Brustkrebs bei Männern: Ursachen verständlich erklärt
Übersicht
Brustkrebs ist eine bösartige Zellveränderung in der Brust. Auch Männer können daran erkranken, weil jeder Mann von Natur aus etwas Brustdrüsengewebe hat – vor allem hinter der Brustwarze. Wenn sich diese Zellen unkontrolliert vermehren, entsteht ein Tumor.
Wichtige Fakten
- Brustkrebs beim Mann ist selten: Etwa 1 von 100 bis 200 aller Brustkrebs-Fälle betrifft Männer.
- Männer erkranken meist erst im höheren Alter, im Durchschnitt mit etwa 70 Jahren.
- Die Prognose ist gut, wenn der Tumor früh erkannt und behandelt wird.
- Die Mehrzahl der Knoten in der Männerbrust ist gutartig – dennoch sollte man jeden Knoten ärztlich kontrollieren lassen.
- Vererbte Genveränderungen wie BRCA1 und BRCA2 erhöhen auch bei Männern das Brustkrebsrisiko.
Nein. Brustkrebs bei Männern ist selten. In Deutschland erkranken pro Jahr ungefähr 700 Männer daran – im Vergleich zu etwa 70.000 Frauen. Viele Hausärztinnen und Hausärzte sehen im ganzen Berufsleben nur wenige betroffene Männer.
Betroffen sind vor allem ältere Männer, meist über 60 Jahren. Grundsätzlich kann die Erkrankung aber in jedem Alter auftreten. Männer mit erblichen Risiken, mit erhöhtem Östrogenspiegel oder einer früheren Strahlentherapie im Brustbereich haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112, wenn bei Ihnen plötzlich starke Atemnot, starke Schmerzen im Brustbereich, Bewusstlosigkeit oder Lähmungserscheinungen auftreten. So etwas kann zum Beispiel bei fortgeschrittener Erkrankung passieren, aber auch andere Ursachen haben. Rufen Sie im Zweifel immer den Notruf.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag eine Arztpraxis oder eine Notfallambulanz auf, wenn die Brust schmerzhaft gerötet oder geschwollen ist, Fieber auftritt oder aus der Brustwarze Blut austritt.
Häufige Symptome
- Ein fühlbarer Knoten oder eine Verhärtung in der Brust oder Achselhöhle
- Eine eingezogene Brustwarze oder eine Formveränderung der Brust
- Flüssigkeits- oder Blutaustritt aus der Brustwarze
- Hautveränderungen wie Dellen, Rötungen, Schuppung oder eine entzündete Stelle
- Eine geschwollene oder wunde Stelle, die nicht heilt
Ursachen
Hauptursachen
- Die genauen Auslöser sind noch nicht vollständig bekannt. Wie bei anderen Krebsarten entsteht Brustkrebs, wenn das Erbgut einer Zelle geschädigt wird und die Zelle ungebremst wächst.
- Hormone können eine Rolle spielen: Auch bei Männern kann das Hormon Östrogen das Wachstum von Brustkrebszellen fördern.
- Vererbte Genveränderungen, zum Beispiel in den Genen BRCA1 oder BRCA2, können das Risiko erheblich erhöhen.
- Manchmal können äußere Einflüsse – etwa frühere Strahlenbelastung an der Brust – an der Entstehung beteiligt sein.
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Brustkrebs bei engen Verwandten (z.B. Mutter, Schwester, Tochter, Vater)
- Nachgewiesene Veränderung in BRCA1 oder BRCA2
- Übergewicht: Fettgewebe wandelt Hormone in Östrogen um
- Erhöhte Östrogenwirkung, zum Beispiel durch Lebererkrankungen oder bestimmte Hormonpräparate
- Klinefelter-Syndrom (angeborene Besonderheit der Geschlechtschromosomen mit erhöhtem Östrogenspiegel)
- Frühere Strahlentherapie im Brustbereich
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Jeder neu aufgetretene Knoten oder jede Verhärtung in der Brust oder Achselhöhle
- Blutiger Ausfluss aus der Brustwarze
- Schnell wachsende oder schmerzhafte Schwellung der Brust
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ein Knoten, der über Wochen bestehen bleibt oder größer wird
- Hautveränderungen an der Brust, die nicht weggehen
- Sie möchten wissen, ob Sie wegen Brustkrebs in der Familie ein erhöhtes Risiko haben und ob eine Kontrolle sinnvoll ist
Diagnose
Wenn Sie mit einer Veränderung in die Praxis kommen, beginnt die Untersuchung mit einem ausführlichen Gespräch. Danach tastet die Ärztin oder der Arzt Brust und Achselhöhlen ab. Meist schließen sich schmerzfreie bildgebende Untersuchungen an. Nur eine Gewebeprobe kann letzte Sicherheit bringen.
