Strahlentherapie bei Krebs
Übersicht
Die Strahlentherapie (auch Radiotherapie genannt) ist eine häufige Behandlung gegen Krebs. Dabei werden Tumorzellen mit hochenergetischen Strahlen, meist Röntgenstrahlen, gezielt geschädigt, sodass sie absterben oder sich nicht weiter vermehren können. Gesunde Zellen in der Umgebung werden so gut wie möglich geschont.
Wichtige Fakten
- Die Strahlentherapie ist eine lokale Behandlung, die nur in der bestrahlten Körperregion wirkt.
- Sie kann allein oder zusammen mit einer Operation, Chemotherapie oder anderen Medikamenten eingesetzt werden.
- Die Bestrahlung an sich tut nicht weh, kann aber Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Hautreaktionen verursachen.
Ja, die Strahlentherapie gehört zu den wichtigsten Maßnahmen gegen Krebs. In Deutschland und anderen deutschsprachigen Ländern erhält etwa die Hälfte aller Krebspatientinnen und -patienten im Verlauf ihrer Erkrankung eine Bestrahlung.
Die Strahlentherapie wird bei vielen Krebsarten eingesetzt – zum Beispiel bei Brust-, Prostata-, Lungenkrebs oder Tumoren im Kopf-Hals-Bereich. Ob sie geeignet ist, hängt von der Art, Größe und Lage des Tumors sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Symptome
- Fieber über 38,5 Grad, plötzliche Atemnot, starke Blutungen oder Bewusstseinsstörungen – dann sofort den Notruf 112 anrufen.
- ⚠Schwere Hautreaktionen oder anhaltende starke Schmerzen, die nicht nachlassen – wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihre Arztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Rötung, Schuppung oder Juckreiz der Haut im Bestrahlungsbereich
- Schluckbeschwerden, wenn Hals oder Brustkorb bestrahlt werden
Symptome bei Kindern
- Kinder reagieren oft empfindlicher auf Bestrahlung. Mögliche Nebenwirkungen sind stärkere Müdigkeit, Übelkeit oder Wachstumsstörungen im bestrahlten Gebiet.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen leiden häufiger unter Müdigkeit und brauchen manchmal länger, bis sie sich erholen. Die Strahlendosis wird in solchen Fällen an die persönliche Situation angepasst.
Ursachen
Hauptursachen
- Krebs entsteht, wenn sich Körperzellen unkontrolliert teilen. Die Strahlentherapie wird eingesetzt, um diese kranken Zellen gezielt zu zerstören.
- Sie kann mit dem Ziel eingesetzt werden, den Tumor zu heilen, oder zur Linderung von Beschwerden, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist.
Risikofaktoren
- Nicht die Strahlentherapie selbst verursacht Krebs, sondern eine bestehende Krebserkrankung. Ob eine Bestrahlung sinnvoll ist, hängt von Tumorart, Stadium und dem Gesamtzustand der Patientin oder des Patienten ab.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber über 38,5 Grad, plötzliche Atemnot, starke Blutungen oder akute Lähmungserscheinungen – dann sofort 112 anrufen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bestehen ungewöhnliche oder lästige Nebenwirkungen, zum Beispiel starke Müdigkeit, Hautreaktionen, Schluckbeschwerden oder Gewichtsverlust, sollten Sie dies umgehend bei Ihrem Behandlungsteam ansprechen.
Diagnose
Vor der Strahlentherapie steht die genaue Diagnose der Krebserkrankung. Sie wird meist durch eine Gewebeprobe (Biopsie) und bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) gesichert. Im Anschluss erstellen die Fachleute einen individuellen Bestrahlungsplan.
Mögliche Untersuchungen
- Gewebeprobe (Biopsie) zur Untersuchung des Tumors
- Bildgebung wie CT, MRT oder manchmal PET-CT
- Bestrahlungsplanung mit einer speziellen CT-Aufnahme, bei der die Körperregion exakt vermessen wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden für die Planung und später für jede Sitzung auf einer Bestrahlungsliege gelagert. Damit die Strahlen immer dieselbe Stelle treffen, werden manchmal kleine Hautmarkierungen aufgemalt. Die eigentliche Bestrahlung dauert meist nur wenige Minuten und ist völlig schmerzfrei.
