Buruli-Ulkus – ein heilbares Hautgeschwür
Übersicht
Das Buruli-Ulkus ist eine Infektion der Haut, die durch Bakterien verursacht wird. Es beginnt meist mit einem schmerzlosen Knoten, der sich zu einem großen Geschwür entwickeln kann. Es gehört zu den sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten und ist in Deutschland sehr selten.
Wichtige Fakten
- Die Krankheit entsteht durch das Bakterium Mycobacterium ulcerans.
- Sie ist nicht von Mensch zu Mensch ansteckend.
- Eine frühe Behandlung mit Antibiotika heilt fast immer.
- Unbehandelt kann sie zu dauerhaften Behinderungen führen.
- Häufig in Regionen mit tropischem Klima, besonders in Westafrika.
In Deutschland ist das Buruli-Ulkus sehr selten. Es kommt vor allem bei Menschen vor, die in tropischen oder subtropischen Gebieten leben, dort arbeiten oder reisen.
Betroffen sind besonders Kinder und Jugendliche in ländlichen Gebieten Westafrikas. Aber auch Erwachsene, die in Sümpfen, Reisfeldern oder an Flüssen arbeiten, können sich infizieren. In Deutschland sind meist Reisende und Rückkehrer betroffen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben.
Symptome
- Hohes Fieber mit Schüttelfrost und schneller Puls
- Die Rötung um die Wunde breitet sich sehr schnell aus
- Starke Schmerzen, die plötzlich auftreten und nicht weggehen
- Verwirrtheit, Kreislaufprobleme oder das Gefühl, schwer krank zu sein
- ⚠Jede nicht heilende Wunde nach einer Reise in tropische Länder
- ⚠Ein schmerzloser Knoten, der über mehrere Wochen größer wird
- ⚠Geschwür mit schwarzem oder abgestorbenem Gewebe
- ⚠Schwellung, die eine Gelenkbewegung behindert
Häufige Symptome
- Schmerzloser Knoten oder harte Schwellung unter der Haut
- Später öffnet sich die Haut und es entsteht ein Geschwür mit abgelösten, unterhöhlten Rändern
- Das Geschwür schmerzt kaum, kann aber sehr groß werden
- Die Haut in der Umgebung kann geschwollen oder verfärbt sein
- Kein Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl in frühen Stadien
Ursachen
Hauptursachen
- Das Bakterium Mycobacterium ulcerans gelangt über kleine Hautverletzungen in den Körper.
- Die Bakterien leben in stehenden oder langsam fließenden Gewässern in tropischen Regionen.
- Möglicherweise übertragen auch Insekten wie Wasserwanzen die Bakterien auf die Haut.
Risikofaktoren
- Aufenthalt in Feuchtgebieten, Sümpfen oder Flussnähe in Risikogebieten
- Nicht abgedeckte Haut beim Arbeiten oder Baden in diesen Gewässern
- Kleine Schnitte oder Wunden an den Füßen oder Beinen
- Fehlende Schutzmaßnahmen wie lange Kleidung und Stiefel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach einer Tropenreise einen schmerzlosen Knoten oder eine nicht heilende Wunde entdecken
- Wenn die Geschwürränder blau-schwarz werden oder Gewebe abstirbt
- Wenn sich Fieber, Schüttelfrost oder starkes Krankheitsgefühl entwickeln
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei jedem Knoten unter der Haut, der länger als zwei Wochen besteht
- Bei Wunden, die trotz Reinigung und Pflege nicht besser werden
- Bei Fragen zu möglichen Folgen einer durchgemachten Infektion
Diagnose
Der Arzt befragt Sie zu Reisen, Auslandsaufenthalten und Ihrer Arbeit. Danach untersucht er die Haut und die Wunde genau. Bei Verdacht auf ein Buruli-Ulkus nimmt er einen Abstrich oder ein kleines Gewebestück (Biopsie) und schickt es in ein Labor.
Mögliche Untersuchungen
- PCR-Test – er weist das Erbgut der Bakterien in der Wunde nach
- Mikroskopische Untersuchung von Gewebeproben oder Wundabstrich
- Bakterienkultur – dabei werden die Erreger im Labor vermehrt
- Eventuell eine Ultraschalluntersuchung, um die Ausdehnung in tieferen Schichten zu sehen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist nicht schmerzhaft. Für eine Gewebeprobe bekommen Sie eine örtliche Betäubung. Die Ergebnisse können ein paar Tage bis Wochen dauern. In Deutschland ist die Behandlung in Tropenmedizin-Instituten möglich, die sich mit solchen Krankheiten gut auskennen – Ihr Hausarzt kann Sie dorthin überweisen.