Mögliche Untersuchungen
- Abtasten der Brust und Achselhöhlen
- Ultraschalluntersuchung der Brust (Sonografie)
- Mammographie (Röntgenbild der Brust)
- Gewebeprobe (Biopsie): Entnahme einer kleinen Probe aus dem Knoten und Untersuchung im Labor
- Hormonrezeptor-Test: Prüft, ob der Tumor auf Geschlechtshormone reagiert
- Bei gesichertem Befund: Bluttests sowie weitere Untersuchungen, um Metastasen auszuschließen (z.B. Ultraschall des Bauches, Knochenszintigraphie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind unkompliziert und dauern nur kurz. Eine Gewebeprobe wird meist mit örtlicher Betäubung entnommen. Das Ergebnis liegt nach einigen Tagen vor. Wenn die Diagnose Brustkrebs feststeht, bespricht das Behandlungsteam den weiteren Plan persönlich mit Ihnen.
Behandlung
Brustkrebs bei Männern wird in speziellen Brustzentren behandelt, in denen Ärztinnen und Ärzte viel Erfahrung mit dieser seltenen Erkrankung haben. Die Behandlung folgt in Deutschland der aktuellen S3-Leitlinie der AWMF – einer offiziellen ärztlichen Empfehlung zur Brustkrebstherapie. Dabei wird die Behandlung an Lage, Größe und Aggressivität des Tumors angepasst. Meist wird operiert, und oft kommen zusätzliche Behandlungen hinzu.
Selbsthilfe zu Hause
- Holen Sie sich Unterstützung durch Partner, Familie, Freunde oder eine Krebsberatungsstelle.
- Stellen Sie Ihrem Behandlungsteam alle Fragen, die Sie haben – schreiben Sie sie gerne auf.
- Nehmen Sie Nachsorgetermine regelmäßig wahr.
- Gönnen Sie sich in der Behandlung und im Alltag ausreichend Ruhe.
- Hören Sie auf Ihren Körper und seien Sie geduldig mit sich selbst.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung besteht meist aus einer Operation. Danach oder davor können eine Strahlentherapie, eine Antihormontherapie, eine Chemotherapie oder eine gezielte Therapie eingesetzt werden. Antihormontherapie bedeutet, dass die Wirkung von Hormonen, die das Tumorwachstum fördern, ausgeblockt wird. Chemotherapie wirkt gegen schnell wachsende Zellen. Welche Behandlung Sie erhalten, entscheidet das Team individuell – es gibt wirksame Möglichkeiten für verschiedene Situationen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist in den meisten Fällen der wichtigste erste Schritt. Bei kleineren Tumoren genügt es oft, nur das erkrankte Gewebe zu entfernen. Manchmal ist es notwendig, die gesamte Brustdrüse zu entfernen. Das entscheidet sich anhand der Tumorgröße, der Lage und der Untersuchungsergebnisse. Ihr Behandlungsteam erklärt Ihnen alles genau.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Brustkrebsbehandlung braucht der Körper Zeit. Narben, Spannungsgefühl oder ein verändertes Gefühl im Brustbereich sind möglich. Viele Männer kommen gut damit zurecht, vor allem wenn sie sich Unterstützung holen und ihre Fragen offen ansprechen.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, so gut es Ihr Zustand erlaubt – Spazierengehen reicht oft schon.
- Essen Sie abwechslungsreich mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten.
- Schränken Sie Alkohol ein und vermeiden Sie starkes Übergewicht.
- Suchen Sie Kontakt zu anderen Betroffenen – gerade bei einer seltenen Erkrankung gibt es Online-Gruppen oder Selbsthilfegruppen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind auch bei einer Krebserkrankung sinnvoll. Sie stärken Körper und Psyche und können mithelfen, das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, bevor Sie mit einem neuen Programm starten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebsdiagnose ist eine große seelische Belastung. Angst, Traurigkeit und Schlafprobleme sind normal. Doch Sie müssen nicht allein damit bleiben. Psychoonkologische Beratung hilft vielen Menschen. Wenn Sie in eine akute Krise geraten, können Sie sich jederzeit an die Telefonseelsorge wenden: kostenlos, anonym und rund um die Uhr.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht. Sie können aber Ihr Risiko senken, indem Sie normalgewichtig bleiben, sich regelmäßig bewegen und wenig Alkohol trinken. Entscheidend ist, Warnzeichen früh ernst zu nehmen und abklären zu lassen.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Früherkennungsprogramm für Männer gibt es nicht. Männer mit einer bekannten Genveränderung oder engen Verwandten mit Brustkrebs können mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, ob regelmäßige Kontrollen der Brust sinnvoll sind.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann weiterwachsen und Lymphknoten oder benachbartes Gewebe befallen.
- Es können Tochtergeschwülste (Metastasen) entstehen – zum Beispiel in Knochen, Leber oder Lunge.
- Die Erkrankung kann unbehandelt lebensbedrohlich werden.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind bei Brustkrebs im frühen Stadium ausgesprochen gut. Auch fortgeschrittene Erkrankungen lassen sich heute mit verschiedenen Therapien oft lange gut kontrollieren. Viele Männer werden durch die Behandlung geheilt. Es gibt heute mehr Grund, Hoffnung zu haben als je zuvor.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Zu den für diesen Artikel verwendeten Quellen gehören die unten aufgeführten Referenzen.
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.