Candida auris: Eine seltene Pilzinfektion – Was Sie wissen sollten
Übersicht
Candida auris ist ein Hefepilz, der auf der Haut leben kann, ohne Beschwerden zu machen. Wenn er aber in den Körper gelangt, zum Beispiel über eine Wunde oder einen Katheter, kann er schwere Infektionen auslösen. Er ist besonders, weil er gegen viele Antipilzmittel unempfindlich ist.
Wichtige Fakten
- Candida auris ist ein Hefepilz, der häufig gegen viele Antipilzmittel unempfindlich ist.
- Er tritt vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen auf.
- Bei gesunden Menschen verursacht er selten schwere Krankheiten.
Nein, Candida auris ist in Deutschland selten. Die meisten Fälle treten bei Menschen auf, die im Krankenhaus behandelt werden oder dort längere Zeit gelegen haben.
Vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem, schweren Grunderkrankungen oder künstlichen Zugängen wie Kathetern sind betroffen. Auch ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Hohes Fieber über viele Stunden mit Schüttelfrost
- Atemnot oder ein Gefühl der schweren Krankheit
- Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit oder Ohnmacht
- Bei diesen Zeichen sofort die 112 rufen!
- ⚠Fieber, das trotz Beobachtung bleibt
- ⚠Eine Wunde, die stark gerötet, geschwollen oder nässend ist
- ⚠Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
Häufige Symptome
- Fieber und Schüttelfrost
- Allgemeines Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit
- Eine Wunde rötet sich, schmerzt oder nässt
- Brennen beim Wasserlassen oder trüber Urin
Symptome bei Kindern
- Candida-auris-Infektionen sind bei Kindern sehr selten. Zeichen können Fieber, Trinkschwäche und Unruhe sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen können bei einer Infektion mit hohem Fieber, Verwirrtheit und starkem Krankheitsgefühl reagieren.
Ursachen
Hauptursachen
- Der Pilz wird vor allem in Krankenhäusern von Mensch zu Mensch übertragen.
- Er kann auf Oberflächen wie Tischen, Griffen oder medizinischen Geräten überleben.
- Der Keim gelangt über Katheter, Wunden oder offene Hautstellen in den Körper.
Risikofaktoren
- Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel nach einer Chemotherapie oder Organtransplantation
- Langer Aufenthalt auf einer Intensivstation
- Ein zentraler Venenkatheter, Harnkatheter oder eine künstliche Beatmung
- Vorherige Einnahme von starken Antibiotika
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Niereninsuffizienz
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach einem Krankenhausaufenthalt mit Fieber, Schüttelfrost und starkem Krankheitsgefühl
- Rötung, Schwellung oder Eiter an einer Wunde
- Wenn Sie zusätzlich unter Atemnot oder Verwirrtheit leiden, rufen Sie sofort die 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie allgemeine Beschwerden wie Fieber oder Abgeschlagenheit haben, die nicht weggehen
- Wenn Sie Fragen zur Hygiene oder zu einem positiven Abstrich haben
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin entnimmt eine Probe und lässt sie im Labor untersuchen. Die Probe kann aus Blut, Urin, einer Wunde oder einem Abstrich der Haut stammen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutkultur
- Abstrich von Haut, Nase, Leiste oder Wunde
- Urinprobe
- Mikrobiologische Untersuchung, um den Pilz genau zu bestimmen und seine Empfindlichkeit zu testen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Ergebnisse dauern meist mehrere Tage. Bei einem positiven Befund wird je nach Situation entschieden, ob eine Behandlung nötig ist oder ob nur Maßnahmen zur Hygiene und Überwachung ergriffen werden. Sie werden von Spezialisten für Infektionskrankheiten beraten.
Behandlung
Eine Infektion mit Candida auris wird in der Regel im Krankenhaus behandelt. Dabei werden Medikamente gegen Pilze eingesetzt, die auf den individuellen Befund abgestimmt sind. Wichtig ist auch, mögliche Infektionsquellen wie Katheter zu entfernen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, sofern der Arzt keine andere Empfehlung gibt
- Hände regelmäßig und gründlich waschen
- Verband wechseln und Wunden sauber halten – nach Anweisung des Behandlungsteams
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung erfolgt mit verschreibungspflichtigen Antipilzmitteln. Diese werden oft als Infusion verabreicht. Da Candida auris gegen viele Mittel unempfindlich sein kann, wird vorher im Labor getestet, welches Medikament wirkt. Eine Behandlung kann mehrere Wochen dauern.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie Candida auris auf der Haut haben, ohne krank zu sein, müssen Sie keine Angst haben. Wichtig sind eine gute Körperhygiene und das Vermeiden von offenen Wunden. Im Krankenhaus gehören spezielle Hygienemaßnahmen dazu, die Sie nicht allein umsetzen müssen.
Tipps für den Alltag
- Hände häufig mit Seife waschen
- Eigene Handtücher und Waschlappen verwenden
- Saubere Wundversorgung und sofortiger Verbandswechsel bei Durchfeuchtung
Ernährung und Bewegung
Eine besondere Ernährungsform ist nicht bekannt. Wer seinen Körper kräftigen möchte, achtet auf eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Leichte Bewegung tut gut, sobald der Körper es zulässt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Nachricht, mit einem resistenten Pilz in Kontakt gekommen zu sein, kann Angst machen. Manche Menschen fühlen sich unsicher oder geschämt. Wichtig zu wissen: Eine Besiedelung sagt nichts über Ihre Persönlichkeit oder Hygiene aus. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Team, das kann viel Entlastung bringen.
Vorbeugung
Eine Ansteckung lässt sich nicht immer vermeiden. Das größte Risiko liegt im Krankenhaus. Deshalb sind eine konsequente Händedesinfektion, das Tragen von Handschuhen und die Reinigung von Oberflächen die wichtigsten Maßnahmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Blutvergiftung (Sepsis) – eine schwere Reaktion des Körpers auf die Infektion
- Ausbreitung der Infektion auf Herz, Gehirn oder Knochen
- Lange Krankheitsdauer, weil der Pilz schwer behandelbar ist
Langzeitprognose
Schwere Candida-auris-Infektionen sind ernst, aber nicht hoffnungslos. Dank moderner Medizin und angepasster Therapien können viele Menschen geheilt werden. Je früher die Infektion erkannt wird, desto besser sind die Aussichten.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Zu den für diesen Artikel verwendeten Quellen gehören die unten aufgeführten Referenzen.
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.