Kraft und Beweglichkeit vollständig zurückzugewinnen. Auch bei älteren Menschen ist eine gute Erholung möglich, wenn die Behandlung früh beginnt und konsequent unterstützt wird.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 13. August 2026
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