Herz-Angiosarkom: Ein seltener Tumor des Herzens
Übersicht
Ein Angiosarkom ist eine sehr seltene Form von Krebs, die in den Zellen der Blutgefäße entsteht. Wenn dieser Tumor im Herzen wächst, spricht man von einem Herz-Angiosarkom. Er tritt meist im rechten Vorhof des Herzens auf und kann das Herz in seiner Funktion stören.
Wichtige Fakten
- Ein Herz-Angiosarkom ist extrem selten und gehört zu den bösartigen Tumoren.
- Die Diagnose wird oft erst spät gestellt, weil die Symptome unspezifisch sind.
- Die Behandlung erfolgt durch ein Team aus Herzchirurgie, Onkologie und Strahlentherapie.
Nein. Herz-Angiosarkome sind sehr selten. Nur ein winziger Anteil aller Herztumoren ist bösartig, und das Angiosarkom ist einer davon.
Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Meist erkranken Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, aber auch andere Altersgruppen können betroffen sein.
Symptome
- Plötzlich auftretende, starke Schmerzen in der Brust
- Ohnmacht oder Kollaps
- Schwere Atemnot, die auch im Ruhezustand besteht
- Husten mit Blut
- Plötzliche einseitige Lähmung oder Sprachstörungen (Zeichen eines Schlaganfalls)
- ⚠Anhaltende Schmerzen in der Brust oder im Oberbauch
- ⚠Starkes Herzrasen, das minutenlang anhält
- ⚠Schnell zunehmende Schwellungen in den Beinen
- ⚠Ungewöhnliche Blutungen oder blaue Flecken
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Druck in der Brust
- Kurzatmigkeit (Atemnot) bei Belastung oder im Liegen
- Herzrasen oder Herzstolpern
- Ungewöhnliche Müdigkeit und Schwäche
- Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen
- Ungewollter Gewichtsverlust
Symptome bei Kindern
- Herz-Angiosarkome sind bei Kindern extrem selten. Wenn sie auftreten, zeigen sich möglicherweise Zeichen wie Trinkunlust, geringes Wachstum, Blässe und Atemnot.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Symptome leicht mit einer üblichen Herzschwäche verwechselt werden. Dazu gehören zunehmende Erschöpfung, Schwindel, Verwirrtheit und Atemnot.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist unklar. Es kommt zu Fehlern im Erbgut der Zellen, die die Blutgefäße auskleiden. Diese Zellen beginnen unkontrolliert zu wachsen und einen Tumor zu bilden.
Risikofaktoren
- Frühere Strahlentherapie im Brustbereich (selten)
- Kontakt mit bestimmten Chemikalien (z.B. Vinylchlorid oder Arsen) über lange Zeit
- Bestimmte erbliche Erkrankungen, die das Risiko für Tumore erhöhen (sehr selten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie neue oder stärker werdende Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Herzrasen oder Schwellungen bemerken, sollten Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie sich ungewöhnlich müde fühlen, an Gewicht verlieren oder immer wieder Herzstolpern auftritt, vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Diagnose
Zur Diagnose werden bildgebende Verfahren eingesetzt, um das Herz genau darzustellen. Wenn der Verdacht auf einen Tumor besteht, wird eine Gewebeprobe (Biopsie) untersucht. Die betreuenden Ärzte arbeiten dabei mit einem spezialisierten Zentrum zusammen.
Mögliche Untersuchungen
- Echokardiographie (Herzultraschall)
- Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens
- Computertomographie (CT)
- Biopsie (Entnahme einer Gewebeprobe)
- Weitere Untersuchungen, um eine Ausbreitung zu erkennen (z.B. PET-CT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden an ein Herzzentrum überwiesen, das Erfahrung mit seltenen Herztumoren hat. Dort bespricht ein Team aus Kardiologie, Herzchirurgie und Onkologie gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte. Für die weitere Behandlung werden auch Gewebeuntersuchungen und genetische Analysen genutzt.
