Karotisendarteriektomie – Operation an der verengten Halsschlagader
Übersicht
Die Karotisendarteriektomie ist eine Operation an der Halsschlagader. Dabei entfernt der Chirurg oder die Chirurgin Ablagerungen (Plaques) aus der inneren Gefäßwand, die das Gefäß verengen. So wird der Blutfluss zum Gehirn wieder verbessert und das Schlaganfallrisiko gesenkt.
Wichtige Fakten
- Die Operation wird meist unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt und dauert etwa ein bis zwei Stunden.
- Nach dem Eingriff bleiben die meisten Menschen ein bis zwei Tage im Krankenhaus.
- Ziel ist es, einen Schlaganfall zu verhindern, nicht einen bereits eingetretenen Schlaganfall zu behandeln.
Ja, die Karotisendarteriektomie gehört zu den häufigeren Gefäßoperationen. Sie kommt vor allem bei Menschen mit einer deutlichen Verengung der Halsschlagader infrage.
Sie betrifft meist ältere Menschen mit Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Symptome
- Plötzliche einseitige Schwäche oder Lähmung eines Arms oder Beins
- Plötzliche Taubheit oder Kribbeln in einer Körperhälfte
- Plötzliche Sprach- oder Verständnisstörungen
- Plötzlicher Sehverlust auf einem Auge
- Plötzlicher starker Schwindel mit Gleichgewichtsstörungen ohne erkennbare Ursache
- ⚠Vorübergehende Symptome wie Sehstörungen, Taubheitsgefühl oder Sprachschwierigkeiten, die wieder verschwinden – das kann ein Warnsignal sein und sollte noch am selben Tag ärztlich abgeklärt werden.
Häufige Symptome
- Meist verursacht eine Verengung der Halsschlagader zunächst keine Beschwerden.
- Bei einer vorübergehenden Minderdurchblutung (transitorische ischämische Attacke, TIA) können Sehstörungen, Taubheitsgefühle oder Sprachprobleme auftreten und sich wieder zurückbilden.
- Ein Schlaganfall kann dauerhafte Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen verursachen.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kommt eine solche Verengung praktisch nicht vor. Wenn doch, liegt meist eine andere Grunderkrankung zugrunde.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die Symptome oft weniger deutlich erkennbar. Deshalb ist es wichtig, Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes regelmäßig kontrollieren zu lassen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die häufigste Ursache ist eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose): Fett- und Kalkablagerungen bilden Plaques, die die Halsschlagader von innen verengen.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck (Bluthochdruck)
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Alter
- Familiäre Vorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Seh-, Sprach- oder Gefühlsstörungen, die nicht wieder verschwinden: sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei vorübergehenden Symptomen, die Minuten oder Stunden anhalten, noch am selben Tag eine Notaufnahme aufsuchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte haben, lassen Sie sich zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beraten.
- Wenn Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin ein Strömungsgeräusch an der Halsschlagader feststellt, ist eine weitere Abklärung sinnvoll.
Diagnose
Die Verengung wird meist mit einer Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße festgestellt. Dabei wird der Blutfluss in der Halsschlagader sichtbar gemacht.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall der Halsgefäße (Duplexsonografie)
- Computertomographie-Angiographie (CTA)
- Magnetresonanz-Angiographie (MRA)
- Gegebenenfalls eine Katheteruntersuchung der Hirngefäße
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor einer Operation werden mehrere Untersuchungen durchgeführt, um den Grad der Verengung und Ihr persönliches Risiko einzuschätzen. Sie erhalten ausführliche Beratung durch Gefäßchirurgen und Gefäßchirurginnen.
Behandlung
Die Karotisendarteriektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Halsschlagader eröffnet und die Ablagerung entfernt wird. Nach der Entfernung wird die Gefäßwand meist mit einem kleinen Flicken (Patch) aus Kunststoff oder körpereigenem Gewebe verschlossen, um das Gefäß weit zu halten.
Selbsthilfe zu Hause
- Vor der Operation: Ausreichend bewegen, gesund ernähren, auf das Rauchen verzichten.
- Nach der Operation: Die Wunde sauber und trocken halten.
- Schwere körperliche Anstrengung und Arbeiten mit Überkopfbewegungen für einige Wochen vermeiden.
- Anweisungen zur Nachsorge vom Behandlungsteam beachten.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache und Befund kommen Medikamente infrage, die das Blut verdünnen, den Blutdruck senken oder die Blutfettwerte verbessern. Diese müssen nicht immer mit einer Operation kombiniert werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht mit Ihnen, welche Behandlung für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird meist empfohlen, wenn eine starke Verengung (über 70 Prozent) vorliegt und die betroffene Person bereits Symptome einer Minderdurchblutung hatte oder ein hohes Schlaganfallrisiko besteht.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Operation ist die Halsschlagader offen und die Durchblutung wiederhergestellt. Sie sollten jedoch weiterhin alle Risikofaktoren behandeln lassen. Die Wunde heilt in der Regel gut ab. Eventuelle Taubheitsgefühle in der Halsregion können einige Wochen anhalten.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen
- Alkohol nur in Maßen
- Regelmäßige körperliche Aktivität, zum Beispiel zügiges Spazierengehen
- Stress abbauen und ausreichend Schlaf
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sowie wenig gesättigten Fetten unterstützt die Gefäßgesundheit. Tägliche Bewegung von 30 Minuten ist empfehlenswert – sprechen Sie aber vorher mit Ihrem Behandlungsteam darüber, wann Sie nach der Operation wieder loslegen können.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Gedanke an einen Schlaganfall und die Operation kann Ängste auslösen. Diese Gefühle sind verständlich. Es kann helfen, mit Angehörigen oder in einer Beratungsstelle darüber zu sprechen. Wenn die Belastung anhält, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin.
Vorbeugung
Einer weiter fortschreitenden Verengung der Halsschlagader kann man durch gesunden Lebensstil und konsequente Behandlung von Risikofaktoren entgegenwirken. Die Operation selbst behebt die Engstelle, aber sie beugt einer neuen Ablagerung nicht automatisch vor.
Früherkennungsprogramme
Ein generelles Screening zum Aufspüren einer Halsschlagaderverengung bei Menschen ohne Beschwerden wird in Deutschland derzeit nicht allgemein empfohlen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten, ob bei Ihnen Risikofaktoren vorliegen, die eine Gefäßuntersuchung sinnvoll machen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann eine starke Verengung der Halsschlagader zu einem Schlaganfall führen – mit bleibenden Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen.
- Auch ein Verschluss des Gefäßes ist möglich.
Langzeitprognose
Die Operation ist bei sorgfältiger Auswahl der Patientinnen und Patienten ein sehr wirksames Verfahren, um Schlaganfälle zu verhindern. Die meisten Menschen erholen sich gut. Auch nach der Operation bleibt eine gute Behandlung von Blutdruck, Blutfettwerten und ein gesunder Lebensstil wichtig, um das Risiko langfristig niedrig zu halten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Zu den für diesen Artikel verwendeten Quellen gehören die unten aufgeführten Referenzen.
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
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