Verhütung nach einem Schwangerschaftsabbruch
Übersicht
Verhütung nach einem Schwangerschaftsabbruch bedeutet: Sie planen, wie Sie eine neue Schwangerschaft verhindern können, nachdem eine Schwangerschaft beendet wurde. Nach einem Abbruch kann der Körper schnell wieder fruchtbar sein – oft schon vor der nächsten Regel. Deshalb ist es gut, sich früh zu informieren und eine passende Methode zu besprechen.
Wichtige Fakten
- Nach einem Abbruch kann die Fruchtbarkeit schnell zurückkehren, oft schon vor der nächsten Regel.
- Verhütung kann meist bald nach dem Abbruch besprochen und begonnen werden; der genaue Zeitpunkt hängt von der Methode ab.
- Wenn Sie ungeschützten Sex hatten, fragen Sie rasch in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke nach Notfallverhütung.
Sehr viele Menschen haben nach einem Abbruch Fragen zur Verhütung. Sie sind damit nicht allein.
Menschen, die schwanger werden können und einen Abbruch hatten – auch Jugendliche und Menschen in der Perimenopause, also der Zeit vor den Wechseljahren.
Symptome
- Sehr starke Blutung, bei der Sie schnell viele Vorlagen durchbluten
- Ohnmacht, starke Benommenheit oder Kreislaufkollaps
- Hohes Fieber oder Schüttelfrost
- Starke, zunehmende Unterbauchschmerzen
- Eitriger oder übelriechender Ausfluss
- Gedanken, sich das Leben zu nehmen – rufen Sie sofort 112 an oder eine Krisenberatung
- ⚠Fieber
- ⚠Zunehmende Schmerzen im Unterbauch
- ⚠Blutung wird stärker oder hört nicht auf
- ⚠Übelkeit und Erbrechen
- ⚠Übelriechender Ausfluss
- ⚠Schwangerschaftszeichen halten an oder die Regel setzt nach einigen Wochen nicht ein
Häufige Symptome
- Leichte bis mittlere Blutung
- Krämpfe im Unterbauch
- Müdigkeit
- Spannungsgefühl in der Brust
- Stimmungsschwankungen
Symptome bei Kindern
- Bei Jugendlichen sind nach einem Abbruch dieselben körperlichen Zeichen möglich. Wichtig ist eine vertrauliche Beratung, in der alle Fragen zur Verhütung Platz haben.
- Bei starken Schmerzen, Fieber oder sehr starker Blutung gilt auch bei Jugendlichen: sofort medizinische Hilfe holen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch in der Perimenopause können Sie schwanger werden. Nach einem Abbruch gelten ähnliche Fragen zur Verhütung wie in jüngeren Jahren.
- Bei sehr starker Blutung, Fieber, Ohnmacht oder starken Kreislaufproblemen sofort Hilfe holen.
Ursachen
Hauptursachen
- Dies ist keine Krankheit. Der Bedarf an Verhütung entsteht, weil nach einem Abbruch eine neue Schwangerschaft möglich ist, sobald der Eisprung wieder einsetzt. Der Eisprung ist der Zeitpunkt, an dem eine reife Eizelle bereit ist.
Risikofaktoren
- Geschlechtsverkehr ohne Verhütung
- Verhütung wird nicht rechtzeitig begonnen oder falsch angewendet
- Sich nur auf unsichere Methoden wie Rückzug verlassen
- Erbrechen oder Durchfall bei hormonellen Methoden – fragen Sie dann Ihre Praxis
- Wenig Wissen über die verschiedenen Verhütungsoptionen
- Druck in der Beziehung oder Gewalt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber
- Starke oder zunehmende Unterbauchschmerzen
- Blutung wird stärker oder hört nicht auf
- Übelriechender Ausfluss
- Ohnmacht, starke Benommenheit oder Kreislaufprobleme
- Gedanken, sich das Leben zu nehmen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie möchten eine Verhütungsmethode besprechen
- Sie sind unsicher, welche Methode zu Ihnen passt
- Sie bemerken Nebenwirkungen einer Methode
- Sie hatten ungeschützten Sex und möchten über Notfallverhütung sprechen
- Die Regel setzt nach einigen Wochen nicht ein
Diagnose
Es gibt keine Diagnose im klassischen Sinn. In einem vertraulichen Gespräch klärt die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen Ihre Gesundheit, Ihre Lebenssituation und Ihre Wünsche. Gemeinsam wird besprochen, welche Verhütungsmethode infrage kommt und wann sie nach dem Abbruch beginnen kann.
