Krebsbericht zeigt: Weniger Menschen sterben an Krebs
Übersicht
Krebs ist eine Krankheit, bei der sich Zellen im Körper unkontrolliert teilen und gesundes Gewebe verdrängen können. Es gibt viele verschiedene Krebsarten. Ein neuer Bericht zeigt eine gute Nachricht: Immer weniger Menschen in Deutschland sterben an Krebs. Das liegt vor allem an besseren Untersuchungen zur Früherkennung, wirksameren Behandlungen und einem gesünderen Lebensstil.
Wichtige Fakten
- Die Zahl der Krebstoten ist in den letzten Jahren zurückgegangen.
- Viele Krebsarten werden heute früher entdeckt, wenn sie besser behandelbar sind.
- Auch dank neuer Therapien überleben immer mehr Menschen ihre Krebserkrankung.
Krebs ist häufig: Etwa jede zweite Person bekommt im Laufe des Lebens einmal die Diagnose Krebs. Das ist beunruhigend, aber viele dieser Erkrankungen werden geheilt oder über lange Zeit gut kontrolliert.
Krebs kann in jedem Alter auftreten, das Risiko steigt jedoch mit zunehmendem Alter. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen, allerdings unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Krebsarten.
Symptome
- Plötzlich auftretende starke Atemnot
- Starke Blutungen aus Körperöffnungen
- Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit
- Krampfanfall ohne bekannte Ursache
- ⚠Blut im Stuhl oder im Urin
- ⚠Ein Knoten, der schnell wächst
- ⚠Anhaltendes Fieber über 38 Grad über mehrere Tage
- ⚠Unerträgliche Kopfschmerzen, die nicht weggehen
Häufige Symptome
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Anhaltende, unerklärliche Müdigkeit
- Feststellbare Knoten oder Schwellungen
- Veränderungen an einem Muttermal
- Ungewöhnliche Blutungen oder Ausfluss
- Länger anhaltende Schluckbeschwerden oder Heiserkeit
Symptome bei Kindern
- Anhaltendes Fieber ohne erkennbare Ursache
- Blässe oder ungewöhnliche Blutergüsse
- Schmerzen in Knochen oder Gelenken
- Plötzliche Seh- oder Gleichgewichtsstörungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
- Veränderung der Stuhl- oder Urin-Gewohnheiten
- Neue Knoten oder Veränderungen an Körperstellen
- Anhaltende Schmerzen oder anhaltendes Fieber
Ursachen
Hauptursachen
- Krebs entsteht durch Veränderungen (Mutationen) im Erbgut einzelner Zellen.
- Diese Veränderungen führen dazu, dass die Zellen sich unkontrolliert teilen.
- Solche Mutationen können vererbt sein oder durch äußere Einflüsse entstehen.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Starkes Übergewicht (Adipositas)
- Wenig körperliche Bewegung
- Starke Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung)
- Chronische Infektionen wie bestimmte Viren (z. B. HPV oder Hepatitis B)
- Zunehmendes Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Symptome, die plötzlich auftreten und schwerwiegend sind – zum Beispiel starke Schmerzen oder Blutungen – sollten Sie sofort ärztlich abklären lassen.
- Wenn Sie einen neuen Knoten bemerken, der immer größer wird, gehen Sie noch am selben Tag zu einer Ärztin oder einem Arzt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nehmen Sie an den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen teil, auch wenn Sie sich gesund fühlen.
- Falls Beschwerden wie Müdigkeit oder Gewichtsverlust länger als zwei Wochen anhalten, sollten Sie einen Termin vereinbaren.
Diagnose
Eine Krebsdiagnose wird immer von einer Ärztin oder einem Arzt gestellt. Sie beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihren Gesundheitszustand. Danach folgen körperliche Untersuchungen und je nach Verdacht weitere Tests.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchungen
- Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder Computertomographie (CT)
- Gewebeproben (Biopsie), bei denen eine kleine Menge Zellen entnommen und unter dem Mikroskop untersucht wird
- Endoskopische Untersuchungen wie eine Magenspiegelung oder Darmspiegelung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Regel müssen Sie nicht mit einer sofortigen Diagnose rechnen. Die Abklärung erfolgt schrittweise. Die Ärztin oder der Arzt erklärt jeden Schritt und bespricht mit Ihnen, welche Untersuchung sinnvoll ist. Sollte tatsächlich Krebs festgestellt werden, erhalten Sie so schnell wie möglich einen Termin bei einem Krebszentrum oder einer Spezialklinik.
Behandlung
Die Behandlung von Krebs hängt von der Art, der Ausbreitung und weiteren persönlichen Faktoren ab. Es gibt heute viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die oft miteinander kombiniert werden. Ziel ist es, die Krebszellen zu entfernen, zu zerstören oder ihr Wachstum zu stoppen – und dabei das gesunde Gewebe so gut wie möglich zu schonen.
