Covid-19: Symptome und was zu tun ist
Übersicht
Covid-19 ist eine Infektionskrankheit der Atemwege. Ausgelöst wird sie durch das Coronavirus SARS-CoV-2. Das Virus gelangt vor allem über die Atemluft in den Körper und kann dort eine Entzündung auslösen – meist in Nase, Hals und Bronchien, manchmal auch tiefer in der Lunge. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich: Viele Menschen haben nur leichte Beschwerden wie bei einer Erkältung, manche gar keine. Andere werden stärker krank und brauchen ärztliche Hilfe oder eine Behandlung im Krankenhaus.
Wichtige Fakten
- Covid-19 wird durch ein Virus verursacht und ist ansteckend – vor allem in geschlossenen Räumen mit wenig frischer Luft.
- Die meisten Verläufe sind leicht bis mittelschwer und bessern sich innerhalb von ein bis zwei Wochen.
- Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte früh mit der Hausarztpraxis sprechen, auch wenn die Beschwerden noch mild sind.
- Ein Test gibt Sicherheit, ob es sich wirklich um Covid-19 handelt oder um eine andere Erkältungskrankheit.
Ja. Seit 2020 ist Covid-19 weltweit verbreitet. In Deutschland tritt die Krankheit in Wellen auf, meist in den kälteren Monaten. Weil viele Menschen geimpft sind oder die Infektion schon durchgemacht haben, verläuft sie heute im Durchschnitt milder als am Anfang der Pandemie. Ganz verschwunden ist sie aber nicht.
Grundsätzlich kann jede Person sich anstecken – in jedem Alter. Besonders aufpassen sollten ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, zum Beispiel der Lunge, des Herzens, der Nieren, mit Diabetes oder mit einem geschwächten Abwehrsystem. Bei ihnen ist das Risiko für einen schwereren Verlauf höher.
Symptome
- Starke Atemnot, das Gefühl, keine Luft zu bekommen, oder Sprechen nur noch in kurzen Satzteilen möglich
- Blaue oder graue Lippen, bläuliche Haut oder blasse, kalte Haut
- Druck oder Schmerz in der Brust
- Plötzliche Verwirrtheit, starke Benommenheit oder Bewusstlosigkeit
- Ein Kind, das nicht mehr trinkt, sehr schläfrig ist oder schwer atmet
- Hohes Fieber mit Krampfanfall oder Bewusstseinstrübung
- ⚠Fieber, das länger als drei bis vier Tage anhält oder wiederkehrt
- ⚠Zunehmender Husten oder schlechter werdender Allgemeinzustand
- ⚠Kaum noch trinken können, Zeichen von Flüssigkeitsmangel (dunkler Urin, trockener Mund)
- ⚠Covid-19 und gleichzeitig eine bekannte Risikoerkrankung oder ein geschwächtes Abwehrsystem
- ⚠Anhaltende Übelkeit oder Durchfall, sodass nichts im Magen bleibt
Häufige Symptome
- Husten, oft trocken
- Fieber oder erhöhte Temperatur
- Schnupfen und Halsschmerzen
- Müdigkeit und starke Erschöpfung
- Kopfschmerzen und Gliederschmerzen
- Verlust oder Veränderung von Geruch und Geschmack
- Kurzatmigkeit, vor allem bei Anstrengung
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall
- Halsschmerzen und ein kratziger Hals
Symptome bei Kindern
- Oft milder Verlauf, manchmal ganz ohne Beschwerden
- Schnupfen, Husten und Fieber
- Halsschmerzen und Müdigkeit
- Gelegentlich Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall
- Sehr selten eine entzündliche Reaktion einige Wochen nach der Infektion – dann bitte ärztlich abklären lassen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Manchmal untypische Zeichen: plötzliche Verwirrtheit oder Verwirrung
- Appetitlosigkeit und Trinkunlust
- Stürze oder plötzliche Schwäche
- Wenig oder gar kein Fieber, obwohl eine Infektion vorliegt
- Schnellere Verschlechterung des Allgemeinzustands – deshalb früh ärztlich vorstellen
Ursachen
Hauptursachen
- Ansteckung über die Atemluft: Winzige Tröpfchen und Aerosole (feinste schwebende Partikel) gelangen beim Atmen, Sprechen, Singen oder Husten in die Luft und werden von anderen eingeatmet.
- In geschlossenen, schlecht gelüfteten Räumen ist das Risiko deutlich höher als im Freien.
- Über die Hände können Viren auf Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen gelangen, wenn man Flächen berührt hat, auf denen sie kurzzeitig haften.
