Wiederbelebung (CPR): So reagieren Sie bei einem Herzstillstand
Übersicht
CPR (kardiopulmonale Wiederbelebung) ist eine lebensrettende Notfallmaßnahme. Wenn bei einem Menschen das Herz aufhört zu schlagen, drücken Sie im Rhythmus auf den Brustkorb und beatmen ihn bei Bedarf. So bleibt das Gehirn mit Sauerstoff versorgt, bis professionelle Hilfe kommt.
Wichtige Fakten
- CPR kann die Überlebenschance nach einem Herzstillstand deutlich erhöhen.
- Die Herzdruckmassage ist die wichtigste Sofortmaßnahme – auch wenn Sie unsicher sind, können Sie nichts falsch machen.
- In Deutschland wählen Sie bei einem Notfall immer die 112, Sie erreichen Rettungswagen und Notärzte.
- Eine sofort begonnene Wiederbelebung kann Leben retten – jede Minute zählt.
Ein Herzstillstand ist in Deutschland ein seltener Notfall – aber er passiert jeden Tag. Schätzungen gehen von etwa 50.000 bis 70.000 Fällen außerhalb des Krankenhauses pro Jahr aus.
Jeder kann einen Herzstillstand erleiden. Das Risiko steigt mit dem Alter sowie bei Herzerkrankungen, Diabetes oder hohem Blutdruck. Auch scheinbar gesunde junge Menschen können betroffen sein – zum Beispiel durch Erbkrankheiten oder Unfälle.
Symptome
- Die Person ist bewusstlos und atmet nicht normal (oder gar nicht).
- Die Person hat keinen Puls – wenn Sie das sicher beurteilen können.
- Sie haben den Verdacht, dass eine Person einen Herzstillstand erleidet – sofort 112 anrufen und Anweisungen folgen.
- ⚠Wenn eine Person nach einer Ohnmacht wieder aufwacht und sich unwohl fühlt, ist eine sofortige Abklärung in der Notaufnahme nötig.
- ⚠Bei anhaltenden Brustschmerzen, Atemnot oder Schwindel unverzüglich Notruf 112 verständigen.
Häufige Symptome
- Die Person ist nicht ansprechbar, auch nicht bei lautem Ansprechen oder Rütteln.
- Die Person atmet nicht normal – sie zeigt keine Atmung oder nur Schnappatmung (unregelmäßiges, geräuschvolles Atmen).
- Die Person bewegt sich nicht und reagiert nicht.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist die Atmung oft zuerst betroffen – zum Beispiel bei Erstickungsunfällen. Das Herz hört dann meist erst danach auf zu schlagen.
- Kinder mit Atemnot können bläulich verfärbte Lippen haben – ein Zeichen für Sauerstoffmangel.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen geht ein Herzstillstand oft mit Brustschmerz, massiver Atemnot oder plötzlicher Bewusstlosigkeit einher.
- Warnzeichen wie Ohnmacht, Schwindel oder starke Erschöpfung sollten ernst genommen werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Herzinfarkt – ein Verschluss eines Herzkranzgefäßes
- Schwere Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern
- Ertrinken, Ersticken, Stromschlag oder schwere Vergiftung
- Massiver Blutverlust oder ein Schock
Risikofaktoren
- Koronare Herzkrankheit (verengte Herzkranzgefäße)
- Bluthochdruck
- Rauchen
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Bewegungsmangel und starkes Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sofort Notruf 112 wählen, wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet.
- Mit der Wiederbelebung beginnen, auch wenn Sie nicht geübt sind – die Leitstelle hilft Ihnen.
- Nach einem Kollaps immer ärztliche Abklärung veranlassen, auch wenn die Person wieder wach ist.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nach einem Krankenhausaufenthalt wegen Herzstillstand sind regelmäßige Kontrollen bei der Kardiologie nötig.
- Angehörige von Herzpatienten können ihre eigene Herzgesundheit ebenfalls untersuchen lassen.
Diagnose
Der Notfall wird an den Zeichen bewusstlos und nicht normale Atmung erkannt. Medizinerinnen und Mediziner stellen die Diagnose anhand der Situation und mit Geräten, die den Herzrhythmus zeigen (EKG).