Behandlung
Ein Buruli-Ulkus wird in spezialisierten Zentren behandelt – in Deutschland zum Beispiel in einer tropenmedizinischen Abteilung. Die Behandlung besteht aus Antibiotika über mehrere Wochen, sorgfältiger Wundpflege und gegebenenfalls einem kleinen Eingriff.
Selbsthilfe zu Hause
- Die Wunde sauber und trocken halten
- Verbände genau nach Anweisung wechseln
- Den betroffenen Körperteil ruhigstellen und vor Stößen schützen
- Auf Hygiene achten – Hände waschen und saubere Handschuhe beim Verbandswechsel benutzen
- Ausreichend trinken und auf die Ernährung achten
Medizinische Behandlungen
Es werden verschiedene Antibiotika kombiniert, die über Wochen eingenommen oder gespritzt werden. Die genaue Auswahl trifft der Facharzt in der Infektiologie oder Tropenmedizin. Zusätzlich kommen spezielle Wundauflagen zum Einsatz, die die Heilung fördern.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn das Gewebe bereits abgestorben ist, kann der Arzt diese Teile chirurgisch entfernen. Bei großen Hautdefekten ist manchmal eine Hauttransplantation nötig. Eine Operation wird nur gemacht, wenn sie wirklich notwendig ist.
Leben mit der Erkrankung
Die Behandlung dauert viele Wochen und erfordert Geduld. Sie sollten die Wunde regelmäßig versorgen und immer Rücksprache mit Ihrem Behandlungsteam halten. Vermeiden Sie starke Belastung der betroffenen Körperstelle. Beginnen Sie früh mit einfachen Bewegungsübungen, damit die Gelenke beweglich bleiben.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Bewegung in den Alltag auf, aber schützen Sie die Wunde
- Vermeiden Sie Rauchen, weil es die Wundheilung verschlechtert
- Suchen Sie sich Unterstützung durch Familie oder Freunde
- Halten Sie Termine zur Nachsorge immer ein
Ernährung und Bewegung
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Eiweiß hilft dem Körper, die Wunde zu schließen. Bewegung wie Spazierengehen oder – mit ärztlichem Einverständnis – leichtes Dehnen hält Muskeln und Gelenke geschmeidig. Bei starker Wundbelastung fragen Sie Ihren Arzt, welche Übungen gut sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein großes sichtbares Geschwür kann psychisch belasten. Es ist völlig normal, sich Sorgen zu machen, Ängste zu haben oder sich zu schämen. Sprechen Sie offen über Ihre Gefühle – mit Ihrem Arzt, Ihrer Familie oder einer psychologischen Beratung. Sie sind mit diesen Gedanken nicht allein.
Vorbeugung
Wenn Sie in ein Risikogebiet reisen oder dort leben, meiden Sie den Kontakt mit stehenden Gewässern. Tragen Sie in sumpfigen Gegenden lange Hosen und Stiefel, damit die Haut geschützt ist. Reinigen und desinfizieren Sie jede kleine Wunde sofort. Insektenschutzmittel können auch Insektenstiche verhindern, die möglicherweise eine Rolle spielen.
Impfungen
Eine Impfung gegen das Buruli-Ulkus gibt es derzeit nicht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Das Geschwür kann sich tief in Muskeln, Sehnen und Knochen fressen
- Es können bleibende Entstellungen und Gelenkversteifungen entstehen
- Schwere bakterielle Zusatzinfektionen bis hin zur Blutvergiftung sind möglich
- Lymphödeme – dick geschwollene Arme oder Beine durch gestörten Lymphfluss – können auftreten
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Ein Buruli-Ulkus ist heilbar. Mit einer frühen Antibiotikatherapie heilen die meisten Menschen vollständig aus und bleiben ohne Behinderung. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Aussichten. Auch nach schwereren Verläufen können viele Betroffene mit moderner Wundversorgung und Physiotherapie ein gutes Leben führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
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