Cannabis und Marihuana: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Cannabis (auch Marihuana, Gras oder Hanf genannt) ist eine Pflanze, deren getrocknete Blüten und Blätter geraucht, gegessen oder als Öl verwendet werden können. Der wichtigste Wirkstoff THC wirkt auf das Gehirn und kann Gefühle, Denken und Verhalten verändern.
Wichtige Fakten
- Cannabis ist die am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz in Deutschland.
- Der regelmäßige Konsum kann abhängig machen und die Entwicklung des Gehirns bei jungen Menschen stören.
- Wer Probleme mit dem Konsum hat, kann vertrauliche Hilfe bei Ärzten und Suchtberatungsstellen bekommen.
Cannabis ist weit verbreitet. Viele Menschen probieren es einmal aus, aber nur ein kleiner Teil entwickelt ernsthafte Probleme oder eine Abhängigkeit.
Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch ältere Menschen, die aus medizinischen oder nichtmedizinischen Gründen Cannabis konsumieren.
Symptome
- Bewusstlosigkeit, Kreislaufversagen oder schwere Atemprobleme – sofort den Notruf 112 rufen
- Starke Angstzustände, Panik oder Verwirrtheit, die nicht aufhören
- Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid – sofort den Notruf 112 rufen oder sich an eine Vertrauensperson wenden
- Sehr starkes Erbrechen, Herzrasen oder Krampfanfälle
- ⚠Anhaltende Beschwerden wie Übelkeit, Benommenheit oder Angst über mehrere Stunden
- ⚠Konsum von Cannabis zusammen mit Medikamenten oder Alkohol und deutliche Beschwerden
- ⚠Fragen oder Sorgen nach Cannabisgebrauch in der Schwangerschaft oder Stillzeit
Häufige Symptome
- Rauschzustand mit Entspannung, guter Laune und verändertem Zeitgefühl
- Verstärkte Wahrnehmung von Farben, Tönen und Geschmack
- Müdigkeit, verlangsamte Reaktionen und Konzentrationsschwierigkeiten
- Bei manchen Menschen: Angst, Panik, Unruhe oder Verwirrtheit
Symptome bei Kindern
- Jugendliche können unter Müdigkeit, Antriebslosigkeit und schlechteren Schulleistungen leiden.
- Warnzeichen sind Rückzug von Freunden, Reizbarkeit und Gedächtnisprobleme.
- Bei sehr jungen Menschen ist das Gehirn empfindlicher – der Konsum kann die Entwicklung stören.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen reagieren oft empfindlicher: Schwindel, Stürze und Verwirrtheit können auftreten.
- Cannabis kann die Wirkung von Medikamenten verändern.
- Bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen können sich verschlechtern.
Ursachen
Hauptursachen
- Der Wirkstoff THC in der Cannabispflanze verändert die Signalübertragung im Gehirn.
- Menschen konsumieren Cannabis aus Neugier, zum Entspannen, wegen Gruppendruck oder um Stress zu bewältigen.
- Einige verwenden es aus medizinischen Gründen, etwa gegen Schmerzen oder Übelkeit.
Risikofaktoren
- Junges Alter – die Gehirnentwicklung ist bis etwa 25 Jahren nicht abgeschlossen
- Täglicher oder häufiger Konsum
- Bestehende psychische Erkrankungen wie Angst oder Depression
- Schwangerschaft oder Stillzeit
- Freundeskreis oder Familie, in der Cannabis normal ist
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn nach dem Konsum starke körperliche Beschwerden auftreten, wie anhaltendes Erbrechen oder starkes Herzrasen.
- Wenn Sie Angstzustände, Panik oder Verwirrtheit haben, die von alleine nicht besser werden.
- Wenn Sie schwanger sind, gestillt haben oder stillen und Cannabis konsumiert haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig Cannabis konsumieren und das Gefühl haben, dass es Ihnen im Alltag schadet.