Selbsthilfe zu Hause
- Sorgen Sie für ausreichend Ruhe und Schlaf, damit sich Ihr Körper erholen kann.
- Bewegen Sie sich so viel, wie es Ihnen guttut – absprechen mit Ihrem Behandlungsteam.
- Essen Sie nach Appetit, in kleinen, regelmäßigen Mahlzeiten.
- Suchen Sie sich Unterstützung bei Familie, Freundinnen oder Freunden.
Medizinische Behandlungen
Zu den üblichen Behandlungen gehören Operationen, bei denen der Tumor entfernt wird, sowie Strahlentherapie, bei der Krebszellen mit hochenergetischen Strahlen zerstört werden. Außerdem gibt es Medikamente, die Krebszellen angreifen, wie die Chemotherapie, und neuere Ansätze wie die Immuntherapie oder die Hormontherapie. Diese Behandlungen werden von Fachärztinnen und Fachärzten im Rahmen von etablierten Leitlinien empfohlen – zum Beispiel den Leitlinien der AWMF. Welche Behandlung für Sie am besten ist, entscheidet Ihr Behandlungsteam individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist oft sinnvoll, wenn der Tumor klar abgegrenzt ist und vollständig entfernt werden kann. Sie wird häufig mit anderen Behandlungen kombiniert, zum Beispiel mit einer Strahlentherapie vor oder nach dem Eingriff.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Krebsbehandlung gehen viele Menschen in ein normales Leben zurück, auch wenn sie regelmäßig zu Nachsorgeuntersuchungen gehen müssen. Es ist normal, nach der Diagnose Ängste und Unsicherheit zu spüren. Ein strukturierter Alltag mit festen Zeiten für Mahlzeiten, Bewegung und Erholung kann helfen.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – auch Rauchstopp lohnt sich zu jedem Zeitpunkt.
- Alkohol am besten ganz vermeiden oder nur wenig trinken.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel mit Spaziergängen oder leichtem Ausdauertraining.
- Halten Sie ein gesundes Körpergewicht.
- Schützen Sie Ihre Haut vor starker Sonne mit Kleidung und Sonnencreme.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig Fastfood unterstützt den Körper. Regelmäßige körperliche Aktivität von etwa 30 Minuten pro Tag ist für die meisten Menschen mit und nach Krebs gut machbar und verbessert das Wohlbefinden. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam, was bei Ihnen persönlich empfohlen wird.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebsdiagnose bedeutet eine große emotionale Belastung. Viele Betroffene erleben Phasen von Angst, Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit. Das ist verständlich und kein Zeichen von Schwäche. Psychologische Unterstützung kann sehr helfen, besser mit der Situation umzugehen.
Vorbeugung
Krebs lässt sich nicht vollständig verhindern, aber viele Krebsarten sind durch einen gesunden Lebensstil seltener: nicht rauchen, wenig Alkohol, gesundes Körpergewicht, körperliche Aktivität und Schutz vor UV-Strahlung senken das Risiko deutlich.
Impfungen
Gegen einige Viren, die Krebs auslösen können, gibt es Schutzimpfungen: Die HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Tumoren durch Humane Papillomviren. Die Hepatitis-B-Impfung verringert das Risiko für Leberkrebs. Diese Impfungen werden von den Ständigen Impfkommissionen (STIKO) nach Altersempfehlung angeboten.
Früherkennungsprogramme
Für verschiedene Krebsarten gibt es Früherkennungsuntersuchungen, die in Deutschland von den Krankenkassen bezahlt werden – zum Beispiel für Darmkrebs, Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Diese Untersuchungen können Vorstufen oder frühe, gut behandelbare Tumore entdecken. Auch die AWMF-Leitlinien betonen die Bedeutung der Früherkennung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Krebs kann unbehandelt weiterwachsen und sich über Blut- oder Lymphbahnen in andere Organe ausbreiten (Metastasen).
- Je fortgeschrittener die Erkrankung, desto schwieriger sind Behandlungen.
- Unbehandelt kann eine Krebserkrankung lebensbedrohlich werden.
Langzeitprognose
Die Prognose bei Krebs ist heute viel besser als noch vor einigen Jahrzehnten. Viele Menschen werden dauerhaft geheilt, und selbst bei fortgeschrittener Erkrankung gibt es Behandlungen, die das Leben verlängern und die Beschwerden lindern können. Die fortschreitenden Fortschritte machen eine Krebsdiagnose nicht zu einer Todesbotschaft, sondern zu einer Herausforderung, die oft bewältigt werden kann.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 14. August 2026
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