Koronare Herzkrankheit (KHK) – wenn die Herzkranzgefäße verengt sind
Übersicht
Bei einer koronaren Herzkrankheit – kurz KHK – sind die Herzkranzgefäße krankhaft verändert. Das sind die Blutgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Sie liegen wie ein Kranz um das Herz. Bei einer KHK lagern sich über viele Jahre Fett, Entzündungszellen und Kalk in der Gefäßwand ab. Diese Ablagerungen heißen Plaques. Die Gefäße werden dadurch enger und steifer, und es fließt weniger Blut hindurch. Bekommt der Herzmuskel dadurch zu wenig Sauerstoff, macht sich das oft als Druck oder Enge in der Brust bemerkbar – vor allem bei Anstrengung. Eine KHK ist nicht ansteckend. Sie lässt sich gut behandeln, und man kann selbst viel dafür tun, dass es dem Herzen besser geht.
Wichtige Fakten
- Die KHK entwickelt sich meist langsam über viele Jahre – sie entsteht nicht von heute auf morgen.
- Typisches Zeichen ist ein Druck- oder Engegefühl in der Brust bei Belastung, das in Ruhe oft wieder nachlässt.
- Mit Behandlung, Bewegung und einem Leben ohne Rauchen lässt sich das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich senken.
Ja. Die koronare Herzkrankheit gehört in Deutschland zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande die häufigste Todesursache, und die KHK macht einen großen Teil davon aus. Das klingt ernst – heißt aber nicht, dass jede KHK schwer verläuft. Viele Menschen leben mit einer gut behandelten KHK viele Jahre gut und mit einer guten Lebensqualität.
Die KHK tritt vor allem im höheren Alter auf. Männer sind häufiger und meist früher betroffen als Frauen; bei Frauen steigt das Risiko nach den Wechseljahren deutlich an. Auch jüngere Menschen können erkranken, besonders wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen – etwa Rauchen, hoher Blutdruck und Diabetes. Menschen mit einer familiär veranlagten Störung des Fettstoffwechsels haben ein besonders hohes Risiko und sollten früh mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen.
Symptome
- Brustenge oder Brustschmerzen, die länger als etwa fünf Minuten anhalten – auch wenn sie in Ruhe auftreten.
- Brustschmerzen zusammen mit kaltem Schweiß, Übelkeit, Erbrechen oder einem Gefühl von Todesangst.
- Plötzliche starke Atemnot oder das Gefühl, nicht durchatmen zu können.
- Schmerzen, die in Arm, Kiefer, Hals oder Oberbauch ausstrahlen und nicht nachlassen.
- Ohnmacht, Bewusstlosigkeit oder wenn jemand nicht mehr normal atmet.
- Rufen Sie in diesen Situationen sofort die 112 an. Warten Sie nicht ab und fahren Sie nicht selbst ins Krankenhaus – der Rettungsdienst kann schon unterwegs helfen.
- ⚠Neue Brustbeschwerden, die Sie bisher nicht kannten.
- ⚠Brustenge, die schon bei geringerer Belastung auftritt als sonst oder häufiger wird.
- ⚠Beschwerden, die in Ruhe nicht mehr verschwinden.
- ⚠Herzrasen oder Herzstolpern zusammen mit Schwindel oder Unwohlsein.
- ⚠Zunehmende Luftnot bei Alltagsdingen wie Anziehen, Duschen oder einem kurzen Spaziergang.
- ⚠Lassen Sie solche Beschwerden zeitnah abklären – am besten noch am selben Tag bei Ihrer Hausarztpraxis oder im ärztlichen Bereitschaftsdienst.
Häufige Symptome
- Druck, Enge, ein Brennen oder ein Zusammenziehen in der Brust, oft hinter dem Brustbein (medizinisch Angina pectoris, also „Brustenge“).
