Kupfer-Chrom-Arsen (CCA) behandeltes Holz – was Sie wissen sollten
Übersicht
CCA steht für „chromiertes Kupferarsenat“. Das ist ein chemischer Holzschutz, mit dem Holz früher unter hohem Druck getränkt wurde, damit es draußen nicht verrottet und nicht von Insekten befallen wird. In dem Schutzmittel stecken Kupfer, Chrom und Arsen. Arsen ist ein Stoff, der in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein kann. Solches Holz wurde zum Beispiel für Zäune, Terrassen, Spielgeräte, Gartenmöbel und Hochbeete verwendet. Wichtig: Nicht jedes „kesseldruckimprägnierte“ Holz enthält CCA – seit vielen Jahren sind solche Mittel in der EU für den privaten Gebrauch stark eingeschränkt. Altes Holz aus früheren Jahrzehnten kann aber noch damit behandelt sein.
Wichtige Fakten
- CCA-Holz erkrankt Sie nicht durch bloßes Anfassen. Kleine Mengen können aber über die Haut, über Staub beim Sägen oder Schleifen und über Rauch und Asche beim Verbrennen aufgenommen werden.
- Verbrennen Sie CCA-behandeltes Holz niemals – weder im Kamin noch im Grill oder im Garten. Im Rauch und in der Asche steckt Arsen.
- Altes Holz aus der Zeit vor etwa 2004 kann noch CCA enthalten. Bei Arbeiten daran schützen Handschuhe, Maske und gute Lüftung.
- Für Lebensmittel (Grillgut, Schneidebretter, Hochbeete für Gemüse) ist unbehandeltes Holz die sichere Wahl.
In älteren Gärten, auf alten Terrassen, an Zäunen oder auf Spielplätzen aus den 1980er- bis 1990er-Jahren ist solches Holz noch recht häufig zu finden. Neu gekauftes Holz für den privaten Garten enthält in Deutschland und der EU praktisch kein CCA mehr.
Vor allem Menschen, die in alten Häusern und Gärten arbeiten: Heimwerkerinnen und Heimwerker, die altes Holz schleifen oder absägen, Familien mit Kindern, die auf alten Spielgeräten spielen, Gärtnerinnen und Gärtner, die altes Holz im Garten nutzen, und Beschäftigte in Abbruch- oder Sanierungsbetrieben.
Symptome
- Starke Atemnot, Brustschmerz, Schwindel oder Ohnmacht nach dem Einatmen von Rauch verbrannten Holzschutzmittels
- Verschlucken von Holzschutzmittel, Holzschutzmittel-Resten oder größeren Mengen Asche aus behandeltem Holz
- Schwellung von Gesicht, Lippen oder Hals, pfeifende Atmung oder ein Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall nach möglichem Kontakt mit Holzschutzmitteln
- ⚠Hautausschlag mit Bläschen oder offenen Stellen nach Kontakt mit altem Holz
- ⚠Anhaltendes Erbrechen oder starke Bauchschmerzen nach versehentlichem Verschlucken
- ⚠Augenreizung, die nach gründlichem Ausspülen mit Wasser nicht besser wird
- ⚠Anhaltender Husten oder pfeifende Atmung nach Arbeiten mit viel Holzstaub
- ⚠Neue, ungeklärte Hautveränderungen an Händen oder Füßen nach jahrelanger Arbeit mit solchem Holz
Häufige Symptome
- Rötung, Juckreiz oder ein brennendes Gefühl auf der Haut nach längerem direktem Kontakt mit altem, unbehandeltem Holz
- Trockene, gereizte Haut an den Händen nach Arbeiten mit solchem Holz
- Reizung von Augen, Nase und Hals durch Staub beim Sägen oder Schleifen
- Husten oder Kratzen im Hals, wenn Staub eingeatmet wurde
- Übelkeit oder ein metallischer Geschmack im Mund nach versehentlichem Verschlucken kleiner Mengen Holzstaub oder Asche
- Bei sehr hoher, jahrelanger Belastung: Hautveränderungen wie kleine warzenartige Stellen oder dunklere Hautflecken sowie Kribbeln an Händen und Füßen
Symptome bei Kindern
- Kinder nehmen Stoffe leichter über die Haut und über den Mund auf, weil sie beim Spielen oft die Hände in den Mund nehmen oder auf Holz kauen
- Häufiger Hautausschlag oder Rötungen an den Händen nach dem Spielen auf alten Holzspielgeräten
- Mögliche Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchweh oder Übelkeit nach Verschlucken von Holzsplittern oder Asche
- Kinder reagieren empfindlicher, weil ihr Körper kleiner ist und sich noch entwickelt
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Haut ist dünner und trockener und reagiert schneller mit Rötungen und Rissen
- Bestehende Atemwegs- oder Lungenerkrankungen können durch Holzstaub stärker gereizt werden
- Wunden oder Hautschäden heilen langsamer, deshalb ist Hautschutz besonders wichtig
- Bei mehreren Medikamenten oder Vorerkrankungen lohnt sich eine Rücksprache mit der Hausarztpraxis vor größeren Renovierungsarbeiten
Ursachen
Hauptursachen
- Direkter Hautkontakt mit alten, verwitterten Holzoberflächen, von denen sich kleine Mengen der Schutzsalze lösen können
- Einatmen von Holzstaub beim Sägen, Schleifen oder Abschleifen von altem behandeltem Holz
- Verbrennen von behandeltem Holz: Im Rauch und in der Asche sammelt sich Arsen an
