Krebs und Vererbung – was bedeutet das für mich?
Übersicht
Krebs entsteht, wenn sich Zellen unkontrolliert teilen. Bei manchen Menschen liegt die Ursache in vererbten Genveränderungen, die das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen. Das bedeutet aber nicht, dass man zwangsläufig erkrankt.
Wichtige Fakten
- Die meisten Krebserkrankungen werden nicht vererbt.
- Nur etwa 5 bis 10 von 100 Krebserkrankungen gehen auf erbliche Faktoren zurück.
- Eine vererbte Genveränderung erhöht das Risiko – sie ist keine Krankheit selbst.
Erbliche Krebsrisiken sind selten. Viel häufiger entsteht Krebs durch Lebensgewohnheiten, Alter oder Zufall.
Menschen mit mehreren nahen Verwandten, die an derselben Krebsart erkrankt sind, oder mit Erkrankungen in jungen Jahren. Aber auch ohne solche Hinweise kann Krebs jeden treffen.
Symptome
- Schwere Atemnot oder Brustschmerzen.
- Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit.
- Sehr starke, nicht nachlassende Schmerzen.
- ⚠Neuer Knoten oder Schwellung, die seit einigen Wochen besteht.
- ⚠Blut im Stuhl oder Urin – bitte zeitnah abklären lassen.
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust über mehrere Wochen.
Häufige Symptome
- Mögliche Warnzeichen sind ein neu aufgetretener Knoten oder eine Schwellung.
- Blut im Stuhl oder Urin.
- Ungewollter Gewichtsverlust.
- Anhaltende Müdigkeit oder Fieber.
- Veränderung bei Muttermalen oder der Haut.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern mit erblichen Tumorsyndromen können seltene Tumoren wie Tumoren der Netzhaut oder der Nebenniere auftreten.
- Auch ungewöhnliche Hautveränderungen oder Knochenschmerzen können Hinweise sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind Alterserscheinungen, Schmerzen oder Gewichtsverlust nicht automatisch Krebs – ein Arztbesuch bringt Klarheit.
Ursachen
Hauptursachen
- Veränderungen in bestimmten Genen, die von Mutter oder Vater weitergegeben werden.
- Dazu gehören zum Beispiel die BRCA1-/BRCA2-Gene bei Brust- und Eierstockkrebs oder die sogenannten HNPCC-Gene bei Darmkrebs.
Risikofaktoren
- Mehrere nahe Verwandte mit derselben Tumorart.
- Krebserkrankung in ungewöhnlich jungem Alter.
- Krebs in beiden paarigen Organen, zum Beispiel beiden Brüsten.
- Ein Familienmitglied mit mehreren verschiedenen Tumoren.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie ein neues, auffälliges Symptom bemerken, das nicht verschwindet.
- Wenn bei Ihnen Blutungen, Schmerzen oder andere Veränderungen auftreten, die Sie beunruhigen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn in Ihrer Familie mehrere Fälle von Krebs vorkommen, sprechen Sie bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin über eine Beratung.
- Wenn Sie eine erbliche Vorbelastung kennen, fragen Sie nach einem Termin in einer genetischen Sprechstunde.
Diagnose
Zuerst nimmt der Arzt die persönliche und familiäre Krankengeschichte genau auf. Bei Verdacht auf eine erbliche Form kann eine genetische Beratung und ein Bluttest sinnvoll sein.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch zur Familienanamnese (Krankengeschichte der Familie).
- Bluttest zur Untersuchung bestimmter Gene – nach Beratung und mit Ihrer Einwilligung.
- Gegebenenfalls frühere Befunde von erkrankten Angehörigen anfordern.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ein Gentest wird nicht überstürzt durchgeführt. Sie erhalten vorher ausführliche Informationen und Zeit, über Vor- und Nachteile nachzudenken. Das Ergebnis kann Klarheit bringen, aber auch Sorgen auslösen – eine Fachperson begleitet Sie dabei.
Behandlung
Eine vererbte Veranlagung ist keine Krankheit, die dauerhaft behandelt wird. Sie erhöht jedoch das Risiko. Die Behandlung gleicht daher stark der von nicht-erblichem Krebs, mit zusätzlichen Maßnahmen zur Früherkennung und Vorbeugung.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie regelmäßige Vorsorge- und Früherkennungstermine wahr.
- Achten Sie auf Veränderungen Ihres Körpers und gehen Sie bei Unsicherheit zum Arzt.
- Suchen Sie sich Unterstützung, wenn die Angst Sie belastet.
Medizinische Behandlungen
Wenn Krebs tatsächlich auftritt, stehen je nach Art und Stadium verschiedene Behandlungen zur Verfügung: Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, gezielte Therapien oder Immuntherapie. Der Arzt oder das Tumorboard bespricht die bestmögliche Option mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei sehr hohem erblichem Risiko kann in Ausnahmefällen eine vorbeugende Operation sinnvoll sein, etwa die Entfernung der Brüste oder Eierstöcke. Diese Entscheidung wird immer gemeinsam mit Fachleuten und nach reiflicher Überlegung getroffen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie ein erhöhtes Risiko in sich tragen, bedeutet das nicht, dass Sie krank sind. Es heißt, dass Sie Ihre Gesundheit besonders im Blick behalten können.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Alkohol nur wenig trinken.
- Viel Bewegung im Alltag.
- Stress abbauen, zum Beispiel durch Spaziergänge, Achtsamkeit oder Hobbys.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten und regelmäßige Bewegung können das allgemeine Krebsrisiko senken – auch wenn sie eine erbliche Belastung nicht aufheben.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Gedanken an ein erbliches Risiko können Angst, Schuldgefühle oder Schlafprobleme auslösen. Zum Beispiel mit einer Psychologin oder in einer Selbsthilfegruppe zu sprechen, hilft vielen Menschen.
Vorbeugung
Eine erbliche Veranlagung lässt sich nicht ändern. Aber man kann einiges tun, um das Risiko zu senken oder Krebs früh zu erkennen: gesunde Lebensweise, regelmäßige Vorsorge und bei Bedarf besondere Früherkennungsangebote.
Impfungen
Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) schützt vor Gebärmutterhalskrebs und kann auch andere HPV-bedingte Tumore verhindern. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Wer ein erhöhtes familiäres Risiko hat, kann häufig an intensivierten Früherkennungsprogrammen teilnehmen, zum Beispiel mit häufigeren Darmspiegelungen oder speziellen MRT-Untersuchungen. Solche Angebote sollten immer ärztlich abgestimmt sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Erfolgt keine Früherkennung oder Behandlung, kann eine Krebserkrankung unbemerkt fortschreiten und sich ausbreiten.
- Eine erbliche Veranlagung allein bleibt meist symptomlos – die Gefahr liegt in unerkannten Tumoren.
Langzeitprognose
Ein erhöhtes erbliches Risiko ist keine Schicksalssprache. Mit regelmäßigen Kontrollen werden viele Tumore heute sehr früh entdeckt, sodass gute Heilungschancen bestehen. Zudem gibt es viele Menschen, die trotz erhöhtem Risiko nie erkranken.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
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