Gebrochene Hüfte (Oberschenkelhalsbruch)
Übersicht
Eine gebrochene Hüfte bedeutet, dass der Knochen direkt unterhalb des Hüftgelenks bricht. Meist ist der obere Teil des Oberschenkelknochens betroffen. Das passiert oft bei einem Sturz. Es ist eine ernste Verletzung, die schnell behandelt werden muss.
Wichtige Fakten
- Eine gebrochene Hüfte betrifft fast immer den Oberschenkelhals – das ist der Teil des Knochens, der das Hüftgelenk bildet.
- Besonders ältere Menschen brechen sich die Hüfte, oft nach einem Sturz im Alltag.
- Eine schnelle Behandlung ist wichtig, damit Betroffene schnell wieder aufstehen und mobil werden können.
Ja, eine gebrochene Hüfte ist ein häufiger Notfall, vor allem bei Menschen über 70 Jahren. In Deutschland erleiden jedes Jahr viele tausend Menschen diese Verletzung.
Sie betrifft überwiegend ältere Menschen, besonders Frauen. Aber auch jüngere Menschen können sich die Hüfte bei einem schweren Sturz, einem Sportunfall oder einem Verkehrsunfall brechen.
Symptome
- Starke Schmerzen in der Hüfte nach einem Sturz, sodass Sie nicht aufstehen können – rufen Sie sofort die 112.
- Das Bein ist verdreht oder kürzer als das andere
- Sie können den Fuß oder das Bein nicht mehr bewegen
- Starke Schwellung, offene Wunde oder sichtbare Fehlstellung
- Starke Schmerzen verbunden mit Schwindel, Verwirrtheit oder Atemnot
- ⚠Sie können das Bein noch etwas bewegen, aber die Schmerzen in der Hüfte lassen nicht nach
- ⚠Schmerzen beim Auftreten oder Gehen nach einem Sturz
- ⚠Die Hüfte fühlt sich instabil an oder knirscht
Häufige Symptome
- Starke Schmerzen in der Hüfte oder in der Leiste
- Das betroffene Bein ist kürzer oder nach außen gedreht
- Sie können das Bein nicht anheben oder belasten
- Schwellung und Bluterguss an der Hüfte
- Bei jedem Versuch zu stehen werden die Schmerzen unerträglich
Symptome bei Kindern
- Ein Hüftbruch bei Kindern ist sehr selten. Achten Sie nach einem Sturz auf Humpeln, Schmerzen in der Hüfte oder darauf, dass das Kind das Bein nicht mehr bewegen möchte – dann sofort ärztliche Hilfe holen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen genügt oft schon ein Sturz aus dem Stand. Sie haben dann starke Schmerzen in der Leistengegend, können nicht aufstehen und das Bein nicht mehr belasten. Manchmal ist das Bein verkürzt und nach außen gedreht.
Ursachen
Hauptursachen
- Sturz direkt auf die Hüfte – das ist die häufigste Ursache
- Starker Aufprall bei einem Unfall oder Sportverletzung
- Bei älteren Menschen kann die Hüfte auch bei einem harmlos wirkenden Stolpern brechen, wenn die Knochen durch Osteoporose geschwächt sind
Risikofaktoren
- Alter über 70 Jahre
- Osteoporose (Knochenschwund)
- Weibliches Geschlecht, besonders nach den Wechseljahren
- Stürze im Haushalt, zum Beispiel durch Teppiche, Kabel oder schlechte Beleuchtung
- Bestimmte Medikamente, die Schwindel oder Benommenheit auslösen können
- Schlechter Allgemeinzustand, Untergewicht oder Vitamin-D-Mangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei jedem Verdacht auf einen Hüftbruch nach einem Sturz: Sie gehören sofort in ärztliche Behandlung. Rufen Sie den Notruf 112, wenn Sie sich nicht selbst in Sicherheit bringen können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie immer wieder Hüftschmerzen ohne einen konkreten Sturz haben, sprechen Sie in Ihrer Hausarztpraxis vor. Das gilt besonders, wenn Sie über 50 sind oder Osteoporose haben.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach dem Unfallhergang und der Art der Schmerzen. Danach wird die Hüfte vorsichtig untersucht und ein Röntgenbild angefertigt. Bei unklarem Befund kann eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) nötig sein.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgen der Hüfte – das ist die wichtigste Untersuchung
- Körperliche Untersuchung: Sie zeigt, ob das Bein verkürzt oder verdreht ist und ob Sie es anheben können
- Bei unklarem Bruch: Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), um den genauen Verlauf des Bruchs zu erkennen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Im Krankenhaus werden Sie sofort schmerzmedizinisch versorgt und bekommen einen Plan für die weitere Behandlung. In der Regel wird innerhalb von ein bis zwei Tagen entschieden, ob eine Operation nötig ist und wie diese durchgeführt wird.