Risikofaktoren
- Höheres Alter
- Chronische Erkrankungen von Lunge, Herz, Nieren oder Leber
- Diabetes
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch bestimmte Behandlungen oder Erkrankungen
- Schwangerschaft
- Rauchen
- Viele enge Kontakte in Innenräumen
- Unvollständiger Impfschutz
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Atemnot auftritt oder die Atmung schwerer wird
- Wenn Fieber hoch bleibt oder nach kurzer Besserung erneut steigt
- Wenn Sie einer Risikogruppe angehören und Symptome bekommen
- Wenn ein Säugling oder kleines Kind krank wirkt, schlecht trinkt oder schwer atmet
- Wenn Sie sich innerhalb weniger Stunden deutlich schlechter fühlen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie einen Test machen möchten und unsicher sind, was zu tun ist
- Wenn die Beschwerden nach etwa einer Woche nicht besser werden
- Wenn Sie unsicher sind, ob Sie zur Arbeit gehen dürfen oder andere schützen müssen
- Wenn Sie Vorerkrankungen haben und wissen möchten, worauf Sie achten sollen
- Wenn Husten oder Erschöpfung nach überstandener Infektion über Wochen bleiben
Diagnose
In der Regel beginnt die Diagnose mit einem Gespräch über Ihre Beschwerden und Ihre Kontakte. Danach wird meist ein Test gemacht, der das Virus in der Nase oder im Rachen nachweist. So lässt sich Covid-19 von einer gewöhnlichen Erkältung oder einer Grippe unterscheiden. In Deutschland richten sich viele Empfehlungen zur Erkennung und Behandlung nach den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Mögliche Untersuchungen
- Abstrich aus Nase und Rachen mit Laboruntersuchung (PCR-Test) – sehr zuverlässig
- Schnelltest (Antigentest) – Ergebnis oft nach wenigen Minuten, etwas weniger genau
- Selbsttest für zu Hause – praktisch bei leichten Beschwerden oder vor einem Besuch
- Bei schwerem Verlauf: Untersuchung der Lunge, eventuell Röntgen oder Ultraschall
- Blutuntersuchungen, wenn ein Krankenhausaufenthalt nötig ist
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ein Abstrich ist kurz unangenehm, dauert aber nur Sekunden. Bei einem Schnelltest haben Sie meist innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis, bei einem PCR-Test nach ein bis zwei Tagen. Ein negatives Ergebnis bedeutet nicht immer, dass Sie gesund sind – vor allem, wenn Sie erst seit kurzem Symptome haben. Bei anhaltenden Beschwerden kann ein zweiter Test sinnvoll sein. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen, was das Ergebnis für Ihren Alltag bedeutet.
Behandlung
Bei den meisten Menschen reicht es, die Krankheit zu Hause auszukurieren und die Beschwerden zu lindern. Der Körper bekämpft das Virus in der Regel selbst. Für leichte Verläufe gibt es keine spezielle Therapie, die das Virus gezielt beseitigt. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte früh ärztlichen Rat einholen – dann kann geprüft werden, ob eine besondere Behandlung sinnvoll ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhe gönnen und ausreichend schlafen
- Viel trinken – Wasser, Tee oder verdünnte Säfte
- Regelmäßig die Temperatur messen und den Verlauf notieren
- Fieber und Schmerzen können mit frei verkäuflichen Mitteln aus der Apotheke gelindert werden – lassen Sie sich dort oder in der Praxis beraten, welches Mittel zu Ihnen passt
- Frische Luft und regelmäßiges Lüften der Wohnung
- Kontakte zu anderen Menschen reduzieren, solange Sie krank sind – so schützen Sie andere
- Händehygiene und beim Husten in die Armbeuge
- Auf den Körper achten: Bei Verschlechterung nicht abwarten, sondern Hilfe holen
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung richtet sich nach dem Verlauf. Bei milden Beschwerden reicht meist eine Beratung und die Kontrolle, ob es Ihnen gut geht. Bei Risikopatientinnen und -patienten kann die Praxis engmaschig mit Ihnen in Kontakt bleiben. Bei schwereren Verläufen kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig werden, zum Beispiel mit Sauerstoff und einer Überwachung der Atmung. Für bestimmte Personengruppen gibt es außerdem Medikamente, die das Virus oder die Entzündung bremsen – ob das in Ihrem Fall sinnvoll ist, entscheiden Ärztinnen und Ärzte individuell. Nennen Sie dabei immer alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation spielt bei Covid-19 selbst keine Rolle. Nur wenn zum Beispiel eine schwere Lungenentzündung mit Komplikationen auftritt, kann im Krankenhaus ein Eingriff erwogen werden. Das ist selten.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie für die Zeit der Krankheit bewusst Pausen ein. Viele fühlen sich tagelang schlapp und brauchen mehr Schlaf als sonst. Solange Sie Beschwerden haben, ist es sinnvoll, Abstand zu anderen Menschen zu halten, besonders zu älteren Personen und zu Menschen mit Vorerkrankungen. Für den Alltag helfen vorbereitete Dinge: Lebensmittel, Getränke, Medikamente und ein Fieberthermometer zu Hause. Wenn Sie allein wohnen, sagen Sie einer Vertrauensperson Bescheid, dass Sie krank sind, und melden Sie sich regelmäßig.
