Ursachen von Brustkrebs bei Frauen
Übersicht
Brustkrebs ist eine Erkrankung, bei der Zellen in der Brust unkontrolliert wachsen und einen Tumor bilden. Es handelt sich um die häufigste Krebsart bei Frauen. Die genaue Ursache ist nicht immer bekannt, aber es gibt bestimmte Risikofaktoren, die die Entstehung begünstigen können.
Wichtige Fakten
- Brustkrebs entsteht, wenn sich Zellen in der Brust unkontrolliert teilen.
- Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
- Nicht jeder Knoten in der Brust ist bösartig, aber jede Veränderung sollte ärztlich abgeklärt werden.
Ja, Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Jedes Jahr erkranken etwa 70.000 Frauen neu.
Brustkrebs betrifft vor allem Frauen ab 50 Jahren, kann aber auch jüngere Frauen treffen. Auch Männer können, wenn auch selten, an Brustkrebs erkranken.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufzusammenbruch
- Sehr starke, akute Schmerzen in der Brust, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen
- ⚠Neu aufgetretener Knoten in der Brust oder Achselhöhle
- ⚠Blutiger Ausfluss aus der Brustwarze
- ⚠Schnell wachsende Veränderungen in der Brust
Häufige Symptome
- Ein Knoten oder eine Verhärtung in der Brust oder Achselhöhle
- Veränderung der Brustgröße oder -form
- Einziehung der Brustwarze
- Hautveränderungen wie Rötung, Schuppung oder Dellen (wie eine Orangenhaut)
- Austritt von Flüssigkeit aus der Brustwarze
- Anhaltender Schmerz in der Brust, der nicht mit dem Zyklus zusammenhängt
Ursachen
Hauptursachen
- Veränderungen (Mutationen) im Erbgut von Brustzellen, die dazu führen, dass Zellen unkontrolliert wachsen
- Weibliche Geschlechtshormone, insbesondere Östrogen, können das Wachstum bestimmter Brustkrebszellen fördern
- Eine erbliche Veranlagung, zum Beispiel durch Veränderungen in den Genen BRCA1 oder BRCA2, erhöht das Risiko deutlich
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahren
- Eine lange Zeit mit regelmäßigen Monatsblutungen (frühe erste Regel, späte Wechseljahre)
- Kinderlosigkeit oder späte erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Alkoholkonsum
- Rauchen
- Langjährige Einnahme bestimmter Hormonersatzpräparate in den Wechseljahren
- Eine frühere Strahlentherapie im Brustbereich
- Familiäre Vorbelastung: Brust- oder Eierstockkrebs bei nahen Verwandten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie einen neuen Knoten in der Brust oder Achselhöhle ertasten
- Bei Blut im Ausfluss aus der Brustwarze
- Wenn sich die Brustwarze plötzlich einzieht oder die Haut sich stark verändert
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nehmen Sie regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen wahr, wie sie von Ihrer Krankenkasse angeboten werden
- Sprechen Sie bei familiärer Vorbelastung frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über mögliche zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zunächst nach Beschwerden und untersucht die Brust vorsichtig. Bildgebende Verfahren wie die Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) und Ultraschall liefern weitere Hinweise. Wenn ein verdächtiger Befund vorliegt, wird eine Gewebeprobe entnommen (Biopsie), um zu klären, ob die Zellen bösartig sind.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung der Brust und Achselhöhlen
- Mammographie (Röntgenuntersuchung)
- Ultraschall (Sonographie)
- Magnetresonanztomographie (MRT) in besonderen Fällen
- Biopsie (Gewebeprobe mit feiner Nadel)
- Weitere Gewebeanalysen im Labor, um Hormonrezeptoren oder andere Eigenschaften des Tumors zu bestimmen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Eine Diagnose wird in spezialisierten Brustzentren gestellt. Es kann einige Tage dauern, bis alle Ergebnisse vorliegen. Sie erhalten eine ausführliche Besprechung der Befunde und mögliche nächste Schritte. Es ist hilfreich, eine vertraute Person mitzunehmen und Fragen zu notieren.