- Nutzung von altem Holz in Kontakt mit Lebensmitteln, etwa als Grillunterlage, als Schneidebrett oder als Hochbeet für Gemüse
- Aufnahme über den Mund bei Kleinkindern, die auf Holz kauen oder nach dem Spielen die Hände in den Mund nehmen
- Boden- oder Staubbelastung in der Nähe alter Terrassen, Zäune oder Spielgeräte
Risikofaktoren
- Arbeiten mit altem Holz ohne Handschuhe und ohne Atemschutz
- Schleifen oder Sägen in geschlossenen Räumen
- Kinder, die auf alten Holzspielgeräten spielen oder Holz in den Mund nehmen
- Beruflicher Umgang mit Abbruch- und Altholz
- Eigene Brunnen oder Gemüsebeete direkt neben alten Holzflächen
- Bestehende Haut- oder Atemwegserkrankungen, die empfindlicher auf Reizstoffe reagieren
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn jemand Holzschutzmittel, Asche oder größere Mengen Holzstaub verschluckt hat
- Bei Atemnot, starkem Husten oder Schwindel nach Rauch von verbranntem behandeltem Holz
- Bei ausgedehntem Hautausschlag mit Bläschen oder offenen Hautstellen
- Bei Augenverletzungen durch Splitter oder Chemikalien
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrender Hautreizung nach Arbeiten mit altem Holz
- Wenn Sie unsicher sind, ob Holz in Haus oder Garten belastet ist, und Sie es entfernen möchten
- Wenn bei einem Kind nach dem Spielen auf alten Geräten häufig Beschwerden auftreten
- Wenn Sie vor einer größeren Renovierung oder dem Bau eines Hochbeets eine Einschätzung möchten
- Bei anhaltender Müdigkeit oder unklaren Beschwerden und bekannter, langjähriger Belastung
Diagnose
Das Gespräch steht am Anfang. Die Ärztin oder der Arzt fragt, wo und wie Sie mit behandeltem Holz zu tun hatten, ob Sie es verbrannt, geschliffen oder im Garten genutzt haben und welche Beschwerden Sie bemerkt haben. Danach folgen eine Untersuchung der Haut und – bei Beschwerden – der Atemwege. Wenn der Kontakt erst kurze Zeit zurückliegt, lässt sich eine Arsenbelastung über eine Urinprobe einschätzen. Haar- oder Nagelanalysen sind für den Alltag unzuverlässig und werden meist nicht empfohlen.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über Kontaktwege, Dauer und Menge
- Untersuchung der Haut und der Schleimhäute
- Abhören und Untersuchen der Atemwege
- Urinuntersuchung auf Arsen, sinnvoll vor allem in den ersten Tagen nach einer größeren Aufnahme
- Blutuntersuchungen, wenn eine stärkere Belastung vermutet wird
- Untersuchung von Holz- oder Bodenproben in einem Labor, wenn der Verdacht auf belastetes Material im Haus oder Garten besteht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist bleibt es bei einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Bei begründetem Verdacht kann eine Urinprobe hinzukommen. Fällt etwas auf, überweist die Praxis an eine Hautarztpraxis, eine Lungenfachpraxis oder eine umweltmedizinische Beratungsstelle. Es ist hilfreich, Fotos von dem Holz und einige Angaben zum Baujahr mitzubringen.
Behandlung
Behandelt wird in erster Linie die Ursache: Der Kontakt mit dem belasteten Holz wird beendet oder deutlich verringert. Zusätzlich werden die Beschwerden gelindert – also gereizte Haut gepflegt und Atemwegsreizungen behandelt. Bei einer größeren Aufnahme von Arsen kann eine Beobachtung oder Behandlung im Krankenhaus nötig sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach dem Anfassen von altem Holz die Hände mit Wasser und Seife waschen
- Beim Sägen und Schleifen Handschuhe, eine gut sitzende Staubmaske und eine Schutzbrille tragen
- Möglichst im Freien arbeiten und den Staub nicht in die Wohnung tragen
- Arbeitskleidung getrennt waschen
- Behandeltes Holz niemals verbrennen, sondern bei der kommunalen Abfallstelle als Altholz abgeben
- Altes Holz nicht als Unterlage für Essen, als Schneidebrett oder als Hochbeet für Gemüse verwenden
- Stark verwitterte Oberflächen, die im Alltag oft berührt werden, mit einer geeigneten Lasur oder Farbe versiegeln – lassen Sie sich im Fachhandel beraten
- Für Kinder alte Spielgeräte aus behandeltem Holz durch unbehandelte Alternativen ersetzen oder die Kontaktflächen abdecken
Medizinische Behandlungen
Bei gereizter Haut helfen in der Regel pflegende Salben und Cremes sowie der Verzicht auf Seifen und Peelings, die zusätzlich reizen. Bei Atemwegsbeschwerden kann die Ärztin oder der Arzt die Atmung überprüfen und eine passende Behandlung einleiten. Wenn eine deutliche Arsenaufnahme vermutet wird, kann eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich sein, damit der Körper den Stoff schneller ausscheidet. Solche Maßnahmen gehören immer in ärztliche Hand.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei diesem Thema nicht nötig.