- Die Beschwerden treten typischerweise bei Belastung auf – beim Treppensteigen, schnellen Gehen, Bergaufgehen oder in der Kälte – und bessern sich in Ruhe nach wenigen Minuten.
- Schmerzen oder ein Ziehen, das in Arm, Schulter, Hals, Kiefer, Rücken oder Oberbauch ausstrahlt.
- Atemnot oder das Gefühl, schneller atmen zu müssen, bei Anstrengung.
- Müdigkeit, Leistungsabfall und ein allgemeines Schwächegefühl.
- Herzklopfen oder Herzstolpern.
- Manche Menschen haben lange gar keine Beschwerden. Man spricht dann von einer „stillen“ KHK. Das kommt zum Beispiel bei Diabetes häufiger vor.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist eine KHK sehr selten, weil sich die Ablagerungen in den Gefäßen meist über Jahrzehnte entwickeln.
- In den wenigen Fällen steckt oft eine angeborene Fettstoffwechselstörung oder eine andere Grunderkrankung dahinter.
- Wenn ein Kind immer wieder über Brustschmerzen klagt, sollte das kinderärztlich abgeklärt werden. Meist ist die Ursache harmlos.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen – besonders bei Frauen – zeigen sich die Beschwerden oft untypisch: statt Brustenge eher Luftnot, Müdigkeit, Übelkeit, Schwindel, Verwirrtheit oder ein allgemeines Schwächegefühl.
- Dadurch wird eine KHK manchmal erst spät erkannt – ein Grund, bei neuen Beschwerden eher ärztlichen Rat zu suchen.
- Menschen mit Diabetes spüren die typischen Schmerzen häufig weniger stark, weil die Nerven weniger empfindlich sind. Auch das kann die Erkennung erschweren.
Ursachen
Hauptursachen
- Ablagerungen in den Gefäßwänden (Arteriosklerose, also „Gefäßverkalkung“): Fette, Entzündungszellen und Kalk bilden Plaques, die das Gefäß einengen.
- Chronische Entzündungsvorgänge in der Gefäßwand, die das Fortschreiten der Ablagerungen fördern.
- Verkrampfungen der Herzkranzgefäße (Spasmen) – seltener, aber möglich.
- In seltenen Fällen angeborene Fehlbildungen der Gefäße oder entzündliche Gefäßerkrankungen.
Risikofaktoren
- Rauchen – einer der stärksten Risikofaktoren.
- Bluthochdruck.
- Erhöhte Cholesterinwerte, besonders das „schlechte“ LDL-Cholesterin.
- Diabetes Typ 2 (Zuckerkrankheit).
- Übergewicht, vor allem Fett am Bauch.
- Bewegungsmangel.
- Ungesunde Ernährung mit viel gesättigten Fetten, Salz und Zucker.
- Herzkrankheiten in der Familie, besonders wenn sie früh aufgetreten sind.
- Höheres Alter.
- Dauerstress, Schlafmangel und Depressionen.
- Nierenerkrankungen und bestimmte entzündliche Erkrankungen.
- Zu viel Alkohol.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Brustschmerzen, die neu sind oder sich verändert haben und länger als ein paar Minuten anhalten.
- Brustenge, die in Ruhe auftritt oder häufiger und bei geringerer Belastung kommt.
- Herzrasen oder Herzstolpern mit Schwindel, Luftnot oder Ohnmachtsgefühl.
- Zunehmende Luftnot bei Aktivitäten, die Ihnen früher leichtgefallen sind.
- Wenn Sie unsicher sind, ist es besser, einmal zu viel ärztlichen Rat zu holen. Bei starken Beschwerden gilt immer der Notruf 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bei Anstrengung immer wieder ein Engegefühl in der Brust bemerken, das in Ruhe verschwindet.
- Wenn bei Ihnen mehrere Risikofaktoren zusammenkommen – etwa Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte oder eine familiäre Belastung.
- Wenn Sie sich über längere Zeit schlapp, weniger leistungsfähig oder ungewohnt kurzatmig fühlen.
