Katarrh – wenn Schleim und Nase verstopfen
Übersicht
Katarrh ist eine Entzündung der Schleimhäute, meist in Nase und Rachen. Dabei wird vermehrt Schleim gebildet, der als Schnupfen, Husten oder Räuspern spürbar wird. Er ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom – zum Beispiel bei einer Erkältung oder Allergie.
Wichtige Fakten
- Katarrh ist ein häufiges Symptom und meist harmlos.
- Er kann akut auftreten (z. B. bei Infekten) oder chronisch bestehen (z. B. bei Allergien oder Rauchen).
- Viel trinken, Luftfeuchtigkeit und Nasenspülungen können die Beschwerden lindern.
Ja. Fast jeder Mensch hat im Laufe des Lebens – besonders bei Erkältungen – einen Katarrh. Chronischer Katarrh tritt seltener auf, betrifft aber viele Menschen mit Allergien oder Rauchern.
Katarrh kann jeden treffen. Häufig sind Kinder mit Infekten, Erwachsene mit Allergien sowie Menschen, die viel in beheizten, trockenen Räumen sind oder rauchen.
Symptome
- Atemnot oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Anschwellen von Zunge, Hals oder Gesicht
- Bewusstseinstrübung oder Verwirrtheit
- Sehr starke Kopfschmerzen, die plötzlich auftreten
- ⚠Fieber über 39 °C oder Fieber, das trotz Maßnahmen länger als 3 Tage bleibt
- ⚠Starke Schmerzen im Gesicht oder über den Nebenhöhlen
- ⚠Grün-gelber Schleim über mehr als eine Woche
- ⚠Ohrenschmerzen, besonders bei Kindern
- ⚠Einseitige Nasensymptome oder blutiger Ausfluss
Häufige Symptome
- Verstopfte oder laufende Nase
- Gefühl von Schleim im Rachen
- Häufiges Räuspern oder Husten
- Druck- oder Völlegefühl im Kopf und in den Nasennebenhöhlen
- Leichte Halsschmerzen oder Heiserkeit
- Vermindertes Geruchs- und Geschmacksempfinden
Symptome bei Kindern
- Häufiger Schnupfen mit viel Nasensekret
- Mundatmung und Schnarchen im Schlaf
- Probleme beim Trinken oder Schlucken
- Unruhe oder Weinen wegen Druckgefühl in den Ohren
- Neigung zu Mittelohrentzündungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Trockener Husten oder ständiges Räuspern
- Verstopftes Gefühl in der Nase trotz wenig Sekret
- Mehr Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Bei Schluckstörungen oder Husten mit Auswurf sollte ein Arzt die Ursache abklären
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen wie Erkältung oder Grippe
- Allergien, zum Beispiel gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare
- Reizstoffe wie Tabakrauch, trockene Raumluft oder Chemikalien
- Selten Bakterien, die eine Nasennebenhöhlenentzündung verursachen
Risikofaktoren
- Rauchen oder regelmäßiger Kontakt mit Rauch
- Allergien oder Asthma in der Familie
- Geschwächtes Immunsystem, etwa durch Stress oder chronische Krankheiten
- Viele enge Kontakte zu anderen Menschen (z. B. in Kindergärten oder Pflegeberufen)
- Dauerhaft trockene oder klimatisierte Luft
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Kommt innerhalb weniger Tage zu Fieber, starkem Kopfschmerz oder zunehmender Atemnot
- Wenn das Auge anschwillt oder die Sicht gestört ist
- Wenn ein einseitiger, stark übelriechender Ausfluss auftritt
- Bei Ohrenschmerzen oder Hörverschlechterung, vor allem bei Kindern
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Symptome länger als 10 Tage anhalten
- Wenn der Katarrh mehrmals im Jahr auftritt
- Wenn Sie unter Allergien leiden und unsicher sind, welche Auslöser infrage kommen
- Wenn der Katarrh den Schlaf oder den Alltag deutlich einschränkt
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und untersucht Nase, Rachen und Ohren. Oft reicht das schon aus, um die Ursache zu erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung von Nase, Rachen und Ohren
- Allergietest, wenn eine Allergie vermutet wird
- Nasenendoskopie (Spiegelung der Nasengänge) bei anhaltenden Beschwerden