Leben mit der Erkrankung
Der wichtigste Schritt im Alltag ist, belastetes Holz zu erkennen und den Kontakt zu verringern. Gehen Sie einmal durch Haus und Garten: Terrassen, Zäune, Spielgeräte, Hochbeete und alte Gartenmöbel. Alles, was häufig berührt wird oder mit Essen zu tun hat, sollten Sie ersetzen oder abdecken. Panik ist nicht nötig – es geht um einfache, praktische Veränderungen, nicht um eine sofortige Sanierung des ganzen Gartens.
Tipps für den Alltag
- Nach der Gartenarbeit und vor dem Essen Hände waschen, besonders bei Kindern
- Holzspäne und Staub beim Heimwerken sofort aufsaugen oder zusammenkehren
- Kein behandeltes Holz im Kamin, Ofen oder Grill verbrennen
- Kinder nicht auf altem, abblätterndem Holz kauen lassen
- Gemüsebeete nicht direkt an alte Holzflächen anlegen und auf sauberen Boden achten
- Holzfeuer nur mit unbehandeltem, trockenem Holz machen
- Beim Kauf von Holz für Garten und Spielgeräte auf unbehandelte oder anders geschützte Alternativen achten
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Ernährung ist nicht nötig. Arsen kommt in sehr geringen Mengen auch natürlicherweise in Lebensmitteln und im Wasser vor – ein normales, abwechslungsreiches Essen ist unbedenklich. Wichtig ist vor allem, kein Gemüse aus einem Beet direkt an altem behandeltem Holz zu ernten und kein Wasser aus einem eigenen Brunnen ohne Prüfung zu trinken. Bewegung an der frischen Luft ist wie immer gut für Körper und Gemüt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Viele Menschen erschrecken, wenn sie von Arsen im Holz hören. Solche Sorgen sind verständlich. Oft hilft es, die eigenen vier Wände einmal in Ruhe zu prüfen und dann zu entscheiden, was wirklich verändert werden muss. Wenn die Gedanken darum kreisen und Sie nicht mehr zur Ruhe kommen, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis. In einer seelischen Krise finden Sie rund um die Uhr Unterstützung bei der TelefonSeelsorge und im Notfall über den Rettungsdienst.
Vorbeugung
Ja. Beim Neukauf lässt sich CCA-behandeltes Holz gut vermeiden, indem Sie auf unbehandelte Hölzer, hitzebehandeltes Holz oder andere Materialien wie Metall oder Kunststoff setzen. Bei altem Holz schützen Handschuhe, Maske und gute Lüftung, und der wichtigste Grundsatz lautet: nicht verbrennen und nicht mit Lebensmitteln in Kontakt bringen.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiger Test wird nicht empfohlen. Wenn Sie über längere Zeit viel mit behandeltem Holz gearbeitet haben oder Beschwerden auftreten, kann Ihre Hausarztpraxis eine gezielte Untersuchung veranlassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende Hautreizungen und Hautschäden, wenn der Kontakt weitergeht
- Chronischer Husten oder Atemwegsreizungen durch wiederholtes Einatmen von Holzstaub
- Bei sehr hoher und jahrelanger Belastung kann Arsen Hautveränderungen und langfristig auch andere gesundheitliche Schäden verursachen
- Belastung von Boden und Pflanzen in unmittelbarer Nähe alter Holzflächen
- Unnötige Sorgen und Unsicherheit, wenn Betroffene nicht wissen, wie sie das Risiko einordnen sollen
Langzeitprognose
Die Aussichten sind gut. Bei üblichem Kontakt im Alltag ist ein gesundheitlicher Schaden unwahrscheinlich, und die meisten Risiken lassen sich mit einfachen Maßnahmen deutlich verringern. Wenn Sie altes Holz aus Ihrem Umfeld entfernen oder schützen, tun Sie bereits das Wichtigste. Bei Fragen oder Beschwerden hilft Ihnen Ihre Hausarztpraxis gerne weiter.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026
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