- Wenn Sie Ihre Herzgesundheit prüfen lassen möchten. In Deutschland gehört der Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren zur gesetzlichen Vorsorge – mit Blutdruck, Blutzucker, Cholesterinwerten und Beratung.
Diagnose
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch: Wann treten die Beschwerden auf, wie fühlen sie sich an, wie lange dauern sie, was hilft oder verschlimmert sie? Danach folgen eine körperliche Untersuchung und meist einige einfache Tests. In Deutschland orientieren sich Ärztinnen und Ärzte dabei an der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) Chronische KHK, die auf den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) beruht. Ziel ist nicht nur, eine KHK zu erkennen, sondern auch einzuschätzen, wie hoch das persönliche Risiko für Folgeerkrankungen ist.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: unter anderem Blutzucker, Cholesterinwerte, Nierenwerte und Entzündungswerte; bei Verdacht auf einen Herzinfarkt zusätzlich Herzmarker.
- Ruhe-EKG (Elektrokardiogramm): misst die elektrischen Signale des Herzens über kleine Elektroden auf der Haut.
- Belastungs-EKG auf dem Fahrrad oder Laufband: zeigt, wie das Herz unter körperlicher Anstrengung arbeitet.
- Herzultraschall (Echokardiografie): zeigt Größe, Pumpkraft und Klappen des Herzens.
- Langzeit-EKG oder 24-Stunden-Blutdruckmessung.
- Herz-CT oder Herz-MRT: bildgebende Verfahren, die Herz und Gefäße genau darstellen.
- Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiografie): Mit Kontrastmittel und Röntgenbildern lassen sich die Herzkranzgefäße genau beurteilen; bei Bedarf kann direkt behandelt werden.
- Belastungs-Ultraschall oder weitere nuklearmedizinische Verfahren, wenn die Befunde unklar sind.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei – Blutabnahmen und der Herzkatheter beinhalten einen kleinen Einstich. Viele Ergebnisse liegen noch am selben Tag vor. Ein Herzkatheter wird je nach Situation ambulant oder stationär durchgeführt, meist über die Leiste oder das Handgelenk. Nehmen Sie sich Zeit für Fragen und bringen Sie, wenn möglich, eine vertraute Person mit. Sie dürfen so lange nachfragen, bis Sie alles verstanden haben. Schreiben Sie sich vorher auf, was Sie wissen möchten.
Behandlung
Eine KHK lässt sich gut behandeln. Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, einem Herzinfarkt vorzubeugen und die Lebensqualität zu erhalten. Die Behandlung hat meist drei Bausteine: einen herzgesunden Lebensstil, Medikamente und – wenn nötig – Eingriffe an den Gefäßen. Der Plan wird individuell auf Sie abgestimmt, abhängig von Ihren Beschwerden und Begleiterkrankungen. Wichtig: Verordnete Medikamente sollten Sie regelmäßig und dauerhaft einnehmen. Setzen Sie sie nicht selbst ab und ändern Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache – auch dann nicht, wenn es Ihnen besser geht.
Selbsthilfe zu Hause
- Nicht rauchen: Das ist der wichtigste einzelne Schritt. Unterstützung beim Aufhören gibt es bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, in der Apotheke und über Programme Ihrer Krankenkasse.
- Regelmäßig in Bewegung bleiben – im Rahmen Ihrer Belastbarkeit und abgestimmt mit Ihrer Praxis.
- Herzgesund essen: viel Gemüse, Obst, Vollkorn und Hülsenfrüchte, weniger Salz, Zucker und fettreiche Wurst- und Fleischwaren.
- Auf ein Gewicht achten, das zu Ihnen passt – schon kleine Veränderungen helfen.
- Blutdruck und, wenn verordnet, Blutzucker regelmäßig messen und die Werte notieren.
- Verordnete Medikamente zuverlässig einnehmen; bei Nebenwirkungen nicht selbst absetzen, sondern Rücksprache halten.