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – misst die elektrische Aktivität des Herzens
- Blutuntersuchungen – zeigen Herzmuskelschäden
- Ultraschall des Herzens (Echokardiografie) – prüft Herzbewegung und Klappen
- Herzkatheteruntersuchung – stellt verengte oder verschlossene Gefäße dar
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Im Krankenhaus arbeiten verschiedene Fachleute zusammen, um die Ursache zu behandeln und Folgeschäden zu vermeiden. Viele Menschen werden auf einer Überwachungsstation versorgt, bevor sie auf eine normale Station kommen.
Behandlung
CPR ist die erste Maßnahme am Unfallort. Sie überbrückt die Zeit, bis der Rettungsdienst kommt. Im Krankenhaus behandeln Fachleute die Ursache des Herzstillstands – zum Beispiel mit einem Eingriff am Herzen oder Medikamenten.
Selbsthilfe zu Hause
- Wenn Sie Zeuge eines Herzstillstands werden: Ruhe bewahren und die Atemwege der Person öffnen (Kopf überstrecken).
- Sofort Notruf 112 wählen und das Telefon auf Lautsprecher stellen – die Leitstelle gibt Ihnen Anweisungen.
- Mit der Herzdruckmassage beginnen: 30-mal kräftig in der Mitte des Brustkorbs drücken, dann 2-mal beatmen – oder nur drücken.
- Falls ein öffentlicher Defibrillator (AED) vorhanden ist, holen Sie ihn – oder schicken Sie jemanden. Das Gerät führt Sie Schritt für Schritt an.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache erhalten Betroffene Sauerstoff, eine unterstützende Beatmung oder Medikamente, die den Kreislauf stabilisieren. Bei Kammerflimmern hilft eine Elektroschock-Behandlung (Defibrillation). Häufig folgt ein Herzkatheter-Eingriff, um verschlossene Gefäße zu öffnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn ein Herzinfarkt oder verengte Gefäße die Ursache sind, kann ein Eingriff mit einem Herzkatheter nötig sein. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen wird ein kleiner Defibrillator (ICD) unter die Haut eingesetzt, der bei einem erneuten Stillstand automatisch einen Schock abgibt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Herzstillstand braucht der Körper Zeit zur Erholung. Viele Betroffene nehmen an einer medizinischen Rehabilitation teil, um Kraft und Vertrauen in den Körper zurückzugewinnen.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie verordnete Medikamente regelmäßig ein – auch wenn Sie sich gut fühlen.
- Rauchen erhöht das Herzrisiko erneut – Unterstützung beim Aufhören hilft.
- Vermeiden Sie starken Stress und lernen Sie Entspannungstechniken.
- Schlafen Sie ausreichend und achten Sie auf Ihren Körper.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkorn und gesunden Fetten unterstützt den Heilungsprozess. Bewegen Sie sich regelmäßig – zum Beispiel mit Herzsportgruppen unter fachlicher Anleitung. Beginnen Sie langsam und steigern Sie sich nach Absprache mit Ihrem medizinischen Team.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Nach so einem Erlebnis sind Angst, Unsicherheit oder depressive Gefühle häufig. Das ist keine Schwäche, sondern eine normale Reaktion. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam oder einer psychologischen Beratung – es gibt Hilfe.
Vorbeugung
Nicht jeder Herzstillstand lässt sich verhindern. Aber ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko. Außerdem können Sie anderen helfen, indem Sie Erste-Hilfe-Kurse regelmäßig auffrischen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne CPR kommt das Gehirn nach wenigen Minuten in Sauerstoffnot – es drohen bleibende Schäden.
- Ein unbehandelter Herzstillstand führt ohne Wiederbelebung in der Regel innerhalb weniger Minuten zum Tod.
Langzeitprognose
Jede Minute ohne CPR senkt die Überlebenschance um etwa zehn Prozent. Wenn Laien sofort handeln und der Rettungsdienst schnell eintrifft, überleben heute viele Menschen einen Herzstillstand. Mit guter Behandlung und Rehabilitation kann ein erfülltes Leben möglich sein.
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Quellen und Leitlinien
Dieses Thema verweist auf dieses klinische Lehrbuch.
Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2026
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