Behandlung
Die Strahlentherapie wird als alleinige Therapie oder in Kombination mit einer Operation und/oder medikamentösen Maßnahmen eingesetzt. Man unterscheidet die Bestrahlung von außen (perkutane Strahlentherapie), bei der die Strahlen durch die Haut auf den Tumor gerichtet werden, und die innere Bestrahlung (Brachytherapie), bei der eine kleine Strahlenquelle direkt in den Körper eingebracht wird.
Selbsthilfe zu Hause
- Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Pausen – Ihr Körper braucht Energie für die Erholung.
- Pflegen Sie die bestrahlte Haut vorsichtig: nur mit lauwarmem Wasser, milden, unparfümierten Produkten und ohne Reiben.
- Bei Schluckbeschwerden helfen weiche, pürierte oder flüssige Speisen, die das Schlucken erleichtern.
Medizinische Behandlungen
Welche medikamentöse Begleittherapie sinnvoll ist, hängt von der Krebsart ab und wird individuell von Ihrem Behandlungsteam festgelegt. Dabei können zum Beispiel Medikamente gegen Schmerzen, Übelkeit oder Hautreaktionen eingesetzt werden. Ihr Team wird Ihnen jede Maßnahme ausführlich erklären – bitte fragen Sie bei Unsicherheit immer nach.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann vor oder nach der Bestrahlung erfolgen, etwa um den Tumor zu entfernen oder den Behandlungserfolg zu sichern. In manchen Fällen wird während der Operation zusätzlich bestrahlt. Die für Sie beste Reihenfolge hängt von der Tumorart ab und wird im Tumorboard entschieden.
Leben mit der Erkrankung
Während der Strahlentherapie kann der Alltag meist weiterlaufen, aber Sie sollten auf die Signale Ihres Körpers achten. Planen Sie rund um die Bestrahlungstermine genügend Erholungszeiten ein und scheuen Sie sich nicht, Hilfe von Familie oder Freunden anzunehmen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige leichte Bewegung, zum Beispiel Spazierengehen, kann die Müdigkeit verringern.
- Verzichten Sie auf das Rauchen und beschränken Sie den Alkoholkonsum – das unterstützt die Heilung.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und bauen Sie Stress ab, etwa mit Entspannungsübungen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft dem Körper, besser mit der Behandlung zurechtzukommen. Wenn das Schlucken schwerfällt, sind pürierte oder weiche Speisen eine gute Wahl. Achten Sie außerdem darauf, genug zu trinken – außer Ihr Behandlungsteam rät ausdrücklich davon ab.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebserkrankung und ihre Behandlung belasten viele Menschen seelisch. Angst, Traurigkeit, Schlafprobleme oder Grübeleien sind ganz normal. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen und sich Unterstützung zu holen – zum Beispiel bei einer Psychoonkologin oder einem Psychoonkologen.
Vorbeugung
Eine Krebserkrankung ist nicht immer vermeidbar. Ein gesunder Lebensstil mit Nichtrauchen, mäßigem Alkoholkonsum und ausreichend Bewegung kann das Risiko für manche Krebsarten senken. Wenn eine Strahlentherapie nötig ist, wird sie sorgfältig geplant, um gesundes Gewebe weitgehend zu schonen.
Impfungen
Gegen einige Krebsarten gibt es schützende Impfungen, zum Beispiel gegen Humane Papillomviren (HPV) zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs. Die Strahlentherapie selbst ist keine Impfung, sondern eine Behandlung.
Früherkennungsprogramme
Früherkennungsuntersuchungen können manche Tumorarten rechtzeitig entdecken, etwa Darmkrebs oder Brustkrebs. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Vorsorge für Sie persönlich sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine medizinisch notwendige Strahlentherapie nicht durchgeführt wird, kann der Tumor ungehindert weiterwachsen oder Metastasen bilden.
- Eine unbehandelte Krebserkrankung kann zu schweren Komplikationen wie Blutungen, Organverlegungen oder starken Schmerzen führen.
Langzeitprognose
Die Strahlentherapie ist heute sehr präzise und wirksam. Viele Menschen können dadurch geheilt werden oder leben lange Zeit mit guter Lebensqualität. Die Nebenwirkungen sind besser behandelbar als früher. Ein offenes Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam gibt Ihnen Sicherheit und Orientierung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Zu den für diesen Artikel verwendeten Quellen gehören die unten aufgeführten Referenzen.
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
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