- Bildgebung (CT) nur bei schweren oder unklaren Verläufen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Nach der Untersuchung erhalten Sie meist eine Einschätzung, ob eine einfache Infektion oder eine Allergie dahintersteckt. Dazu bekommen Sie Empfehlungen für den Alltag – und wenn nötig, eine Überweisung an eine Spezialistin oder einen Spezialisten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einem Infekt helfen oft Ruhe, Hausmittel und viel Flüssigkeit. Bei Allergien ist das Meiden der Auslöser am wichtigsten. Medikamente können die Beschwerden lindern, müssen aber nicht immer sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Tee
- Inhalieren mit Wasserdampf – das befeuchtet die Schleimhäute
- Nasenspülungen mit einer Kochsalzlösung aus der Apotheke
- Mit erhöhtem Oberkörper schlafen, damit das Sekret besser abfließen kann
- Luftfeuchtigkeit in Räumen erhöhen, etwa durch feuchte Tücher oder einen Wasserbehälter
Medizinische Behandlungen
Medikamente können helfen, die Symptome zu lindern – zum Beispiel abschwellende Nasensprays, Kochsalzlösungen, Antihistaminika bei Allergien oder entzündungshemmende Nasensprays. Wichtig ist: Verwenden Sie Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Manche Präparate sind nur kurzfristig geeignet.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt selten infrage – etwa wenn Nasenpolypen oder eine starke Verkrümmung der Nasenscheidewand die Atmung dauerhaft behindern. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, klärt ein HNO-Arzt.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag können Sie viel selbst tun, um die Beschwerden zu lindern. Planen Sie Erholungspausen und schlafen Sie ausreichend. Sorgen Sie für regelmäßiges Lüften und vermeiden Sie trockene Heizungsluft.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und verrauchte Räume meiden
- Allergieauslöser wie Tierhaare oder Hausstaub reduzieren
- Stress möglichst abbauen – Entspannungsübungen können helfen
- Sich regelmäßig die Hände waschen, um Infekten vorzubeugen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem. Leichte Bewegung an der frischen Luft ist in Ordnung, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen. Bei Fieber oder starkem Krankheitsgefühl ist Schonung besser.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein anhaltender Katarrh kann belasten: Er stört den Schlaf, die Konzentration und das Wohlbefinden. Es ist verständlich, wenn die Stimmung darunter leidet. Teilen Sie Ihre Sorgen mit Angehörigen oder sprechen Sie in der Arztpraxis offen darüber.
Vorbeugung
Nicht immer. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie auf Handhygiene achten, Abstand zu Menschen mit Erkältungssymptomen halten, Allergene meiden und nicht rauchen.
Impfungen
Gegen Grippe und COVID-19 gibt es Impfungen, die schwere Verläufe verhindern können. Auch die Pneumokokken-Impfung kann vor Lungenentzündung schützen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine passende Impfung.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Früherkennung für Katarrh gibt es nicht. Bei allergischen Beschwerden kann ein Allergietest sinnvoll sein, um Auslöser zu erkennen und zu meiden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Mittelohrentzündung, besonders bei Kindern
- Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)
- Ausbreitung der Entzündung auf die Bronchien oder die Lunge (Bronchitis, Lungenentzündung)
- Bei Allergien: Verschlechterung eines bestehenden Asthmas
Langzeitprognose
Katarrh ist meist harmlos und klingt bei einem Infekt innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Wenn die Ursache bekannt ist – etwa eine Allergie oder Reizstoffe – lässt sich die Beschwerde meist gut in den Griff bekommen. Chronische Formen brauchen Geduld, aber es gibt viele hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
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