Behandlung
Die Behandlung eines Herz-Angiosarkoms ist komplex und stark individualisiert. Sie hängt von der Größe, Lage und Ausbreitung des Tumors sowie vom Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten ab. Ein spezialisiertes Tumorboard erstellt den Behandlungsplan. Ziel ist es, den Tumor zu entfernen oder zu verkleinern und die Herzfunktion zu erhalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Folgen Sie den Anweisungen Ihrer Behandlungsteams und nehmen Sie alle Termine wahr.
- Achten Sie auf Veränderungen wie Schmerzen, Atemnot oder Schwellungen und melden Sie diese sofort.
- Planen Sie Zeiten der Ruhe ein und hören Sie auf die Signale Ihres Körpers.
- Suchen Sie psychologische Unterstützung, wenn die Diagnose Sie belastet.
Medizinische Behandlungen
Es kommen verschiedene Therapieansätze zum Einsatz, oft in Kombination. Dazu gehören eine Chemotherapie, die das Tumorwachstum hemmt, sowie eine gezielte Therapie, die bestimmte Eiweißstoffe am Tumor angreift. Auch eine Strahlentherapie kann eingesetzt werden. Die Auswahl richtet sich nach dem individuellen Fall und wird mit Ihnen ausführlich besprochen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn der Tumor klar abgegrenzt ist und sich vollständig entfernen lässt, ist die Operation ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Während der Operation wird das Herz stillgelegt und der Tumor mit Sicherheitsabstand entfernt. Teilweise wird auch eine Herztransplantation erwogen, dies hängt von der Ausdehnung des Tumors ab.
Leben mit der Erkrankung
Selbst mit einer erfolgreichen Behandlung benötigen Sie regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Ihr Behandlungsteam wird Sie dabei unterstützen, Warnzeichen zu erkennen und den Alltag anzupassen. Nehmen Sie Hilfe von Familie und Freundinnen an.
Tipps für den Alltag
- Bewegung nur in Absprache mit dem Arzt – leichte Spaziergänge oder sanftes Yoga können guttun.
- Auf Rauchen verzichten und Alkohol nur in Maßen – sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Stressabbau.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt den Körper bei der Behandlung. Sport und körperliche Aktivität sollten Sie immer mit Ihrem Kardiologen absprechen, damit das Herz nicht überlastet wird.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebsdiagnose ist immer ein Schock. Es ist ganz normal, Angst, Trauer und Unsicherheit zu spüren. Wichtig ist, diese Gefühle nicht zu unterdrücken. Psychoonkologische Beratung kann helfen, mit der neuen Situation umzugehen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen entlastet.
Vorbeugung
Ein Herz-Angiosarkom lässt sich nicht gezielt verhindern. Weil die Ursache größtenteils unbekannt ist, gibt es keine sichere Vorbeugung. Im Vordergrund steht, Warnzeichen ernst zu nehmen und schnell zu handeln.
Impfungen
Gegen diese Tumorart gibt es keine vorbeugende Impfung.
Früherkennungsprogramme
Für die Allgemeinbevölkerung gibt es kein Screening auf Herz-Angiosarkome. Wenn Sie Veränderungen am Herzen bemerken, ist eine kardiologische Untersuchung wichtig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann das Herz in seiner Pumpleistung stören und zu Rhythmusproblemen führen.
- Es können Teile abgelöst werden, die zu Embolien oder Schlaganfällen führen.
- Der Tumor kann in umliegendes Gewebe oder über die Blutbahn in andere Organe streuen (Metastasen).
Langzeitprognose
Ein Herz-Angiosarkom ist eine ernste Erkrankung. Dank moderner Behandlungen, die Operation, Chemotherapie und neue zielgerichtete Medikamente kombinieren, gibt es für manche Menschen gute Chancen auf eine langfristige Kontrolle. Jeder Fall ist anders. Ihr Behandlungsteam wird mit Ihnen besprechen, welche Aussichten für Ihre persönliche Situation bestehen. Wichtig ist: Sie sind nicht allein, und es gibt viel Unterstützung auf Ihrem Weg.
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Quellen und Leitlinien
Dieses Thema verweist auf diese klinische Arbeit der evidenzbasierten Medizin.
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
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