Mögliche Untersuchungen
- Gespräch über Ihre Gesundheit und Ihre Verhütungswünsche
- Schwangerschaftstest, wenn unklar ist, ob eine neue Schwangerschaft besteht
- Blutdruckmessung
- Gynäkologische Untersuchung, wenn sie für die Methode wichtig ist
- Ultraschall je nach Methode und Situation
- Test auf sexuell übertragbare Infektionen nach Bedarf
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie können Fragen stellen und auch eine zweite Meinung einholen. Niemand sollte Ihnen eine Methode aufdrängen. Die Beratung ist vertraulich. Wenn Ihnen ein Thema unangenehm ist, sagen Sie es – gute Beratung geht auf Ihre Grenzen ein.
Behandlung
Ziel ist, eine Verhütungsmethode zu finden, die zu Ihrem Leben, Ihrer Gesundheit und Ihren Wünschen passt. Manche Methoden können bald nach dem Abbruch beginnen, andere zu einem späteren Zeitpunkt. Bis dahin können Kondome Schutz bieten. Die Entscheidung treffen Sie freiwillig und mit guter Beratung.
Selbsthilfe zu Hause
- Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Lebenssituation.
- Fragen Sie, wann die gewählte Methode nach dem Abbruch beginnen kann.
- Kondome schützen zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen.
- Bei ungeschütztem Sex rasch nach Notfallverhütung fragen – in der Praxis oder Apotheke.
- Halten Sie Nachsorge- und Kontrolltermine ein.
- Achten Sie auf Warnzeichen wie Fieber, starke Blutung oder zunehmende Schmerzen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ihren Wünschen und Ihrer Gesundheit kommen verschiedene Methoden infrage: hormonelle Verhütung mit Tabletten, Ring, Pflaster, einem Stäbchen unter der Haut oder einer Spritze; eine Spirale mit Kupfer oder Hormon; Kondome; oder eine dauerhafte Sterilisation. Hormone sind Botenstoffe des Körpers. Keine Methode ist für alle ideal. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Vor- und Nachteile, ohne Ihnen eine Methode aufzudrängen. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Für Verhütung ist normalerweise keine Operation nötig. Eine Sterilisation ist eine dauerhafte Entscheidung und wird nur nach ausführlicher Beratung gewählt.
Leben mit der Erkrankung
Finden Sie einen Rhythmus für Ihre Methode: zum Beispiel eine Erinnerung für Tabletten, Kontrolltermine für Spirale oder Implantat. Prüfen Sie, ob die Methode noch richtig sitzt oder haltbar ist. Reden Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin über Schutz und Grenzen.
Tipps für den Alltag
- Rauchen kann bei manchen hormonellen Methoden eine Rolle spielen; sprechen Sie darüber mit Ihrer Praxis.
- Alkohol und Drogen können Entscheidungen und Safer Sex erschweren.
- Stress kann Vergessen begünstigen; nutzen Sie Erinnerungen am Handy oder einen Kalender.
- Bewahren Sie Verhütungsmittel so auf, wie es in der Packungsbeilage steht.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine spezielle Diät, die Verhütung ersetzt. Normale Bewegung und ausgewogene Ernährung sind gut für Ihr Wohlbefinden. Bei anhaltender Müdigkeit nach einer Blutung sprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Abbruch kann Erleichterung, Trauer, Wut oder gemischte Gefühle auslösen. Auch Fragen zur Verhütung können Druck machen. Diese Gefühle sind okay. Wenn Sie sich längere Zeit sehr belastet fühlen, suchen Sie Unterstützung. Bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, rufen Sie sofort 112 an oder eine Krisenberatung.
Vorbeugung
Ungewollte Schwangerschaften lassen sich durch passende Verhütung und Beratung senken. Keine Methode ist zu 100 Prozent sicher. Nach einem Abbruch ist früher Schutz besonders wichtig, weil die Fruchtbarkeit schnell zurückkommen kann.
Impfungen
Nicht direkt Teil der Verhütung. Fragen Sie bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nach Ihrem Impfstatus.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige gynäkologische Vorsorge und Tests auf sexuell übertragbare Infektionen nach Bedarf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine neue, ungewollte Schwangerschaft
- Unsicherheit und Angst
- Sexuell übertragbare Infektionen, wenn keine Kondome genutzt werden
- Nebenwirkungen einer Methode, wenn sie nicht geprüft werden
Langzeitprognose
Die meisten Menschen finden mit guter Beratung eine Verhütungsmethode, die zu ihnen passt. Es ist okay, verschiedene Optionen auszuprobieren und zu wechseln. Sie können jederzeit Unterstützung bekommen.
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Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026
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