Behandlung
Die Behandlung einer gebrochenen Hüfte findet fast immer im Krankenhaus statt. Ziel ist, dass Sie schnell wieder aufstehen können, um Komplikationen zu vermeiden. Eine Operation ist meistens nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie sich nach der Operation genau an die Anweisungen des medizinischen Teams
- Bewegen Sie sich so viel, wie es die Ärztinnen und Ärzte erlauben – zu langes Liegen ist ungünstig
- Halten Sie die Wunde sauber und trocken und achten Sie auf Zeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung oder Fieber
- Nutzen Sie Gehhilfen, bis Sie sicher stehen und gehen können
Medizinische Behandlungen
Die Ärztinnen und Ärzte verwenden bei Bedarf Schmerzmittel, die individuell dosiert werden – welche das sind, entscheidet das Behandlungsteam. Dazu kommt meist eine Operation: Entweder werden die Knochenteile mit Schrauben oder Platten fixiert oder das Hüftgelenk wird durch eine künstliche Hüfte (Endoprothese) ersetzt. Nach der Operation beginnt so schnell wie möglich die Physiotherapie, damit Sie wieder mobil werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird fast immer empfohlen, weil sie die Schmerzen lindert und die besten Chancen bietet, schnell wieder gehen zu lernen. Nur in Ausnahmefällen – zum Beispiel, wenn eine Operation medizinisch nicht möglich ist – kommt eine Behandlung ohne Operation infrage. Dann wird das Bein geschont, Sie bekommen Schmerzmittel und später vorsichtige Bewegungsübungen.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Operation braucht Ihr Körper Zeit. Sie werden Schritt für Schritt mobilisiert: zuerst sitzen, dann stehen, dann mit Gehhilfen gehen. In den ersten Wochen sind regelmäßige Kontrolltermine und Übungen wichtig. Mit einem künstlichen Hüftgelenk können die meisten Menschen später sogar wieder Sport treiben.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für gute Beleuchtung und entfernen Sie Stolperfallen in Ihrer Wohnung
- Tragen Sie feste, rutschfeste Schuhe
- Verwenden Sie bei Bedarf einen Gehstock oder einen Rollator, auch wenn es Ihnen anfangs unnötig erscheint
- Planen Sie regelmäßige Kontrollbesuche bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Kalzium und Vitamin D unterstützt die Knochenheilung. Besprechen Sie mit Ihrem medizinischen Team, ob Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen sollten. Regelmäßige Physiotherapie und leichte Bewegung wie Spazierengehen sind wichtig, um Muskeln und Gleichgewicht zu trainieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Hüftbruch ist ein einschneidendes Erlebnis. Viele Menschen haben danach Angst vor Stürzen, fühlen sich unsicher oder niedergeschlagen. Das ist verständlich. Sprechen Sie mit Angehörigen oder Freunden darüber. Wenn das Gefühl der Niedergeschlagenheit länger anhält oder Sie den Alltag nicht mehr bewältigen können, scheuen Sie sich nicht, ärztliche Hilfe zu suchen.
Vorbeugung
Nicht jeder Hüftbruch lässt sich verhindern, aber Sie können Ihr Risiko deutlich senken: Vermeiden Sie Stürze, stärken Sie Ihre Knochen und bleiben Sie körperlich aktiv.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Hüftbrüche. Ein aktueller Impfschutz kann jedoch vor Infekten schützen, die zu Schwäche und Stürzen führen können. Lassen Sie Ihren Impfstatus bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt prüfen.
Früherkennungsprogramme
Mit zunehmendem Alter kann eine Knochendichtemessung sinnvoll sein, vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren oder wenn schon ein Knochenbruch aufgetreten ist. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob eine solche Untersuchung für Sie infrage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Langes Liegen erhöht das Risiko für Lungenentzündung
- In den Beinen können sich Blutgerinnsel (Thrombose) bilden
- Druckstellen und Wundliegen (Dekubitus) können entstehen
- Der Bruch kann weiter verrutschen und schlecht heilen
- Dauerhafte Schmerzen und starke Bewegungseinschränkungen sind möglich
Langzeitprognose
Die Behandlung einer gebrochenen Hüfte ist heute sehr gut und sicher. Die meisten Menschen überstehen die Operation gut und können nach einer Reha ein weitgehend selbstständiges Leben führen. Entscheidend sind eine schnelle Behandlung, gute Nachsorge und der eigene Wille, wieder aktiv zu werden. Mit Geduld und Unterstützung schaffen Sie es.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
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