Kondome für Frauen (Femidom): Verhütung und Schutz vor Infektionen
Übersicht
Ein Kondom für Frauen – oft Femidom genannt – ist eine weiche, durchsichtige Hülle aus Kunststoff, die vor dem Sex in die Scheide eingeführt wird. Es wirkt wie eine Barriere: Samenzellen können nicht in die Gebärmutter gelangen, und Krankheitserreger werden seltener von einem Menschen auf den anderen übertragen. So schützt es doppelt – vor einer Schwangerschaft und vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen (Infektionen, die beim Sex weitergegeben werden, zum Beispiel Chlamydien, Tripper oder HIV). Das Kondom hat an beiden Enden einen Ring: Ein Ring sitzt innen in der Scheide, der andere bleibt außen vor der Scheide liegen.
Wichtige Fakten
- Das Kondom für Frauen ist ein Verhütungsmittel, das in die Scheide eingeführt wird. Es schützt gleichzeitig vor einer Schwangerschaft und vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen.
- Es besteht meist aus Kunststoff (Polyurethan oder Nitril) und ist deshalb auch für Menschen mit einer Latex-Allergie geeignet.
- Es ist für einmaligen Gebrauch gedacht. Ein Kondom für Frauen und ein Kondom für Männer sollten nie gleichzeitig benutzt werden, weil sie dann leichter verrutschen können.
In Deutschland ist das Kondom für Frauen eher wenig bekannt, viel häufiger werden Kondome für Männer benutzt. Das liegt nicht daran, dass das Femidom schlecht ist, sondern eher daran, dass es selten angeboten und wenig erklärt wird. Wer es kennt und geübt hat, kann es gut als Verhütung nutzen.
Es ist gedacht für Menschen mit einer Scheide, die Sex mit einem Penis haben und sich vor einer Schwangerschaft und/oder vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen möchten. Besonders hilfreich kann es sein, wenn jemand eine Latex-Allergie hat, wenn der Partner kein Kondom für Männer benutzen möchte oder wenn jemand den Schutz selbst in die Hand nehmen will.
Symptome
- Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals, Atemnot, pfeifende Atmung, starker Schwindel oder Bewusstlosigkeit nach Kontakt mit Latex oder Gleitgel – das kann eine schwere allergische Reaktion sein. Sofort den Notruf 112 wählen.
- Sehr starke Unterbauchschmerzen mit Fieber und Kreislaufbeschwerden – sofort ärztliche Hilfe holen, im Notfall über die 112.
- ⚠Kondom gerutscht oder gerissen oder Sex ohne Schutz – möglichst noch am selben Tag über Notfallverhütung und über Tests auf sexuell übertragbare Infektionen sprechen.
- ⚠Ausbleiben der Regelblutung nach ungeschütztem Sex – Schwangerschaftstest und Beratung.
- ⚠Juckreiz, Brennen, ungewöhnlicher Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen oder Hautveränderungen im Genitalbereich.
- ⚠Anhaltende Schmerzen beim Sex oder Blutungen nach dem Sex.
Häufige Symptome
- Ein leises Rascheln oder Reiben beim Sex kann zu hören sein – das ist normal und meist harmlos.
- Der äußere Ring ist von außen sichtbar und beim Sex zu spüren.
- Ohne Gleitgel kann sich das Kondom trocken oder unangenehm anfühlen. Gleitgel auf Wasser- oder Silikonbasis macht es angenehmer.
- Das Einsetzen braucht oft etwas Übung. Ein leichtes Fremdgefühl am Anfang ist normal und vergeht meist mit der Erfahrung.
- Ein leichtes Druck- oder Ziehen kann auftreten, wenn das Kondom nicht richtig sitzt – dann lohnt es sich, die Anwendung noch einmal in Ruhe zu üben.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein Kondom für Frauen ist keine Krankheit und hat keine Ursache. Es ist ein Schutzmittel. Wenn der Schutz versagt, liegt es fast immer an der Anwendung.
- Verrutschen oder Reißen durch falsches Einsetzen, zu wenig Gleitgel, scharfe Fingernägel oder Schmuck.
- Gleichzeitige Benutzung zusammen mit einem Kondom für Männer.
- Mehrfache Verwendung desselben Kondoms.
- Ölhaltige Gleitmittel (zum Beispiel Massageöl oder Vaseline) können bestimmte Materialien angreifen und das Kondom porös machen.
- Abgelaufene Produkte oder falsche Lagerung, etwa lange in der Hitze, in der Sonne oder offen in der Handtasche.