- Ausreichend schlafen und im Alltag bewusst Pausen und Entspannung einplanen.
- Bei Erkältungen, Grippe oder anderen Infekten früh ärztlichen Rat holen – Infekte belasten das Herz zusätzlich.
- Einen persönlichen Notfallplan bereithalten: Wen rufe ich an, wo liegen meine Unterlagen, wie erreiche ich Hilfe?
- Falls Ihnen ein Notfallmedikament verordnet wurde, führen Sie es bei sich und lassen Sie sich genau zeigen, wann und wie Sie es anwenden.
Medizinische Behandlungen
Für die Behandlung einer KHK gibt es verschiedene Gruppen von Medikamenten, die unterschiedlich wirken: Mittel, die die Blutgerinnung hemmen und so gefährliche Blutgerinnsel verhindern sollen; Mittel, die den Blutdruck senken und das Herz entlasten; Mittel, die den Cholesterinspiegel senken und das Fortschreiten der Ablagerungen bremsen; und Mittel, die Anfälle von Brustenge lindern oder ihnen vorbeugen. Welche davon für Sie sinnvoll sind, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt – abhängig von Ihren Beschwerden, Ihren Begleiterkrankungen und davon, was Sie gut vertragen. Lassen Sie sich die Wirkung erklären und fragen Sie in der Apotheke nach möglichen Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, die Sie einnehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Medikamente und ein herzgesunder Lebensstil die Beschwerden nicht ausreichend lindern oder Gefäße stark verengt sind, können Eingriffe helfen. Bei einer Herzkatheterbehandlung wird ein kleiner Ballon im verengten Gefäß aufgedehnt; meist wird zusätzlich ein feines Drahtgeflecht, ein sogenannter Stent, eingesetzt, das das Gefäß offen hält. Bei bestimmten Befunden kann eine Bypass-Operation sinnvoll sein: Dabei wird eine Umleitung am verengten Gefäß vorbeigelegt, häufig mit einer körpereigenen Ader aus dem Bein oder der Brustwand. Beide Verfahren sind gut etabliert. Welches Vorgehen passt, hängt von Anzahl und Lage der Verengungen, der Herzfunktion und Ihren Begleiterkrankungen ab – das besprechen Sie am besten ausführlich mit Ihrem Behandlungsteam.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit KHK leben lange gut und mit einer guten Lebensqualität. Der Alltag verändert sich oft in kleinen Dingen: Medikamente gehören fest zum Tagesablauf, Bewegung wird eingeplant, und man kennt die Warnzeichen des eigenen Körpers. Es hilft, einen Notfallplan zu haben – wer wird angerufen, wo liegen Befunde und Medikamentenliste, wie kommt man zur Klinik? Auch Fragen zu Reisen, Autofahren, Fliegen oder zur Arbeit lassen sich vorher in Ruhe mit der Praxis klären. Gut ist, wenn Sie sich nicht alles allein merken müssen: Zettel, Handy-Erinnerungen oder eine vertraute Person, die mitdenkt, sind völlig in Ordnung.
Tipps für den Alltag
- Rauchstopp – möglichst mit Unterstützung, damit es dauerhaft gelingt.
- Regelmäßige Bewegung, angepasst an Ihre Belastbarkeit.
- Herzgesunde Ernährung mit viel pflanzlichen Lebensmitteln.
- Wenig Alkohol.
- Ausreichend Schlaf und feste Erholungszeiten.
- Stress abbauen, zum Beispiel mit Entspannungsverfahren oder einem Hobby, das Ihnen guttut.
- Soziale Kontakte pflegen – Austausch tut Herz und Seele gut.
- Impfschutz regelmäßig mit der Praxis besprechen.
- Regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen.