Tipps für den Alltag
- Täglich mehrmals kurz lüften, auch im Winter
- Ausreichend trinken, auch wenn der Durst gering ist
- Nicht rauchen – das belastet die Lunge zusätzlich
- Kein Alkohol, solange Sie krank sind
- Nach der Genesung langsam wieder mit Bewegung beginnen
- Auf ausreichend Schlaf achten – er unterstützt das Immunsystem
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse, Vollkorn und ausreichend Eiweiß unterstützt den Körper. Suppen, Brühe und warme Getränke sind angenehm, wenn der Hals weh tut. Mit Sport warten Sie, bis Fieber und Erschöpfung vorbei sind – meist mindestens eine Woche nachdem Sie sich wieder fit fühlen. Beginnen Sie dann mit Spaziergängen und steigern Sie langsam. Wenn Sie beim Bewegen außer Atem geraten oder sich schwindelig fühlen, machen Sie eine Pause und sprechen Sie mit Ihrer Praxis darüber.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Krank zu sein und isoliert zu Hause zu sitzen, kann belastend sein. Sorgen, Einsamkeit, Langeweile oder Angst vor einem schweren Verlauf sind verständlich und kommen häufig vor. Sprechen Sie darüber – mit Freunden am Telefon, mit Ihrer Familie oder mit Ihrer Arztpraxis. Wenn Sie sich länger als zwei Wochen niedergeschlagen fühlen, nicht mehr schlafen können oder das Gefühl haben, keine Hilfe zu finden, suchen Sie bitte Unterstützung. In Deutschland ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar und kostenlos; auch die Hausarztpraxis kann weitervermitteln. Wenn Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen, holen Sie sofort Hilfe – rufen Sie den Notruf 112.
Vorbeugung
Ganz verhindern lässt sich eine Ansteckung nicht, aber Sie können das Risiko deutlich senken. Am wirksamsten sind eine vollständige Impfung, regelmäßiges Lüften geschlossener Räume und Händehygiene. In vollen, engen Innenräumen kann eine Maske sinnvoll sein, besonders wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören oder Menschen mit hohem Risiko treffen. Wenn Sie selbst krank sind, halten Sie Abstand und schützen andere, indem Sie zu Hause bleiben, bis es Ihnen besser geht.
Impfungen
Gegen Covid-19 gibt es Impfungen. Sie senken vor allem das Risiko für einen schweren Verlauf und für eine Behandlung im Krankenhaus. Die Empfehlungen in Deutschland werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) regelmäßig angepasst und richten sich zum Beispiel nach Alter und Vorerkrankungen. Ob und wann für Sie eine Auffrischung sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Hausarztpraxis oder in der Apotheke. Nach einer Impfung kann es kurzzeitig zu Beschwerden kommen – das ist eine normale Reaktion des Immunsystems.
Früherkennungsprogramme
Ein flächendeckendes Screening ohne Beschwerden gibt es nicht. Tests sind vor allem sinnvoll, wenn Sie Symptome haben, Kontakt zu einer erkrankten Person hatten oder jemanden mit hohem Risiko besuchen möchten. Bei Beschwerden gibt es Tests in Apotheken, bei Ärztinnen und Ärzten und als Selbsttest für zu Hause.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Entzündung auf die Lunge bis hin zu einer Lungenentzündung
- Sauerstoffmangel, der im Krankenhaus behandelt werden muss
- Erhöhte Neigung zu Blutgerinnseln in den Beinen oder in der Lunge
- Belastung von Herz und Kreislauf, besonders bei Vorerkrankungen
- Anhaltende Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder Atembeschwerden über Wochen – oft als Long Covid oder Post-Covid bezeichnet
- Bei Kindern sehr selten eine entzündliche Reaktion mehrere Wochen nach der Infektion
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen erholen sich vollständig. Leichte Verläufe bessern sich oft innerhalb von einer bis zwei Wochen, manchmal bleibt ein trockener Husten etwas länger. Ein Teil der Betroffenen fühlt sich danach noch eine Weile schlapp – das ist häufig und wird in der Regel mit der Zeit besser. Wichtig ist, sich nicht zu hetzen und den Körper ernst zu nehmen. Wenn Beschwerden über Wochen bleiben, gibt es Hilfe: Sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis, damit gemeinsam geschaut wird, was Ihnen guttut.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026
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