Behandlung
Die Behandlung von Brustkrebs wird individuell geplant. Sie hängt von der Tumorart, der Größe, der Ausbreitung und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Die Behandlung wird in einem interdisziplinären Team von Fachleuten festgelegt, also von Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen.
Selbsthilfe zu Hause
- Sorgen Sie für ausreichend Ruhe und Schlaf während der Behandlung
- Bewegen Sie sich so viel, wie es Ihre Energie zulässt, zum Beispiel mit Spaziergängen
- Ernähren Sie sich ausgewogen und trinken Sie genug
- Suchen Sie sich Unterstützung bei Familie, Freundinnen oder in einer Selbsthilfegruppe
Medizinische Behandlungen
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Operationen (Brust erhaltend oder vollständige Entfernung), Strahlentherapie, medikamentöse Behandlungen wie Chemotherapie, Antihormontherapie und gezielte Therapien, die auf bestimmte Eigenschaften der Krebszellen abzielen. Die genaue Kombination wird individuell festgelegt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei den meisten Brustkrebserkrankungen Teil der Behandlung. Dabei wird der Tumor mit einem Sicherheitsabstand entfernt. In manchen Fällen kann die Brust erhalten werden, in anderen ist eine vollständige Entfernung der Brust nötig. Auch die Entfernung von Wächterlymphknoten in der Achselhöhle kann in die Operation integriert werden.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Brustkrebsbehandlung richtet sich der Alltag oft neu aus. Viele Frauen fühlen sich nach der Therapie müde und erschöpft. Gehen Sie langsam vor, setzen Sie sich realistische Ziele und hören Sie auf Ihren Körper. Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, um Veränderungen früh zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Bewegung in den Alltag einbauen, zum Beispiel zügige Spaziergänge
- Ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst
- Alkohol vermeiden oder stark einschränken
- Nicht rauchen
- Stress abbauen durch Entspannungsübungen, Meditation oder Hobbys
Ernährung und Bewegung
Regelmäßige moderater Ausdauersport und Krafttraining können das Wohlbefinden steigern und das Rückfallrisiko senken. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen, Gemüse und gesunden Fetten wird empfohlen. Extremsport oder strenge Diäten sind nicht nötig.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Brustkrebserkrankung ist eine große seelische Belastung. Angst, Traurigkeit oder Erschöpfung sind normal. Psychologische Unterstützung kann helfen, mit diesen Gefühlen umzugehen. Viele Krankenhäuser bieten psychoonkologische Beratung an.
Vorbeugung
Man kann Brustkrebs nicht sicher verhindern, aber das Risiko lässt sich senken. Dazu gehören ein gesunder Lebensstil, körperliche Aktivität, Vermeidung von Übergewicht und Alkoholkonsum sowie die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Brustkrebs. Ein wirksamer Schutz ist jedoch die Früherkennung, also regelmäßige ärztliche Untersuchungen und die Mammographie ab dem empfohlenen Alter.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland wird Frauen zwischen 50 und 75 Jahren alle zwei Jahre eine Mammographie zur Früherkennung angeboten. Frauen mit erhöhtem familiärem Risiko sollten sich individuell beraten lassen und unter Umständen früher mit der Vorsorge beginnen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann weiterwachsen und in umliegendes Gewebe einwachsen
- Tochtergeschwülste (Metastasen) können sich in anderen Organen wie Knochen, Leber oder Lunge bilden
- Unbehandelt kann Brustkrebs lebensbedrohlich werden
Langzeitprognose
Die meisten Brustkrebserkrankungen in Deutschland werden heutzutage früh erkannt und gut behandelt. Die Heilungschancen sind bei früher Diagnose sehr gut. Auch bei fortgeschrittener Erkrankung gibt es viele Behandlungsmöglichkeiten, die das Leben verlängern und die Lebensqualität erhalten können.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2026
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