- Wenn Sie aufhören möchten, aber es alleine nicht schaffen.
- Wenn Sie Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis bemerken.
Diagnose
Es gibt keinen einfachen Test für eine Cannabisabhängigkeit. Der Arzt oder die Ärztin führt ein vertrauliches Gespräch und fragt nach Ihrem Konsum, Ihren Beschwerden und Ihrem seelischen Befinden. Auch eine körperliche Untersuchung kann Teil der Abklärung sein.
Mögliche Untersuchungen
- Vertrauliches Gespräch über das Konsumverhalten und die Lebenssituation
- Fragebögen, die den Schweregrad des Konsums einschätzen
- Urin- oder Bluttest, wenn andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen
- Bei akuten Beschwerden: körperliche Untersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Das Gespräch ist nicht dazu da, Sie zu belehren. Es hilft herauszufinden, ob Ihr Konsum riskant ist und ob Sie Unterstützung möchten. Alle Informationen sind streng vertraulich.
Behandlung
Wenn Cannabiskonsum zum Problem wird, gibt es wirksame Hilfen. Ziel ist nicht immer sofort die völlige Abstinenz, sondern oft erst ein bewussterer Umgang. Bei einer Abhängigkeit kann eine Beratung oder eine Entwöhnungsbehandlung helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Reduzieren Sie den Konsum langsam, wenn Sie aufhören möchten.
- Suchen Sie sich Entspannungsübungen, Sport oder Hobbys als Alternative.
- Vermeiden Sie Situationen oder Orte, an denen Sie leicht an Cannabis kommen.
- Vertrauen Sie sich einer Freundin oder einem Freund an, die oder der Sie unterstützt.
Medizinische Behandlungen
Ärztinnen und Ärzte können bei Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Unruhe oder Niedergeschlagenheit begleitende Behandlungen vorschlagen. Es gibt keine speziellen Medikamente gegen Cannabisabhängigkeit. Psychotherapie – zum Beispiel Verhaltenstherapie – kann helfen, neue Gewohnheiten aufzubauen. In schweren Fällen ist eine stationäre Behandlung in einer Suchtklinik möglich.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen schaffen es, ihren Cannabiskonsum zu reduzieren oder ganz zu beenden. Es hilft, sich kleine Ziele zu setzen und sich nicht von Rückfällen entmutigen zu lassen.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihren Konsum und Ihre Gefühle.
- Entdecken Sie neue Hobbys, die nichts mit Cannabis zu tun haben.
- Integrieren Sie regelmäßige Bewegung in den Alltag.
- Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und körperliche Aktivität stabilisieren Körper und Seele. Sport baut Stress ab, der oft ein Auslöser für den Konsum ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Cannabis kann die Stimmung verändern und bei manchen Menschen Ängste oder Depressionen verstärken. Wenn Sie merken, dass es Ihnen psychisch nicht gut geht, suchen Sie sich professionelle Hilfe. Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid sind ein Notfall – wählen Sie sofort die 112.
Vorbeugung
Die beste Vorbeugung ist, nicht mit dem Konsum zu beginnen oder frühzeitig zu erkennen, wenn der Konsum riskant wird. Offene Gespräche in der Familie und in der Schule können helfen, Risiken zu verstehen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei anhaltendem starkem Konsum können Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme bestehen bleiben.
- Psychische Probleme wie Ängste oder Depressionen können zunehmen.
- Bei jungen Menschen kann die Gehirnentwicklung dauerhaft beeinträchtigt werden.
- Rauchen von Cannabis kann die Atemwege schädigen.
Langzeitprognose
Nicht alle, die Cannabis konsumieren, entwickeln Probleme. Viele können ihren Konsum selbstständig reduzieren oder beenden. Mit der richtigen Unterstützung ist eine deutliche Besserung sehr gut möglich. Es ist nie zu spät, sich Hilfe zu holen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 2. August 2026
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