Risikofaktoren
- Wenig Erfahrung mit dem Einsetzen
- Kein Gleitgel benutzt
- Alkohol oder Drogen, weil die Anwendung dann oft ungenau wird
- Latex-Allergie – dann besser ein Kunststoff-Kondom wählen
- Spontaner Sex ohne Vorbereitung
- Fehlende Beratung und keine Gelegenheit zum Üben
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Ein Kondom ist gerissen oder verrutscht, oder es kam zu Sex ohne Schutz – dann ist eine Beratung zur Notfallverhütung und zu Tests zeitnah wichtig.
- Die Regelblutung bleibt aus.
- Fieber mit Unterbauchschmerzen, ungewöhnlicher Ausfluss oder Schmerzen beim Wasserlassen.
- Starker Juckreiz, Brennen oder eine Schwellung im Genitalbereich.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Du möchtest dich allgemein zur Verhütung beraten lassen oder verschiedene Methoden vergleichen.
- Du hast eine Latex-Allergie und suchst ein passendes Kondom.
- Du möchtest wissen, wie du das Kondom für Frauen richtig einsetzt, und es einmal üben.
- Du möchtest dich auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen.
- Du hast Fragen zu Impfungen, die beim Sex eine Rolle spielen.
Diagnose
Für die Anwendung eines Kondoms für Frauen braucht es keine Untersuchung und keinen Test. Wenn du unsicher bist, kannst du dir in einer Praxis oder Beratungsstelle zeigen lassen, wie es eingesetzt wird, und in Ruhe üben. Ärztlich untersucht wird nur, wenn Fragen zu Infektionen, Schmerzen oder einer möglichen Schwangerschaft im Raum stehen. Ärztliche Empfehlungen zur Verhütung orientieren sich in Deutschland an Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Mögliche Untersuchungen
- Beratungsgespräch mit Fragen zu Gesundheit, Lebenssituation und bisheriger Verhütung
- Test auf sexuell übertragbare Infektionen, zum Beispiel über eine Urinprobe oder einen Abstrich
- Schwangerschaftstest über Urin oder Blut
- Bei Verdacht auf eine Allergie: allergologische Abklärung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Regel bleibt es bei einem Gespräch. Du kannst alle Fragen stellen, auch unangenehme. Wenn ein Test sinnvoll ist, wird erklärt, wie er abläuft, wann das Ergebnis da ist und was es bedeutet. Du entscheidest immer mit.
Behandlung
Das Kondom für Frauen ist keine Behandlung, sondern ein Schutz. Es muss nichts „geheilt“ werden. Wenn etwas schiefgegangen ist – etwa ein gerissenes Kondom – geht es darum, eine ungewollte Schwangerschaft und mögliche Infektionen rechtzeitig abzuklären. Je früher du dich meldest, desto mehr Möglichkeiten gibt es.
Selbsthilfe zu Hause
- Vor dem ersten Einsatz in Ruhe allein üben und das Einsetzen mehrmals ausprobieren.
- Das Kondom kann einige Zeit vor dem Sex eingesetzt werden, sodass es nicht unter Zeitdruck passieren muss. Beachte die Angaben des Herstellers.
- Gleitgel auf Wasser- oder Silikonbasis verwenden, kein ölhaltiges Gleitgel.
- Jedes Kondom nur einmal benutzen und danach wegwerfen.
- Nicht gleichzeitig mit einem Kondom für Männer verwenden.
- Auf das Haltbarkeitsdatum achten und kühl sowie trocken lagern.
- Beim Öffnen der Verpackung nicht mit Fingernägeln, Zähnen oder Scheren ins Kondom schneiden.
- Nach dem Sex den äußeren Ring vorsichtig drehen und das Kondom langsam herausziehen.
Medizinische Behandlungen
Nach ungeschütztem Sex oder einem gerissenen Kondom kann eine Notfallverhütung sinnvoll sein. Sie wirkt umso besser, je früher sie beginnt. Apotheken und Praxen beraten dazu vertraulich und erklären, welche Möglichkeiten es gibt und wie sie eingenommen oder eingesetzt werden. Außerdem kann ein Test auf sexuell übertragbare Infektionen sinnvoll sein; wird eine Infektion gefunden, lässt sie sich in der Regel gut behandeln. Wenn du eine andere Verhütungsmethode ausprobieren möchtest, kannst du dich zu allen Optionen beraten lassen und gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt entscheiden.
Leben mit der Erkrankung
Kondome für Frauen gibt es in Apotheken, Drogerien und in vielen Online-Shops. Viele finden es hilfreich, immer eines dabeizuhaben, damit sie auch bei spontanem Sex geschützt sind. Am Anfang kann es etwas Übung brauchen – mit der Zeit wird die Anwendung routinierter.