Ernährung und Bewegung
Für die Ernährung gilt: viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und pflanzliche Öle; eher fettreiche Fische wie Lachs statt fettem Fleisch und Wurst; insgesamt weniger Salz, Zucker und frittierte Speisen. Das heißt nicht, dass Sie auf alles verzichten müssen – es geht um die Regel, nicht um die Ausnahme. Bei der Bewegung sind etwa 150 Minuten moderate Ausdauer pro Woche ein gutes Ziel, zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen, ergänzt durch kräftigende Übungen an zwei Tagen. Auch kurze Einheiten zählen: Jede Treppe, jeder Spaziergang ist ein Gewinn. Wenn Sie lange inaktiv waren, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine sinnvolle Belastung. Hören Sie auf, wenn Brustenge, Schwindel oder Luftnot auftreten, und lassen Sie das abklären.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Herzerkrankung macht vielen Menschen Angst. Vielleicht fragen Sie sich, ob Sie Ihren Alltag noch meistern können, oder Sie sind unsicher, ob jede Brustenge gefährlich ist. Solche Sorgen sind normal und verdienen Beachtung. Angst und Depression kommen bei Menschen mit KHK häufiger vor – und sie beeinflussen auch, wie es dem Herzen geht. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich Hilfe zu holen. Psychotherapie, Herzsportgruppen und der Austausch mit anderen Betroffenen können sehr entlasten. Wichtig: Wenn Sie Gedanken haben, sich das Leben zu nehmen, oder sich völlig hilflos fühlen, holen Sie sich bitte sofort Hilfe – über den Notruf 112, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder die Telefonseelsorge. Sie müssen damit nicht allein bleiben.
Vorbeugung
In hohem Maß ja. Wie stark sich eine KHK entwickelt, hängt wesentlich von Dingen ab, die Sie beeinflussen können. Nicht rauchen, den Blutdruck und die Cholesterinwerte im Blick behalten, sich bewegen und herzgesund essen – das senkt das Risiko deutlich. Auch wer bereits erkrankt ist, kann das Fortschreiten verlangsamen und das Risiko für einen Herzinfarkt spürbar verringern. Es ist nie zu spät, anzufangen.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestimmte Schutzimpfungen – vor allem gegen Grippe und gegen Pneumokokken. Auch eine Auffrischung gegen Corona kann je nach persönlicher Situation sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihre Impfungen am besten einmal im Jahr in der Hausarztpraxis oder in der Apotheke durch.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gehört der Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren zur gesetzlichen Vorsorge: Dabei werden Blutdruck, Blutzucker- und Cholesterinwerte gemessen und Sie erhalten eine persönliche Beratung – üblicherweise alle drei Jahre. Wenn in Ihrer Familie früh Herzkrankheiten aufgetreten sind oder mehrere Risikofaktoren bei Ihnen bestehen, kann eine frühere und engmaschigere Kontrolle sinnvoll sein. Die Nationale Versorgungsleitlinie Chronische KHK empfiehlt, das persönliche Risiko mit einfachen Mitteln einzuschätzen, bevor Beschwerden auftreten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt: Ein Plaque reißt ein, es bildet sich ein Blutgerinnsel, und ein Gefäß verschließt sich plötzlich.
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Der Herzmuskel kann dauerhaft an Pumpleistung verlieren.
- Herzrhythmusstörungen, zum Beispiel ein unregelmäßiger Puls.
- In seltenen Fällen ein plötzlicher Herztod.
- Abnehmende Belastbarkeit und Lebensqualität im Alltag.
Langzeitprognose
Die KHK ist eine chronische Erkrankung – aber eine, mit der man gut leben kann. Viele Menschen haben mit guter Behandlung, regelmäßiger Bewegung und einem Leben ohne Rauchen kaum Beschwerden und führen ein weitgehend normales Leben. Jeder Schritt zählt, auch kleine: ein Spaziergang mehr, ein Termin zur Kontrolle, der Rauchstopp. Und niemand muss das allein schaffen – Ihr Behandlungsteam begleitet Sie dabei.
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Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026
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