Tipps für den Alltag
- Offen mit dem Partner oder der Partnerin über Verhütung und Schutz sprechen.
- Wer doppelt absichern möchte, kann ein Kondom mit einer weiteren Verhütungsmethode kombinieren.
- Bei wechselnden Partnerinnen oder Partnern regelmäßig auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen.
- Gleitgel griffbereit haben.
- Verhütung nicht vom Alkoholpegel abhängig machen – vorher entscheiden und vorbereiten.
Ernährung und Bewegung
Ernährung und Bewegung haben keinen Einfluss darauf, wie gut ein Kondom für Frauen schützt. Was wirklich hilft, sind Übung, ein offenes Gespräch mit dem Partner oder der Partnerin und im Zweifel eine Beratung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Themen rund um Verhütung, Sexualität und Infektionen können belasten: Sorgen, Scham, Druck vom Partner oder der Partnerin oder Angst nach einem Missgeschick sind verständlich und kommen häufig vor. Solche Gefühle sind kein Grund, sich zu schämen. Ein Gespräch mit einer vertrauten Person, in einer Beratungsstelle oder in der Praxis entlastet oft. Wenn dich Ängste oder Niedergeschlagenheit stark belasten, hol dir bitte Unterstützung – in einer akuten seelischen Krise kannst du jederzeit Hilfe holen, bei unmittelbarer Gefahr über den Notruf 112.
Vorbeugung
Ein Kondom für Frauen verhindert eine Schwangerschaft und senkt das Risiko für viele sexuell übertragbare Infektionen – aber nur, wenn es jedes Mal und richtig benutzt wird. Zusätzliche Sicherheit bietet eine zweite Verhütungsmethode, etwa eine Spirale oder eine hormonelle Methode, die du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen kannst. Auch die richtige Handhabung lässt sich lernen und senkt das Risiko, dass etwas schiefgeht.
Impfungen
Gegen einige sexuell übertragbare Infektionen gibt es Impfungen, zum Beispiel gegen HPV (Humane Papillomviren) und gegen Hepatitis B. Die HPV-Impfung wird in Deutschland für Mädchen und Jungen empfohlen. Frag in deiner Praxis danach, ob eine Impfung für dich sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland können gesetzlich versicherte Frauen ab 20 Jahren regelmäßig zur Früherkennung von Veränderungen am Gebärmutterhals gehen. Tests auf sexuell übertragbare Infektionen gehören nicht automatisch zu jeder Vorsorge – frag aktiv danach, wenn du sie möchtest.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine ungewollte Schwangerschaft, wenn ein Kondom verrutscht, reißt oder nicht benutzt wird.
- Eine sexuell übertragbare Infektion, wenn kein Schutz verwendet wird.
- Bei lange unbehandelten Infektionen können Beschwerden und Folgen entstehen, zum Beispiel eine Entzündung im Unterbauch oder Probleme mit der Fruchtbarkeit.
- Eine allergische Reaktion auf Latex oder auf Inhaltsstoffe von Gleitmitteln.
Langzeitprognose
Sehr gut: Das Kondom für Frauen ist ein wirksamer Schutz, wenn es richtig verwendet wird. Viele brauchen ein paar Versuche, bis es sich selbstverständlich anfühlt – das ist ganz normal. Nach einem Missgeschick gibt es gute Möglichkeiten, eine Schwangerschaft und Infektionen abzuklären, wenn du dich zeitnah meldest. Sprich offen mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Apotheke – dort wird dir ohne Wertung geholfen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsempfehlungen unterscheiden sich nach Land und Region. Diese Seite ist allgemeine Aufklärung und entspricht möglicherweise nicht den Leitlinien, Arzneimitteln oder der Praxis an Ihrem Wohnort. Besprechen Sie Ihre Anliegen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson und folgen Sie lokalen Empfehlungen, soweit es sie gibt.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Keine Leitlinie nennt dieses Thema
Hier wird keine Gesundheitsleitlinie und kein klinisches Kapitel zitiert, das genau dieses Thema nennt. Diese Seite dient nur der allgemeinen Bildung und Information. Sie ist keine Diagnose, kein Behandlungsplan und kein persönlicher medizinischer Rat. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und folgen Sie deren Rat. Bei starken, plötzlichen oder beunruhigenden Beschwerden holen Sie zeitnah medizinische Hilfe, und rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an. Ruqelo LLC ist nicht verantwortlich für medizinische oder rechtliche Folgen von Entscheidungen, die auf diesen Informationen beruhen.
Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.